Test: Technics SL-1210MK7, DJ-Plattenspieler

27. Juni 2019

Kann der MK7 wirklich den 1210MK2 ablösen?

Technics SL-1210MK7

Der neue Technics SL-1210 MK7 ist der alte Technics SL-1210MK2 in besser?

Eine Notiz vorab: Es wird in Zukunft ab und an die Rede vom „1210er“ und ähnlich sein. Bitte davon Abstand nehmen hier überkorrekt zu werden und zu hoffen, dass hier auch noch die MK-Version genannt wird. Oder, dass darauf geachtet wird, dass der nur in Europa so heißt, sofern er schwarz ist, Silber aber auch vorhanden ist und in Europa „1200“ heißt und, dass das auf dem internationalen Markt ja mit dem Namen sowieso anders ist. Ich weiß, aber namenstechni’c’sche Korrektheit würde uns dann an den Rand des Wahnsinn führen. Danke für das Verständnis. Sofern es relevant ist, wird eine MK-Version genannt.

Ein Hersteller, der es in der vergangenen Zeit spannend gemacht hat, ist Technics – heraus aus dem Hause Panasonic. Das war ja zeitweise Dramen-verdächtig. Produktions-Einstellung samt riesiger Empörung von Kundenseite, dann, ein paar Jahre später, die Ankündigung, es würde wieder „1210er“ geben.

Was dann jedoch kam war der 1200GAE und G, reine Hi-Fi-Modelle, garniert von nicht besonders passenden Aussagen vom Creative Director Hiro Morishita (mehr Infos dazu im Feature „Was geht ab bei Technics?“), gefolgt vom Technics SL-1210GR, der dann wiederum der echte DJ-Plattenspieler auf Basis der Hi-Fi-Modelle sein sollte. Da hat man allerdings zu sehr in den Hi-Fi-Topf gegriffen und dem GR eine Motorkontrollsteuerung verpasst, die den Hi-Fi-Enthusiasten sicher glücklich machen würde, den DJ jedoch an den Rand des Wahnsinns treiben könnte.

Sprung in 2019: Nun wird alles anders, alles besser. Nun kommt wirklich ein „echter“ Technics zurück. Kein Modell mit einem „G“ im Namen, kein „Credebility-Booster, kein Jungbrunnen, kein DJ-Plattenspieler-Look-Alike für Plattenhörer, die die Nebenwirkungen eines DJ-Plattenspielers nicht wünschen, aber sein Aussehen“. Nun kommt ein Technics, der den Namen „MK“ wieder verdient. Back to Basics, mehr solide Qualität, mehr echtes DJ-Gerät, weniger Hi-Fi-Features, die mehr behindern als nützen.

Im Januar angekündigt steht nun ein Technics SL-1210 MK7 vor mir, bereichert meine eigene „Sammlung“ und wird nicht nur genau unter die Lupe genommen, sondern zeitnah auch erst einmal in Einzelteile zerlegt. Dazu aber später mehr, erst einmal starten wir in den Testbericht mit den Infos für die Nutzer, die das Gerät auf konventionelle Art und Weise nutzen wollen.

Technics SL-1210MK7

Technics SL-1210MK7 – der erste Blick

Technics SL-1210MK7 – ein erster Blick

Welcome b(l)ack. Da steht er nun, wieder, ein echter MK zum Testen. Welcome back und welcome black. Beides mehr als zutreffend.

Der Neue ist schwarz, nicht so wie die MK2 und Nachfolger, sondern wirklich komplett schwarz. Das ist eine der auffälligsten Veränderungen an einem Gerät, welches nun das erste Mal in der Geschichte der MKs komplett auf einer neuen Basis aufgebaut wurde. Während Vorgänger-Modelle immer auf der Basis der ersten Geräte aufgebaut wurden, ist der Technics SL-1210MK7 komplett „neu“. Komplett, da er ohne Frage auf den Erfahrungen und Techniken der Vorgänger aufbaut, auch auf den Modellen der „G“-Serie, jedoch stammend aus einer neuen Produktions-Strecke.

Also, alles ist schwarz. Das betrifft das Gehäuse oben wie unten, die Bedienelemente, also Tasten, Drehschalter wie auch Gehäuseteile um diese herum. Das betrifft die Tonarmbase, die Lagerung des Tonarm und nun auch erstmalig den Tonarm selbst.

Technics SL-1210MK7

Es ist also ohne Frage eine große visuelle Veränderung, der Technics SL-1210MK7 im Vergleich zu den Vorgängern. Groß, jedoch nur auf die Farbe bezogen. Gut, da gab es auch die goldene Limited-Edition oder den M5G mit blauen LEDs (aber silbernem Tonarm auf schwarzem Chassis).

Blaue LEDs sind ein gutes Stichwort. Die LEDs am 1210MK7 sind rot. Dennoch hänge ich bei blauen LEDs, bei blauem Licht und damit unweigerlich bei Rambo. Kleiner Exkurs, für alle die, die jetzt nicht wissen um was es geht: Google hilft.

Wie genau bekommt man nun den Bogen zurück zu den roten LEDs am SL-1210MK7 gespannt? Ganz einfach: Die LEDs am 1210MK7 sind rot. Eigentlich. Das beinhaltet Strobe, 33 und 45 RPM-Tasten, die LED am Pitchfader und die LED unter der Taste der Pitch-Range.
Was beim 1210M5G ab Werk möglich war und was an vielen MKs von Technikern mit Umbauten gelöst wurde, blaue LEDs zu haben, bietet der MK7 nun auf Wunsch auch. Das muss nicht bei der Bestellung angegeben werden, man kann auf Wunsch die LEDs entweder rot leuchten lassen, oder halt auch blau. Das betrifft alle LEDs, mit Ausnahme der Nadelbeleuchtung. Diese ist kaltweiß, immer.

Technics SL-1210MK7

Strobe LEDs in Rot und…

Zurück zum Gerät selbst, bevor es zu sehr ins Detail geht. Beim MK7 sitzt alles dort, wo man es erwarten würde. Der 1210MK2 und die Nachfolger sind das Vorbild für sehr viele DJ-Plattenspieler der nachfolgenden Zeit. Nicht alle, aber eigentlich doch alle. Es wäre also mehr als verwunderlich, wenn der neue MK nicht der Nachbau seiner selbst wäre.

Das Gehäuse des Technics SL-1210MK7 besteht aus Aluminium und Kunststoff. Die Oberseite ist um genau zu sein aus Aluminium Spritzguss, die Unterseite aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer), also einem Kunststoff, verstärkt mit Glasfaser.
Das ist ein ziemlicher Break zu den Vorgänger-Modellen, bei denen die Unterseite immer ein Hartgummi-Stoff war, dem zunächst als 2-Lagen-Modell, später als 3-Lagen Modell mit einer dritten Schicht im Inneren ein nicht unbedeutender Teil des Dämpfungsverhaltens zugeschrieben werden konnte.

