Test: Spitfire Audio Sacconi Strings Quartet

Letztlich können sich viele Komponisten ein Streichquartett für entsprechende Projekte dazu natürlich deutlich einfacher leisten als die Aufnahmen mit kompletten Orchestern. Und sei es nur zur Anreicherung des Sample Orchesters mit echten Instrumenten.

Mit 15 Artikulationen ist das Sacconi Quartett sehr weitreichend ausgestattet. Schon hier merkt man, dass der Hersteller ein möglichst großes Klangspektrum abdecken möchte. Egal ob alte oder zeitgenössische (Film-) Musik, Streicher haben doch deutlich mehr zu bieten als die 08/15 Spielweisen Legato, Staccato, Spiccato oder Pizzicato. Schon alleine deshalb sehe ich die Sacconi Strings eher im Einsatz bei Leuten, die sich wirklich viel Gedanken machen, wo und wie man gewisse Artikulationen für das Klangbild einsetzen kann. Triller bekommt man hier natürlich genauso geboten wie die etwas unüblicheren  Short/Long Harmonics oder Spielweisen mit Col Legno oder das Bartok Pizzicato.

Klanglich gibt es bei dieser Library absolut nichts zu kritisieren. Die Samples sind allesamt sauber aufgenommen und sehr gut für eine Library umgesetzt. Programmierfehler oder Störgeräusche in den Samples konnte ich während des Tests nicht ausmachen. Und selbst wenn, Spitfire Audio legt bei seinen Librarys in regelmäßigen Abständen kostenlose Updates nach, das kennt man von der Konkurrenz auch ganz anders.

SpitfireAudio-Sacconi-Strings-Quartet-2

Die Legato Übergänge sind sehr sauber gespielt, besonders gut gefallen mir dazu die Col Legno Artikulationen oder die sehr dynamisch spielbaren Spiccatos, die mit deutlich mehr Attack aufwarten, sofern man sie hart anschlägt. Wie in den Audiobeispielen zu hören, macht die Wahl der Mikrofonposition einen sehr großen Unterschied, alleine hierdurch kann man viel Variation in den Klang reinbringen.

Was mich letztlich von dieser Library überzeugt hat: Die vier Streicher klingen für meinen Geschmack tatsächlich wie aus einem Guss und eben nicht wie vier separate Soloinstrumente. Dazu trägt der Klang der Wigmore Hall seinen großen Teil bei. Gefällt einem dieser Grundsound, sind die Sacconi Strings auf alle Fälle einen genaueren Blick wert.

Fazit

Mit dem Sacconi String Quartet wagt sich der Sample Spezialist Spitfire Audio in eine bis jetzt eher unterrepräsentierte Ecke der Sample Librarys. Das vierköpfige und gleichnamige Streichquartett Sacconi Quartet mit zwei Violinen, Viola und Cello wurde in der Londoner Wigmore Hall aufgenommen, die einen sehr passenden Grundsound bietet. Die Umsetzung ist sehr gelungen, die Bedienung dank der übersichtlichen GUI sehr einfach.

Mit 15 Artikulationen und sechs Mikrofonpositionen ist mit den Sacconi Strings klanglich sehr viel machbar, deutlich mehr, als man es von den großen Orchester Librarys her kennt. Wie im Test beschrieben, muss ein Quartettsound aber letztlich auch mehr hergeben als ein Sinfonieorchester. Die meisten Komponisten und Arrangeure, die für oder mit Streichquartetten arbeiten, werden dies zu schätzen wissen. Der Preis ist sicherlich kein Schnäppchen, dafür erhält man aber auch ein Produkt, das aktuell nur wenig Konkurrenz hat, sofern man wirklich einen Quartett Sound sucht. Einziges Manko: Es gibt leider keine Multi Patches.

Plus

  • Sound
  • Bedienung
  • viele Artikulationen

Minus

  • keine Multis

Preis

  • Ladenpreis: 565,- Euro
Klangbeispiele
Forum

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