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Vergleichstest: Sennheiser HD25 vs. Technics EAH-DJ1200

22. April 2021

Technics vs. Sennheiser: Zwei Klassiker im Vergleich

Sennheiser HD25 Technics EAH DJ1200

Sennheiser HD 25 vs. Technics EAH-DJ1200

Sennheiser und Technics verbindet man beim DJing eigentlich nur mit einer ganz speziellen Aufgabenteilung: Kopfhörer und DJ-Plattenspieler. Während Technics mit der SL-Serie eigentlich nur durch Zufall ins DJ-Milieu gerutscht ist, war der HD 25 Kopfhörer von Sennheiser schon 1988 für das professionelle Abhören konzipiert und hat sich sowohl bei Moderatoren, Sound Engineers und eben auch DJs etabliert.
Technics hat es nach dem Erfolg der SL-Turntables auch immer wieder versucht, mit weiteren Produkten in dem Bereich Fuß zu fassen. Die Ausflüge ins CD-Player- (SL-DZ1200) oder Mixer-Lager (SH-MZ1200) waren aber eher von mäßigem Erfolg – trotz des Vertrauensvorsprungs durch den SL1200. Aber irgendwie fehlte bei den Produkten immer das eine oder andere und so fanden sich nur wenige Fans, die der Technics DJ-Welt ihre Treue hielten. So verschwanden dann auch alle anderen 1200er Produkte mit der Zeit sang- und klanglos.
Alle?
Nein!
Der EAH-DJ1200 DJ-Kopfhörer ist, neben den glücklicherweise wieder erhältlichen 1200er Plattenspielern, das letzte Überbleibsel der Technics DJ-Familie. Aber wie schlägt er sich im Vergleich zum ehrwürdigen HD 25?

Die Kontrahenten: Technics vs. Sennheiser

Da wäre in der einen Ecke: der Sennheiser HD 25-C II, 140g leicht, aber dennoch mit einem maximalen Schalldruckpegel von 120 dB und damit einem heftigen Punch ausgestattet. Und in der anderen Ecke der Technics EAH-DJ1200, mit 233 g deutlich schwerer, aber trotzdem mit “nur” 106 dB Schalldruck auf dem Papier im Hintertreffen.

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Sennheiser HD 25

Biegsam, aber nur auf einer Seite

Geschlagen geben muss sich der Sennheiser beim Thema Musikbelastbarkeit. Da stehen beim Technics 2500 mW zu Buche, während der HD-25 mit 200 mW angegeben ist. Aber durch den höheren Schalldruck wird das kompensiert. Ich kenne auf jeden Fall niemanden, der moniert, dass der Sennheiser nicht laut genug sei. Bei der Treibergröße gibt es keine großen Unterschiede, hier stehen sich 41 mm beim Sennheiser 40 mm Membrandurchmesser beim Technics gegenüber. Beim Frequenzumfang zeigen sich evtl. ein bisschen die Altersunterschiede. Beim HD-25 sind hier 16 bis 22.000 Hz angegeben, der 1200er punktet hier mit respektablen 8 bis 30.000 Hz – wobei speziell die meisten DJs Töne über 20.000 Hz eh nicht mehr besonders differenzieren können sollten.

