Test: Denon VL12 Prime, DJ-Plattenspieler

8. Februar 2018

Prime Game-Changer für DJ-Plattenspieler?

Denon VL12 Prime
Kein großes Wunder, dass der Denon VL12 Prime auch in diesem Jahr auf der NAMM Show ein interessantes Produkt gewesen sein dürfte. Soweit alles nicht aufregend, aufregender war jedoch, ob er denn nun auch auf den Markt kommen würde. Kein Seitenhieb, wenn man kurz daran erinnert, dass der neue DJ-Plattenspieler aus dem Hause Denon DJ bereits 2016 auf der NAMM Show vorgestellt wurde. Ok, doch vielleicht ein kleiner. 2017 stand das Modell dort nämlich erneut, aber auch in dem Jahr sah man das Produkt nicht im Laden. Es dauerte dann bis zu diesem Jahr, bis Denon DJ den VL12 ausliefern konnte.

Passenderweise erreichte mich ein Modell genau nur NAMM Show und somit war die Frage geklärt, ob man bis zur NAMM Show 2019 warten müsste. Die erste Frage ist also schon beantwortet: Man muss nicht länger warten.

Eigentlich könnte es einem ja auch ein wenig egal sein, ist doch der Markt der DJ-Plattenspieler in den letzten Jahren von verschiedenen Modellen ein wenig überschwemmt worden. Updates zu alten Modellen oder Limited-Editions zu Jubiläums-Zwecken. Zumeist steckt hinter diesen Modellen ein OEM-Hersteller.

Das aber ist genau der Punkt, an dem Denon es spannend macht, denn der Denon VL12 Prime soll explizit nicht aus dieser Produktion stammen, sondern ist selbst entwickelt und produziert. „Von Grund auf neu entwickelt“ oder „eigens entwickelte Werkzeuge“, so schreibt Denon DJ in der Produktbeschreibung.

Ganz ehrlich? Ich habe dran gezweifelt und die Aussage für eine Marketing-Maßnahme gehalten. Derweil kann ich meine ersten Zweifel getrost vergessen. Es scheint wirklich kein OEM-Gerät zu sein. Anzeichen dafür sind nirgends zu finden. Bevor das Fazit kommt, ist es sehr interessant, einmal einen genauen Blick auf den Denon VL12 Prime zu werfen.

Die Frage, die ja bisher unbeantwortet im Raum steht ist, „kann der Denon VL12 Prime den beiden bisherigen Modellen der Prime-Serien, dem SC-5000 Prime und dem X1800 Prime, das Wasser reichen?“

Denon VL12 Prime – ein erster Blick

Wohl verpackt in Einzelteilen kommt der Denon VL12 Prime ins Haus geflattert. Letzteres Wort ist eigentlich gelogen, denn der VL12 bringt solide 12,4 kg auf die Waage. Der Zusammenbau gestaltet sich problemlos. Gegengewicht aufschrauben, Plattenteller samt Slipmat auf die Spindel (Achtung, zwei kleine Gummi-Stopper auf der Rückseite wünschen passgenau auf einen Ring gelegt zu werden). Kabel sind alle an Bord, so auch ein Headshell und ein Puck für 7-Inches mit großem Lochkreis.

Denon VL12 Prime

Alles mit an Bord …

Soweit ist der Lieferumfang schon abgearbeitet. Aufgefallen ist beim Zusammenbau schon der massive Plattenteller mit der durchgehend gummierten Unterseite. Dieser bringt alleine bereits 2,1 kg auf die Waage, 700 g mehr als der Plattenteller eines Technics 1210 MK2.

Mitgeliefert werden auch zwei Nadelbeleuchtungen. Aufgesteckt werden diese, wie man es von aktuellen Modellen kennt, auf einen RCA/Cinch-Stecker. Zwei? Ja, man kann wählen zwischen Schwarz und Silber. Die Nadelbeleuchtungen sind aus Metall und bieten weiße LEDs, warmweiß und kaltweiß und dem zufolge auch unterschiedliche Helligkeiten.

Die 12,4 kg Gewicht kommen natürlich nicht von ungefähr. Der Denon VL12 Prime ist ein verdammt massives Gerät.

