DJ Workshop: Harmonic Mixing in der Praxis

28. Februar 2019

Harmonic Mixing in der Praxis

DJ-Workshop: Harmonic Mixing

DJ-Workshop: Harmonic Mixing

Im ersten Teil des „Harmonisch Mixen“ Workshops ging es um grundlegende Informationen und ein erster Einstieg in die Harmonielehre.

Doch nun genug der Theorie. Nun geht’s um die Praxis.

DJ-Workshop Harmonic Mixing in der Praxis

Im Moment bleiben wir beim Mixen innerhalb der Tongeschlechter. Das heißt in den ersten Abschnitten werden wir einen Track in Moll auf einen Track, der ebenso in Moll gehalten ist, mixen. Beziehungsweise Dur auf Dur. Dur und Moll werden somit noch nicht gekreuzt.

Dies macht anfangs Sinn, da ein Großteil der Tracks die wir hören in Moll komponiert ist. Vor allem ist dies in den Stilen House und Techno der Fall. Wie man von Dur auf Moll bzw. von Moll auf Dur mixt wird am Ende des Workshops beschrieben.

An dieser Stelle muss nochmals darauf hingewiesen werden, dass das harmonische Mixen eine Hilfestellung ist. Es wird niemals die Ohren ersetzen. Ebenso gilt eines immer in der Musik: Es gibt kein Richtig und Falsch! Es gibt nur „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“. Geschmäcker sind verschieden und ebenso die Hörgewohnheiten. Das beinhaltet natürlich, dass Übergänge die für einen selbst dissonant und falsch klingen, für einen anderen Zuhörer vielleicht schön und richtig sind.

Dennoch gibt es ein paar generelle Regeln die durchaus Sinn machen.

1. Harmonic Mixing in der gleichen Tonart

Die erste Möglichkeit beim harmonischen Mixen ist in derselben Tonart und dem selben Tongeschlecht zu bleiben. Das heißt zum Beispiel der erste Track ist in „Fm“ und der nächste Song ist somit ebenfalls in „Fm“.

In der gleichen Tonart zu bleiben funktioniert immer, da beide Tracks auf das selbe Tonmaterial zurück greifen. Übergänge klingen harmonisch perfekt. Tracks können problemlos über einen längeren Zeitraum gleichzeitig laufen.
Allerdings baut man damit auch wenig Spannung auf. In der gleichen Tonart zu bleiben kann schnell langweilig und uninspiriert klingen. Als Faustregel gilt: nach drei Songs in derselben Tonart sollte man auf eine andere Tonart wechseln. Das heißt ein paar Songs in der gleichen Tonart bringen Ruhe in das Set und klingen schön. Der Wechsel auf eine andere Tonart ist nach dieser Entspannungsphase dann aber auch wichtig.

2. Harmonic Mixing in Quinten

In Quinten zu mixen klingt in den meisten Fällen ebenso angenehm harmonisch. Dies hat einen einfachen Grund. Schauen wir uns mal einen Übergang von C Dur auf G Dur an.

Die Töne von C Dur sind folgende:

C D E F G A B

Die Töne von G-Dur sind folgende:

G A B C D E F#

C-Dur und G-Dur haben, bis auf einen Ton, dieselben Töne. Der erste Grund warum Mixen in Quinten sehr gut funktioniert.

Zu jeder Tonleiter gibt es wie oben schon erwähnt auch passende Akkorde. Und auch die Akkorde der beiden Tonleitern sind ähnlich.

Akkorde in C-Dur:

C Dm Em F G Am Bdim

Akkorde G-Dur:

G Am Bm C D Em F#dim

Bei den Akkorden kommt es schon zu mehr Unterschieden als bei den Einzeltönen. Trotzdem sind diese eher zu vernachlässigen.

