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Blue Box: Doepfer MS-404

2. April 2011

Doepfer MS-404

Während auf dem Gebrauchtmarkt der Handel mit angesagten Analog-Sauriern floriert und manche Oldies zu schlichtweg unanständigen Preisen die Besitzer wechseln, schickte sich 1994 Dieter Doepfer mit dem monophonen MS-404 an, einmal mehr den Preiskampf nach unten hin zu eröffnen. Keine 600,- DM musste seinerzeit der TB303 Süchtige für den deutschen 1HE-Clone entrichten – und hatte trotzdem volle manuelle Kontrolle über alle Soundparameter.

Wie die Geschichte zeigte, war und ist der MS404 weit mehr als ein TB303 Clone und irgendwie auch deutlich weniger, denn den Sound des Klassikers vermochte auch er nicht identisch nachzuahmen.

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Klangaufbau

Der MS-404 verfügt über einen VCO mit nachgeschaltetem resonanzfähigem VCF (Tiefpass, 24dB) und einen Hüllkurvengenerator (ADSR) sowie zwei LFOs, wovon der eine dem VCO, der andere der Filtersektion zugeordnet ist. Der VCO liefert wahlweise eine Rechteck- oder Sägezahnschwingung, alternativ produziert der MS-404 aber auch Rauschen und gestattet ferner das Zuführen eines externen Signals. LFO 1 moduliert entweder die Oszillatorfrequenz oder die Pulsbreite der Rechteckschwingung, wobei durch die enorm weite Auslegung der LFO-Frequenz (vom Minuten- bis hin in den Audiobereich, anzuwählen per Kippschalter) äußerst vielfältige Klangmanipulationen möglich sind. Neben der eigentlich LFO-Frequenz, die zusätzlich über eine blinkende LED angezeigt wird, lässt sich natürlich auch noch die Stärke (Level) des LFOs regeln. Ein Glide- und Tune-Poti komplettieren die VCO-Sektion.

Der 24dB-Tiefpass gestattet zunächst den üblichen Zugriff auf die Filterfrequenz und -resonanz („Emphasis“ – bis zur Selbstoszillation einstellbar), ein „Tracking“-Kippschalter legt fest, ob die VCF-Frequenz der des VCO komplett, halb oder gar nicht folgen soll. Über das Envelope-Poti bestimmt man schließlich, wie stark die Hüllkurve auf den VCF Einfluss nehmen soll. Der Filter-LFO wurde ebenso breitbandig ausgelegt wie sein VCO-Kollege.

Die Hüllkurven-Abteilung bietet mit den vier Potis Attack, Decay, Sustain und Release gewohnte Analogkost, und zum VCA wäre lediglich anzumerken, dass über den Accent-Regler festgelegt werden kann, wie stark sich die MIDI-Anschlagsdynamik auf die Hüllkurve auswirkt.

2_MS404_b.jpg

Anschlüsse

Die Integration in ein MIDI- oder CV-Gate-System ist dank entsprechender Schnittstellen kein Problem.

Im Detail: MIDI gibt es als In und Thru, CV und GATE sind mit jeweils einer Buchse ausgelegt und lassen sich im Gerät relativ problemlos als Ein oder Ausgänge definieren. Ein externer Audio-In erlaubt das Zuführen von Audiosignalen. Den MS404 als Filterbox einzusetzen ist also kein Problem. Bleibt nur noch der monophone Audioausgang zu erwähnen.

Strom erhält der MS404 über ein internes Netzteil.

Apropos MIDI: Natürlich erlaubt der MS-404 auch die Steuerung wichtiger Parameter via MIDI. Diese sind: VCF-Frequenz, Lautstärke, Sustain und Glide, wobei ich persönlich die Kontrolle über die LFO-1 Frequenz ein wenig vermisse.

Forum
  1. Profilbild
    Eylhardt

    Bin auch ein MS 404 Fan. Meiner hat allerdings ein internes Netzteil.

    Einziger Mäkelpunkt: der Ausschalter auf der Rückseite. Das ist bei einem Rackgerät einfach doof.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 2

      War ein klassischer „Verschreiber“. Logo – internes und nicht externes Netzteil. Danke für Deine Aufmerksamkeit.

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