Die obere Hälfte besteht aus schwarzem gebürsteten Aluminium, verschraubt am Gehäuse, die Unterseite aus einem Carbon-Verbundstoff. Das Gehäuse läuft nach unten hin schräg zu, die Füße sind in abgerundeten Aussparungen untergebracht. Sie bestehen aus Kunststoff und Gummi mit einer Aluminium-Verkleidung und sind natürlich federnd verbaut. Die Federung sitzt allerdings am Gehäuse. Die Füße können über gut 1,5 cm herausgeschraubt werden, um den Plattenspieler auszubalancieren.

Der Federweg wird natürlich entsprechend auch höher, die Federung selbst ist wirklich gut. Ich hätte jetzt gerne „stabil“ geschrieben, aber eine Federung als stabil zu beschreiben, wirkt paradox. Stabil ist allerdings der Stand des Denon VL12 Prime, der aufgrund des hohen Gewichts und der gefederten Füße satt dort steht, wo er abgestellt wird.

Denon VL12 Prime

Bitte einen massiven Brocken DJ-Plattenspieler! Denon DJ liefert!

Während normalerweise an Geräten Vorder- und Rückseiten interessant sind, sind es beim Denon VL12 die Seiten. Offenbar geht Denon davon aus, dass der VL12 zumeist im Battle-Mode aufgestellt wird. Hinten sind die Anschlüssen, vorn die Einstellungen.

Denon DJ ist dahingehend klassisch. Vergoldete Cinch-Stecker für den Audioausgang auf Phono-Pegel, eine Erdungsschraube und eine Buchse für den Stromanschluss, mehr findet sich nicht.

Denon VL12 Prime

Rein und raus an der Seite. Hier gibt es keine Überraschungen.

Die Oberseite ist ebenso klassisch gehalten. Links vorne sind Start/Stop-Taste sowie die Tasten zur Auswahl der Geschwindigkeit. 33 1/3 und 45 Umdrehungen kann der Plattenteller auf Wunsch machen. Dazu gibt es den An- und Aus-Schalter zum Drehen auf dem Gehäuse der Strobe-LEDs, die in Weiß gehalten sind.

Rechts befindet sich der s-förmiger Tonarm, der laut Denon DJ auf einer neu entwickelten Basis aus Metall sitzt. Von oben sieht man nur die Tonarmbase aus Kunststoff, die umgeben ist von einem Metallring, der für die Höhenverstellung der Base zuständig ist. Ein Hebel arretiert dies und setzt die Tonarmbase fest.
Eine Höhenverstellung ist vorhanden, ebenso Anti-Skating mit einer Range von 0 bis 7.

Die Halterung des Tonarms ist aus Metall, ebenso der Tonarm selbst, vorn endend mit einem SME-Verschluss für Headshells oder Concorde Systeme.

Interessant ist die eigenes entwickelte Tonarm-Halterung, die dem Denon VL12 Prime spendiert wurde. „Lock or Rest“, recht bezeichnend für das, was die neue Halterung mit sich bringt. Entgegen den bisher zu findenden Halterung wird der Arm hier nicht mit einem Hebel arretiert, sondern eingeclippt. Vorher aber gibt es eine zweite Mulde, in die der Tonarm hineingelegt werden kann, wenn er nur abgelegt werden soll.

Denon VL12 Prime

„Lock and Rest“-Tonarmhalterung

Unter dem Tonarm versteckt sich der Pitchfader. Den leichtläufigen Fader ziert eine silberne Faderkappe. Eine Reset-Taste erlaubt den sofortigen Sprung zum 0 % Pitch-Wert für die Vinyl-Hörer. Eine mechanische Mittenrasterung hat der Fader zum Glück nicht. Eine kleine „Range“-Taste vor dem Fader erlaubt das Umschalten zwischen drei Wertebereichen. Wahlweise gibt es +/- 8, 16 oder 50 %.

Und Denon sprach: Es werde Licht …

doch sie fanden den Schalter nicht. Denon DJ weiß allerdings genau, wo der Schalter ist, und du jetzt auch: Er ist an der linken Seitenblende.