Bauart und Verarbeitung der DJ-Kopfhörer

Nachdem die grundsätzlichen Daten jetzt feststehen, gucken wir doch mal auf die Bauart der beiden der Kontrahenten.
Beim Abhören möchte man ab und zu gerne einmal eine Ohrmuschel wegklappen können, ohne direkt den ganzen Kopfhörer abnehmen zu müssen. Die beiden Konkurrenten machen das größtenteils auf die gleiche Art und Weise. Der Technics EAH-DJ1200 kann über ein Gelenk an beiden Seiten die Ohrmuscheln nach vorne oder hinten und sogar ganz nach oben drehen. Mittels eines kleinen Hebels kann eingestellt werden, wie viel Kraft dafür nötig ist, sprich wie leicht sich die Muscheln verstellen lassen. Dadurch kann ich meine Lieblingsposition auch mehr oder weniger sperren, dann ist schon etwas mehr Druck nötig, um sie zu verstellen. Zusätzlich dazu bewegen sich die Ohrmuscheln auch noch ein paar Grad in der Achse des Anschlusskabels und ca. 100° nach unten. Das reicht nicht ganz, um die Muscheln ganz nach außen zu schwenken und – ähnlich wie bei einigen anderen DJ Kopfhörern – den Kopfhörer in der Hand zu halten und die Muschel ans Ohr zu pressen, aber insgesamt ist der Technics schon sehr flexibel. Wenn die Muscheln ganz nach oben geklappt sind, ist auch die Parkposition erreicht und die Headphones machen sich reisebereit – das können die Sennheiser nicht.

Packmass Vergleich

Der Technics macht sich klein

Das alles kostet natürlich ein paar Gramm hier, ein paar Gramm da, weshalb Sennheiser mit dem Ziel, einen sehr leichten Kopfhörer zu entwickeln, den man lange tragen kann, einen etwas anderen Weg verfolgt hat. Auch hier können die Muscheln an Gelenken nach vorne und hinten geklappt werden. Ab nein – es kann nur eine Muschel gedreht werden, nämlich die linke. Der Trick ist, dass die Verbindung aus geringem Gewicht bei viel Flexibilität und hohem Anpressdruck es ermöglicht, die linke Muschel am Ohr zu lassen und die rechte mitsamt den Bügeln wegzudrehen oder nur die linke Muschel wegzudrehen, während die rechte am Ohr bleibt. Zum einen hilft das Gelenk an der linken Ohrmuschel, zum anderen verdrehen sich die Bügel, so dass die Gesamtkonstruktion sehr flexibel ist. Das sorgt auch dafür, dass ein Sennheiser HD 25 schwer kaputt zu kriegen ist – der verwendete Kunststoff ist zwar hart, aber nicht spröde und gibt bei Belastungen sehr lange nach, bevor er bricht. Dadurch können die Sennheiser ruhig öfter mal auf den Boden knallen – ob das die Konstruktion der Technics genauso aushält, kann ich nicht beurteilen – als besonders filigran gelten sie nicht. Aber auf jeden Fall kann schneller was kaputtgehen.

Daher würde ich hier sagen:

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1 Punkt an den Technics für die Reisegröße und die Arretierung der Ohrmuscheln, 1 Punkt an den Sennheiser für die Einfachheit und Langlebigkeit der Konstruktion.

