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Vintage Guitar Classics: Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

NEUE VINTAGE SERIE: E-Gitarren

30. Juli 2022
Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Im ersten Beitrag der Reihe Vintage Guitar Classics geht es um eine Fender Hardtail Stratocaster von 1971, eine E-Gitarre ohne Vibrato, die langsam aus dem Schatten der bekannten Schwester tritt und immer gefragter ist.

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Man kennt das: „70er-Jahre Strats sind zu schwer! Drei-Punkt-Hals-Befestigung geht gar nicht! Und dann dieser Bullet an der Kopfplatte!!! Und die billigen Guss-Saitenreiter auf dem Vibrato, neee …“ Der amerikanische Hersteller Fender hatte es nicht leicht in den 70ern – und in den Jahrzehnten danach blieb an den Stratocaster-E-Gitarren dieser Dekade immer noch der Makel kleben, sie seien alle Schrott. Auf dem Gebrauchtmarkt bekam man sie vor 20 Jahren noch geschenkt, bis sich, im Zuge des Vintage-Booms, auch hier plötzlich die neuen Tarife an die alten Ladenpreise annäherten, diese dann überholten, um schließlich komplett abzudriften. Plötzlich waren sie cool. Und jeden Tag wird es schwieriger, eine bezahlbare 70er-Jahre-Stratocaster zu finden; zumindest eine von vor 1977 und unter 5 kg Kampfgewicht.

So funktioniert’s auf dem Vintage-Markt. Die Gitarren sind noch die gleichen wie damals und wie bei allen Instrumenten, gibt es auch hier Licht und Schatten. Wir stellen eine ganz seltene, sehr positive Ausnahme von allen 70s-Strat-Regeln vor: Denn diese Fender Hardtail Stratocaster von 1971 ist wirklich anders als die anderen.

Eine Fender Stratocaster ohne Vibrato

Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Bei diesem 1971er-Modell der damals schon 17 Jahre alten Fender Stratocaster war (noch) alles anders als bei späteren Strats. Denn sie hatte noch keinen Bullet zur Halseinstellung auf der seit 1965 üblichen großen Kopfplatte, außerdem war der Hals noch mit vier Schrauben am Korpus befestigt und die Saitenreiter waren noch aus dem gebogenen Stahlblech mit Fender-Prägungen gefertigt. Moment, da fehlt doch was? Richtig: Das Stratocaster-Markenzeichen „Tremolo“ – korrekt ein Vibratosystem aka Whammy Bar, bei deutschsprachigen Gitarristen der Spätsteinzeit auch als Jammerhaken bekannt – ist hier nicht zu sehen. „Hardtail Stratocaster“ nannte man diese Variante, und wenn man bedenkt, wie viele Gitarristinnen & Gitarristen wirklich nicht mit dem Vibratohebel umgehen können, sei es in puncto Einstellung oder auch was den kreativen musikalischen Einsatz angeht, war die Hardtail-Alternative durchaus ein sinnvolles Angebot.

Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Hier ein paar Fakten zur abgebildeten Schönheit, einer 1971 Fender Hardtail Stratocaster, die sich mit 51 Jahren sehr gut gehalten hat:

+ Erle-Korpus mit 3-Tone-Sunburst-Lackierung
+ einteiliger Ahorn-Hals
+ Palisander-Griffbrett, aka Rosewood-Fingerboard
+ 21 Bünde
+ große Kopfplatte ohne Bullet mit originalen F-Logo-Tunern
+ Fender Grey-Bottom-Singlecoil-Pickups
+ nicht originaler 5-fachder Tonabnehmerwahlschalter
+ Hardtail-Bridge mit Pat.Nr.-Saitenreitern aus gebogenem Blech
+ Vierpunkt-Halsbefestigungsplatte
+ Gewicht: 3,3 kg
+ Marktpreis 2022 ca. 10.000 bis 12.000 Euro

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Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Wie klingt eine Hardtail-Strat?