Mit dem Technics SL-1210MK7 geht der Hersteller nun auf ein 2-Schicht-System zurück, verspricht jedoch eine Vibrations-Dämpfung auf höchstem Niveau. Für eine weitere Dämpfung sorgen natürlich die Füße, die der Zeichnung nach gleich aufgebaut sind, wie die wie der vorherigen Modelle. Gute Nachrichten also, es sind nicht die Füße der G-Modelle, die aufgrund der hohen Flexibilität auf horizontaler Ebene in der Kritik standen, hatten verschiedene Nutzer doch davon berichtet, dass sie beim Back-Cueing oder Scratchen ein wenig das Gefühl hatten, als würde der Plattenspieler „schwimmen“. „Sie sichern auch in der horizontalen Bewegung die Stabilität“ schreibt Technics hinsichtlich der Füße, man hat also aufgepasst und aus ungünstigen Entwicklungen gelernt.

Technics SL-1210MK7

Die Füße sind wie gewohnt: Gedämpft, aber nicht „schwimmend“

Ein paar Worte zu den Daten. Die Maße betragen 45,3 x 16,9 x 35,3 cm. Damit stimmen die Außenmaße in Breite und Tiefe mit dem Vorgänger überein.
Circa 9,6 Kg bringt der neue Plattenspieler auf die Waage, so der Hersteller. Mein Gerät bringt 8,4 Kilogramm auf die Waage, ohne Cover und ohne Puck, ohne Kabel. Kleine Toleranz meiner Wage mit einberechnet kommt das vielleicht hin. Mein 1210MK2 liegt bei 10,8 Kg. Also rund 2,5 Kg mehr. Das ist ehrlich gesagt eine ganze Menge und deutlich spürbar.

Interessant wird werden, wie sich dies auf das Dämpfungsverhalten auswirken wird – einer der absoluten Pluspunkte des Technics 1210 bisher gegenüber allen Konkurrenten bisher.

Ein Blick auf die Oberseite und die Bedienfunktionen. Links befinden sich wie bisher Strobe-LEDs im runden Gehäuse mit dem On/Off-Schalter des Gerätes zum Drehen. Der Drehschalter ist, wie man es schon von M3D, M5G oder MK5 kennt, abgerundet und ein wenig im nun schwarzen Kunststoff-Gehäuse eingelassen. Versehentliches Ausschalten des Gerätes findet also nicht mehr statt. Start-/ Stopp-Taste wie auch die Tasten für die Geschwindigkeitswahl befinden sich hier ebenso, schwarz natürlich.

Technics SL-1210MK7

Auch die Tasten sind nun schwarz.

Rechtsseitig befindet sich der Tonarm, komplett in Schwarz, mit bekannter Tonarm-Base, Höhenverstellung, Anti-Skating und Tonarmlift.

Der Tonarm ist wie bisher statisch ausbalanciert in S-Form. Das Material der Wahl ist Aluminium, die kardanische Aufhängung ist wie bisher bekannt, nur tatsächlich dicker, massiver wirkend. Die Anti-Skating Range reicht von 0 bis 3 Gramm, nicht bis 6 Gramm wie zuletzt beim MK5. Unter Beachtung, dass viele Tonabnehmer-Systeme  heute 2-4 oder 3-5 Gramm Auflagegewicht als empfohlen angeben und Auflagegewicht in etwa dem Anti-Skating-Wert entsprechen sollte (Faustformel), hätte man hier sicher besser die Wahl bis zu 6 Gramm bieten sollen.

Technics SL-1210MK7

Der Tonarm, überarbeitet aber im klassischen Design und Funktionalität

Der Pitchfader ist nach wie vor ein 10 cm Fader, digital mit Reset / Quartz-Lock ohne mechanische Mittenrasterung. Die Pitchrange ist wählbar: Klassisch +/- 8 % oder „ mal 2“, also +/- 16 %.
Offtopic: Wieso genau ändert sich eigentlich nicht der Schriftzug von „x 2“ auf „/ 2“, wenn man bei +/- 16 % angekommen ist und zurück auf +/- 8 % möchte? Rechnerisch..2019, naja, lassen wir das.

Technics SL-1210MK7

Mal 2? Für die, denen 8 % Pitchrange nicht ausreichen.

Der erste Blick auf das Gerät verrät die Ähnlichkeit des Motors des MK7 zu den aktuellen G-Modellen von Technics. Das, was „den“ Technics als DJ-Plattenspieler bekannt gemacht hat, der Direkt-Antrieb, ist natürlich auch im MK7 wieder zu finden, nun aber in der neu entwickelten Version, die auch im GAE, G und GR zu finden ist.

Ein selten, aber ab und angesprochenes Problem bei vorherigen Modellen war das sogenannte Rastmoment bei einem Direktantrieb, welches für minimale Unregelmäßigkeiten im Gleichlauf verantwortlich sein soll. Der neue Motor mit eisenkernlosem Stator löst dieses Problem und verringert den Luftspalt zwischen Stator und dem Antriebsmagneten, so der Hersteller.

Mit anbei im Lieferumfang befindet sich eine Gebrauchsanweisung, das Stromkabel wie auch ein Audio-Kabel mit Erdungsleitung an diesem. Ebenfalls anbei ein Puck für Singles, ein Headshell mit Technics-Schriftzug an der Spitze.

Die Tatsache, dass Stromkabel und Audio-Kabel separat verpackt geliefert werden lässt die Erklärung, dass es rückseitig hierfür Anschlüsse gibt, fast überflüssig werden.

Tatsache aber ist der MK7 der erste MK, bei dem Strom-, wie auch Audio-Kabel nicht fest verlötet sind, sondern einfach rückseitig angeschlossen werden können. Das wird in der Zukunft einige Probleme hinsichtlich defekter Kabel lösen, ist jedoch ehrlich gesagt schon lange Industrie-Standard.

Mitgeliefert wird auch ein Cover ohne Scharniere, dafür mit Gummi-Pads vorn und hinten, so dass der aufgelegte Deckel nicht das Gerät beschädigt.

Der Technics SL-1210MK7 DJ-Plattenspieler in der Praxis

Das reine Aussehen ist das eine. Hier kann der MK7 wie beschrieben visuell bereits anknüpfen an die Vorgänger. Gut, er ist nun schwarz, aber vom reinen Design her, Platzierungen der Funktionen, Schalter und Fader, hat sich nichts geändert.

Das ist eigentlich auch schon ein guter Einstieg, in die Praxis.

Haptik: Aufgrund der gleichen Anordnung der Funktionen gibt es kein Hindernis beim Spielen. Es sieht aus wie ein 1210er und es fasst sich zunächst einmal an wie ein 1210er. Ich habe den Praxis-Test daher recht unvorbereitet und simpel begonnen. Links mein MK2, in der Mitte mein XONE:96, rechts der MK7. Kopfhörer, Platten, los.