Somit kommt es bei einem Übergang in Quinten zu wenigen Dissonanzen. Auch in diesem Fall kann man zwei Tracks längere Zeit gleichzeitig abspielen. Dieser Übergang birgt auch mehr Spannung in sich, als beim Übergang in derselben Tonart. Jeder Tonartwechsel ändert die Klangfarbe und Klangcharakteristik. Tonartwechsel in einem guten Set sind somit unverzichtbar. Mischen in Quinten baut Spannung auf ohne Unharmonisch und Dissonant zu werden.

Doch wie findet man Quinten? Und hier kommt nun der Quintenzirkel ins Spiel.

Im Uhrzeigersinn gelesen kommt man jeweils zur nächsten Quinte. Das heißt ich kann von „C“ auf „G“, von „G“ auf „D“, oder von „Dm“ auf „Am“, von „Am“ auf „Em“ usw. mixen. Wie oben schon erwähnt, spielt hierbei Moll und Dur keine Rolle. Man bleibt entweder immer in Dur oder immer in Moll.

3. Harmonic Mixing in Quarten

Der Quintenzirkel wird oftmals auch als Quartenzirkel benannt. Dies hat einen einfachen Grund: Liest man den Zirkel gegen den Uhrzeigersinn springt man in Quarten von einer Tonart zur nächsten. So finde ich darin immer die nächste Quarte in dem ich gegen den Uhrzeigersinn lese.

Zum Beispiel kann man somit von „Fm“ auf „Bbm“ auf „Ebm“ auf „Abm usw. mischen.

Für Quarten gilt ähnliches wie für Quinten. Die Töne sind bis auf einen identisch. Auch die zugehörigen Akkorde sind ähnlich wie bei den Quinten.

Somit gilt auch hier: Mixen in Quarten bringt Spannung ohne Dissonant zu sein. Die Erfahrung zeigt dass Quarten zu etwas mehr Spannung führen als Quinten. Somit kann man ein Set mit Quarten etwas mehr pushen als mit Quinten.

In der gleichen Tonart bzw. in Quinten und Quarten zu mischen funktioniert immer sehr gut. Diese drei Möglichkeiten sind auch die gängigsten Arten „harmonisch zu Mischen“. Dennoch gibt es noch weitere Optionen.

4. Harmonic Mixing in Terzen

In Terzen zu mischen ist schon etwas schwieriger. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Bisher haben wir keinen Unterschied zwischen Dur und Moll gemacht. Wichtig war nur, dass wir in einer der beiden Tongeschlechter blieben. Dies gilt weiterhin. Allerdings kommt es nun drauf an ob ich mich in Moll oder in Dur befinde.

In Moll benötigt man eine kleine Terz, in Dur die große Terz.

In Moll finde ich im Quintenzirkel die kleine Terz in dem ich drei Schritte gegen den Uhrzeigersinn gehe. Von „Cm“ geht es also auf „Ebm“, von „Fm“ geht’s auf „Abm“, von „Em“ geht’s nach „Gm“ usw.

In Dur dagegen findet man die große Terz in dem man vier Schritte mit dem Uhrzeiger geht. Daraus ergeben sich folgende Möglichkeiten zum Mixen: von „C“ auf „E“, von „G“ auf „B“ oder von „Eb“ auf „G“ usw.

In Terzen zu mischen funktioniert nicht mehr ganz so gut wie in Quinten, Quarten oder der gleichen Tonart. Zwar sind immer noch einige Töne und Akkorde gleich, allerdings nicht mehr so viele wie bei Quint und Quart. Das führt zu einer ziemlichen Spannung, die leider auch zu Dissonanzen führen kann. Wenn man es gut macht kann man das Publikum dadurch ordentlich pushen. Dieser Trick kann allerdings auch nach hinten losgehen. Man sollte bei Terzen auf jeden Fall genau reinhören und entscheiden ob es passt oder nicht.

5. Harmonic Mixing in Sexten

Bei den Sexten begegnen wir dem selben Problem wie bei den Terzen. Ob die große oder kleine Sext benutzt wird hängt davon ob ich in Dur oder Moll bin.