Ein LED-Ring unter dem Plattenteller. Keine brandneue Idee, gibt es dazu bereits Umbauten für Technics oder andere Plattenspieler. Viele davon sind ehrlich gesagt recht unschön. Macht man es jedoch anständig, kann es durchaus sehr schick aussehen. Alles eine Frage des Geschmacks.

Ich bin ganz ehrlich: Ich konnte sehr gut die letzten 20 Jahre, die ich bereits Plattenspieler besitze, auf LEDs unter dem Plattenteller verzichten und ich bin mir auch sicher, dass ich es auch in Zukunft kann. Noch dazu würde ich es nicht als „modernes Erscheinungsbild“ bezeichnen, so wie es Denon DJ tut. Das lässt das Ganze irgendwie gequält wirken. So wie Hersteller, die ihren Produkten Bluetooth spendieren, damit sie bei der Käuferklasse „männlich & Technik-affin“ besser ankommen. Selbst wenn es ein Feuerzeug ist.

Aber darum geht es nicht. Geschmäcker sind unterschiedlich und ehrlich gesagt sieht es, so wie Denon DJ das Design-Objekt LED-Ring umgesetzt hat, auch fancy aus.

Denon VL12 Prime

Unter dem Plattenteller sitzt der versteckte LED-Ring

In jedem Fall ist es professionell und funktionell in die Tat umgesetzt worden.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum Ersten handelt es sich nicht um einen eingeklebten LED-Schlauch, sondern um einen versenkten Ring, mit Kunststoff mit Milchglas ähnlichem Durchlassverhalten verschlossen, hinter dem die LEDs verbaut sind. So sieht man zwischen Plattenteller und Gehäuse nicht so stark die einzelnen LEDs, sondern einen nahezu geschlossenen Ring. Lediglich durch hellere Flecken kann man die Position der LEDs erkennen. Dies ist allerdings auch abhängig von der Farbe.

Das Wort Farbe ist gefallen. Denon DJ hat dem VL12 nicht nur einen LED-Ring verpasst, sondern auch einen kleinen Regler an der linken Seite, der die Farbwahl zulässt. Rot? Blau? Lieber grün oder gelb?

Nicht nur die Farben lassen sich einstellen, sondern auch die Intensität in zwei Stufen.

Das Gute für alle Meckerfritzen, so wie ich am Anfang des Kapitels klang: Man kann die LEDs abschalten.

Das Gute für alle, die Bock auf ein LED-Styling haben: Denon DJ hat die Idee gut umgesetzt, verpasst dem Ring nicht nur unterschiedliche Farben mit ungerastertem Drehregler, sondern auch zwei Helligkeitsstufen.

Ich musste mir das Ganze mehrfach ansehen und komme zu einer rein subjektiven Aussage: Kann man machen. Ich wähle Blau! Hat Denon DJ für die Presse-Fotos auch genutzt.

Der Denon VL12 Prime in der Praxis

Nach dem äußeren Eindruck und der Licht-Geschichte ist es viel interessanter, wie sich das Denon Modell in der Praxis schlägt. Dass das Model ein schwerer Brocken ist, ist schon klar. Ebensolches gilt für den Plattenteller.

Denon VL12 Prime

Über 2 kg bringt alleine der Plattenteller auf die Waage

Ein Muss in diesem Fall ist ein kraftvoller Motor. Der wird dem Denon VL12 Prime eingepflanzt mit dem stärksten Motor, der zur Zeit in DJ-Plattenspielern verbaut wird. Das Drehmoment kann in zwei Stufen eingestellt werden, Low oder High, 3,4 kgf/cm und 5 kgf/cm. Dazu gibt es ein konstantes Drehmoment zwischen 1,4 und 3,2 kgf/cm.

0,3 Sekunden, das ist laut Denon DJ die Zeit, die der VL12 braucht um den schweren Plattenspieler auf die gewünschte Geschwindigkeit zu bringen. Ich habe nicht nachgemessen, aber es kann sehr gut sein. Der Motor hat Kraft, richtig Kraft. Viel interessanter als Start- und Stop-Zeiten (die sind gut!) ist aber natürlich, wie sich der Plattenspieler schlägt, wenn man ihn mal grob angeht.