Zwei Dinge fielen sofort auf. Zum Ersten ist das Ablegen der Hand auf dem Gerät neben dem Tonarm gewöhnungsbedürftig. Grund dafür ist die neue Oberfläche, leicht rau statt glatt.

Technics SL-1210MK7

Rau ist sie, die Oberfläche des neuen MK7

Zum Zweiten machen sich das höhere Gewicht des Plattentellers und der kraftvollere Motor direkt bemerkbar. Back-Cueing, zurück „skippen“? Kein Problem, aber der MK7 wehrt sich mit deutlich mehr Druck und dreht den Plattenteller kraftvoll unter der Platte durch. Damit verabschiedet sich direkt die mitgelieferte Slipmat vom Plattenteller und die etwas höherwertigere eigene Filz-Slipmat findet ihren Weg dorthin. Umgehend ändert sich schon vieles. Der Plattenteller dreht leichter unter der Platte durch und bewirkt weniger Gegenkraft. Tipp also: Die mitgelieferte Slipmat ist schön, aber dünn und nicht besonders rutschfreudig. Man kann diese also gern austauschen gegen ein Modell aus dickerem Filz.

Technics SL-1210MK7

Schwerer als vorher: Der neue Plattenteller

Das Gute: Kraft wie auch Slipmat kann jeder selbst bestimmen. Technics liefert neben der Slipmat mit Technics Logo auch eine Folien-Slipmat zum Unterlegen mit für diejenigen, denen es nicht rutschig genug sein kann. Ältere kennen den Trick noch, ebenso die Zeiten mit dem Zeitungspapier. Jüngere mögen die dünne Folie als Teil der Verpackung betrachten.

Abgesehen von dem anderen Gefühl der Oberfläche lässt sich der Technics SL-1210MK7 anfassen und bedienen wie gewohnt, kleine Unterschiede gibt es natürlich.

So ist die Nadelbeleuchtung nur noch das kleine Aluminium-Röhrchen, welches aus dem Gehäuse hinausragt. Selbstverständlich noch im Gehäuse versenkbar, lässt sie sich einfach hineindrücken und mit einem weiteren Druck kommt sie aus dem Gehäuse wieder hinaus. Geleuchtet wird in kaltem Weiß.

Der Test geht weiter, ohne Verwunderung funktioniert alles einwandfrei. Viel wichtiger als die technischen Funktionen ist erst einmal die Haptik. Mixing klappt einwandfrei, einiges fällt auf.

Für die, die mit dem Pitchfader Beatmatching betreiben statt mit der Hand am Teller / der Platte: Die werden sich freuen, dass natürlich wie auch beim MK5 zum Beispiel keine mechanische Mittenrasterung mehr im Fader vorhanden ist. Wer genau 0 % Pitch haben möchte, der drückt einfach unabhängig von der Position des Faders die Reset-Taste neben dem Fader.

Technics SL-1210MK7

Rest-Taste statt mechanischem Nullpunkt-Klick

Wer Platten bei 33 1/3 Umdrehungen spielt und diese kurz beschleunigen möchte kennt den Trick der gedrückten 33 Taste und das kurzzeitige Drücken der 45er-Taste. Auch das geht nach wie vor, andersherum, also bei 45 RPM die 45er-Taste gedrückt halten und dazu kurz die 33er-Taste zu drücken geht leider nach wie vor nicht.

Achtung dabei aber: Ist die Wahlmöglichkeit von 78 RPM eingeschaltet wird der Technics SL-1210MK7 bei einem solchen Manöver auf 78 Umdrehungen pro Minuten beschleunigen. Dazu später mehr, an dieser Stelle aber bereits einmal die Warnung. Das könnte passieren.

An Motorkraft und Gewicht des Plattentellers gewöhne ich mich schnell, dabei weiß ich nicht einmal, auf welcher Drehmoment-Stufe der 1210MK7 gerade steht.

Damit stellt sich bereits eine Frage. Und es bleibt nicht die Einzige. Es werden eher Fragen über Fragen. Wie stellt man das Drehmoment ein? Wie die Bremse? Wie wechselt man die Farbe der LEDs? Und dann haben wir gehört, dass 78 Umdrehungen möglich sein sollen und eine Reverse Funktion gibt es auch.

Wenn es nicht schon beim Sample gesehen worden wäre, hätten wir es spätestens beim Zusammenbau gesehen, die kleine Leiste mit Schiebeschaltern unter dem Plattenteller. Diese sind bezeichnet und das sogar verständlich. BK steht für Bremse, TQ für Torque, 78, REV und LED…das erklärt sich sicher von selbst.

Technics SL-1210MK7

Hier darf geschaltet werden. Für Drehmoment, Bremskraft, LED-Farbe, 78 Umdrehungen oder Reverse!

Wer nun denkt, es ist nun alles klar, liegt leider falsch. Das große Problem ist, zwei Schalter für eine Einstellung ergibt vier unterschiedliche Einstellungen und das bedeutet: Blick in die Bedienungsanleitung!

Diese bietet auf Deutsch alle notwendigen Information, inklusive Zusammenbau der Einzelteile, was wir ja nun schon erledigt haben. Wichtig für uns sind die Einstellungen, die übersichtlich dargestellt werden.

Es gibt vier Stufen für das Drehmoment wie auch für die Bremskraft. Da heißt es, die richtige Position der jeweils zwei Schalter zu finden.

Geliefert wird der Technics SL-1210MK7 auf der zweit-niedrigsten Stufe hinsichtlich Bremskraft und Drehmoment. Damit liegt man nah an den Werten des MK5. Die Werkseinstellung bedeutet beide Schalter sind auf Position Aus. Variiert man diese entsprechend den Konfigurationen wie dargestellt, kann man die drei weiteren Stufen anwählen.

Technics SL-1210MK7

Das Manual hilft bei Setting-Fragen!

Dieses gilt für Drehmoment, wie auch Bremskraft. Ein wenig experimentieren muss man, bis man die Einstellung gefunden hat, mit der man sich wohlfühlt. Abseits von den technischen Möglichkeiten ist genau dies natürlich die große Schwierigkeit und Herausforderung. So wie ich werden viele seit vielen Jahren auf MK2s gespielt haben, werden das Gefühl verinnerlicht haben wie wenig anderes im Leben. Mit genau diesem Gefühl geht man natürlich an einen MK7 heran und erwartet, dass sich mit diesem sofort wohl fühlen wird. Wie gesagt, man wird experimentieren müssen hinsichtlich der richtigen Einstellung, darf sich überraschen lassen von der Kraft des neuen Motors und dem Gewicht des Plattentellers, darf sich kurz an das neue Gerät gewöhnen.

Auffällig ist, dass die Unterschiede zwischen den vier Stufen des Drehmoments gering sind. Rein vom Gefühl her könnte ich die Stufen nicht identifizieren, nur unterscheiden zwischen gering und kraftvoll.