Rein schwingungstechnisch macht dieser statische Saitenhalter schon einen großen Unterschied: Die Saiten werden durch den Korpus gezogen und laufen dann, mit ordentlich Druck, über die Saitenreiter. Die Schwingung bleibt nicht im mehr oder weniger schwebenden Vibratosystem hängen, sie wirkt sich auch direkter auf den Body aus – bzw. die Saite schwingt jetzt wirklich zwischen den Fixpunkten Mechaniken/Sattel und Saitenreiter/Hardtail. Keine Frage, dass ein Hardtail-Instrument auch immer anders klingt und schwingt als ein Instrument mit Vibrato. Anders heißt aber keinesfalls, dass hier irgend etwas besser oder schlechter ist – es sind einfach zwei bautechnische Möglichkeiten mit unterschiedlichen schwingungstechnischen Konsequenzen.
Wer auf ganz viel Sustain steht, wird wohl mit einer Hardtail-Stratocaster glücklicher werden, wobei aber das charakteristische Obertonverhalten eines sauber eingestellten Vibratosystems ebenfalls seinen Reiz hat, weil es brillanter klingen kann. Diese Brillanz fehlt manchen Hardtail-Gitarren, die etwas runder und mittiger rüberkommen. Da es aber noch zig andere Faktoren gibt, die das Klangbild beeinflussen (Hölzer, Saiten, Plektrum, Anschlag, Kabel, Verstärker, Sound-Einstellung …), wage ich zu behaupten, dass es nur wenig Menschen gibt, die im musikalisch-praktischen Alltag den Unterschied zwischen einer Hardtail- und einer Vibrato-Strat im Blintest raushören würden.

Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Anmerkung: Zu diesem Thema, das ich hier sehr subjektiv und erlebnisorientiert beschrieben habe, gibt es auch konträre wissenschaftliche Meinungen. Eine gute Informationsquelle ist die Website von Professor Dr. Manfred Zollner: www.gitarrenphysik.de . Eine These, die Dr. Zollner auch belegt, lautet: „Die Les Paul hat gegenüber der Strat das kürzere Sustain, der ABR-1-Steg und das Stop-Tailpiece vernichten mehr Schwingungsenergie als das Strat-Tremolo (aka Vibrato).“ Interessant!

Zur Geschichte der Fender Hardtail Stratocaster

Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Hardtail-Stratocasters gab es übrigens von Anfang an und schon in den ersten Fender-Katalogen von 1954 war vermerkt, dass man das neue Instrument auch ohne Vibrato bestellen konnte. Die Hardtail-Version war sogar etwas preiswerter, denn man zahlte statt $ 249,50 nur $ 225. Diese Gitarren hatten auch ein etwas anderes Logo auf der Kopfplatte, ohne den Zusatz „Synchronized Tremolo“.

Fender Hardtail Stratocaster (1971) E-Gitarre

Laut Vintage-Experte Carlo May finden sich in den Firmenbüchern von Fender Belege, dass bereits im ersten Produktionsjahr 1954 80 dieser Fender-Logos geordert wurden. Über welchen Zeitraum diese 80 Hardtail-Strats wirklich verkauft wurden, ist nicht bekannt. Ohne Frage wollten die meisten Fender-Kundinnen und -Kunden die futuristische Stratocaster mit Hebel.

Wer spielte eine Fender Hardtail Stratocaster?

Einer der bekanntesten Hardtail-User dürfte Robert Cray sein. Aufgrund seiner großen Popularität im Grenzbereich zwischen Blues, Soul und Pop, entschloss sich Fender ab 1990, Cray diverse Signature-Modelle, von der günstigen aber guten Mexico-Strat bis zu hochpreisigen Custom-Shop-Modellen zu widmen. Vorbilder waren Robert Crays Lieblings-Strats aus den Jahren 1958 und ‘64.