In Moll muss ich auf die große Sext gehen. Im Quintenzirkel befindet sich diese drei Schritte im Uhrzeigersinn. Somit mixt man von „Cm“ auf „Am“, von „Fm“ auf „Dm“ oder von „Em“ auf „Dbm“ usw.

Befindet man sich in Dur, muss man auf die kleine Sext mixen. Diese findet man im Quintenzirkel in dem man sich vier Schritte gegen den Uhrzeigersinn bewegt. Von „C“ geht es somit auf „Ab“, von „D“ auf „Bb“, von „A“ auf „F“ usw.

Musikalisch passiert hier das selbe wie beim Mixen in Terzen: Sexten können für schöne Spannung sorgen und ein Publikum pushen. Man sollte aber vorher auf jeden Fall genau reinhören. Auch hier haben die beiden Tonleitern nicht mehr so viel gemeinsame Töne und Akkorde, was durchaus auch zu Dissonanzen führen kann.

6. Harmonic Mixing in Sekunden bzw. Septimen

Mixen in großen Sekunden funktioniert zwar, ist aber meistens eher langweilig. Es gilt ähnliches wie bei den Sexten und Terzen: Nicht so viele gemeinsame Töne und Akkorde, deshalb auch gefährlich. Allerdings bauen große Sekunden nicht so viel Spannung auf wie Terzen oder Sexten. Deshalb wirkt dieser Übergang auch eher trivial. Genau das selbe gilt übrigens für’s Mixen in kleinen Septimen.

Die große Sekund findet man im Quintenzirkel in dem man zwei Schritte mit dem Uhrzeigersinn macht. Man mixt somit zum Beispiel von „Ebm“ auf „Fm“, von „Gm“ auf „Am“, oder von „F#“ nach „Ab“, von „C“ auf „D“ usw.

Die kleine Septim findet man im Quintenzirkel zwei Schritte gegen den Uhrzeigersinn. Daraus ergeben sich folgende Möglichkieten: von „Cm“ nach „Bbm“, von „Am“ nach „Gm“ oder von „Ab“ nach „Gb“, von „E“ nach „D“ usw.

Mixen in kleinen Sekunden bzw. großen Septimen birgt dagegen sehr viele Dissonanzen in sich. Tonleitern die eine kleine Sekund bzw. eine große Septim von einander entfernt liegen haben sehr wenige gemeinsame Töne und Akkorde. Das kann zu einem großen Bruch in einem Set führen. Dies ist also eher zu vermeiden. Allerdings kann man mit einem absichtlichen Bruch auch gut für Spannung sorgen.

Bei kleinen Sekunden bzw. großen Septimen sollte man also auf jeden Fall genau reinhören und entscheiden ob es Sinn macht oder nicht.

Die kleine Sekund findet man im Quintenzirkel in dem man fünf Schritte nach links geht. Man kann somit von „Cm“ auf „Dbm“ mixen, von „Bm“ auf „Cm“ oder von „Ab“ nach „A“, von „F“ nach „F#“ usw.

Die große Septim findet man im Quintenzirkel indem man sich fünf Schritte nach rechts bewegt. Daraus ergibt sich zum Beispiel ein Übergang von „Gm“ nach „Gbm“, von „Dm“ nach „Dbm“ oder auch von „C“ nach „B“, von „Bb“ nach „A“ usw.

7. Harmonic Mixing mit dem Tritonus

Ein Intervall wurde bis jetzt noch nicht besprochen. Die übermäßige Quart. Diese wird auch verminderte Quint, Tritonus oder Halboktav genannt. Tracks die in ihren Tonarten einen Tritonus voneinander entfernt liegen haben am wenigsten gemeinsame Töne. Das hieße eigentlich, dass beim ineinander mischen viele Dissonanzen entstehen. Ziemlich oft klingt es aber dennoch sehr gut und interessant. Man kann damit somit in einem Set für viel Spannung und Druck sorgen. Aber Vorsicht, auch hier genau reinhören, da es auch schnell ins Gegenteilige gehen kann.