Angegeben wird der Wert des Drehmoment von Seiten Technics / Panasonic mit 0,18 NM, also 1,8 kgf/cm. Das ist das Drehmoment, welches werksseitig eingestellt ist. Es liegt um 0,6 kgf/cm über dem den MK2 und 0,3 kgf/cm über dem des MK5. Neben dieser Einstellung gibt es nun drei weitere Stufen, das Drehmoment kann von dieser Stufe ausgehend um 20 % verstärkt oder verringert werden.
Damit lässt sich der Technics SL-1210MK7 auf ein Drehmoment von 1,44 kgf/cm einstellen, minimal unter dem Wert des MK5 und minimal über dem Wert des MK2.
Auch nach oben hin gibt es noch Luft, in doppeldeutigem Sinne. Zum einen, weil man das Drehmoment erhöhen kann, zum anderen, weil andere Plattenspieler deutlich mehr Drehmoment bieten.

Technics SL-1210MK7

Das Wenige, was man von außen vom neuen Motor zu sehen bekommt…

Ob das jedoch sinnvoll ist? Argument dafür #1: Es verkürzt die Anlaufzeit. Die aber liegt hier bereits bei 0,7 Sekunden, ein Denon VL12 mit bis zu 5 kgf/cm Drehmoment schafft das in 0,3 Sekunden. Nachteil Denon VL12 übrigens zugleich: Minimales Drehmoment 3,4 kgf/cm – und damit deutlich über den Technics MK-Modellen. Keine Chance, ein gleiches Gefühl zu bieten. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Argument dafür #2: Die Plattenteller-Rotation wird beim Scratchen weniger gestört. Pluspunkt aber auch Minuspunkt, denn mit größerem Drehmoment steigt auch die Kraft, die man beim Scratchen auf die Platte entgegen der Drehbewegung des Plattentellers ausüben muss. Je nach Slipmat dann mehr, als man gewohnt ist – so wie es mir im Test ergangen ist. Wenn man höheres Drehmoment dann mit einer Folien-Slipmat unter der eigentlichen Slipmat wieder ausgleichen muss, hat es auch keinen Sinn.

Eine Frage: Hatte bisher irgendjemand mal das Problem, dass er mit einem MK nicht scratchen konnte? Das höhere Drehmoment vieler Geräte mag verlockend klingen, meiner Erfahrung nach mit verschiedenen Plattenspielern, von alten Technics über neue andere Hersteller bis nun zum MK7 ist ein deutlich höheres Drehmoment nichts, was ich einstellen würde an einem Gerät. Es wird dann eher minimiert um ein gewohntes Gefühl zu bekommen.

Auf Anfrage zum genauen Drehmoment, der möglichen Verstärkung und Abschwächung erreichte uns ein Statement vom japanischen Entwicklungschef persönlich:

“In general, high torque motor has much unwanted vibration that may degrade the sound quality, therefore we design our turntable with appropriate balance of turntable inertia and torque, with cutting-edge controlling technology for avoiding unwanted vibration”

Hinsichtlich der Anlaufzeit macht sich das höhere oder niedrigere Drehmoment tatsächlich auch nur minimal bemerkbar. Zwischen der niedrigsten und höchsten Stufe ist der Unterschied sehr gering. Auf der niedrigsten Stufe braucht der Plattenteller circa 1/3 einer Umdrehung um von 0 auf 33 1/3 Umdrehungen zu gelangen, bei höchster Stufe knapp unter einer viertel Umdrehung. Technics selbst benennt die Anlaufzeit mit 0,7 Sekunden aus dem Stillstand auf 33 1/3 Umdrehungen/Minute bei 1,8 kg/cm. Diese Anlaufzeit entspricht der des MK5, erneut ein Punkt, an dem man sich an den Vorgängern orientiert hat.

Ein Blick auf den Plattenteller und sein Verhalten bei unterschiedlicher Bremskraft: Die vier Stufen machen sich sichtbar bemerkbar. Vier Stufen, vier Bremswege. Der maximale Bremsweg bei 33 1/3 Umdrehungen / Minute ohne Platte und ohne Slipmat und sofern man die Start-/Stopp-Taste benutzt, ist eine drittel Umdrehung. Erhöht man die Bremskraft, landet man bei Stufe 2 bei einer viertel Umdrehung. Stufe 3 sorgt dann für einen Stillstand nach circa einer sechstel Umdrehung und bei voller Bremskraft steht der Plattenteller nach circa einer zwölftel Umdrehung. Im Klartext: Drücke ich bei 12 Uhr Stopp steht der Plattenteller bei 1.

Wer den ganzen langen Weg möchte, der kann natürlich nach wie vor mit der linken Hand locker den On/Off-Schalter drehen und den Vinyl-Brake Sound genießen.

Für die Einstellung der Reverse-Funktion wie auch der Einschaltung der 78 Umdrehungen bedarf es keinen Blick in die Bedienungsanleitung, zumindest jetzt nicht mehr.

Diese Funktionen können angeschaltet werden und dann bei Bedarf natürlich durch Tastenkombinationen abgerufen werden. Dafür muss man nur die Schiebeschalter in die „On“-Position schieben.
Dann kann man über zwei Tastenkombinationen beide Funktionen abrufen.
Für die 78 Umdrehungen bedeutet das, dass beim gemeinsamen Drücken der Tasten für 33 und 45 Umdrehungen der Plattenteller auf 78 Umdrehungen beschleunigt werden kann. Warum diese Funktion nicht dauerhaft eingeschaltet ist / angeboten wird, liegt wohl in der Idee hinter dem 1210MK7: Strikt die klassische Ausstattung im Vordergrund, Zusatzfunktionen können auf Wunsch dazu geschaltet werden.

Die Reverse-Funktion bedarf eines Tastendrucks mehr in der gleichen Zeit. 33 und 45 Taste möchten gedrückt werden, gleichzeitig mit der Start/Stopp-Taste. Der Motor wird dann unabhängig von der gewählten Bremskraft abgebremst und in die Gegenrichtung beschleunigt. Achtung auch hier: Hat man die Möglichkeit zu 78 Umdrehungen eingeschaltet, ebenso die Reverse-Funktion sollte man eines bedenken: Das Drücken aller drei Tasten beinhaltet das Drücken der beiden Speed-Selector-Tasten und das bedeutet, dass man den Teller auf 78 Umdrehungen beschleunigt, auch wenn man eigentlich nur die Drehrichtung ändern wollte. Alles geht also nicht, zumindest nicht gleichzeitig.

Der letzte Schalter? Blaue LEDs vs. rote LEDs. Nicht viel zu sagen, ein Blick auf die Bilder erklärt mehr:

Der neue Technics SL-1210MK7 klingt wie …?