Sennheiser vs. Technics

Einmal Kabelsalat, bitte

Sound und Abschirmung der beiden Kopfhörer

Der Sennheiser HD-25 wurde entwickelt, um ihn im Zweifelsfall den ganzen Tag lang während der Arbeit zu tragen. Daher wurde auf ein geringes Gewicht und guten Sitz geachtet. So kann sich der Kopfbügel in zwei Teile teilen, die dann vorne und hinten auf dem Kopf sitzen. Damit kann der Sitz dann auf alle möglichen Kopfformen angepasst werden und hält sehr sicher. Aber auch was den Sound angeht, hat man auf einen Dauereinsatz hin ein wenig am EQ gedreht. Die Höhen werden bei 6.000 Hz um ca. 10 dB abgesenkt. 6 – 7 kHz ist der Bereich, der bei langem Hören oft als “anstrengend” bezeichnet wird, weil dort die scharfen S-Laute bzw. Zischlaute anliegen, auf die das menschliche Ohr empfindlich reagiert. Diese Beschneidung sorgt dann dafür, dass auch nach langem Hören einem nicht die Ohren “rauschen”, aber macht die HD-25 dadurch nicht zum Kopfhörer, mit dem man abmischen sollte. Wenn man mit dem Sennheiser dann nämlich diesen Bereich so anpasst, dass er viel Präsenz hat, wird dieser Bereich bei Lautsprechern mit neutralem Frequenzverlauf überbetont und die Mischung klingt anstrengend.
Im Bass- und Mittenbereich ist der HD-25 aber sehr präsent und wirkt auch bei höheren Lautstärken absolut souverän. Und das trotz der nominell geringen Belastbarkeit.
Im Laufe meines DJ-Lebens (bzw. seitdem ich ihn habe) hat er auch schon einiges mitgemacht, inkl. viel zu laut, da falsch ausgesteuerter Tracks, mehrerenn Stürzen, Gequetsche im Rucksack, Getränkeduschen etc. Und fast alles ohne zu murren. Die Kunstleder-Ohrpolster waren irgendwann mal durch und wurden durch die samtenen ersetzt. Und das Kabel brauchte auch irgendwann ein Update. Beides ist durch den modularen Aufbau des Sennheisers kein Problem. Insgesamt möchte ich sagen, ich habe besser klingende Kopfhörer gehört, ich habe bequemere angehabt und manchmal nervt mich die fehlende Klappfunktion bzw. Tasche. Aber die Summe seiner Eigenschaften und dass er alle Widrigkeiten ohne Probleme weggesteckt hat, hat ihn mir ans Herz wachsen lassen.

Technics DJ1200

Die Turntable-Anleihen sind unübersehbar

Kommen wir zum Technics EAH-DJ1200. Wenn man ihn aufsetzt, merkt man als erstes, wie satt er auf dem Kopf sitzt und die Außenwelt sehr gut abschirmt – und das, obwohl er ja auch ohraufliegend und nicht ohrumschließend ist. Aber da machen sich der dicke Bügel und die vielfach verstellbaren Ohrmuscheln bemerkbar. Dadurch muss der Technics gar nicht so laut aufgedreht werden, um die Außengeräusche zu übertönen. Aber wir wollen ja über den Klang sprechen. Der Klang ist tatsächlich sehr … japanisch. Messerscharf werden die einzelnen Instrumente herausgeschnitten und auf der Bühne platziert. Während der Sennheiser die Musik sehr wohlgefällig darstellt und alles ein bisschen verschwimmt, trennt der Technics die Frequenzbereiche voneinander und stellt sie sauber zur Analyse nebeneinander. Der Bass ist staubtrocken und klingt manchmal, als ob jemand von außen gegen eine Membran an den Ohrmuscheln schlägt. Obwohl er nominell die kleineren Membranen hat, ist die Basspräsenz auf jeden Fall beim Technics führend. Die saubere Trennung ist beim “einfach nur Musikhören” mir persönlich manchmal ein bisschen zu viel des Guten, aber um beim Auflegen genau zu hören, auf welcher Frequenz der neue Track den alten ablöst und an welchen Stellschrauben man für den perfekten Übergang noch drehen muss, ist das genau das Richtige. Also da sieht bzw. hört man schon, dass der Kopfhörer eindeutig nicht für den HiFi-Markt, sondern für DJs entwickelt worden ist.

Hier muss ich eindeutig sagen: Wenn es ums reine Auflegen geht, hat der Technics die Nase vorn.

Technics DJ 1200 Bajonettverschluß

Schnellverschluss

Was es zu den beiden DJ- Kopfhörern noch zu sagen gibt

Der Technics EAJ-DJ1200 kommt mit einem dicken Spiralkabel (ausziehbar von 1,5 – 2 m) und einem zweiten, deutlich dünneren und kürzeren Kabel daher, zwischen denen dank des Bajonettverschlusses an der rechten Ohrmuschel leicht hin und her geschaltet werden kann. Der Sennheiser hat zwar auch austauschbare Kabel, die aber etwas mehr Aufwand erfordern, so dass man nicht mal eben wechselt. Außerdem müssen diese extra erworben werden. Oder man entscheidet sich für das HD 25 Plus Paket, dann hat man auch zwei Kabel, eine Tasche (die beim Technics auch dabei ist) und sogar noch ein zweites Paar Ohrpolster dabei. In der Samtausführung, für die ich mich irgendwann auch entschieden habe.