Den Tritonus findet man im Quintenzirkel sechs Schritte nach links oder rechts. Somit kann ein Track von „Cm“ auf „F#m“, oder von „A“ auf „Db“ gemixt werden.

8. Dur und Moll harmonisch mixen

Bis jetzt wurde nur innerhalb der Tongeschlechter gemixt. Das heißt ein Track in Moll wird auf einen Track in Moll gemixt. Ein Track in Dur wird auf einen Track in Dur gemixt.

Einen Dur-Track nach einem Moll-Track zu bringen kann etwas komplizierter werden. Allerdings gibt es eine sehr einfache Möglichkeit. Hier kommt eine Erweiterung des Quintenzirkels ins Spiel. Jede Durtonleiter hat eine parallele Molltonleiter die dieselben Töne inne hat. Der Quintenzirkel wird einfach um die parallelen Tonleitern erweitert.

Einen Track in „C“ kann ich somit auf einen Track in „Am“ mixen. Natürlich geht dies auch umgekehrt: von „Am“ auf „C“. Oder zum Beispiel von „Dm“ auf „F“ oder von „G“ auf „Bbm“ usw.

Von Dur auf Moll bzw. von Moll auf Dur zu mixen klingt immer gut. Beide Tonleitern besitzen dieselben Töne und Akkorde.

Zum Schluss

Nun sind alle Möglichkeiten besprochen. Am besten sollte man die obigen Übergänge mit mehreren Tracks ausprobieren und für sich selbst entscheiden was am besten funktioniert. Einige DJ Programme bieten inzwischen auch die Möglichkeit die Tonart eines Songs zu verändern. Dies ist aber meistens mit einem gewissen Klangverlust verbunden.

Lange DJ Sets eignen sich perfekt zum Üben des „harmonischen Mixens“. Also ran an das DJ Pult und loslegen.

Zusammenfassung

IntervallQuintenzirkelBeispieleMood
Prim/Oktavgleiche TonartAm auf Am   C auf Cklingt perfekt, wenig Spannung, kann langweilig werden
Quinteins nach rechtsAm auf Em   C auf Gklingt gut, baut etwas Spannung auf
Quarteins nach linksAm auf Dm   C auf Fklingt gut, baut etwas mehr Spannung auf
kleine Terz (Moll)drei nach linksAm auf Cmklingt OK, kann viel Spannung aufbauen, Dissonanzen können auftreten
große Terz (Dur)vier nach rechtsC auf Eklingt OK, kann viel Spannung aufbauen, Dissonanzen können auftreten
große Sext (Moll)drei nach rechtsAm auf F#mklingt OK, kann viel Spannung aufbauen, Dissonanzen können auftreten
kleine Sext (Dur)vier nach linksC auf Abklingt OK, kann viel Spannung aufbauen, Dissonanzen können auftreten
große Sekundzwei nach rechtsAm auf Bm   C auf Dklingt passabel, kann langweilig sein, führt oft zu Dissonanzen
kleine Septimzwei nach linksAm auf Gm   C auf Bbklingt passabel, kann langweilig sein, führt oft zu Dissonanzen
kleine Sekundfünf nach linksAm auf Bbm C auf Dbklingt eher störend, viele Dissonanzen, kann gut als Break/Zäsur genutzt werden
große Septimfünf nach rechtsAm auf Abm C auf Bklingt eher störend, viele Dissonanzen, kann gut als Break/Zäsur genutzt werden
Tritonussechs nach rechts oder linksAm auf Dbm C auf F#kann störend oder auch gut sein
Dur nach Moll Moll nach Dureins nach oben bzw. untenAm auf C       C auf Amklingt perfekt
Forum
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    AMAZONA Archiv

    „Camelot Wheel“ … und wenn man das jetzt Quintenzirkel nennen würde, würde es vermutlich nicht so viel Spass machen, oder?

