Die Grünen: Keine Trennung zwischen E- und U-Musik

4. März 2021

Grünen-Chef: Trennung von E- und U-Musik muss fallen!

Ein ganz heißes Eisen hat er da angesprochen, der Robert Habeck! Die Trennung von E- und U-Musik müsse fallen, forderte der Grünen Chef in einem Interview mit der deutschen Ausgabe des Rolling Stone Magazins. Gerade jetzt, angesichts der Pandemie, würde deutlich, dass viele der verantwortlichen Politiker*innen gar nicht so recht wüssten, wie die Kulturbranche arbeitet und dass es deutlich mehr Tätigkeitsmodelle gäbe, als nur Angestellte oder Selbstständige.

Was ist eigentlich U- und E-Musik?

Die Trennung von E- und U-Musik hat eine lange Geschichte und ist umstritten. E- Musik steht für „Ernste Musik“, U- Musik dagegen für „Unterhaltungsmusik“. Am besten dazu mal den Wikipedia-Artikel konsultieren:

Robert Habeck: Trennung von E- und U-Musik muss fallen!

„Es gibt sozusagen zwei dominierende Vorstellungen: Entweder man ist angestellt und bekommt jetzt in Corona-Zeiten Kurzarbeitergeld oder man ist selbständig und kriegt Unterstützung für laufende Kosten. Dass man aber Kreative*r ist, kaum laufende Kosten hat und dennoch einen Unternehmer*innenlohn braucht, findet in der Wahrnehmung nicht statt.“ So Habeck gegenüber dem Rolling Stone. Das sei aber nicht nur in der Kreativbranche der Fall, sondern allgemeingültig für alle Soloselbstständigen im Dienstleistungsbereich. Dass diese Berufsgruppe in Krisenzeiten sozial nicht abgesichert sei und keine Lobby habe, zeige sich gerade jetzt, während der Pandemie, überdeutlich.

Robert Habeck Pressefoto

Robert Habeck,  © Pressefotos, Copyright by Urban Zintel

Grundsätzlich hält Habeck die Initiativen, die sich jetzt aufgrund der Umsatzeinbrüche durch die Pandemie bilden, für gut und richtig, weil sich dadurch die komplette Branche Gehör verschafft.  Es gehe aber nicht nur darum, den Blick auf einzelne Kreative zu lenken, sondern um die Form der Arbeit, die bislang nicht richtig in den Blick genommen worden sei.

Deutschland, das Land der Dichter und Denker

Es sei an der Zeit, die grundsätzliche Bedeutung von Kunst und Kultur in den Blick zu rücken. Gerade in Deutschland, dem Land, das stolz auf sein Klischee als Land der „Dichter und Denker“ verweise, würde die Bedeutung von Kunst und Kultur seitens der Politik in Wahrheit eher als „Ornament“ gesehen. Ist die Kultur also nicht mehr als ein schmückendes Beiwerk? Wenn man Robert Habeck fragt, dann wird man genau das zur Antwort bekommen.

Deutschland sei, so Habeck, mehr als das Bruttoinlandsprodukt und die Schuldenbremse. Was aber müsste laut dem Grünen-Chef passieren, damit die Politik auch tatsächlich ins Handeln kommt? Habeck fordert hier „massive, öffentliche Investitionen in die öffentlichen Räume, Mindestsicherheiten für Kreative und eine gleichberechtigte Wertschätzung aller Kulturformen in der Förderung, um damit die Unterscheidung zwischen E- und U-Musik aufzuheben.“ Es müsse „eine Art Renaissance geben“, die man dann auch politisch fördern könne, zum Beispiel indem leerstehende Gebäude kulturell genutzt werden könnten und öffentliche Räume künstlerisch aufgewertet werden. Kultur müsse politisch aufgewertet werden. Und zwar „mit Liebe zum Diskurs, nicht nur bürokratisch“.

Und auch eine Frage der GEMA-Ausschüttungen

Überhaupt stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob die Trennung von E- und U-Musik zeitgemäß und gerecht ist. Die GEMA zum Beispiel unterscheidet in ihren Ausschüttungen nach genau diesem Kriterium. Und die Ausschüttungen an die Vertreter der E-Musik fallen derzeit noch üppiger aus, als die an die Unterhaltungsbranche.

