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Test: Electro Harmonix Pico Deep Freeze, Effektpedal

Das EHX Freeze in der Pico-Version

12. November 2023

Test: Electro Harmonix Pico Deep Freeze, Effektpedal

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Der EHX Pico Deep Freeze ist Teil der neuen Pico-Serie von Electro Harmonix, in der einige Klassiker in super-kompaktem Format auf den Markt drängen. Die kleinen Versionen verfügen allerdings über mehr Funktionen als die jeweiligen größeren Vorlagen und passen zudem definitiv auf jedes Pedalboard. Der Freeze-Effekt wurde von Electro Harmonix bereits in verschiedenen Versionen angeboten. Er ist jetzt schon ein absoluter Klassiker und ein wirklich einzigartiges und innovatives Effektgerät.

Gehäuse, Potis und Schalter des EHX Pico Deep Freeze

Das matt-weiß lackierte Gehäuse hat die Maße 51 x 93 x 51 mm (B x T x H) und ist, wie wir es von Electro Harmonix Pedalen gewohnt sind, aus robustem Metall gefertigt. Vier recht eng beieinanderliegende Potis sind fest mit dem Gehäuse verschraubt. Die aufgesteckten, weißen Potiköpfe haben eine schwarze Markierung. Aufgrund ihrer glatten Oberfläche und dem geringen Abstand braucht es ein wenig Fingerspitzengefühl, um den gewünschten Klang einzustellen. Die schwarze Beschriftung ist auf dem weißen Gehäuse aber gut lesbar.

Die vier Potis sind robust und regeln Dry, Effect, Speed/Layer und Gliss. Eine helle LED zeigt den Status des Pedals an. Je nach gewähltem Modus erstrahlt sie in Grün, Orange oder Rot. Ein kleiner Drucktaster schaltet durch die drei verfügbaren Modi. Die jeweiligen Farben kann man sich gut merken: Grün steht für den Latch-Modus, Orange für einen Momentary-Modus und Rot für den Auto-Modus.

Test: Electro Harmonix Pico Deep Freeze, Effektpedal

Unterhalb der mittlerweile bekannten Freeze-Grafik befindet sich der Fußschalter, der fest mit dem Gehäuse verschraubt ist. Ein leichtes, mechanisches Klicken beim Betätigen ist zu hören. Hier hätte ich mir einen lautlosen Taster gewünscht. Gerade bei sphärischen Effekten ist das in meinen Ohren enorm wichtig.

Links und rechts am Gehäuse befindet sich jeweils eine 6,3 mm Mono-Klinkenbuchse. Diese wurden aufgrund der Gehäusegröße leicht versetzt montiert. An der Stirnseite ist ein 9 V DC-Netzteilanschluss und das Pedal benötigt 100 mA. Ein passendes Netzteil gehört sogar zum Lieferumfang. Wie man sich bei dem Pico-Pedalformat denken kann, ist ein Batteriebetrieb nicht möglich.

Die Gehäuseunterseite ist glatt und so lassen sich die mitgelieferten Gummifüße oder Klett sehr gut anbringen. Aufgedruckt ist hier übrigens auch die nicht sehr schmuckvolle, aber mittlerweile übliche Müllentsorgungs- und Gefahrenerklärung. Eine Auflistung der Modi wäre vielleicht für den Nutzer interessanter, aber wer schaut schon auf die Unterseite?

Das EHX Pico Deep Freeze wird im schicken Pappkarton mit passendem Netzteil, Gebrauchsanweisung und einem Aufkleber das geliefert. Auf dem Karton ist auch praktischerweise eine Schnellanleitung aufgedruckt.

