Test: the t.mix 402-USB Play, DJ-Mixer

7. März 2019

Günstig gleich billig?

t.mix_402-USB Play_Teaser

Mit dem im Oktober 2018 erschienen the t.mix 402-USB Play mischt die Eigenmarke vom Musikhaus Thomann zum Kampfpreis im Mixer-Bereich mit. Die Frage ist nun: Kann das Gerät mit gängigen Mixern mithalten?

Wir haben uns den the t.mix 402-USB Play angeschaut und getestet, ob der Mixer in Haptik und Qualität überzeugen kann.

Der the t.mix 402-USB Play kommt in einem unauffälligen weißen Karton ohne viel Aufschrift und Hinweise auf den Inhalt zum Kunden. Mit einem Gewicht von knapp 6 kg ist das Paket zwar relativ schwer, wenn man weiß, was drin steckt, ist dies allerdings ein akzeptables Gewicht. Auch der Paketinhalt ist nicht gerade üppig, aber vollkommen ausreichend. Es wird ein Stromkabel sowie eine Bedienungsanleitung in Deutsch und Englisch mitgeliefert.

Ein Blick auf die Oberseite des the t.mix 402-USB Play

the t.mix 402-USB Play Oberseite

the t.mix 402-USB Play Oberseite

Einmal aufgestellt erkennt man den typischen Aufbau eines Mixers. Auf der linken Seite findet man zwei dedizierte Mikrofonkanäle, welche jeweils mit Gain, 3-Band Equalizer, Pan und einer roten „ON AIR“-Taste ausgestattet sind. Zusätzlich gibt es für beide Kanäle gemeinsam zwei Drehregler sowie eine Taste für die „O’Ride“-Funktion.

the t.mix 402-USB Play Mixer Bereich

the t.mix 402-USB Play Mixer-Bereich

Daraufhin folgt ein klassischer Mixer-Bereich für vier Kanäle mit Eingangswahlschalter, Gain, 3-Band Equalizer, Cue-Tasten und Kanal-Fadern. Für Kanal 4 gibt es zusätzlich zum Eingangswahlschalter noch die Option, ob man MP3 oder CD nutzen möchte. Unter dem Mixer-Bereich befindet sich der Crossfader, welcher austauschbar zu sein scheint, da es sich um ein Modul handelt, welches mit eigenen Schrauben versehen ist. Neben dem Crossfader befindet sich jeweils auf beiden Seiten eine Punch-Taste und ein einrastender Drehregler, mit dem man den Crossfader ausschalten oder die Kanäle 1-4 den entsprechenden Seiten zuweisen kann.

the t.mix 402-USB Play Master, Booth und MP3 Bereich

the t.mix 402-USB Play Master, Booth- und MP3-Bereich

Rechts neben dem Mixer-Bereich findet man in der oberen Hälfte die Pegelanzeige mit 10 horizontal angerichteten LEDs sowie die USB-Play-Funktion mit einem kleinen Display, einem USB-Port und fünf kleinen Tasten. In der unteren Hälfte findet man einen Balance-Drehregler mit Arretierung in der Mittelstellung, einen Fader für das Master-Signal, einen Fader für den Booth-Ausgang sowie die Einstellungen für die Send- and Return-Funktion.

Ganz rechts befinden sich dann noch zu guter Letzt der An/Aus-Schalter, die Steuerung für die Kopfhörer und ein BNC-Stecker zur Anbringung von z. B. einer Schwanenhalslampe. Die einzelnen Bereiche sind einfach aber wirkungsvoll durch weiße Linien optisch voneinander getrennt.

Die Drehregler und Fader wirken hochwertig und man stellt sich die Frage, ob es sich in dieser Preisklasse tatsächlich um Aluminium-Elemente handelt. Bei einem ersten Griff zu den Drehreglern bleibt diese Frage weiterhin offen. Der Griff zu den Fadern macht jedoch deutlich, dass es sich um Kunststoffteile handelt, die wie Aluminium wirken. Ein erstes Drehen und Schieben der Elemente macht deutlich, dass die Drehregler einen angenehmen Widerstand bieten, wobei die Fader hingegen auf den ersten Eindruck zu leichtgängig wirken.

Das Material der Drehregler macht weiterhin neugierig. Um rauszufinden, um was es sich handelt, habe ich einen der Drehregler abgezogen und ins Innere geschaut und siehe da: Ebenfalls Kunststoff. Das Aluminium-Design ist täuschend echt. Durch das Abziehen des Drehreglers kommt jedoch auch zum Vorschein, dass die Stifte, die zur Platine bzw. dem Innenleben gehen, auch aus Kunststoff bestehen. Hierbei besteht Bruchgefahr.

Ein Blick auf die Rückseite des the t.mix 402-USB Play

the t.mix 402-USB Play Rückseite

the t.mix 402-USB Play Rückseite

Auf der Rückseite des the t.mix 402-USB Play findet man zahlreiche Anschlussmöglichkeiten. Für den Master-Ausgang steht neben Cinch auch XLR zur Verfügung, was in dieser Preisklasse schon mal ein Pluspunkt ist. Für den Booth-Ausgang muss man sich mit einem Cinch-Ausgang zufriedengeben. Für jeden Kanal stehen ein Line- und ein CD-Eingang zur Verfügung. Für den Kanal 2 und 3 gibt es zusätzlich die Möglichkeit, Plattenspieler über einen Phono-Eingang anzuschließen. Die Mikrofonkanäle 3 und 4 werden den Kanälen 1 und 2 zugeordnet. Das USB-Interface mit den Anschlüssen USB 1 und USB 2 wird den Kanälen 3 und 4 zugewiesen. Kanal 4 beherbergt außerdem zusätzlich die USB-Play-Funktion.