Da allerdings kämpft man gegen einen starken Motor an, der einen echt schweren Plattenteller antreibt. Kraft ist Masse x Beschleunigung. Die Beschleunigung bringt der kraftvolle Motor und die Masse bringt der Plattenteller. Heißt im Klartext: Du hast verloren, der Denon VL12 Prime gewinnt. Es scheint fast egal zu sein, wie hart man den VL12 für Backcueing oder Scratchen rannimmt, der Plattenteller dreht fleißig unter der Platte weiter. Erst bei richtig kräftigem Druck schafft man es, den Plattenteller zum Stoppen zu bewegen. Und wenn ich „richtig kräftiger Druck“ sage, dann meine ich das auch so. Während ein Technics 1210 schon lange still steht, fühlt sich ein VL12 noch nicht einmal beeindruckt. Wir alle wissen, dass der Technics 1200 und 1210 in den alten Baureihen kein Kraftwunder ist und derweil sogar von den schwachen Motoren der neuen OEM-Modelle überholt wurde (die allerdings häufig leichtere Teller haben, was den Vorsprung wieder nivelliert), der Denon VL12 Prime allerdings toppt sogar die starken Motoren der aktuellen DJ-Plattenspieler auf dem Markt. Die Gleichlaufschwankungen liegen bei unter 0,05 % laut Denon. Im Vergleich, der Technics 1210 MK2 soll bei unter 0,03 % liegen, der Pioneer PLX-1000 soll bei unter 0,01 % liegen.

Weitere Funktionen? Da der Denon VL12 Prime mal ein Plattenspieler-Klassiker ist, gibt es hier gar nicht viel Schnick Schnack. Kein interner Preamp, kein eingebautes Interface, nicht einmal intern geerdet ist der Plattenspieler. Das Schöne ist, nichts davon ist ein Manko.

Dafür gibt es drei unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten für die Pitch-Range, +/- 8, 16 oder 50 %. Die klassische 8 % Range, die jeder Technics-Nutzer kennt, die +/- 16 % für den Fall, dass der der zu überbrückende Tempo-Unterschied doch etwas größer ist. Drei Werte, drei kleine LEDs, eine Taste.

Denon VL12 Prime

Der Pitchfader samt einstellbarer Range

Qualität und Haptik

Funktionell kann der Denon VL12 Prime also überzeugen, bleibt der zweite wichtige Punkt: Qualität und Haptik.

Qualitativ gibt es bei einem Plattenspieler viele Punkte, an dem man Gutes leisten oder Fehler machen kann.

Rein äußerlich kann der Prime-Plattenspieler bereits punkten und auch im Praxistest ließ sich keine Schwäche erkennen. Der Plattenteller ist ein Brocken und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, der Motor drückt unberührt nach vorn. Damit ist das Modell auch bei harten Bedingungen einsetzbar. Bassvibrationen machen dem VL12 zunächst wenig aus – sicherlich im Club immer abhängig davon, wie der Plattenspieler aufgestellt wird. Mechanische Stößen oder Klopfen auf das Gerät, was bei vielen Modellen ja zu Nadelsprüngen führt oder aber vom Tonabnehmer konsequent übertragen wird, steckt der VL12 gut weg. Einsatz im Club? Ich würde es ohne Zögern wagen.

Auch der Tonarm zeigt keine Mängel, allein den Tonarm-Lift finde ich ohne Federung nach oben und mit dem vielen Kunststoff ein wenig „billig“. Da diesen aber vermutlich eh niemand nutzt, Schwamm drüber.

Alle anderen Bedienfunktionen machen einen guten Eindruck. Die Tasten sind durchgehend aus Kunststoff mit schnellem Klick, auch die Start/Stop-Taste. Auch wenn diese klassischerweise ein wenig weicher ist, tut das dem guten Eindruck keinen Abbruch. Sie fühlt sich gut an, das ist der relevante Punkt.

Besonders positiv finde ich die Nadelbeleuchtungen, die nicht nur in doppelter Form kommen, sondern auch in einem anständigem Aluminiumgehäuse stecken.