    Clemens

    • Profilbild
      Dj-Somee

      Ja da hast du recht :-P genau das habe ich mir nämlich auch schon gedacht … Ich frage mich sogar wie viele der zahlreichen „Bedroom Djs“ den Quintenzirkel überhaupt kennen … aber egal wie man es nennt; eine gute Sache ist es allemal. ^^

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    Viertelnote  AHU

    man muss/möchte es den Leuten schmackhaft
    und einfach wie nur möglich machen.

    Von daher ist das Konzept okay, aber nicht neu:-)

    Keiner schehrt sich heute noch um Harmonielehre
    als ganzes.

    Intervalle, Tonleitern und Stimmführung
    ist nun mal trockener Zwieback.

    Das was gut klingt ist angesagt, aber oft eben
    fernab der Sache selbst (Harmonieregeln)

    seis drum, wenn sich sowas verkauft, dann
    nicht ohne Grund.

    Selbstudium ist aber immer noch kostenlos und
    schadet nicht,im Gegenteil

    mfG

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    Viertelnote  AHU

    manche Tipps tun schon vom lesen her weh
    (unvermittelt plötzlich einen Halbton nach oben)

    Ich weiss nicht, ob man das so stehen lassen kann. Aber da wir von „moderner“ Musik reden,
    stellt Harmonie wohl keine Regel mehr auf

    mfG

    • Profilbild
      Ingo Rieber  RED

      In diesem Artikel werden alle Möglichkeiten der Intervallsprünge besprochen. Somit auch die kleine Sekund nach oben bzw. unten. Und wenn du den Artikel aufmerksam gelesen hast, wirst du feststellen, dass ich nicht empfehle einfach so einen Halbton nach oben (oder unten) zu gehen.
      Allerdings kann das in einem DJ Set durchaus interessant sein, um einen massiven Bruch zu erreichen.
      Für einen Mozart Fan wäre so ein Bruch natürlich sehr heftig, ein Ornette Coleman Fan würde das hingegen eher als langweilig und alles andere als „modern“ empfinden.
      Der Artikel richtet sich allerdings auch eher an den typischen Elektro DJ, der sein Publikum (das ebenfalls meistens auf diese Art Musik steht) beglücken will. Und somit werden Hilfestellungen gegeben das harmonische Mixen zu erlernen. Schlimm? Ich glaube nicht.
      Es wird auch zu genüge darauf hingewiesen, dass dies nicht die komplette Wahrheit und das Ende aller Möglichkeiten ist. Es ist ein Einstieg in die Harmonielehre, die einem Menschen der noch nie damit zu tun hatte dieses sehr komplexe Thema näher bringen soll.
      Ist es für einen hoch ausgebildeten Musiker so schlimm, dass man dieses Thema auch DJs näher bringt?

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    red captain

    Angeblich soll es ja noch andere, ebenfalls sehr schöne harmonische Progressionen geben.

    Vielleicht sollte ich mal ein Artus-, Parsifal- und Excalibur-Wheel auf den Markt bringen.

    Schön ist, dass der Artikel eine mögliche Antwort auf die Frage liefert, ob DJs Musiker sind ;-)

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    hijack  

    Interessant, dass es das Battle „Musiker“ vs. DJ immer noch gibt, wenn auch nicht mehr so laut wie früher.

    Stellt sich nur die Frage : Ab wann man sich „Musiker“ schimpfen darf ? Ok, wohl eine philosophische Frage.

    Im Konflikt zwischen Musizieren nach Zahlen oder nach Gefühl steht man doch auch beim Erlernen eines Instrumentes oder der Komposition, dann ja, Musik ist auch Mathematik.
    Auch stellt sich die Frage ob das Wissen über diese mathematischen Gegebenheiten für einen selbst eher ein Vorteil oder ein Nachteil ist.

    Dies ist wohl immer individuell zu handhaben.

    Zum Artikel : Finde ihn recht einfach und verständlich erklärt und macht eigentlich neugierig auf mehr bzw. hätte sicher gerne auch noch etwas tiefer gehen können.
    Aber okay.

