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Korg Nu:Tekt HD-S, Harmonic Distortion Effektpedal

Das abgefahrenste Fuzz-Pedal?

25. April 2023

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Das Korg Nu:Tekt HD-S Harmonic Distortion Pedal ist der zweite Streich der aktuellen Nu:Tekt Serie. Es kombiniert drei verschiedene Verzerrer-Schaltungen, die stufenlos miteinander gemischt werden können, um dadurch ganz neue Verzerr-Sounds und harmonische Modulationen zu erzeugen. Dieses Pedal kann von Distortion bis Fuzz und vielen abgefahrenen Sounds einen breiten Bereich abdecken und ist für Gitarren, Bass und Synths geeignet. Entwickelt wurde es von Fumio Mieda, der bereits Legenden wie das Univibe und den MS-20 entwickelt hat.

Aufbau, Gehäuse und Potis

Das Korg Nu:Tekt HD-S muss, wie alle Geräte der Nu:Tekt Serie, selbst zusammengebaut werden und wird als DIY-Kit vermarktet. Eigentlich muss man bei diesen Pedalen aber lediglich die Bodenplatte mit vier Schrauben anschrauben und die Potiknöpfe aufstecken. Das passende Werkzeug für die Schrauben wird mitgeliefert. Gemunkelt wird, dass dieses Konzept genutzt wird, um Fertigungskosten zu sparen, denn man munkelt, dass DIY-Kits und Zubehör aufgrund geringerer Zollgebühren durchaus interessant für Hersteller sind.Korg Nu:Tekt HD-S Wie auch immer, ich konnte so einen Blick in das Gehäuseinnere werfen und fühle mich nach dem erfolgreichen Zusammenbau als hätte ich das Pedal mitentwickelt und selbstgebaut. Das strahlend rote Gehäuse mit weißer Beschriftung entspricht einem BB Hammond Gehäuse und besteht aus Aluminium. Ein robuster und mit dem Gehäuse verschraubter Fußschalter aktiviert das Pedal, leider ist er nicht knackfrei. Neben dem Fußschalter zeigt eine helle LED den Status des Verzerrers an.
Die Einstellung des Sounds übernehmen vier Potis und drei Trim-Potis. Die vier Potis haben einen schwarzen Hutknopf mit gut sichtbarer weißer Markierung und einen weichen Regelweg. Neben den für Verzerrer typischen Potis für Volume, Gain und Tone hat man dem Korg Nu:Tekt HD-S noch ein Gate spendiert. Unterhalb einer Gummilasche findet man drei Trim-Potis. Mit einem mitgelieferten Werkzeug lassen sich hier als Harmonic 1-3 die einzelnen Schaltkreise zumischen. Die Gummilasche lässt sich leicht herausziehen und zurück in das Gehäuse drücken. Das passende Werkzeug sollte man stets parat haben, denn die zu erzeugenden Veränderungen sind groß.

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Korg Nu:Tekt HD-S
Korg Nu:Tekt HD-S Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Unterhalb der Trim-Potis befindet sich ein Sichtfenster, das durch die dahinterliegenden LEDs eine optische Rückmeldung über den gewählten Schaltkreis und das Ansprechen des Pedals liefert. In einer Reihe sind hier fünf LEDs angeordnet, die in den Farben blau, grün und rot farblich die einzelnen Schaltkreise anzeigt. Je nach Mischverhältnis der drei Trim-Potis werden auch die farbigen LEDs gemischt. Geht ein Audiosignal ein, so zeigen die LEDs die Stärke der Verzerrung durch ihre Helligkeit an. Das ist wirklich hilfreich und macht Spaß anzusehen.

Korg Nu:Tekt HD-S

An der Stirnseite sind die, mit dem Gehäuse verschraubten 6,3 mm Mono-Klinkeneingang- und Ausgang-Buchsen angebracht, die gut zugreifen und den Klinkenstecker fest verankern. Dazwischen liegt die 9 V Netzteilbuchse, die auf der Platine montiert ist. Ein Batteriebetrieb ist ebenfalls möglich, hierfür muss die Bodenplatte entfernt werden. Mit einem Verbrauch von 45 mA hält eine Batterie ca. 10 Stunden. Das Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten.

Das Pedal findet einen festen Stand durch die vier selbst angebrachten Gummifüßchen – ist ja schließlich auch DIY . Im Lieferumfang befindet sich neben dem passenden Werkzeug für die Montage, die aus einer Schablone ausgelöst werden müssen, eine Gebrauchsanweisung, Aufkleber und Plektren. Das Ganze ist gut gepostert verpackt in einem Pappkarton. Die Gebrauchsanweisung gibt Hinweise zur Montage und ein paar nützliche Einstellvorschläge. Also schließen wir das Pedal mal an und testen es.