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Das EHX Pico Deep Freeze in der Praxis

Im Latch-Modus wird der Freeze-Effekt aktiviert, sobald der Fußtaster gedrückt wird. Das funktioniert trotz knackendem Fußschalter wunderbar und es erklingen die markanten Synths-Freeze -Sounds, die man vom Freeze oder auch dem Electro Harmonix Superego kennt. Mit den beiden Potis für Dry und Effect lassen sich die Lautstärkeverhältnisse sehr präzise abstimmen. Über den eingefrorenen Sound kann man dann nach Belieben weitere Parts spielen, bis man durch erneuten Tastendruck den nächsten Akkord einfriert. Als besonderes Extra können im Latch-Modus mehrere Sounds übereinandergelegt werden. Dreht man das Layer-Poti ganz zu, so wird jeweils nur der letzte Ton oder Akkord gehalten.

Mit aufgedrehtem Layer-Poti ist es möglich, mehrere Töne übereinanderzulegen und somit ganze Klangteppiche zu erzeugen. Dieses Feature, das perfekt für Ambient-Sounds geeignet ist, haben die klugen Köpfe von Electro Harmonix vom Superego auf den Pico Deep Freeze übertragen. Durch einfaches Doppeltappen des Fußtasters wird der eingefrorene Sound gelöscht und man kann zum nächsten Modus übergehen.

Die verschiedenen Modi im Test

Der Bypass kann übrigens in drei Modi eingestellt werden. Im digitalen Modus ist das Signal im Bypass ebenfalls digital. Dieser Modus soll laut Hersteller am flüssigsten agieren. Der analoge Modus schaltet den Bypass so, dass das Signal analog durch das Pedal geleitet wird. Im sogenannten Hybrid-Modus ist das Signal digital und schaltet automatisch bei der nächsten kurzen Spielpause in den analogen Modus. Dadurch soll es möglich sein, die Übergänge besonders gut bearbeiten zu können.
Im Moment-Mode wird der Akkord so lange gehalten, wie der Fußtaster gedrückt gehalten wird. In diesem Modus regelt das Speed-Poti, wie schnell der gehaltene Ton anschwillt und abklingt. Dieser Modus ist bekannt und funktioniert sehr gut. Man kann punktuell die Töne oder Akkorde halten und sie jeweils schneller oder langsamer abklingen lassen und natürlich auch hier darüber spielen. Es ist Geschmackssache, ob man mit dem Latch- oder Manual-Mode besser zurechtkommt.

EHX Pico Deep Freeze

Der Sound des Electro Harmonix Pico Deep Freeze ist, wie man es von den EHX Freeze-Effekten kennt, immer etwas metallisch und künstlich. Ich finde aber, dass dieser Klang sehr gut zum erzeugten Effekt passt und dass man damit wirklich tolle Flächen erzeugen kann, die denen eines Synthesizers ähneln.

Der Auto-Mode erspart dem Gitarristen einige Arbeit und triggert die neuen Töne oder Akkorde automatisch. Möchte man hier darüber spielen, so hält man den Taster gedrückt. Ich finde diesen Modus am praktischsten. Mit dem Speed-Poti wird auch hier die Ausklangzeit geregelt.

Electro Harmonix Pico Deep Freeze
Electro Harmonix Pico Deep Freeze
Kundenbewertung:
(3)

Ein absolutes Highlight des Pico Deep Freeze ist natürlich die Gliss Funktion. Während das Ur-Freeze-Pedal diese Funktion noch nicht hatte, konnte der Superego damit überzeugen. Die gehaltenen Töne bekommen eine Glide-Funktion wie bei einem Synthesizer und verschieben sich langsam von einem in den nächsten Ton. Das ist quasi eine Instant-Sigur Ros-Funktion und ich liebe sie. Cineastischer kann man einen Gitarrensound wohl kaum kreieren. Noch etwas externen Hall und etwas Delay dazu und fertig ist der nächste Soundtrack.

Das Tracking funktioniert gewohnt gut, bei gezupften Akkorden kann zu leichten Tremolo-Effekten kommen, aber diese halten sich in meinen Augen im Rahmen und man gewöhnt sich schnell an die erforderliche Spielweise.