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    h.weller  RED

    Die Antwort auf die meisten Kommentare erübrigt sich wenn man bedenkt, an wen sich der Artikel in erster Linie richtet. Ein guter DJ braucht von Harmonielehre nichts wissen. Das mag für viele evtl. traurig klingen, ist aber allein durch die Arbeitsweise und die Möglichkeiten, welche einem zur Verfügung stehen gegeben.
    Und das ist auch garnicht weiter schlimm. Entscheidet sich ein DJ jedoch, etwas tiefer in die Marterie einzutauchen gibt dieser Workshop ihm eine kleine Hilfestellung durch die vereinfachte Darstellung harmonischer Verhältnisse. Evtl. ist dies dann sogar der Stein des Anstoßes, sich u.U. noch intensiver mit der Sache auseinander zu setzen und Neues dazu zu lernen. Und das ist doch in jeden Fall etwas sehr positives ;)

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    Kosh  

    ich für meinen teil bedanke mich für den artikel. key finder kannte ich noch nicht, von dem quintenzirkel ganz zu schweigen. ja, für manche führt die liebe zur musik hinters mischpult, und ab da wagt man sich weiter vorwärts. und für jemanden, der nicht im alter von 5 angefangen hat, ein musikinstrument zu erlernen, ist dies mein weg. djing an hand von harmonic mixing ist ein weiterer schritt. daher danke für den artikel. vor 10, 20 jahren gabs noch nicht mal „vernünftiges“ internet, kein wunder also, dass diese information nicht früher ihren weg zu mir gefunden hat.

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    Tappendoppler

    Ehrlich gesagt frage ich mich, inwiefern ein solches Farbsystem funktionieren soll: Wenn zwei Platten im „Rohzustand“ passen sollen, die eine aber auf +4% läuft & die andere auf -3%, passt es schon nicht mehr.
    Das schlimmste daran: Die Lieder klingen harmonisch bis zum Pitchen, danach ist oft keine Zeit mehr um sich anders zu entscheiden.
    Das klingt stark danach, als ob man hierfür den Koffer vorsortieren muss, damit es funktioniert, oder? Any DJs mit Erfahrung oder Tips?
    An sich aber natürlich ein tolles Konzept, wofür ein Bewusstsein in jedem Fall vorhanden sein muss…

    • Profilbild
      h.weller  RED

      Richtiger Gedanke, doch wenn man sich die heutige DJ-Landschaft mal ansieht stellt man fest, dass die wenigstens DJs „nur noch“ mit Platten auflegen. CDJs und Controller beherschen den Markt und damit hat sich das Problem der Tonverschiebung dank MASTER TEMPO etc. schon erledigt.

      Selbst wenn jmd noch elektronische Musik (denn darum geht es bei dieser Technik hauptsächlich) mit Platten auflegt, kommt es sehr selten vor, dass man mal auf +/- 3% oder mehr gehen muss.

      Ansonsten gebe ich dir Recht, allein das Bewusstsein hierfür, die nächste Platte auch nach der Tonart auswählen zu können sollte bei jedem DJ vorhanden sein.

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    Kutscher  

    Hallo, Sehr netter Artikel und auch immer wieder hilfreich noch mal darüber nachzudenken.

    Kannst du den Artikel dahingehend ergänzen welche DJ Software mit den Tonart Namen und welche mit Camelot Nummern arbeit plus die sich umstellen lassen.

    Ich hatte erst kürzlich den Fall dass mir der DJ vorm Changeover die BPM und Key angesagt hat aber Key in Camelot mit der ich nichts anfangen kann.

    Zusatz an die Community hat evtl jemand die Tabelle aus dem DJ Forum gespeicher auf der die Track-Key in abhängikeit der BPM-Change dargestellt ist. Ich kann Sie leider nicht mehr finden.