Es mag komisch klingen, dass ein so kleiner Punkt bei einem hochpreisigem DJ-Plattenspieler besonders erwähnt wird, aber wo alles gut ist, kann man auch Kleinigkeiten noch besonders erfreulich finden.

Fazit

749,- Euro werden aufgerufen für den Denon VL12 Prime. Damit positioniert sich Denon mit dem neuen Modell über dem Pioneer PLX-1000, der eine UVP von 729,- Euro hat. Andere Konkurrenten gibt es in dem Preisbereich eigentlich keine. So stehen sich diese beiden Modelle gegenüber, die ähnliche Funktionen haben. Beide sind klassisch gehalten hinsichtlich der Funktionen. Der PLX-1000 punktet mit dem Design der Technics, der VL12 mit stärkerem Motor und LED-Ring unter dem Plattenteller.
Rein funktionell sind beide Modelle sehr ähnlich, absolut DJ-tauglich und abgesehen vom neuen Technics-Modell ohne Frage die Oberklasse der aktuellen DJ-Plattenspieler.

Wie schon erwähnt, punktet der Denon VL12 Prime mit dem Branchen-stärksten Motor und Nehmerqualitäten. Mängel? Keine feststellbar. Der Denon Plattenspieler ist ein Arbeitstier und erlaubt sich im Test keine Schwächen. Kritikpunkte? Kleine. Das Gehäuse und die Tonarm-Basis sind aus Kunststoff – es hätte gernr Metall sein können. Kleine Pluspunkte? Die gibt es, zum Beispiel die beiden Nadelbeleuchtungen aus Aluminium mit unterschiedlicher Farbtemperatur.

Fazit unterm Strich? Denon liefert erneut Prime. Einem Technics den Rang ablaufen wird auch der Denon VL12 Prime nicht, da bleibt die unüberwindbare Barriere des Mythos, aber der VL12 ist kein Stück weniger als ein massiver Brocken DJ-Plattenspieler mit Kraft und Stabilität.

Plus

  • kräftigster Motor auf dem Markt
  • Pitch-Range wählbar (+/- 8, 16 und 50 %)
  • LED-Ring als Design-Objekt
  • massives Gehäuses und hohe Standfestigkeit
  • schwerer Plattenteller
  • zwei Nadelbeleuchtungen mit verschiedener Farbtemperatur

Preis

  • Ladenpreis: 749,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Rotarier

    Wie sieht es denn beim Punkt „OEM“ aus? Dazu wurde ja nur eingangs kurz etwas gesagt.
    Und wie sind die Gleichlaufschwankungen oder das Ressonanzverhalten?

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      Bolle  RED

      Vermutlich kein OEM, Anzeichen dafür sind keine zu finden. Gleichlaufschwankungen <0,05 %. Resonanzverhalten im Betrieb sehr gut, keine Auffälligkeiten. Füße mit mehr Federweg als Technics, alles andere hängt primär von der Positionierung im Club ab.

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    llIIllIlIIIlllIIllI  

    Was bedeutet OEM in dem Zusammenhang? Das Teil sieht gut aus! Wenn ich nicht das Glück hätte, meinen Technics 1210er hier stehen zu haben käme der Denon in die nähere Auswahl. Robust, schlicht und ohne sinnlose Features. Schön!

    • Profilbild
      Bolle  RED

      OEM bedeutet original equipment manucaturer. Dies wird in vielen Branchen benutzt. Es gibt einen Hersteller von Produkten, der diese nach Kundenwünschen in Aussehen und Funktionsumfang häufig ein wenig baukastenmäßig für eine Firma fertig. Die aktuellen DJ-Plattenspieler stammen z.B. nahezu alle von der Firma Hanpin, entwickelt in Taiwan, produziert in China – auch wenn der Name einer Herstellers im DJ-Bereich auf dem Gerät steht.
      Ebenso kennt man es von Küchengeräten, Kühlschränken oder Waschmaschinen. Selbst bei KFZs steckt ja häufig unter einem Porsche, Audi, VW und Skoda dieselbe Technik.

