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Home-Studio Sabine Charlotte Dirksen

Amazona:
Auf einem der Bilder ist eine Gitarre zu sehen – hast Du Gitarre gelernt?

Sabine:
Ja. Gitarre war eben früher DAS Instrument, so wie heute vielleicht diverse Klopfmaschinen.
Ich hab mit 15 einen langhaarigen, coolen Jüngling kennengelernt, der „Donna, Donna“ am Lagerfeuer spielen und schmachtend dabei singen konnte. Da war für mich klar: das will ich auch können!

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Die meisten bekannten Songs von damals waren ja, wenn auch z.T. sehr vereinfacht, nachspiel- und singbar.
Dann war ja noch eine Botschaft, eine Lebenseinstellung mit dem Spielen und Singen dieser Lieder verbunden, egal ob das jetzt Biermann oder die Beatles waren… es gehörte alles in diese Zeit, so wie eben die Gitarre. Die Ibanez E-Gitarre in meinem Studio heute, habe ich erst vor kurzem ersteigert, um die Palette meiner Klangfarben wieder ein Stück zu erweitern, und weil ich es einfach nochmal wissen will, mit der Gitarre. Aber nach 20 Jahren, da fängst Du bei Null an.. bis jetzt habe ich dafür den EX7 genommen, der auch hervorragende Gitarrensounds zur Verfügung stellt.

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Amazona:
Ist die Gitarre „midifiziert“?

Sabine:
Nein, nicht direkt. Ich habe mir dieses neue Digitech RP2000 als „Di-Box“ ausgesucht, weil zunächst alles drin ist was Du für die Gitarre brauchst: Amp-Simulatoren, Effekte, Kompressor, Vorverstärker, Pedal, hat Midi und sogar einen digitalen Ausgang! Durch eine gute Kritik in dieser Plug&Play Zeitschrift bin ich darauf gekommen. Ist auch wirklich ein feines Teil, nicht nur für Gitarristen. Tretminen sind ja auch schon einige Zeit für Elektromusiker und Keyboarder wieder interessant geworden.

Amazona:
Welche musikalischen Einflüsse haben Deine eigene Musik geprägt.

Sabine:
Wenn ich meine Stücke einige Zeit liegenlasse und dann wieder anhöre, so mit dem gewissen Abstand, höre ich da die Einflüsse ganzer Musikgenerationen, mit heute 45 Jahren.
Auch wenn ich mich, bis auf die letzten 10Jahre, nie so intensiv mit Musik auseinandergesetzt habe. Unmittelbar hat mich diese Kölner Elektronikfraktion angeregt, Bionaut, Mouse on Mars und Pole zum Beispiel, aber auch zurückliegendes wie Art of Noise oder Anne Clark. Ich habe in den letzten Jahren sehr sehr viel mehr Musik gehört als früher, auch mit mehr Interesse an dem „Wie haben die das gemacht?“.
Wie das mit der Technowelle begann war ich begeistert, zum Beispiel von Minimal House und dachte: ja, endlich, das ist mal was wirklich Neues. Aber das „neu“ war eben auch schon gestern.
Meine Oxygen- und Kitarophase hatte ich natürlich auch. Jeder ist ja mehr oder weniger geprägt von der Zeit in der er lebt, auch musikalisch.
Klaus Schulze höre ich aber erst in letzter Zeit, für diese Elektronikopern hatte ich vor ein paar Jahren noch keine Geduld, heute sind sie eine Herausforderung für mich. Und wer mal das Stück „The Cello“ gehört hat…

Amazona:
Nun zu Deinem Studio – ist das bei Dir zu Hause oder hast DU einen externen Raum angemietet?

Sabine:
Sagen wir mal so: ich bin letztes Jahr in eine doppelt so große Wohnung gezogen: wegen der vielen Instrumente.

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Amazona:
Wie groß ist Dein Studio? Gibt es einen externen Aufnahmeraum für Mikrofonaufnahmen?

Sabine:
Mein Studio ist ein separater Raum, ca. 20qm groß. Mit dem Mikro nehme ich selten was auf, brauch von daher keine extra Zelle dafür.
Meine erste CD enthielt, neben reinen Instrumentalstücken auch Lieder, oder sagen wir besser, lyrischen Sprechgesang, denn richtig singen kann ich nicht.
Das habe ich damals, 1998, mit einem dynamischen ElektroVoice N/D157B Mikro gemacht, in den Mackie und dann ins VS880 und mit viel mit Effekten bearbeitet, weil ich mich letztendlich doch etwas geschämt habe zu singen.

Dennoch hat es Spass gemacht, denn es ist ja viel leichter, einem Stück eine bestimmte Richtung, Aussage, Atmosphäre zu geben …MIT Worten als OHNE! Heute versuche ich das mit Samples zu erreichen. Aber vielleicht finde ich mal eine andere elektronikbegeisterte Musikerin, die meine Texte singt, so wie Barbara Morgenstern zum Beispiel.

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Amazona:
Du verwendest einen VS-880, wie bist Du damit zufrieden?

Sabine:
Sehr zufrieden. Leicht zu bedienen, zuverlässig, gute Effekte, kann ich überallhin mitnehmen -zum Beispiel in den Dänemarkurlaub-, also die ideale Allround-Produktionsmaschine für mich.
Aber wer ist schon immer zufrieden? „Der Mensch ist ein Schuft, er gewöhnt sich an alles“ sagt ein russisches Sprichwort, das ist der Grundstein zu aller Unzufriedenheit, aber auch zu allem Fortschritt.

Amazona:
Hast Du nie daran gedacht die HD Aufnahmen auf einem Computer zu machen?

Sabine:
In letzter Zeit immer öfter. Lange hab ich gesagt: nein, ich kann nicht spielen, hören und gucken gleichzeitig. Aber je experimenteller meine Sachen werden, auch mit Einflechten von Samples und so, je mehr vermisse ich eine Schere, einen Stift, eine Klebetube…
Dann habe ich am PC mal ein Demo von ACID ausprobiert oder in Musicmaker meine vorher auf CD gebrannten Spuren nachbearbeitet, sie wieder im PC gebrannt und dann in den VS880.. umständlich, nicht wahr?
Heute ist Samstag. In drei Stunden läuft die Ebay-Auktion ab, bei der ich ein Apple Powerbook ersteigern möchte. Damit dürfte Deine Frage am besten beantwortet sein!

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Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    update:
    seit dem jahr 2000 hat sich natürlich vieles verändert.
    meine eigene website ist nun
    http://elektra-musik.de
    ein kontakt auch hierüber möglich, die mailadresse über t-online gibt es nicht mehr.

    herzliche gruesse, elektra

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