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Test: Yamaha Pacifica Standard Plus SHW RF, E-Gitarre

Der neue Standard Plus!

16. April 2024

Yamaha Pacifica Standard Plus SHW RF im Test

Wie mein Autorenkollege Jan Steiger im Januar 2024 ankündigte, stellte Yamaha auf der NAMM 2024 die neuen Modelle vor. Neben der neuen Pacifica Professional, die preislich über 2.000,- Euro angesiedelt ist, testen wir heute die Pacifica Standard Plus, die sicherlich gleichfalls professionelle Bedürfnisse befriedigen dürfte, für die man (nur) etwas mehr als 1.000,- Euro berappen muss.

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Der Traditionshersteller Yahama ging stets seinen eigenen Weg, der häufig auch mutig mit individuellen Eigenkreationen wie der Revstar, SG oder weiteren Modellen gegangen wurde. Die Qualität und Verarbeitung der Instrumente war und ist stets hoch, in der Vergangenheit ist mir noch kein schlecht verarbeitetes Instrument untergekommen.

Pacifica Standard Plus – Facts & Features

Die Pacifica Standard Plus ist in vier Farbvarianten (California, 50er-Jahre mäßige Farben) erhältlich und wird inkl. Gigbag ausgeliefert, bei dem Preis ist dies angemessen. Wir testen heute die Shell White Hochglanz-Variante. Hier in Kürze die teilweise innovativen Features der Pacifica Standard Plus:

Die Gitarre wurde mit einer HSS-Pickup-Konfiguration mit 5-Wege-Schalter bestückt, neue in Kooperation mit Rupert Neve Designs Reflectone Pickups, Push-Pull-Ton-Regler mit Coilsplitting und Edelstahlbünden. Neu designter Body aus Erle, schlanker Ahornhals (C-Profil) mit Palisander-Griffbett. Das Instrument kommt ab Werk mit einem Satz „09er“ (DAddario XL-120/ 0.009 – 0.04).

Yamaha Pacifica Standard Plus, Body 2

Eigenes und cooles Design mit Coilsplit, HSS und Tremolosystem mit zwei Bolzen

Korpus der Pacifica Standard Plus

Der Korpus der Pacifica Standard Plus aus Erle wurde neu designt. Aus wievielen Stücken der Body zusammengeleimt wurde, ist aufgrund der deckenden Lackierung nicht zu sehen. In puncto Verarbeitung und Lackierung gibt es nichts zu beanstanden, alles sieht sehr sauber aus. Interessant ist die Halsbefestigung mittels vier Schrauben ohne die übliche Neckplate und die abgerundete, ergonomisch geformte bzw. abgerundete Halstasche, um besser in die hohen Lagen zu kommen.

Hals der E-Gitarre

Der geschraubte Hals ist recht schlank und liegt absolut angenehm in der Hand (C-Profil) mit Satin-Lackierung. Das Palisandergriffbrett besitzt einen sogenannten „Compound-Radius“ (10–14“, der in der Praxis nur recht selten zu finden ist. Damit lassen sich Akkorde in den tieferen Lagen angenehm leicht greifen, im Lead-Bereich weiter oben am Hals wird der Radius dann angenehm sportlich. Der Hals wurde mit 22 Medium-Bünden aus Edelstahl bestückt, was bedeutet, auch bei „Vielspielern“ sind die Bünde nach Jahren noch intakt und es muss nicht neu bundiert werden.

Yamaha Pacifica Standard Plus, Neck, Body

Ergonomischer Übergang, Halsbefestigung ohne Neckplate, schön gelöst

Der Halsstab, sollte man ihn einmal verstellen müssen, ist bequem vom Griffbrettende aus zu erreichen, dieses System wurde einst von Music Man eingeführt, mittlerweile darf es aus rechtlicher Sicht auch in Instrumenten anderer Hersteller vergebaut werden. Der Hals wurde klar und matt lackiert, die Sattelbreite beträgt 42 mm. Der Griffbrettradius gestaltet sich mit 350 mm (13,75″) sehr sportlich. Die Mensur von 648 mm (25,5″) entspricht einer Strat oder Telecaster.

Yamaha Pacifica Standard Plus, Head, Back

Klassischer Look und doch stimmstabil durch „Locking-Mechaniken“

Elektrik & Hardware

Hardware-mäßig wurde die Pacifica Standard Plus absolut hochklassisch ausgestattet:

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Die neue entwickelten Pickups  sollen laut Hersteller einen klaren und artikulierten Ton mit einem soliden Fundament und leuchtenden Höhen liefern. Dies kann ich nach dem Test bestätigen. In der verbauten HSS-Kombination bieten die Pickups nicht zuletzt über die Coil-Splitting-Funktion eine breite Soundpalette.

Yamaha Pacifica Standard Plus – Handling

Die Gitarre kommt ausgewogen auf den Knien zu liegen. Das Gewicht der Gitarre ist recht ordentlich (ca. 3,7 kg) und dürfte durchaus 100- 200 g leichter ausfallen. Der Hals ist ein richtiger „Flitzefinger“, recht flach und ähnlich der sportliche Hälsen von Ibanez, jedoch nicht ganz so flach.