Was meint ihr? Hat die Kunst- und Kulturszene in Deutschland den Stellenwert, den sie verdient? Oder fallen wir Kulturschaffenden durch alle Raster der Bürokratie? Hilft die Trennung von E- und U-Musik auf dem Weg zu mehr Wahrnehmung durch die Verantwortlichen in der Politik? Diskutiert mit uns!

Forum
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    citric acid  

    Machen wir jetzt Wahlkampf ?

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      Tyrell  RED 121

      Ne, aber wir fanden es ein spannendes Thema, da es ja wirklich um bare Münze geht. Die Partei die das aufs Tablett bringt, spielt dabei erst mal gar keine Rolle. Interessanter ist die Frage, warum die GEMA überhaupt zwischen den beiden Sparten unterscheidet und wer letztendlich entscheidet, was nun U und E ist. Ist doch eine Diskussion wert, oder?

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        Markus Galla  RED

        In der E-Musik gibt es halt viel mehr Interpreten als Komponisten. Wenn nun jemand Musik von Bach aufnimmt oder aufführt, dürften wohl eher keine Tantiemen an den Komponisten abgeführt werden. Laut GEMA gilt das wohl auch nur für das Aufführungs- und Senderecht. Wahrscheinlich kommen außer bei neueren Werken der E-Musik auch gar keine Gelder bei der Aufführung von Musik lange toter Komponisten rein. Bei der Sendung von Aufnahmen schon eher. Deshalb sieht wahrscheinlich der Verteilungsplan anders aus.

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        kiro7  

        Ja das ist in der Tat eine Diskussion wert, aber ohne Parteibezug, großes GRÜNE Banner und noch größeres Foto von Habeck. Ich dachte ich seh nicht recht… Ich finds unmöglich…

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          Jan Steiger  RED

          Habecks Äußerungen sind der Anlaß für diesen Artikel. Und der ist nun mal Politiker. Und siehe da, wir reden drüber…. Wäre die Diskussion von den Wildecker Herzbuben angestoßen worden, hätte ich ein Bild von denen eingepflegt. Ich glaube nicht, dass auch nur ein einziger unserer Leser jetzt seine Wahlentscheidung überdenkt.

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            kiro7  

            Die Diskussion wurde schon von Vielen angestoßen. In Print und Web. Und auch von freischaffenden Künstlern wie Dich, und auch ohne Trigger einer Partei. Ich bleibe dabei, das Ganze wäre auch so wie hier sonst üblich möglich gewesen. Somit bleibt bei deiner Intention und der Darstellung hier ein gewisses „Geschmäckle“.

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            filterfunk  

            Wozu dann das hochglanz Photoshop Bild von Habeck – war das notwendig, um die Sachlage darzustellen?
            Man hat sich schon daran gewöhnt, dass Habeck in den Medien fast immer in vorteilhaften Posen dargestellt wird.
            Das man sich nicht bewusst ist, dass hierdurch eine positive Wirkung erzeugt wird, die politische Präferenzen beeinflussen kann, halte ich für ziemlich dreist!

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              Stephan Merk  RED

              Also Leute, war das jetzt wirklich nötig? – Der Text ist gut geschrieben und ernsthaft wegen der Beitragsbilder empfindet man das als dreist und reicht direkt die eigene politische Haltung mit durch? Man hätte sich stattdessen einfach auf das Thema beziehen können…

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                filterfunk  

                Neutrale Darstellung von politischen Inhalten sollte normal sein.

                Wir haben uns leider daran gewöhnt, dass dem nicht so ist.

                Die Bebilderung dieses Artikels ist eindeutig tendenziös.
                Was wäre denn gewesen, wenn Sachverhalte vom gegenüberliegenden politischen Lager in dieser Form publiziert worden wäre?
                Die Empörung wäre groß und der berechtigte Vorwurf, diesen Inhalten eine Plattform zu geben wäre sofort präsent.
                Aber ist das demokratisch und fair?

                Ich denke nicht, dass sich Amazon als Plattform für politische Debatten, sieht – zumindest nicht über die im Artikel dargestellten Sache hinaus.
                Von daher sollte aus meiner Sicht auf tendenziöse Darstellung verzichtet werden, wenn man sich nicht in die Untiefen des politischen Diskurses begeben möchte.