Korg Nu:Tekt HD-S in der Praxis – Sound und Funktion

Dieses Pedal ist definitv wild. Es geht schnell in die Octave-Fuzz-Richtung und kann richtig schmutzig, manchmal fast schon pfeifend werden. Mit der Aktivierung von nur einem Schaltkreis kann natürlich auch ein Standard-Distortion-Sound gezaubert werden. Aber richtig glänzt es, wenn es richtig zur Sache geht. Man kann mit der Gitarre gegen das Pedal kämpfen und spannende Intermodulationen erzeugen, die mit dem Gate in Zaum gehalten werden. Ich habe versucht, eine Logik zu finden, die man den drei Trim-Potis zuordnen kann, was nicht ganz leicht war, aber am ehesten kann man deren Grundcharakter folgendermaßen beschreiben: Die Harmonic-Trim-Potis blenden verschiedene Fuzz-Schaltkreise zum Signal hinzu. Harmonic 1 ist etwas gezähmter und ist in den Frequenzen am traditionellsten.

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Dreht man Harmonic 1 voll auf und das Gain-Poti auf halb 9 Uhr, so bekommt man einen schmutzigen Overdrive, wenn das Volume-Poti der Gitarre etwas zurückgedreht. Ganz clean klingt Harmonic Distortion aber nie. Mit dem ersten Harmonic-Trim-Poti geht der Klangcharakter in Richtung eines Germanium-Fuzz-Pedals und liefert einen richtig satten und amtlichen Fuzz-Sound, der so manches Gitarristen-Herz höher schlagen lässt. Dreht man das Tone-Poti voll auf, wird man mit durchsetzungsfähigen Höhen belohnt. Das geht fast in Richtung Distortion. Mit dem Tone-Poti auf 12 Uhr ist der Fuzz-Sound ausgewogen, leicht gescooped, also in den Mitten reduziert und erinnert an einem Big Muff. Dreht man das Tone-Poti ganz zu, wird es klanglich dunkel. Aber trotzdem klingt der Korg HD-S Harmonic Distortion nicht dumpf.
Das Tone-Poti greift insgesamt sehr wirksam in das Klanggeschehen ein und kann, fast wie ein Filter, für dünne und höhenreiche Fuzz-Sounds oder in der entgegengesetzten Richtung für dunklere Sounds sorgen. Wie bei einem Big Muff kann es die Verzerrung effektiv verändern und formen.

Harmonic 2 klingt etwas ausgedünnter und aggressiver. Es geht klanglich in die Richtung eines Silizium-Fuzz-Pedals. Dreht man hier den Tone weiter auf, hört man wenig Bässe und ein aggressives Klangbild. Harmonic 2 schein von sich aus schon ein Gate zu haben, da es in Spielpausen komplett stummschaltet, solange Harmonic 1 nicht aktiviert ist. Harmonic 3 ist ähnlich wie Harmonic 2, aber vielleicht etwas zahmer. Das kann aber auch täuschen. Das Pedal britzelt und knarzt und ist definitiv kein Schönfärber. Es komprimiert ganz ordentlich.