Leider fühlen sich die Bundkanten teilweise scharfkantig an. Seitlich steht zwar nichts über, aber die Bundkanten wurden nicht ausreichen verrundet. Normalerweise wäre dies schnell mit einem geeigneten Werkzeug (Dreikantschaber o. ä.) zu beheben, wir haben es hier allerdings mit Edelstahlbünden zu tun, was mit höherem Aufwand verbunden wäre. Das kenne ich von Instrumenten von Yamaha bisher nicht, die Gitarre ist im mittleren Preissegment angesiedelt, da sollte verarbeitungsmäßig alles perfekt stimmen.

Die Bespielbarkeit ist hervorragend, was sicherlich einer perfekten Halsform (Geschmäcker sind diesbezüglich durchaus verschieden) zu verdanken ist. Da hat Yamaha ganze Arbeit geleistet. Die Gotoh Locking-Tuner in Verbindung mit dem 2-Punkt-Tremolosystem zeigen sich beim Test auch nach „hartem Rannehmen“ außerordentlich stimmstabil.

Durch das schlanke C-Profil und den speziell angepasstem Halsfußbereich, einem speziell abgekanteten Body und dem Griffbrett mit 13,8“ (350 mm) Radius lässt sich die Pacifica Standard Plus außergewöhnlich leicht und komfortabel spielen.

Sound der Yamaha Pacifica Standard Plus

Hören wie die Gitarre zunächst auf dem Hals-Pickup mit klarem Sound:

Das Ganze klingt, wie zu erwarten war, recht „Straty“. Nun Hals- und Mittel-Pickup parallel:

Auch in dieser Kombi „lässt die Strat grüßen“, wie sollte es auch anders sein.

Nun hören wir den Steg-Pickup clean, nach einigen Sekunden wird das Tone-Poti für den Coilsplit gezogen, der Sound wird dünner und recht „spanky“. Ab 22 Sek. im Klangbeispiel hören wir wieder den vollen Humbucker.

Nun mit verzerrten Sounds und dem Steg-Pickup, der wiederum nach 08. Sekunden auch gesplittet zu hören ist:

Der recht drahtige Sound lässt sich in vielen Stilrichtungen hervorragend einsetzen.

Wir hören nun den Stegtonabnehmer (Humbucker) mit einigen rockigen Solopassagen:

Der Humbucker „klingt wertig“ und macht ordentlich Druck, ohne dabei im Verhältnis zu den Singlecoils zu laut zu sein.

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Yamaha Pacifica Standard Plus – Peavey Classic 20 MH – MESA/Boogie 1 x 12″ Thiele Box mit Creamback Celestion Lautsprecher – Shure SM57 – MOTU M4 – Mac mit Logic (etwas Hall hinzugefügt).

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Fazit

Die Yamaha Pacifica Standard Plus ist ein ausgesprochen hochwertiges und dabei eigenständiges Modell mit vielen zeitgemäßen Features. Klanglich und verarbeitungstechnisch ist sie in den „oberen Regalen“ anzusiedeln. Es ist immer wieder interessant festzustellen, wie eine perfekt designte Halsform das Spiel erleichtern. Die Bespielbarkeit ist atemberaubend.

Plus

  • Sound
  • eigenes Design
  • Verarbeitung
  • Humbucker mit Coilsplit über Tone-Poti

Minus

  • scharfkantige Bundstäbchen
  • etwas zu hohes Gewicht

Preis

  • 1.249,- Euro
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Yamaha Pacifica Standard Plus SHW RF
Yamaha Pacifica Standard Plus SHW RF Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ach ja, mal wieder eine neue Gitarre die alles bisher dagewesene in den Schatten stellen möchte? Oder doch nur die einmillionste Erfindung der Rades? Ja immerhin cool aussehen tut sie ja, aber das können andere auch. Bund Stäbchen die Rau sind kenne ich nur von den billigen Harley bentons und das geht in höheren Preisklassen gar nicht. Ansonsten ist es ohnehin schwierig einen Testbericht zu gewichten. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen und Geschmäcker, da hilft nur der Gang ins Ladengeschäft zum ausgiebigen Vergleichen. Aber einfach mal irgend etwas bestellen ist eigentlich schon sehr unvernünftig, ausser man ist totaler Anfänger und braucht einfach mal so eine Axt zum testen……

      • Profilbild
        Faro

        @funkapolitan Ich weiß was Du damit sagen willst. Aber es gibt sie noch wzb. Rock Shop, Session, Music Store, Zoundhouse, Musikhaus Korn, Musik Produktiv, Musikhaus Kirstein, Just Music, Musikhaus Müller, Musikhaus Markstein oder Reisser Musik, nur um einige wenige zu nennen.

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          @oldwired Wenige, bei uns gibt es sogar einen Bass Shop, der hat so viele Bässe da, da wird man blass! Und das ist ein kleines Einzelgeschäft. Da kann auch keiner der großen mithalten. Dazu kommt, dass Fachberatung, Betreuung und Service wirklich stimmen. Sowas wünscht man sich im Land der Aldis und Lidl Gesellschaft. Da kauft man sich einmal was und ist einfach zufrieden! 🤩So stellt man sich das vor.

  2. Profilbild
    mo_exp

    Interessant zu sehen was heute eine Pacifica sein kann.
    Meine erste Gitarre war auch eine Pacifoca allerdings das absolute einsteigermodell.
    Doch trotzdem für mich ganz besonders und nach einigen ordentlichen Modifikationen (lack abgeschliffen zum beispiel) nicht mehr wiederzuerkennen

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