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        Klangkleptomane

        Naja, U-Musik wird von den E-Musik-Snobs, die den größten Anteil im Gema-Aufsichtsrat stellen, schlichtweg nicht als Kunst gesehen. Man bewegt sich ja in der Hochkultur, so Dinge wie Popmusik sind da nur Geldbringer, aber trotzdem niederwertig. Der Fisch stinkt immer am Kopf.

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      Jan Steiger  RED

      Nein, kein Wahlkampf. Aber es scheint mir, als sei Habeck ein Mann, der die Realität im Kreativ-Business zu erkennen scheint. Die Diskussion, welche Musik nun „staatlich anerkannt“ ist, sollte dringend geführt werden. Ich erinnere daran, dass seit Beginn des Lockdowns Musiker mit Verträgen an Staatstheatern anders behandelt und unterstützt werden, als wir Freelancer

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        citric acid  

        Ja jan, das stimmt auch zu 100% da bin ich voll und ganz bei Dir!

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        kiro7  

        Neiiiin kein Wahlkampf, natüüürlich nicht, wo denken wir hin! Einfach mal ein x-beliebiges Statement von Hr. Habeck groß aufziehen, „Lasst uns da mal drüber diskutieren! (Das findet Ihr doch bestimmt auch gut was der sagt, gell?? :-)“ Der Artikel /Diskussionsthema wäre ohne Bezug zu dieser Partei hier natürlich gar nicht möglich gewesen.

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      citric acid  

      hatte mein Kommentar gelöscht! Warum ist der noch zu sehen ??? Obwohl noch keiner kommentiert hatte !!!!

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        Tyrell  RED 121

        Hat sich vielleicht überschnitten, könnte sein, dass dann derLöschbefehl nicht greift, keine Ahnung. War aber doch von dir eine berechtigte Frage.

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          citric acid  

          ok das mag sein. :)
          Ja war auch nur ne Frage ,ich bin bei Berichterstattung für Neutralität. Der Inhalt des Text war /ist aber auch berechtigt !!

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      moinho  

      Wir nicht, aber Habeck sicherlich schon. Ich kann mich zumindest nicht dran erinnern, daß er sich schonmal für Interessen der Künstler (oder wenn ich das weiterdenke: der Bürger) interessiert hatte.

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        AMAZONA Archiv

        Habeck ist selber Schriftsteller. Er hat sich schon oft zu Kulturfragen geäußert.

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    Florestan

    Also grundsätzlich finde ich es ja sehr sympathisch, wenn das Vergütungsmodell für durchdachte, kunstvolle und „neue“ Musik für Künstler attraktiver ist, als es für music for the masses ist. Für die U-Musik ist es doch sowieso leichter, Geld zu verdienen: Sie ist ja meist darauf ausgerichtet! Das große Problem dabei ist schon immer: Wer entscheidet über U- und E-, Kunst und Kommerz? Schon jeder Leser dieser Zeilen wird eine andere Meinung zur Musik des Kollegen haben.

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    AMAZONA Archiv

    Mir sind einige Dinge nicht klar. Was genau bedeutet die Trennung von U und E Musik konkret für den selbstständigen Kulturschaffenden? So wie ich es verstanden habe, verdient ein „E-Musik-Komponist“ mehr Geld wenn sein Werk aufgeführt wird als ein „U-Musik-Komponist“. Stellt sich die Frage, welche Werke heutzutage „E-Musik“ sind, ob das eine relevante Zahl an Menschen freiwillig hört und wie häufig so ein „ernstes“ Werk wirklich aufgeführt wird, gekauft wird bzw. im Radio läuft.
    Die Forderung nach einer besseren Behandlung Soloselbstständiger und von Kunst und Kultur im Allgemeinen ist voll und ganz nachzuvollziehen. Für den Bereich der Kulturschaffenden stellt sich mir persönlich nur die Frage, wie ein „Gehalt“ oder eine „Absicherung“ aussehen soll. Wie wären Arbeitszeiten zu werten? Was ganau ist „Kunst und Kultur“? Kann sich jeder „Künstler“ oder „Kulturschaffender“ nennen, oder muß das irgendwie geprüft werden? Wie wird Arbeitszeit nachgewiesen und vergütet? Ich halte das für schwierig bis nicht umsetzbar und würde mich über konkretere Vorschläge freuen. Es kann auf der anderen Seite nämlich auch nicht sein, dass sich jeder, der wenig Lust auf das Korstett eines geregelten Arbeitsleben hat, als „Kulturschaffender“ bezeichnen und ein Gehalt o.ä. beziehen kann, völlig unabhängig von zeitlichem Engangement und Output.