Der the t.mix 402-USB Play in der Praxis

the t.mix 402-USB Play in der Praxis

the t.mix 402-USB Play in der Praxis

Nachdem das Gerät ausgiebig begutachtet wurde, heißt es nun ran an die Boxen. Schnell das Stromkabel eingesteckt und den Master-Ausgang mittels XLR-Kabel an die Monitorboxen angeschlossen. Zum ersten Test habe ich mir einen USB-Stick mit ein paar MP3-Dateien vorbereitet. Also auf dem Kanal 4 alles auf MP3-Signal stellen und USB-Stick einstecken. Nach einem kurzen Einlesen der Dateien spielt auch schon die Musik vom USB-Stick. Wenn man das auf ein Szenario im Klub überträgt, kann diese Funktion ein Retter in der Not sein. Sollte einmal eines der angeschlossenen Geräte ausfallen, kann man mittels der USB-Funktion schnell dafür sorgen, dass die Stille dem tanzenden Publikum nicht den Spaß verdirbt.

Währende der USB-Stick noch fleißig Musik abspielt, schnappe ich mir zwei USB-Kabel und verbinde das USB-Interface mit meinem Windows 10 PC. Die Interfaces werden sofort erkannt und nach einer kurzen automatischen Einrichtung stehen zwei USB-Soundkarten zur Verfügung. Diese lassen sich entweder mit den Windows Bordmitteln ansprechen oder aber auch mit einer DJ-Software separat für Deck 1 und Deck 2 verwenden.

Da ich nun mindestens zwei Signalquellen verbunden habe, geht es zum Crossfader. Die Kanalzuweisung erfolgt leicht mittels der einrastenden Drehregler, welche qualitativ nicht überzeugen kann, jedoch ihre Funktion erfüllen. Wie zu erwarten, macht der Crossfader was er soll und es lässt sich leichtgängig zwischen den beiden ausgewählten Kanälen hin und her faden. Die zuvor als zu leichtgängig wirkenden Fader wirken in der Nutzung plötzlich nicht mehr als Nachteil. Das Hin und Her des Crossfaders und Hoch und Runter der Line-Fader macht Spaß, da man sie schlichtweg in die gewünschte Richtung flitschen kann. Die beiden Punch-Tasten haben mich neugierig gemacht. Die Funktion ist simpel, aber ich finde sie super. Wenn zum Beispiel aktuell das linke Deck spielt und man auf die Punch-Taste auf der rechten Seite drückt, wird das Signal der rechten Seite über das des linken Kanals gelegt. Quasi als würde man den Crossfader kurz in die Mitte stellen und wieder zurück.

Nun wurde die Musik zur Genüge getestet, also schnappe ich mir ein Mikrofon und schließe es an einen der Mikrofonkanäle an. Nach einem Druck auf die ON-Air-Taste und dem Hochdrehen des Gain-Reglers ertönt auch schon die Stimme über die Boxen. An der Qualität gibt es nichts auszusetzen. Es ist alles verständlich und klar. Die Mic-O’ride-Funktion ist einfach eine andere Beschreibung für die Talkover-Funktion. Ich finde es hervorragend, dass man hierbei Einstellmöglichkeiten hat. Man kann zum einen einstellen, ab welcher Eingangslautstärke am Mikrofon die Funktion greift und zum anderen, um wie viel die Musik runtergeregelt wird.

Zu guter Letzt muss ich noch die Aufnahmefunktion erwähnen. Mit einem Druck auf die entsprechende Rec-Taste im USB/MP3-Bereich wechselt die Anzeige des Displays zur Aufnahmefunktion. Durch ein erneutes Drücken wird die Aufnahme gestartet und das Master-Signal wird als WAV-Datei auf dem USB-Stick gespeichert. Hierbei lässt sich die Bitrate sowie das gewünschte Gain separat einstellen. Einfach genial!

Der ausgegebene Sound wirkt ausgewogen. Die Bässe kommen gut durch und die Höhen und Mitten sind verständlich und klar. Kein Grundrauschen oder Knacksen trübt das Klangerlebnis, auch nicht, wenn man an den Kabeln wackelt oder versehentlich drankommt.

Fazit

Alles in allem zeigt der the t.mix 402-USB Play, dass günstig nicht gleich billig sein muss. Somit stellt das Musikhaus Thomann ein solides Gerät für ein geringes Budget bereit. Die USB-Play- und Aufnahmefunktion macht, was sie soll, funktionierte im Test einwandfrei und ergänzt das Setup wunderbar. Die Verarbeitungsqualität ist dem Preis entsprechend und definitiv ausreichend für die meisten Anwendungszwecke. Wer also einen kostengünstigen und voll ausgestatteten Mixer sucht, wird hier fündig.

Plus

  • XLR-Ausgänge
  • 2 dedizierte Mikrofonkanäle
  • USB-Funktion
  • Aufnahmefunktion
  • Punch-Knöpfe
  • Einstellmöglichkeiten für Talkover

Minus

  • Drehregler und Fader könnten griffiger sein
  • Plastikstifte für die Drehregler zur Platine
  • Pegelanzeige an Cue gekoppelt
  • Booth "nur" Cinch
  • Verarbeitungsqualität dem Preis entsprechend

Preis

  • Ladenpreis: 198,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    dieter198

    Warum sind DJ Mixer eigentlich so teuer? Dieses Teil würde doch als „normaler“ Mixer keine 100 Euro kosten.

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