Korg Nu_Tekt HD-S

Das Gate greift, ganz nach links gedreht, ordentlich zu und sorgt für abgehackte Gated-Fuzz-Sounds. Dreht man das Poti ganz auf, so klingt das Signal länger aus und das volle Sustain des Pedals kommt zum Tragen. Es lässt sich sehr präzise einstellen, ohne dass es den Ton verschluckt. Auf der 10 Uhr Stellung klingt jeder Ton aus, ohne gekappt zu werden. Dämpft man nun die Saiten ab, so wird ein Rauschen des High-Gain-Schaltkreises gestoppt. Nur Harmonic 1 braucht von sich aus bereits ein Gate. Wenn man allerdings mehrere Harmonics kombiniert, ist man natürlich dankbar über die Gate-Option. Und auch, wenn man in den Spielpausen das Volume-Poti der Gitarre nicht runterregeln möchte und das Fuzz anlassen will, kann man das Gate-Poti ruhig auf 10 bis 11 Uhr stehen lassen. Dann brummt gar nichts mehr. Mit voll aufgedrehtem Gain kann der Korg Nu:Tekt HD-S übrigens auch ganz ordentlich die Lautstärke anheben. Aber der Regelweg des Gain-Potis ist in manchen Settings etwas gering. Gerade mit nur einem aktivierten Harmonic-Schaltkreis kann es vorkommen, dass sich von der 12 Uhr Stellung bis zur maximalen Einstellung recht wenig ändert. Wenn mehrere Fuzz-Schaltkreise eingeblendet werden, ist aber auch dieser Regelbereich effektiv nutzbar. Dreht man alle drei Harmonic-Trim-Potis voll auf, wie es in dem Handbuch beschrieben wird, so interagieren die Obertöne und je nach Setting werden unterschiedliche Frequenzen betont. Ich hätte das Pedal eher als Fuzz, denn als Distortion bezeichnet. Und den Full-Range-Overdrive eines Tube-Sounds konnte ich auch nicht finden, aber dafür ist das Pedal auch nicht gemacht. Es will über die Grenzen des bekannten Fuzz-Pedale hinaus, schreien und kreischen oder mit zurückgedrehtem Tome-Poti den Zuhörer mit einer Wucht an die Wand drücken. Mir haben einige der Sounds altbekannte Grunge-Riffs herausgelockt. Und auch gewünschte Nebengeräusche, Saitenschnarren und Obertöne lassen sich sehr gut in das Spiel einflechten.

Klanglich interessant ist ein Setting, bei dem Harmonic 2 und Harmonic 3 sowie das Gain voll aufgedreht und dann das Volume-Poti an der Gitarre zurück geregelt wird. Die Mitten kommen nun besser durch, und das Pedal klart klanglich auf. Wird das Volume-Poti der Gitarre wieder voll aufgedreht, komprimiert das Signal stärker und giftigere Höhen peitschen ordentlich aus den Speakern.

Bei dem Korg Nu:Tekt HD-S fällt mir besonders das Zusammenspiel von Gain- und Tone-Poti auf. Gerade, wenn mehrere Harmonics aufgedreht sind. Das leichte Peitschen beim Anschlag bleibt, ähnlich wie bei einem Octave-Fuzz. Ein schönes, optisches Feedback wird per Helligkeit der LEDs gegeben. So kann man sich das favorisierte Preset farblich gut merken. Dreht man ein Trim-Poti voll auf, egal welches, kommt das Gitarrensignal besser durch.

Das Tone-Poti agiert wie ein Filter. In dem Regelbereich von voll aufgedreht bis 15 Uhr betont es ein scharfes Britzeln. Weiter nach unten geregelt, wird dieses langsam rausgefiltert. Selbst wenn man das Poti ganz zudreht, wird der Ton nicht dumpf. Es scheint sich um eine Art Lowpass-Filter zu handeln, das sehr gut abgestimmt wurde. Dadurch ergeben sich viele Nuancen, die ein breites Spektrum an Sounds abdecken kann. Eine schwache Batterie betont übrigens die Mitten etwas mehr. Auch wenn alle drei Harmonics aufgedreht sind, agiert das Pedal also in bester Fuzz-Manier.

Spaß macht es auch, ein Tremolo vor dem Fuzz zu nutzen oder das Signal per Gitarrenpoti einzublenden und mit einer gespielten Septime wird das Pedal zum Ring Modulator. Es ist also wirklich vielseitig und hat unzählig viele Klangnuancen. Am besten startet man, indem man das Tone-Poti und das Gain-Poti jeweils auf 12 Uhr stellt und dann ausgiebig mit den Trim-Potis spielt, um ein Setting zu suchen. Mal ist es scooped etwas dunkler, mal sind die Höhen stärker betonter. Eine richtige Logik konnte ich leider nicht finden, aber viele brauchbare und einzigartige Sounds sind mir zwischenzeitlich schon über den Weg gelaufen.

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Fazit

Das Korg Nu:Tekt HD-S Harmonic Distortion ist ein Pedal für Klangtüftler. Es bietet mit seinen drei Harmonic-Trim-Potis zahlreiche Fuzz-Sounds, die auch im traditionellen Bereich liegen können. Hauptsächlich peitschen und schreien sie aber wild aus den Speakern. Mit dem Tone-Poti und dem Gate lässt sich das Pedal jedoch gut in Zaum halten. Langweilig wird es mit diesem Pedal wahrscheinlich nie.

Plus

  • einzigartiges Fuzz
  • Gate-Schaltkreis
  • Tone-Poti
  • optisches Feedback

Minus

  • Schalter knackt beim Schalten

Preis

  • 269,- Euro
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