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    AMAZONA Archiv

    Boah. Beim erneuten Durchlesen von Herrn Habecks Gedanken platzt mir echt der Kragen.
    „[…] massive, öffentliche Investitionen in die öffentlichen Räume, Mindestsicherheiten für Kreative und eine gleichberechtigte Wertschätzung aller Kulturformen in der Förderung, um damit die Unterscheidung zwischen E- und U-Musik aufzuheben.“

    Wenn ich mir „öffentlich geförderte Kunst im öffentlichen Raum“ angucke, dann wird mir regelmäßig übel (eher so bezogen auf die „bildenden Künste“). Hier wird ja schon massiv Geld investiert. Was soll denn „gleichberechtigte Wertschätzung aller Kulturformen“ heißen? Und vor allem, was soll aus dieser „Wertschätzung“ folgen? Letztlich kann ja alles irgendwie „Kunst“ sein – man denke nur an die berühmte „Fettecke“.

    Wie soll man denn leerstehende Gebäude kulturell nutzen? Wir sind in Deutschland. Ich erinnere mich noch gut daran, wo eine Kneipe keine Life-Musik mehr anbieten durfte, da dort nicht genug Klos waren. (Und wenn Habecks Grüne an die Macht kommen, dann braucht es sicher noch Klos für die „Diversen“)

    Sinnvoll wären z.B. massive Steuererleichterungen für Clubs und Live-Musik-Veranstaltungen, reduzierte Mehrwertsteuer auf Instrumente, Mehr Kunst- und Musikunterricht in der Schule (bitte ohne politische Ideologie dahinter) etc..

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      Joachim

      Also der Kragen platzt mir nicht direkt, aber ich sehe das öffentliche Fördern von Kultur auch sehr zwiespältig… (Von der Pandemiezeit mal abgesehen!)

      Wer entscheidet, was förderungswürdig ist und was nicht?
      Werden sich auf die Dauer dann irgendwann „Staatskulturen“ bilden, die dann anderen „Unkulturen“ durch die Subventionen überlegen wären? (Oper VS Schranzclub ;-))
      Mir gefällt an vielen Kulturen aus dem Underground, dass sie eben nicht aus staatlichen Fördertöpfen gespeist werden, sondern unabhängig sind, also so „graswurzelmäßig“.

      Und nur weil eine Szene oder ein Kulturbereich selbst für Einnahmen und damit für seine Existenz sorgt, heißt das ja nicht, dass das Mainstream ist. Eine Technoparty in einer Halle hat ja auch Eintrittspreise.
      Und: In der DDR gab es staatlich unterstützte Kultur, DIE war dort aber der Mainstream.

      Sicherlich wäre der Ansatz besser, die staatliche Regulierung in der Kulturszene zu senken. Dazu gehören Steuern (Vergnügungssteuer LOL), Vorschriften, Verbote etc…. Hier im Ruhrgebiet bekommen so einige Kneipen, Clubs und Veranstalter Probleme, weil hinzugezogene (!) Nachbarn dann gegen die Lautstärke klagen. Die Stadt grenzt dann die Angebote ein. Hier müsste es mehr Bereiche geben, wo man einfach mal machen kann….

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    anttimaatteri   1

    Völlig richtige Forderung von Habeck.
    Kostet ihm und den Grünen auch nichts und Konsequenzen fürs „weiter so“ hats auch keine. :D

    Ich wäre übrigens auch für die EInführung von Toiletten für „Diverse“. EIn SUPERvorschlag von Ian Son.
    (gnihihihi)

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    CloudSounds  

    Eine kleine Erläuterung was U- und E-Musik ist, wäre ggf. ganz hilfreich gewesen… ggf. bin ich auch der einzige Depp, der das googeln musste…

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      Tyrell  RED 121

      Danke für den Input, die fehlende Erklärung haben wir soeben ergänzt :)