    Gruß Kutscher

    • Profilbild
      Ingo Rieber  RED

      Hey,
      normalerweise kann man im Setup der DJ Software einstellen in welchem Format die Tonarten angezeigt werden soll. Ich hoffe das hilft dir :)

      Lg
      Ingo

  10. Profilbild
    mar beso

    Hallo Ingo,
    danke für die detaillierte Ausführung! Macht es Sinn weiterhin mit „Mixed in Key“ zu arbeiten, wo doch die meisten Anwendungen mittlerweile eine eigene integrierte Tonartanalyse haben?
    Gibt es die Möglichkeit zusätzlich die aktuelle gespielte Geschwindigkeit als Parameter einzugeben und die Tracks aktualisieren sich dementsprechend in der Tonhöhe?

    • Profilbild
      Ingo Rieber  RED

      Hey,
      Danke :)
      Mixed in Key ist eigentlich nicht mehr wichtig. Wie oben schon beschrieben finden die gängigen DJ Programme wie Serato, Rekordbox und Traktor die Tonarten schon recht gut. Noch nicht ganz so gut wie Mixed in Key, es reicht aber trotzdem. Und die Programme entwickeln sich ja auch weiter und werden in kurzer Zeit auf dem selben Niveau wie Mixed in Key sein.
      Die zweite Frage verstehe ich nicht ganz. Meinst du ob die DJ Programme auch nach Geschwindigkeiten und dann nach Tonarten sortieren können? Hier kann ich nur für Serato sprechen. Dieses Programm kann das auf jeden Fall. Ich vermute die anderen können das aber auch.

      • Profilbild
        mar beso

        Angenommen wir haben 3 Tracks A, B & C. Aktuell läuft mein Track A in Gmin bei 125bpm. Track B ist in Amin bei 128bpm, Track C ist in F#min bei 121bpm. Nun möchte ich wissen ob ich meine Tracks B oder C harmonisch zu Track A bei 125bpm mixen kann? D.h. es müsste die aktuelle Tonhöhe zu 125bpm berechnet und dargestellt werden.
        Ich arbeite mit Ableton und dort hilft der Warp-Modus, der die Tonhöhe konstant hält. Mit geht es jetzt nur prinzipiell mal um die dahinterstehende Berechnungsformel?

        • Profilbild
          Ingo Rieber  RED

          Die Tonhöhen bleiben in Ableton, solange der Song gewarpt ist, auch bei Tempoänderungen gleich. Auch bei den gängigen DJ Softwares bleiben diese gleich, sofern Key Lock bzw Master Tempo an ist.
          In deinem Beispiel müsstest du allerdings Track A von Gm auf F#m runterpitchen, damit du die drei Songs schön harmonisch mischen kannst. Dies geht in Ableton über den Sample Editor mit der Transpose Funktion. Auch in Serato, Traktor und Rekordbox ist dies möglich. Allerdings ist dies sehr tricky. Während ein Song läuft zu pitchen erfordert einige Übung, um dies flüssig und unauffällig klingen zu lassen.

  11. Profilbild
    DJ Ronny  

    Danke erst mal, für deinen Bericht. Da es da schon einige zu den Thema gibt, wäre es Toll gewesen mal ein paar Mixbeispiele zu hören.
    Als ich mich vor ein paar Jahren mit der Theorie beschäftigt hatte, stellte ich fest, dass ich aus dem Gefühl heraus die meisten Titel schon so gemixt hatte. Nach der Theorie ist mir dann auch klar geworden, warum einige Titel nicht hintereinander passten.
    In Virtual DJ lassen sich Playlist auch sehr einfach an BPM und Harmonie anpassen.

    • Profilbild
      Ingo Rieber  RED

      Hey,
      danke :)

      Du hast natürlich völlig Recht und ich hatte auch schon einige Beispiel vorbereitet. Das Problem mit Beispielen ist allerdings das Copyright. Es ist ziemlich zeit- und kostenintensiv die Rechte für Songs zu bekommen, damit ich sie als Beispiel verwenden kann. Genau deshalb findet man das auch selten.
      Und leider hab ich zu wenig Zeit Songs selbst zu produzieren die genau als Beispiel passen. Deshalb bleibt’s leider bei der theoretischen Erklärung.

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