Schwierige Frage, die ich tatsächlich auch nur der Vollständigkeit halber hier anführe, aber kaum zufriedenstellend für meinen eigenen Anspruch beantworten werden kann, denn: Der neue MK7 klingt vor allem so, wie dein Tonabnehmer-System, dein Phono-Preamp, dein Mixer, deine Abhöre, die Platte, die du hörst. So klingt das Konsortium, welches für die Klangwiedergabe notwendig ist.
Klar, Diskussionen habe ich schon zuhauf geführt, nicht einmal über relevante Punkte der Kette wie Preamp, Mixer, richtiges Einpegeln, PA, sondern über Sachen wie: „Sollte ich die Audiokabel am Plattenspieler wechseln? Ist der Stecker X vielleicht doch besser als Stecker Z? Ich habe gehört, man kann die Kabel im Tonarm wechseln und das soll den Sound deutlich verbessern“. Kann man gern einmal tun, wenn man die Möglichkeit hat in einem Raum zu testen, in dem die PA an den Raum angepasst wurde und der Raum an den Sound, wir hochwertige Phono-Preamps nutzen (und damit meine ich wirklich hochwertige Phono-Preamps) und man am perfekten Sweet-Spot den Direkt-Vergleich beurteilen kann.
Stellst du den MK7 jedoch in dein Zuhause oder einen Club, kann ich dir die Frage sofort beantworten: Ja er klingt. Und alles vor und hinter ihm wird den Klang mehr beeinflussen, als der kurze Kabel-Weg von SME-Anschluss zur Phono-Platine, der ruhiger laufende Motor oder das überarbeite Gehäuse.
Nicht, dass ich den Bauteilen nicht ihren Teil am Klang zu Teil kommen lassen würde, aber sind wir ehrlich, im DJ-Bereich werden so viele klanglich negativ behaftete Komponenten verbaut, dass der Unterschied zwischen zwei Kabeln wirklich sekundär ist.

In Ermangelung des akustisch perfekten Raumes mit dem perfekt abgestimmten Soundsystem machen wir das, was wir können, das Gerät direkt mit einem MK2 vergleichen. Gleiche Abhöre, gleiches Tonabnehmer-System und gleiche gespielte Platte.

Dabei ist die Abhör-Situation bei mir am DJ-Pult genau auf DJ-Setup ausgelegt und wenig Hi-Fi-kompatibel. Gespielt habe ich den Technics SL-1210MK7 mit einem Ortofon Concorde Club MK2 System, Allen&Heath XONE:96 und PLAYdifferently Model 1, die Abhöre sind KRK RP6. Die leisten bei kleiner Treibergröße sehr solide im Bereich tiefer Frequenzen, gewinnen dafür aber keinen Preis für einen besonders hoch aufgelösten Hochfrequenzbereich. Ein DJ-freundliches Setup also. Dem gegenüber steht mein MK2, gebaut Anfang 2000 mit gleichem Tonabnehmer, Cordial Kabel und Neutrik Steckern.

Hört man nun Unterschiede? Gar nicht einmal so einfach. Man würde ja meinen, das trainierte Gehör erkennt nun die Unterschiede, aber um ehrlich zu sein, ich habe nicht erwartet, dass hier ein „Aha-Effekt“ entsteht, der

Es mag nun Einbildung sein, vielleicht aber auch Fakt, aber im direkten Vergleich erschien mir der

obere Mitten- / untere Höhenbereich beim Technics SL-1210MK7 ein wenig klarer und prägnanter zu sein. Im Bereich 2 bis 5 kHz auffallend bei Ludovico Einaudi, Track „Run“ von dem Album „In a time lapse“ setzen sich die Streicher minimal, jedoch für meinen Geschmack hörbar, besser durch, wirken dann hochgehend auch im hohen Frequenzbereich im Mix weitere vorne, hörbar präziser, dabei nicht bissig.

Im Bassbereich fällt mir kein Unterschied auf. Wechsel auf eine Platte, bei der im oberen Frequenzbereich nicht besonders viel passiert, dafür aber im unteren Frequenzbereich.
Answer Code Request liegt hier auf dem Plattenteller, Deep Heet Vol. 04, Release 050 auf Mote. Unterschiede sind hier zwischen MK2 und MK7 für mich nicht hörbar.

Der klangliche Unterschied zwischen dem MK2 und einem MK7 also mag bestehen, mag hörbar sein, ist vielleicht sogar wirklich wie für mich hörbar, jedoch würde ich ihn als sehr minimal bezeichnen. In der Welt, in der die MKs stehen und arbeiten wird dieser Unterschied so gering sein, dass man ihn im Vergleich zu anderen Komponenten der Kette als nicht signifikant bezeichnen dürfte.
Der direkte Vergleich im Club steht noch aus, meiner Erfahrung nach auf meinem gewohnten Setup dürften hier keine großen Überraschungen zu erwarten sein.

Falls Hi-Fi-Enthusiasten jetzt Sturm laufen: Ich wäre begeistert, wenn mich mal jemand einlädt und mir den Unterschied hörbar darlegt.

Technics SL-1210MK7

Schlicht schon immer eine Schönheit – ob MK2 oder MK7.

Technics SL-1210MK7: Der DJ-Plattenspieler einmal kritisch betrachtet

Kritikpunkte? Die gibt es, oder könnte es geben. Tatsächlich verfügt der Technics SL-1210MK7 über sehr wenige Features abseits vom reinen DJ-Plattenspieler-Sein. Keine, die herausragen zudem.
Wechselbare LED-Farbe, 78 RPM und Reverse. Das sind Funktionen die zum Beispiel und teilweise Vestax-Plattenspieler schon vor vielen Jahren boten. Ein Vestax PDX-2000 zum Beispiel bietet Reverse, Quartz-Lock, Speed-Adjustment für Start und Bremse und sogar Ultrapitch neben dem normalen Pitchregler. Wann kamen der auf den Markt? In jedem Fall vor über 10 Jahren.

78 RPM und einstellbares Start-Drehmoment und Bremskraft-Einstellung bieten derweil viele Modelle der Hanpin-OEM-Serie, nicht alle wohlgemerkt. Ein Pioneer PLX-1000 zum Beispiel bietet dies nicht, ein Reloop RP-8000 MK2 schon. Beide Modelle wären die stärksten Konkurrenten auf dem Markt der Neuware, zudem kommen natürlich alte MK-Modelle hinzu, die auf dem Gebrauchtmarkt nach wie vor solide Preise erzielen.

Auch nicht finden wird man ein internes Interface, ebenso wenig einen internen Phono-Preamp. Beides kann für den Consumer praktisch sein, dabei nutze ich bewusst das Wort „Consumer“. Der Technics SL-1210MK7 ist nicht nur Consumer-Gerät, sondern ganz klar auch oder primär ein Gerät für den Pro-Audio-Bereich. Inklusive dem Anspruch an die Komponenten. Ein hierzu adäquates Audiointerface wie auch ein klanglich passender Phono-Preamp wäre sicherlich möglich, jedoch Aufpreis behaftet gewesen.
Da der Technics SL-1210MK7 nicht, wie die meisten anderen DJ-Plattenspieler, aus einer einzigen Produktion kommen, in der solche Komponenten als Bauteile vorkonfiguriert angeboten und nur eingebaut werden müssen, wäre hier der Aufpreis deutlich höher gewesen als nur das Bauteil plus ein kleiner Aufpreis für Entwicklung und Einbau. Das kann man blöd finden, ich wirke dem Argument nur mit diesem Gedankengang entgegen.