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    fanatic  

    Die Toleranz steigt mit dem Abstand zum Problem

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    lightman  AHU

    U und E ist ein Hirngespinst von Feuilletonisten und Leuten mit dem ganz langen Stock im Hintern, das für mich bisher allenfalls zur Belustigung eine Rolle gespielt hat. Mein halbes Leben habe ich mir anhören müssen, daß das, was ich mache, eigentlich keine Musik ist, da gebe ich nichts mehr drauf. Ich will keine Staatsknete und brauche schon gar keinen Habeck, der mal wieder zu wissen glaubt, was gut oder schlecht für uns ist. Lasse doch ihre U und E-Show weiter durchziehen und sich an Geldströmen aus teils zweifelhaften Quellen laben, davon wird deren Mucke nicht besser und unsere nicht schlechter.

    Ansonsten finde ich parteipolitische Themen auf Amazona überhaupt nicht gut, Intention hin oder her. Ihr seid Profis genug, um zu wissen, daß sowas schon aus Gründen der Fairness nicht wirklich funktioniert.

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      AMAZONA Archiv

      Was ein konstruktiver Beitrag, allerhand …
      Niemand, das kann ich dir garantieren, wird dir jemals Knete aufzwingen.
      Der Rest darf aber schon noch auch mal über Kulturpolitik sprechen, oder?

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        lightman  AHU

        Über Kulturpolitik kann man allemal reden, aber das klappt auch ohne Parteilogo und Agenturbild vom schönen Habeck.

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    justme  

    Zumindest mal etwas Neues von ihm ! Normalerweise gehen die Ideen zur Positionierung im Wahlkampf über Verbote und Reglementierungen nicht hinaus bei den Grünen…

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    tantris  

    Die etablierten Parteien versuchen gerade, sich immer mehr in unser Leben einmischen, alles zu reglementieren und uns zu kontrollieren. Dazu zählt auch der Vorschlag vom Herrn Habeck „Massive, öffentliche Investitionen in die öffentlichen Räume, Mindestsicherheiten für Kreative und eine gleichberechtigte Wertschätzung aller Kulturformen in der Förderung, um damit die Unterscheidung zwischen E- und U-Musik aufzuheben.“ Ich brauche keinen Staat, der festlegt, was gute bzw. förderungswürdige Musik ist. Nein danke. Um es populistisch zu sagen, würde ich Herrn Habeck gerne fragen, ob der dann auch einen AFD-Wähler fördert, der Volkslieder auf der Trompete bläst.

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      AMAZONA Archiv

      Eine kurze Nachfrage: bist du Profi? Lebst du von Musik? Durch alle möglichen Entwicklungen, z.B. Streaming und dadurch massiv wegfallende Einnahmen, ist es für immer mehr profesionelle Musiker kaum noch Möglich, von ihrem Beruf zu leben. Die Dinge, die Habeck anspricht, sind doch Forderungen aus der Kultur. Da wird doch niemand etwas „aufgedrückt“.

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    AMAZONA Archiv

    Wählerstimmen qua Pandemie fischen. Ok , das ist ja erlaubt, bleibt dennoch schleimig im Nachgeschmack.

    Und es scheint klar, welches Parteibuch ich mir als nicht E Musiker dann noch schnell besorgen sollte, um vielleicht demnächst als staatstragender, bzw. systemrelevanter Musiker Versorgungsansprüche anmelden zu dürfen ?

    ich fang schon mal leise an zu summen: „Völker, hört die Signale… „

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    Henrik Fisch  AHU

    Ich kann das Thema leider nicht ernst nehmen … eben weil es von den Grünen kommt. Ich wittere einfach Wahlkampf-Getöse. Dann wählt man die … und dann kommen sie irgend wann einmal mit einem Gesetz um die Ecke, welches sämtliche Holz-Instrumente verbieten will, weil dadurch die Wälder geschädigt werden, was wiederum den CO2-Abbau in der Atmosphäre verhindern würde. Oder weil die CO2-Bilanz ungünstig ausfällt, wenn man ein Holz-Instrument verbrennt. Oder sie wollen Orchester generell verbieten, weil die ausgeatmete Atemluft der Musiker die C02-Bilanz ungünstig beeinflusst. Oder sie kommen generell mit einer »Atemsteuer« um die Ecke. Oder irgend ein anderer völlig hirnverbrannter wahnsinniger Schwachsinn. Ich traue denen inzwischen alles zu.