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Kenny Wayne Shepherd ist ebenfalls ein Hardtail-Fan und er spielt neben seiner 1961er Sunburst-Strat (mit Vibrato) auch eine 1958er und eine ’59er Hardtail:
„Leute, probiert mal eine Hardtail-Strat aus! Für mich ist sie eigentlich die ansprechendere Gitarre. Ich mag es, das Tremolo für die Momente in der Show zu haben, wo es notwendig ist, einen Effekt oder einen speziellen Sound zu erzeugen. Aber ich bin nicht Jeff Beck, der das Tremolo während seiner gesamten Performance sehr konsequent einsetzt. Ich benutze es ja nur hier und da – vielleicht sechsmal während einer zweistündigen Show. Es ist ein Effekt.“
Kenny Wayne Shepherd ist Fan: „Diese Hardtail-Gitarren klingen so echt! Auch wenn sie nicht an einen Amp angeschlossen sind, klingen sie resonanter und lauter, weil die Saiten direkt durch den Korpus laufen. Das Bridge-Blech ist einfach direkt mit dem Korpus verbunden und da gibt es keine Luft dazwischen. Ich glaube, dass man mit einer Hardtail-Strat einen glockigeren, echten Stratocaster-Sound erzeugen kann. Sie funktionieren großartig für mich!“
Interessant fand ich, kein einziges Video zu entdecken, dass Kenny Wayne mit einer vibratofreien Strat zeigt. Er lebt seine Liebe wohl eher zu Hause.

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Und dann ist da noch Nile Rodgers, der Modern-Funk-Inventor, der ebenfalls ein Signature-Modell seiner „The Hitmaker“ genannten Lieblingsgitarre bekam, einer 1960er-Hardtail-Strat mit ‘59er Maple-Neck. Von Madonna über Chic und Sister Sledge bis zu Duran Duran, David Bowie und Daft Punk, hat Nile Rodgers bei unzähligen Hits seine charakteristische Rhythmusgitarre eingespielt, teilweise war er auch Produzent und Co-Songwriter.

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Neben weiteren Größen wie Billy Gibbons und Ron Wood outete sich zuletzt auch Blues-Rock-Wiederbeleber Joe Bonamassa als Hardtail-Lover: „Die am besten klingenden Strats, die ich je gespielt habe, entweder meine eigenen oder von anderen, hatten eins gemeinsam: Es waren alles Hardtail-Strats!“ Und schwupp, gehen die Preise rauf. Wobei Joes Favoritin, eine 1955er-Hardtail in Sunburst mit Maple-Neck eh schon unerschwinglich ist. Vor einiger Zeit kam dann auch noch eine rote 1964er mit Rosewood-Griffbrett in sein Leben.

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Ein paar Gedanken über Vintage-Markt-Preise

Ich hab’s genau gesehen, wie du eben auf die Zeile „Marktpreis 2022 ca. 10.000 bis 12.000 Euro“ reagiert hast! Kopfschütteln. Geht mir genau so. Ist aber andererseits kein Thema, weil wir wahrscheinlich beide nur an wenigen Tagen der Woche mal 10K übrig haben.

Ja, so ist es: Die amerikanischen Fender-Originale aus den Seventies kosten inzwischen das Vier– bis Zehnfache ihres ursprünglichen Preises. Und wie bereits anfangs erwähnt, waren sie in den 80ern so ungeliebt, dass sie oft für ein Drittel des Neupreises über die Gebrauchtladentheke gingen. Damals hätten wir die schöne Hardtailerin noch für 600 D-Mark bekommen …

Und jetzt sind also die 70er-Jahre Kult und Geld, das nur auf dem Bankkonto schläft, verdampft – daher sind es nicht nur praktizierende Musiker und Liebhaber, die sich solche Instrumente kaufen. Und solche von vor 1970, die ja dann so richtig teuer werden.

Wer auf alte Instrumente steht, kann aber auch mit weniger Geld Spaß haben: Heute kosten gebrauchte Japan-Strat-Kopien zwar auch oft doppelt so viel wie mal ursprünglich im Laden und gute Squier-JV- und Fender-Japan-Modelle der 80er haben sich im Preis tendenziell verdreifacht bis vervierfacht – überzeugen aber immer noch durch eine sehr akzeptable Preis-Leistungs-Relation. Gute alte Gitarren für wenig Geld sind noch zu finden! Und übermorgen nennt sie dann jemand Vintage-Klassiker. That’s the way …

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STORY & FOTOS: Lothar Trampert