Zudem muss ich zugeben, dass ich es stark schräg fände, wenn der SL-1210MK7 nun einen internen Phono-Preamp hätte. Der MK7 steht irgendwo im DJ-Setup, findet seinen Anschluss natürlich am Phono-Eingang des DJ-Mischpults und nirgends anders. So war es schon immer, so darf es weiterhin bleiben. Vermutlich ist alleine der Gedanke an so etwas wie einen internen Preamp schon ein Affront an die Entwickler des MK7. Ich könnte es verstehen.
Ein kurzer Blick zurück auf die Konkurrenz. Der RP-8000 MK2 ist laut Aussage des Herstellers „der technisch am besten entwickelte Plattenspieler der Welt“. Zumindest mit Hinblick auf die MIDI-Kontrollfunktionen und die Steuerungsmöglichkeiten ist das zweifellos korrekt. Abgesehen davon greift natürlich auch dieses Modell auf das Baukastenprinzip des einen Herstellers zu, aus dessen Produktion auch der Pioneer PLX-1000 kommt. Beide Modelle ohne Frage zu Recht mit sehr guten Testergebnissen, dennoch muss im Hinterkopf behalten werden mit Blick auf den Preis, dass hier keine 100% eigene Entwicklung stattgefunden hat, dass hier ein großer Teil an Bauteilen verbaut wird, der auch in allen anderen OEM-Plattenspielern zu finden ist.

Der Technics SL-1210MK7 hingegen kommt aus der Produktionsstrecke, in der auch der SL-1500C gefertigt wird, hauseigene Produktion in Malaysia. Mit Blick auf den Motor hat man hier aufgebaut auf dem für die GAE, G und GR-Modelle komplett neu entwickelten direkt angetriebenen Motor und da muss ich nun sagen, hinsichtlich Motor und Komponenten geht der Punkt des technisch am besten entwickelten Plattenspielers zurück an Technics.

Es wäre sicherlich mehr gegangen, Technics aber wird dies gar nicht im Sinn gehabt haben. Kein Interface, kein Phono-Preamp, keine +/- 50 % Pitchrange, keine bunten LEDs für die Tellerbeleuchtung. Technics hat damals keine Experimente gemacht sondern straight den besten DJ-Plattenspieler der Welt gebaut und genau diese Linie behält man bei.

Die Features sind minimiert auf die, die man benötigt plus ein paar Zugaben wie die Auswahl der LED-Farbe, Reverse oder 78 Umdrehungen. Diese aber unter dem Plattenteller einstellbar. Ein wenig versteckt. Der MK7 bleibt klassisch und bietet die Zusatzfunktionen nur unter der dem Teller.

Das Statement vom Entwicklungschef zum Technics SL-1210MK7 untermauert genau diesen vermuteten Anspruch von Technics an den neuen Plattenspieler. Sound und ein Gerät, welches haptisch logisch an den Vorgängern anknüpft.

„But above all, most important point for SL-1200MK7 is the DJ use. For them, we carefully design the touch and feel” of “DJ scratch play” to match it to old models MK6,MK5,by getting DJ’s feedback from all over the world. It needs torque tune, but again we don’t chase higher torque on this point. Most important thing is that all DJ who is once familiar with our old SL-1200 series can handle SL-1200MK7 with no unconformable feeling.“

Danke dafür. Dieses Ziel wurde erreicht.

Qualität und Haptik der MK7-Version

Beim letzten Sample gab es in der Tat noch den ein oder anderen Punkt, der nicht gut war. Unterschiedlicher Druckwiderstand von Tasten oder eine klappernde Nadelbeleuchtung, bei der beim Reinschieben die Feder im Inneren nicht nur deutlich hörbar, sondern auch deutlich spürbar war. Das wirkte billig und wäre dem Gerät nicht angemessen gewesen.

Das Gute zuerst, man hat nachgebessert, in beiden Fällen. Mit der Nadelbeleuchtung bin ich leider noch nicht 100 % fein, dazu gleich mehr, das Problem mit den Tasten, die unterschiedlichen Druckpunkte und das unterschiedliche Klicken, konnte man offenbar beseitigen.

Hinsichtlich der Nadelbeleuchtung: Das herausschieben passiert so schnell, dass die Nadelbeleuchtung quasi am Finger klebt und daher nicht hinaus schlägt. Lässt man diese aber los, zieht man also seinen Finger weg, schießt die Aluminium-Hülle mit der LED in dieser ungebremst nach oben und schlägt mit einem lauten Klack an.
Zugegeben, dies kennt man von den MK2-Modellen und Nachfolgern bereits. Bei diesen, in die Jahre gekommen und das Fett verloren, schossen die Nadelbeleuchtungen zwar manchmal aus dem Gerät raus bis zum Anschlag, aber das ist dem Alter der Geräte geschuldet. Solange das Fett vorhanden und der Gummi-Ring im Inneren intakt war, solange wurde das Herausfahren gedämpft. Hier muss ich sagen hätte ich beim MK7 mehr Perfektion erwartet, in jedem Fall triggert es meinen Anspruch nach Perfektion. Daher gibt es einen Abzug in der Haptik-Note.

Einen weiteren Abzug gibt es für die Erdungsschraube. Die wirkt wie ein deplazierter Scherz. Viel zu klein, viel zu nah an den Cinch-Inputs und ohne Anheben des Gerätes quasi kaum erreichbar. Rutscht die Erdung beim Umbauen der Player mal ab, muss man diesen nahezu aufrecht stellen, um sie wieder fest schrauben zu können. Das ist entsprechend Kabellänge etc. nicht immer möglich im Club. Daher sorry, aber Live-untauglich. Überhaupt, was soll noch so eine Mini-Kleine Schraube? Warum hat man sich nicht mal orientiert an dem, was andere Techniker und Endnutzer schon lange bauen. Stichpunkt Bananenstecker. Eine Erdung zum Einstecken, parallel dazu ein Erdungsschraube an einer Stelle, die gut erreichbar ist mit einer Schraube, die ein normaler Mensch mit normal großen Fingern anständig zudrehen kann. Danke für die Schlitze in der Schraube für den Schraubendreher, aber wenn man schon so etwas bieten muss, müsste auffallen, dass die Schraube eventuell nicht die ideale Wahl war. Da hat Allen&Heath beim XONE:92 schon vor über 15 Jahren besseres geboten.

Davon abgesehen macht der Technics SL-1210MK7 einen sehr guten und soliden Eindruck, trotz der Unterseite aus ABS statt Hart-Gummi. Die Tasten sind nach wie vor aus Kunststoff im gleichen Design, ebenso die Faderkappe. Unter dieser befindet sich übrigens nicht mehr die bedruckte Blech-Skala. Diese wurde weggelassen, so dass sich damit auch das Problem der zerkratzen Pitch-Skalen gelöst hat.