  3. Profilbild
    djroman@amazona

    Ich habe eine Frage zur Plattentellerbeleuchtung auf der rechen Seite. Da der Plattenteller keine verschieden großen Punkte am Rand hat, sondern nur Striche, kann man hier keine Geschwindigkeiten ablesen, oder sehe ich das falsch?
    Also hat diese Beleuchtung keine Funktion und muss auch keine Strobe-LED sein.

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Hi Roman,

      ja, genau, die Striche haben die selbe Funktion wie die kleinen Punkte. Bei Wechsel von 33 zu 45 RPM ändert sich auch das „Licht“, aka die LEDs die Frequenz. Stehende Strich signaliseren dann die 0 % Pitch-Position.

  4. Profilbild
    Michael S.

    Vielen Dank für den Test, Bolle. Ich verschlinge die TTL-Test begierig und warte auf einen gleichwertigen Technics-Ersatz was die Clubtauglichkeit betrifft. Und da scheint es bei allen Anwärtern die Schwäche Resonanz-Verhalten, oder besser Feedback-Verhalten zu geben, oder zumindest sind kaum aufschlussreiche Infos zu finden. Insofern würde mich brennend ein entsprechender Test interresieren (Nadel auf Platte legen, Verstärker/-ung langsam hochfahren, u.U. auf TTL-Geäuse klopfen). Im Netz gab es mal einen aufsschlussreichen, aber leider gelöschten Test, in dem der Pioneer-TTL kläglich gegen den Technics versagt hat. Letzterer gab einfach keinen Mucks von sich, auch nicht nach Anklopfen. Der Pioneer dagegen brüllte mit 90Hz, glaube ich, los. Ich selbst hatte den Test mit meinen Numark-TTX durchgeführt: Feedback bei unangenehmen 80Hz, was ich auch im parktischen Einsatz schmerzlich nachvollziehen konnte, trotz schwerem gummiertem Teller und Gehäuse -> clubuntauglich. Sicher kommt es auf viele Dinge, wie z.B. den Abstand/Position der Abhören an. Aber wenn den Vergleich mal Einer durchziehen könnte, mit immer gleichem Versuchsaufbau und mit allen relevanten TTL-Anwärtern, wär das aus meiner Sicht ein riesiger Info-Gewinn.

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Hi Michael, was ich dir sagen kannst ist, dass es hier keine Auffälligeiten gab. Der Technics ist da tatsächlich weit vorn und es kommt erst zur Übertragung auf den Toarm bei starkem Klopfen und dann im tieffrequenten Bereich. Negativ aufgefallen ist es mir beim Stanton ST-150 M2 oder STR-8M2. Der resonierte massiv auf der durch die Metalloberfläche.
      Dazu gibt es glaube ich auch Soundbeispiele im Test..

      Ich hab den VL12 leider nicht mehr hier, sollte sich das aber ändern, mach ich Aufnahmen und gebe dir eine Info! Resonanzen gab es meiner Erinnerung nach keine, das wäre mir aufgefallen. Ob er natürlich so dermaßen „übertragungsfrei“ wie der Technics ist, weiß ich nicht mehr genau, da müsste man tatsächlich mal gegen messen mit einem relativ gleichen Versuchsaufbau.
      Sagen wir: Bierflasche aus 30 cm :)
      Ok, das vielleicht nicht, aber versprochen, wenn ich den noch einmal hier habe, liefere ich das nach.

  5. Profilbild
    Bloom  

    Oha der Bericht hört sich super an, da ich mir schon lange mal wieder TTs zulegen wollte um diese mit VirtualDJ Pro als Timecode Setup als auch für nomale Vinyls nutzen möchte.
    Passt mit Sicherheit gut mit meinem DJM-S9 zusammen.

  6. Profilbild
    Bloom  

    Der S9 funktioniert super gut mit VirtualDJ.
    Allerdings gibt es noch einen kleinen Pferdefuß mit den zusätzlichen effekten die man über die Software Effekt Version auslösen bzw. zuweisen kann. Das ist meines Erachtens nich nicht ideal gelöst, aber ansonsten einfach nur TOP!!!!
    http://vir.....index.html

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