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Forum
  1. Profilbild
    amyristom AHU

    Mich als Laien auf diesem Gebiet würde an dieser Stelle interessieren:
    – War die Verdammung der 70er Jahre Strats in den 80ern nun haltlos oder hatten die damals eigentlich recht und die jetzige Begehrtheit dieser Gitarren ist an sich völlig irrational?
    – Sind die 70er Jahre Strats NACH dem hier besprochenen ’71er Exemplar tatsächlich so mies wie es der Eingangsabsatz des Artikels suggeriert und was genau machte diese Exemplare dann so schlecht (und warum sind sie dann dennoch jetzt so gesucht)?

    • Profilbild
      LOTHAR TRAMPERT RED

      1/2

      Hallo amyristom,

      70er-Jahre-Strats sind nicht mies – die genannten baulichen Abweichungen von den klassischen 60s Strats gefielen eben vielen Musikern nicht. Es gab sicher auch einzelne schlecht gefräste Modelle, bei denen der Hals dann zu viel Bewegungsspielraum hatte, was mit der Dreipunkt-Halsbefestigung problematisch sein konnte. Und daher bevorzugten viele Fender-Player der 70er die älteren Modelle, die damals einfach gebrauchte und preisgünstige E-Gitarren waren.

      Ab 1977 waren mehrteilige Bodies mit Übergewicht weit verbreitet, und mit fünf Kilogramm Stratocaster am Hals spielt es sich nun mal nicht so ganz locker. Diese Gitarren (die teilweise trotzdem gut klingen können) sind bis heute eher unbeliebt. Dass spielbare 70s-Strats (bis Baujahr 1976) heute so gefragt sind, ist primär ein Vintage-Markt-Phänomen – denn sie sind noch bezahlbar. Irgendwann sind dann auch 80s- und 90s-Strats Vintage und Anlageobjekte. Rein musikalische Gründe sind in dem Fall meist sekundär.

      Wenn aber Musiker-Größen wie Joe Bonamassa plötzlich auf 70s Hardtail Strats aufmerksam machen, entdecken dann eben viele Fans diese besonderen Instrumente, die vorher niemand haben wollte. Und parallel dann auch die Vintage-Dealer, die steigende Preise wittern.

    • Profilbild
      LOTHAR TRAMPERT RED

      2/2

      Du hast Recht: Da ist einiges irrational. Ich finde es auch immer wieder interessant, dass die teuersten Gitarren der Welt, Endfünfziger Gibson Les Paul Standards, zwischen 1961 und ’67 nicht mehr gebaut wurde, auch wegen mangelnder Nachfrage. Aber als dann britische Blues-Rock-Größen wie Clapton, Page und Beck mit den alten Brettern us den 50ern auftauchten, reagierten Fans und der Hersteller und dann war die Les Paul wieder ein Erfolgsmodell. Nach einer weiteren Schwächephase in den späten 70ern/frühen 80ern tauchte dann irgendwann Slash von Guns N’Roses mit dieser Gitarre auf, und dann war sie wieder der Hit.

      Du hast absolut Recht: In der Gitarrenwelt läuft einiges sehr irrational. ;-)

      LG, Lothar

        • Profilbild
          LOTHAR TRAMPERT RED

          Gerne!

          Ich glaube aber trotzdem, dass Gitarristen da noch anfälliger sind als die Synth-Freaks, denn sie haben eben nicht die eine Taste, die sie drücken, sondern noch jede Menge Voodoo-anfällige Parameter wie Saitenstärke, Plektrumdicke und -Material, Pickups, Regler, Widerstände und goldene Ausgangsbuchsen in die man bei Mondschein gelötete Kabel mit Tweed-Ummantelung stöpselt. Da gibt es immenses Diskussionspotenzial! ;-)

          Andererseits klingen zwei Gitarristen am selben Instrument mit identischer Einstellung u.U. extrem unterschiedlich. Das gilt aber auch für baugleiche Instrumente, denn Holz ist ein organisches Material – 1973er Fender Strat ist nicht gleich 1973er Fender Strat. OK, bei Synths gibt es die Bauteiltoleranzen …