Andere Schwachstellen? Nun, da gab es einige, die nun verschwunden sind. Die defekten Nadelbeleuchtungen dürften weniger werden, nun, wo eine LED verbaut wurde, ebenso das Problem von Kabelbrüchen. Wo früher gelötet werden musste, kann nun direkt ein neues Kabel angeschlossen werden. Ebensolches gilt für Erdungsleitungen, die bisher ja gern mal zur Hälfte am Mixer bleiben, wenn man wieder jemand vergessen hat an diesem die Schraube zu Lösen.

Technics SL-1210MK7

Das neue Gegengewicht: Schwarz und kein Gummiring mehr an diesem

Fazit

Die Nachfolge der bisherigen MK-Serie anzutreten ist ein verdammt großer Schuh, den man sich anziehen muss. Sind wir ehrlich, bisher hat es auf dem Markt keiner geschafft und das trotz 30 Jahren Differenz. Dabei hat Technics keine Raketenwissenschaft betrieben, es ist eher die Robustheit, die Verlässlichkeit und die Haptik, die den MK2 und die folgenden Modelle zu dem gemacht hat, was sie sind: Clubstandard, Ikone, Legende, Vorbild.

Klar, es gibt die Modelle mit mehr Funktionen und mehr Motorkraft von anderen Herstellern, eine wirkliche Konkurrenz aber konnte keines davon sein.

Technics muss sich nun selbst überrunden und mit dem Technics SL-1210MK7 einen Nachfolger liefern, der genauso gut ist, vielleicht sogar besser. Seien wir ehrlich: Das ist unmöglich.

Wurde es denn ansatzweise geschafft? Ja, definitiv. Dabei kombiniert der MK7 die guten Punkte der neuen Modelle, also primär den neu entwickelten Motor mit den altbekannten Funktionen.
Dabei bleibt man scheinbar bewusst minimal, klassisch und bietet die Zusatzfunktionen nur unter der Haube. LEDs gab es schon vorher, wählbare Farbe ist ein schönes Gimmick, 78 Umdrehungen / Minute ist auch eher so ein Punkt, den man wahrnimmt, aber nicht unbedingt braucht. Die einstellbare Bremskraft und das einstellbare Drehmoment finde ich persönlich sehr gut, denn es den Einsatz in der Spannbreite „klassisch MK2“ oder die kraftvollere Variante. Wohlgemerkt: Einige andere aktuelle Modelle lassen den MK7 hinsichtlich der Motorleistung komplett im Regen stehen.

Preislich wird das Modell bei 899,- Euro (UVP) liegen. Damit liegt man definitiv über den Preisen der Konkurrenten. Falls es für Technics überhaupt Konkurrenz gibt, aber die gibt es. Hinsichtlich Produktion, Entwicklung und Kosten vs. Baukastenprinzip wurde schon etwas gesagt, so dass der höhere Preis sicher gerechtfertigt ist. Klar, früher waren die Modelle günstiger, wer jedoch den Markt beobachtet hat wird wissen, dass früher generell DJ-Equipment günstiger war, beziehungsweise, der Hochpreis-Bereich nicht so ausgeprägt war.

Plus

  • klassisch gehalten, die Zusatzfunktionen jedoch „in der Hinterhand“ = unterm Plattenteller
  • haptisch und vom Spielverhalten den bisherigen MKs sehr ähnlich
  • best-entwickeltster Motor und Gehäuse für besten Klang
  • persönliche Meinung: ansprechendes Design

Minus

  • Nadelbeleuchtung kommt ungebremst aus dem Gehäuse (da wäre mehr Qualität möglich gewesen)
  • die Erdungsschraube ist ein Witz (leider nicht)

Preis

  • 899,- Euro (UVP)
Forum
  1. Profilbild
    dubware

    Die beschriebenen Probleme mit der Gleichlaufschwankung sind vermutlich eine Folge von abgenutzten Kontakten im Pitch Fader und haben nichts mit dem Motor zu tun. Wie ich von Ben (?) von Turntablemanufaktur gelernt habe, haben abgenutzte Pitch-Kontakte zur Folge, dass die Pitch-Position nicht mehr exakt eingemessen werden kann. Infolge wird die Drehgeschwindigkeit permanent nachgeregelt, was sich dann wie Gleichlaufschwankungen anfühlt, aber halt ein Messproblem der Elektronik ist.
    Die von Technics angegebenen Gleichlaufschwankungen beziehen sich aus genau diesem Grund ausschließlich auf 0% Pitch im eingerasteten (alte Modelle) oder per „Pitch Reset“ gelockten (neue Modelle ab 2016) Zustand. Sobald eine andere Geschwindigkeit gewählt wird, entfällt die Gleichlauf-Garantie, was aber vermutlich eher akademische Überlegungen sind. Der Motor wird weiterhin solide rund laufen, solange er keine anders lautenden Steuersignale erhält.

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    dubware

    Ich bin leicht verwirrt, wenn ich diesen Test mit dem Test des 1210 GR aus dem letzten Jahr vergleiche. Da hast Du dem Pitch noch eine „Glatte 1“ gegeben. Heute schreibst Du, dass der Pitch dazu geeignet ist, DJs in den Wahnsinn zu treiben.
    Was ist das Problem mit dem Pitch des 1210 GR? Und was ist am Pitch vom MK7 anders? Auf die schnelle finde ich es gerade auch nicht, aber ich meine, ich hätte gelesen, dass bei 1210 GR und MK7 der gleiche Pitch Controller verbaut wird.
    Um das Thema noch ein bisschen größer zu machen… Ich lese immer wieder, dass sich Besitzer über den digitalen Pitch der höheren MK-Modelle aufregen. Ich hatte hier nie Schwierigkeiten, wenn ich mal einen MK5G o.ä. in die Finger bekommen habe. Kann hier jemand Licht in dieses Thema bringen?

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      Bolle  RED

      Dahingehend wird der Test noch geupdatet. Das Problem beim GR ist, dass die Motorkontrollsteuerung bei einem manuellen Eingriff auf die Drehgeschwindigkeit dies sofort bemerkt und per Motorkraft versucht gegenzusteuern. Bremst du also den Plattenteller mit der Hand ab, wird der Motor den Plattenteller versuchen zu beschleunigen um die Drehgeschwindigkeit möglich exakt des per Pitch eingestellten Wertes zu erhalten. Das ist für Hi-Fi-Leute total schön, für DJs, sofern es auffällt, echt scheisse.
      Mir ist es beim Test nicht aufgefallen, da ich damit mixen konnte. Später kamen andere Nutzer zu mir, verzweifelt und sorgten dafür, dass ich mich dahingehend erneut und auf die Ursache fokussiert beschäftigt habe. Das Problem selbst wird auch soweit ich gesehen haben nur in einem einzigen Youtube-Video fast schon nebenbei angesprochen…

      Das aber hat nix mit der Frage analoger vs. digitaler Pitch zu tun. Nichts!