    Meine Vermutung geht dahin, dass – genau wie bei allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien – gefühlt eine Nanosekunde nach der Wahl komplett alles vergessen oder negiert wird, was vor der Wahl versprochen oder angesprochen wurde. Beweis: Das Verhalten der Parteien in den letzten 20 Jahren.

    OK, gut, es gibt tatsächlich in diesem Moment – heute, Freitag, 05.03.2021, ca. 12:16 Uhr – eine Partei im Bundestag, die exakt genau einen einzigen Sitz hat, und die durchaus in dem ganzen Kasperletheater meine Zuneigung findet. 😉

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      AMAZONA Archiv

      „eine Partei im Bundestag, die exakt genau einen einzigen Sitz hat“

      interessant, welche Partei meinst Du ?

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          AMAZONA Archiv

          ach so. Der ist aber für die SPD gewählt worden und insfoern ein reiner Überläufer inkl. Beibhaltung aller Diäten und Pensionsansprüche. Hat keine Haltung, sowas. Insofern sehr unspaßig.

          Und seit Sonneborns T-Shirt Rückzieher ist mir der Kram allenfalls peinlich.

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            Henrik Fisch  AHU

            Marco Bülow war rund zwei Jahre ohne Partei im Bundestag, ein sog. »Fraktionsloser«, weil er von seinen Wählern ein Direktmandat erhielt (»Erststimme« auf dem Wahlzettel) und nicht von der SPD in den Bundestag geschickt wurde. Er ist auch bereits 2018 ausgetreten. Er hätte nicht zu einer anderen Partei überwechseln müssen, um das Bundestagsmandat zu behalten, sondern hat das offenbar aus Überzeugung getan. Ansonsten kann ich gut damit leben, wenn jemand diese Partei auch nicht mag. Es gibt noch haufenweise andere Parteien, die man wählen kann.

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    astral_body  

    Oje, Politik und Kunst. Das kann ja nur toll enden.

    Und U und E Musik ist auch wieder ein Bsp was passiert, wenn sich der Staat zum „Richter“ über die Kunst aufschwingt. Die Einteilung von E und U klingt typisch nach deutscher Amtsstube und Politik.

    Am Ende wird Kunst politisch instrumentalisiert. Die gute Kunst wird protegiert. Bekommt das Siegel „E“. Und die böse Kunst wird nicht gefördert/verboten und mit „U“ gebrandmarkt.

    Der Staat soll sich mal schön aus der Kunst raushalten und die Freiheit der Kunst gewährleisten.

    Bei Staat und Kunst denke ich sofort an die Bundeprüfstelle vs. die Ärzte.
    Wenn ich jetzt schreibe, was ich als Teenager zum Thema Staat und Kunst gedacht habe, dann würde das zensiert ;-)

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    roskiewicz  

    Ein unlösbares Nischenproblem. Die Tragik und das Leid der Welt kennt genau zwei Ursachen, Parteien und Zinsgeld. Verbietet man dies, erzeugt das umgehend Wohlstand und Frieden.

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    AMAZONA Archiv

    Also da es sich hier mE um Parteienwerbung zum Wahlkampf handelt kann ich dazu nur sagen, anstatt den Lobbyismus von Herrn Habeck für die GEMA zu verbreiten wäre es schöner gewesen, dass dieser sich mal zum Thema GEMA Vermutung äußert:

    https://www.gema.de/aktuelles/traegerherstellung/

    Vor allem der Passus(Originalzitat):
    „Die von der Rechtsprechung anerkannte GEMA-Vermutung besagt folgendes:

    Es besteht die Vermutung, dass bei Verwendung von Musik, das Repertoire der GEMA betroffen ist.
    Die GEMA-Vermutung greift nicht, wenn dargelegt werden kann, dass die Urheber der verwendeten musikalischen Werke nicht von der GEMA oder einer ausländischen Schwestergesellschaft vertreten werden.
    Hierzu müssen die Namen der Urheber der GEMA übermittelt werden.“

    Aber das ist ja wie GEZ landestypisch in Stein gehauen und unumstösslich.

    Für Künstler die ihre Veröffenlichungen nicht monetarisieren wollen folgt aus der GEMA Vermutung, dass nur die GEMA daran verdient und sonst niemand.