          Interessantes Thema. Wir tun am besten weiter, was uns gefällt! ;-)

    • Profilbild
      maher

      Der Vintage Markt ist leider insgesamt völlig irrational. Ich kann mich noch daran erinnern als solche Gitarren maximal 4000€ kosteten und es hieß, dass es dumm sei die zu kaufen weil eigentlich alle Schrott sind.Das ist sicherlich falsch. Habe selbst schon eine exzellente 71er Strat gespielt, die besser war als die meisten CS Strats, aber schlechter als eine 64er im direkten Vergleich. Dass eine 70s Strat 12.000€ und mehr kosten soll ist dennoch total absurd. Leider gelangen gute Gitarren somit nicht mehr an „Player“. Es gibt nur noch Leute die aktiv Musik machen, sich aber maximal ne völlig überteuerte CS Relic (auch mittlerweile mindestens 4000€ und damit 1500€ teurer als vor 10 Jahren) oder Sammler die Gitarren im Wert von hunderttausenden Euros verstauben lassen.

      • Profilbild
        LOTHAR TRAMPERT RED

        Hallo Maher, natürlich hast du Recht mit der Preisentwicklung. Diese Phänomen kennt man ja auch aus anderen Bereichen, von alten Schallplatten, Kunstwerken etc. Und die Preise für eine Tasse Kaffee in mancher europäischen Innenstadt, geschweige denn von Wohnraum, finde ich auch absurd.

        Die andere Seite ist, dass z.B. Menschen sehr dezent reagieren, wenn man sie auf wirklich interessante und qualitativ hervorragende Instrumente hinweist, die bisher noch kaum jemanden interessieren und die daher noch bezahlbar sind. Da bleiben sie lieber in der Herde und kaufen weiter überteuerte CS-Ware oder schlecht verarbeitete „neue SG-Klassiker“ für 1700 Euro als eine alte Japan-Squier oder eine hervorragende Burny Les Paul. Das ist die breite Masse.

        So gesehen sehe ich die Geschichte mit den Sammlern locker, und viele von ihnen sind ja sammelnde Musikerinnen & Musiker (G.A.S.!!! ;-) ) Ich finde, es spricht nichts dagegen, sein Geld in gute Instrumente anzulegen – vor allem nicht, wenn man Musik liebt.

        Ja, und wenn mehr Leute so denken, dann regiert eben der Markt. Ich glaube nicht, dass wir aus der Nummer rauskommen.

        Viele Grüße
        Lothar

  2. Profilbild
    Ben

    Vielen Dank für den ausführlichen Artikel. Ich selber bin kein guter Gitarrist und Instrumente sind eine sehr subjektive Angelegenheit, aber ich habe eine der angesprochenen Squier aus der frühen JV Serie und es ist mit Abstand die Gitarre mit der ich mich am wohlsten fühle. Ich hab sie vor 15 Jahren für 200€ gebraucht gekauft, weil ich so begeistert war wie gut sie sich bespielen lässt. Das die ersten Squier Modelle einen guten Ruf haben wusste ich damals nicht. Wenn man die Chance hat kann ich nur sehr ans Herz legen so ein Modell einmal anzuspielen.

    • Profilbild
      LOTHAR TRAMPERT RED

      Hallo Ben,

      zu dem Kauf kann ich dir nur gratulieren! Deine Squier-JV-Gitarre ist nicht nur großartig was Verarbeitung und musikalische Qualitäten angeht, sie wird, je nach Modell, heute zwischen 800 und 1600 Euro gehandelt. Mein Tipp für heute noch günstige Strat-Kopien sind weiterhin auch Maya-, Westone- und Luxor-Gitarren, überwiegend aus der Fertigung von Matsumoku. Da bekommst du für 400 bis 600 Euro ganz viel Vintage-70s-Flair fürs Geld. Und die werden auch nicht günstiger … ;-)

      LG, Lothar T

  3. Profilbild
    Prince1999

    Glückwunsch auch zu diesem Hammer-Artikel – großes Kino – vielen Dank!!!! Hoffe da kommen noch weitere Perlen.

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