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    Bolle  RED

    dubware, zu deinem Kommentar, den ich noch im Backend sehe, im Frontend aufgrund eines Fehlers gerade nicht mehr:

    „Die beschriebenen Probleme mit der Gleichlaufschwankung sind vermutlich eine Folge von abgenutzten Kontakten im Pitch Fader & haben nichts mit dem Motor zu tun. Wie ich von Ben (?) von Turntablemanufaktur gelernt habe, haben abgenutzte Pitch-Kontakte zur Folge, dass die Pitch-Position nicht mehr exakt eingemessen werden kann. Infolge wird die Drehgeschwindigkeit permanent nachgeregelt, was sich dann wie Gleichlaufschwankungen anfühlt, aber halt ein Messproblem der Elektronik ist.
    Die von Technics angegebenen Gleichlaufschwankungen beziehen sich aus genau diesem Grund ausschließlich auf 0% Pitch im eingerasteten (alte Modelle) oder per “Pitch Reset” gelockten (neue Modelle ab 2016) Zustand. Sobald eine andere Geschwindigkeit gewählt wird, entfällt die Gleichlauf-Garantie, was aber vermutlich eher akademische Überlegungen sind. Der Motor wird weiterhin solide rund laufen, solange er keine anders lautenden Steuersignale erhält.“

    Das Problem des Rastmoments ist unabhängig vom Pitchfader. Gleichlaufschwankungen von gering bis stark kenne ich selbst von abgenutzten Fadern, das kann bis zu richtigem Ruckeln des Tellers führen. Das Rastmoment jedoch ist eine motortechnische Geschichte, Polumkehr-bedingt & daher nicht verursacht durch den Fader ;)

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      Bolle  RED

      Das jedoch findet auf einer Ebene statt, die messbar ist, jedoch für uns im normalen Gebrauch nicht merklich. Da mögen andere Leute anderer Meinung sein, überspitzt ausgedrückt kann man wohl sagen, umso mehr Hi-Fi, umso abgehobener kann es werden. Bei Technics legt man aber sehr hohen Wert auf klangliche Perfektion, daher hat man mit dem neuen Motor das Rastmoment-Problem erlegt.

      Folglich: Wie du schon schreibst, gibt es den Pitch-Reset, ein Wert, der als konstantes elektronisches Steuersignal vom Fader oder vom Rest-Button an die Motorkontrollsteuerung gegeben wird und nicht als „Messwert“. Folglich der vorherigen Erklärung müsste dann die Gleichlaufschwankung ja 0% sein, denn der Fader als mögliche Problemstelle ist in dem Moment ja deaktiviert. Das ist aber nicht der Fall.

      Das Rastmoment als Verursacher einer Gleichlaufschwankung ist ein alleiniges Motorproblem und dem Aufbau des Motors geschuldet. Den Fader, den Rest-Button, den könntest du kabeltechnisches von der Platine abziehen, der hat damit in dem Moment nichts zu tun.
      Die Jungs von Varyturn haben natürlich dahingehend recht, als das der Fehler für derartiges, was dem Kunden dann auffällt, nicht das Rastmoment ist, sondern in 99 % der Fälle der Fader, ganz selten mal ein defekter Chip.

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    danielf

    Die Frage ob sich das fehlen der Gummiunterseite (unter Clubbedingungen) bemerkbar macht wurde scheinbar nicht getrestet, insofern wurde die Frage der Überschrift nicht beantwortet. Warum nicht? Richtig wäre einen Versuchsaufbau mit unterschiedlichen reproduzierbaren Szenarien zu erstellen und das Verhalten im Vergleich zum Vorgänger zu analysieren. Sprich Dämpfung-/ Übersprechverhalten durch Tischvibrationen bei unterschiedlichen Frequenzen, simulierte DJ Monitore, die in Richtung Oberseite strahlen bei unterschiedlichen Frequenzen usw.
    Klar das ist aufwendig, aber das müsste ein Test erfüllen, der diese Frage wirklich versucht zu klären. Alles andere bedient ja sonst nur die Bedroom/ Wohnzimmer-DJ Fraktion im ausreichenden Maß.
    Auf dem Fotosieht man wie beim MK2 geht Antiskating nur bis 3g, MK5 ging ja höher. -schlecht
    Würde ich ein Update der 1210’er planen, wäre auf jeden Fall ein längerer Pitchfader verbaut, idealerweise auf 3 umschaltbare Ranges, mit +/-8, +/-12 und +/-16%.
    Außerdem würde ich die Absenkung des Tonarms ob Werk soweit begrenzen, dass man nicht die neue Nadel an den Metallnoppen des Plattentellers abraspelt, sobald die Nadel einmal neben der Platte niedergeht. Mit etwas Plan kann man das zwar an der Tonarmlift Schraube einstellen, davon wissen aber die wenigsten. Ortofon wäre aber sicher dagegen ;)

    • Profilbild
      danielf

      Was zu Chinch Steckern bei Plattenspielern dazu gesagt werden sollte:
      Plattenspieler-Kabel haben aufgrund des geringeren elektrischen Signals einen anderen Aufbau als normale Chinch-Kabel. Optimaler Klang wird wahrscheinlich nur mit Phono-Kabeln erreicht.

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Der Test im Club und das Ergebnis folgt, dann aktualisieren wird das hier gerne. Das fehlende Gummi-Chassis unten wirkt komisch, ist aber solide gebaut und konnte im Test trotz Stoßen und Klopfen keine hörbar höhere Auswirkung auf den Klang erzeugen als beim MK2. Bei beiden hast du beim Klopfen einen deutlichen Anstieg des Pegels.
      Klar, wie er sich im Club schlägt mit Tisch, Subs unterm Pult und Monitoring ist noch etwas anderes. Wie gesagt, die Realbedingungen „Club“ kommen in den nächsten Wochen und gern füge ich dann hier einen Absatz ein.

      Warum das Anti-Skating nur bis 3 geht kann ich dir leider nicht sagen, 5 oder 6 wäre sicher sinnvoller gewesen für einen DJ-Plattenspieler bei Systemen, die ja zumeist 2-4 oder 3-5 Gramm als empfohlenen Bereich angeben.

  5. Profilbild
    vanRossi

    Ein kleiner Tippfehler hat sich wahrscheinlich eingeschlichen bei der Angabe der NM: „Angegeben wird der Wert des Drehmoment von Seiten Technics / Panasonic mit 0,18 NM, also 1,8 kgf/cm. Das ist das Drehmoment, welches werksseitig eingestellt ist. Es liegt um 0,6 NM über dem den MK2 und 0,3 NM über dem des MK5.“
    Wenn das stimmt, hätte der MK2 -0,42NM ;-)

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Servus, erwischt, kff/cm statt NM muss es heißen. Vielen Dank fürs Aufpassen :)

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