    In diesem Sinne Herr Habek setzen sie sich in ihren SUV und kommen sie gut Heim in ihr Zedernholz vertäfeltes Landhaus.

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    BigDaddyGreezy

    völlig irre gedankengänge hier in den kommentaren. das macht einen ja wahnsinnig beim lesen.

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    AMAZONA Archiv

    Die Kommentare sind ja teils hahnebüchen. Von absurden Vorbehalten ohne jede Kenntnis bis zu Kulturbashing und blankem Kunstunverständnis. Muss man sich gleich so erregen?

    Ich bin übrigens bildender Künstler, und der offene Hass und die *sorry* borniertheit gegenüber Kunstformen, die man nicht versteht, ist wirklich schwer erträglich. Ja, und das betrifft auch die immer wieder bar jedem Verstehens angeführten Fett-Installationen von Beuys.
    Die meiste Kunst existiert ohne Kulturförderung schlicht nicht. Das man die Kunst fördert, sollte für eine zivilisierte Gesellschaft selbstverständlich sein. Das jemand professionell Kunst betreiben kann, um auf ein bestimmtes Niveau kommen zu können, kann teils nur durch Förderung erreicht werden. Das ist in der Musik eben auch so. Es wird ja niemand gezwungen, daran teil zu haben. Off-Spaces, Underground etc. darf ja gerne drauf verzichten.

    Was das Thema Gema betrifft: da sollte man mal jemand vom Gema-Vorstand zu befragen. Oft gibt es für deren Vorgehen eine durchdachte Begründung. Bei Interesse kann ich gerne Kontakt herstellen.

    Künstlerisch gesehen, ist die Unterscheidung von U- und E-Musik merkwürdig.

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      AMAZONA Archiv

      Vielleicht könnte es ja sein, dass gewisse Abneigungen, ja teils blanke Verachtung gegenüber dem staatlichen Kulturbetrieb und der entsprechenden „Förderung“ nicht aus reiner Doofheit und Ignoranz, sondern aufgrund recht tiefer Einblicke und Erfahrungen entstanden sind.
      Gleiches kann man übrigens auch zu einem relevanten Teil naturwissenschaftlicher Forschung sagen, das passt aber nicht zum Thema. Das Argument, dass jemand, der meine Kunst kritisiert, einfach zu doof ist, sie zu verstehen, ist immer wieder grandios.

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        AMAZONA Archiv

        Nun, ihre Verachtung gegenüber anderen Künstlern haben sie ja zur Genüge zum Ausdruck gebracht. Erwarten sie keinen Applaus für ihre Pesterei.
        Ihre Äußerungen deuten jedenfalls nicht drauf hin, das sie viel davon verstehen.
        Ihre Andeutung der Naturwissenschaften passen tatsächlich nicht zum Thema. Die Tatsache, das sie meinen, das hier trotzdem anführen zu müssen, lässt allerdings tief blicken.

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    AMAZONA Archiv

    Ich finde es übrigens gut, wenn hier auf Amazona auch mal Kulturpolitik zum Zuge kommt. Danke dafür, Jan Steiger. Wenn das jemand nicht interessiert, darf er oder sie das ja gerne unkommentiert lassen. Mir fällt immer wieder auf, wie wenig Wissen um die Kulturpolitik vorherrscht. Wie viele Vorurteile, teils Hass und Ablehnung. Aber die Themen sind wichtig, und sie sind aktuell.
    Ich finde, das wäre sogar eine eigene Rubrik wert. Denn auch Vertreter von Branchenverbänden, Musikjournalisten etc. haben dazu etwas zu sagen. Und eben auch Kulturpolitiker. Es ist Zeit, das über Kulturpolitik ernsthaft gesprochen wird.
    Ihr habt ja im Claim „Music can Change the World“ stehen. Nehmt es doch bitte, nehmen wir doch alle das ernst. Dazu gehört eben vor allem die Realität der Kulturschaffenden, der Institutionen und all der Gewerke, die daran beteiligt sind.

  19. Profilbild
    Codeman1965  

    @ iltis30:

    Gibt’s eigentlich einen triftigen Grund dafür, daß Du hier auf Jeden einprügelst, der nicht Deine Auffassung teilt, oder hast Du nur ein Shyce-Wochenende gehabt…?

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