Technics DJ1200 Kabel

Durch den Bajonett-Verschluss schnell austauschbare Kabel beim Technics

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Fazit

Ich bin ein großer Fan meines Sennheiser HD 25. Leicht, robust, verzeihend. Nie an seine Grenzen kommend, egal bei welcher Belastung. Im direkten Vergleich muss man jedoch feststellen, dass der Druck und die Klarheit, die der Technics EAH-DJ1200 an den Tag legt, fürs reine Auflegen doch einen deutlichen (Qualitäts-) Unterschied darstellen. Da kann der Sennheiser dann nicht mehr mithalten. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die klare Frequenztrennung und der doch recht hohe Anpressdruck bei längerem Hören dann wiederum ein bisschen anstrengend sein kann. Aber da ist auch jeder Geschmack und jede Kopfform unterschiedlich. Von mir kriegen beide auf jeden Fall eine Empfehlung.

Plus

  • Technics: Tiefgang, Punch und Frequenztrennung, kleines Packmaß
  • Sennheiser: geringes Gewicht, robuste Bauweise

Minus

  • Technics: hoher Anpressdruck
  • Sennheiser: großes Packmaß

Preis

  • Technics: 169,- Euro
  • Sennheiser HD 25 Plus: 189,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    mfk  

    Ich habe seit 2004 den gleichen HD-25.
    Die Polster habe ich mal erneuert und irgendwann Klebestreifen auf die Schienen für die Größeneinstellung geklebt, um dort den Druck wieder etwas zu erhöhen.
    Die Sony- und Technics-Kopfhörer aus meinem Freundeskreis sahen zwar durch die Bank cooler aus, haben aber selten mehr als 2 Jahre überlebt.
    Neulich gab es mal ein Sonderjubiläumsangebot, da habe ich mir ein zweites Paar als Reserve zugelegt.
    Und dabei festsgestellt, dass mein „alter“ Kopfhörer immer noch verhältnismäßig gut da steht.
    Hier hat Sennheiser eine Menge richtig gemacht.

  2. Profilbild
    DJ Ronny  

    Danke für den Vergleich. Lange habe ich mich gesträubt den HD 25 zu kaufen. Hat mir von der Optik und vom Preis nicht gefallen. Ich hatte einige in den über 40 Jahren DJ. Der Technik war nicht dabei. Dann gab es dieses Sonderjubiläumsangebot und ich muss zugeben, hätte ich schon viele Jahre früher kaufen sollen. Den Denon, Aiwa, Bose und Behringer verwende ich kaum noch. Selbst am Smartphone den Bose nur wenn das Kabel wirklich stört.

  3. Profilbild
    pjemone

    Ich habe meine HD 25 SP im Jahr 1996 von meiner ersten Gage gekauft und dann so 2012 ein neues Kabel und 2 neue Polster gekauft. Habe mich extra für die HD 25 SP entschieden weil der Bügel exakt das ist was ich brauche, leicht, beweglich und klanglich noch immer top. Ab und zu nutze ich beim Back2Back mal die Technics DJ Headphones von einem Freund, finde beide Klasse aber mag meine lieber.

  4. Profilbild
    Alex

    Ich fand den HD25 total unbequem am Kopf gegenüber AKG701/2 oder den DT770ern.

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Da vergleichst du nun natürlich auch für den Studio-Bereich entwickelte Over-Ear-Kopfhörer mit einem für den Live-Einsatz entwickelten On-Ear-Kopfhörer. Die Folge, der Unterschied im Tragekomfort ist, ist unweigerlich schon der Ausrichtung geschuldet…

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