Deep Freeze vs. Superego

Preislich liegt der EHX Pico Deep Freeze ungefähr gleich auf mit dem Superego. Die angebotenen Funktionen sind, abgesehen von den Bypass-Modes, soweit identisch. Der Superego nimmt allerdings deutlich mehr Platz auf dem Pedalboard ein, hat dafür aber einen lautlosen Taster und einen Effekt-Loop. Wer auf den Loop verzichten kann und ein leichtes Schalterknacken akzeptiert, kann hier also ordentlich Platz auf dem Pedalboard sparen.

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Fazit

Sowohl das Freeze als auch der Superego sind wirklich gelungene Klassiker aus dem Hause Electro Harmonix und mit dem Deep Freeze wurden die besten Features in ein extrem kompaktes Gehäuse gepackt. Ein lautloser Schalter hätte etwas besser gepasst, aber auch so ist der EHX Deep Freeze ein tolles Effektgerät und es passt als besonderes Soundtool bestimmt auf jedes Pedalboard. Der Sound ist so gut, wie wir es von den unterschiedlichen Versionen des EHX Freeze-Effekts kennen und die Verarbeitung des Pedals ist gut. Jeder Gitarrist sollte einen Freeze-Effekt wenigsten einmal ausprobiert haben und ich kann für mich nur gestehen, dass ich sie großartig finde. Wer auf den Effekt-Loop des Superegos verzichten kann, könnte mit dem platzsparenden Pico Deep Freeze zum gleichen Preis gut auskommen.

Plus

  • extrem kompaktes Gehäuse
  • Gliss-Funktion
  • Ambient-Sounds

Minus

  • knackender Fußschalter

Preis

  • 199,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    harrymudd AHU

    Als Superego+ Nutzer finde ich das Preis/Leistungsverhältnis des Deep Freeze problematisch. Für 60 Euronen mehr erhalte ich einen Multieffekt und eine größere Usability wie Einschleifweg und Expression Anschluss.

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @harrymudd Absolut! Wenn der Platz auf dem Board vorhanden ist, ist der Superego oder Superego+ die bessere Lösung. Die Picos sind eher für super kompakte Boards und größeren Geldbeutel 😁
      Da du den Superego+ hast, hätte ich mal eine Frage: Kann man mit dem Pitch Effekt einen vernünftigen (Fake)Bass Sound erzeugen? In den Videos und Test werden meist nur die anderen Effekte und der Freeze Effekt beachtet. Ist der Sound mit einem POG vergleichbar? 🎸

      • Profilbild
        harrymudd AHU

        @DelayDude nein, da EHX IMHO kein Pitch kann. Das klingt immer wie fade-in Attack Bass im Keller. Referenz für mich ist hier das Digitech Whammy 5/DT.

        • Profilbild
          DelayDude RED

          @harrymudd Der POG kann es sehr gut! Ich mag das Whammy gar nicht. So unterschiedlich können Geschmäcker sein.

  2. Profilbild
    Equilibrium

    200 ist schon lächerlich, normalerweise hat ehx ja faire Preise. Dann lieber einen besser ausgestatteten Infinite Sample Sustainer für 160.

  3. Profilbild
    Fyxups

    Der Schalter am ursprünglichen Freeze hat mir auch schon zu laut geknackt. Glücklicherweise kann man das unkompliziert mit einem Lötkolben und einem Ersatzschalter, der sehr günstig zu erwerben ist, ändern. Auf Youtube findet man wenn man nach einem entsprechenden Mod sucht eine Anleitung. Vielleicht ist das ja auch auf das neue Modell zu übertragen.

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @Fyxups Du hast Recht, beim alten Freeze war das eine sinnvolle Modifikation. Bei aktuellen Freeze und beim Superego haben sie zum Glück gleich klickfreie Taster eingebaut.
      Ich habe mal in den Pico Deep Freeze geschaut und es ist aufgrund der Gehäusegröße ein sehr kleiner Schalter. Ich kenne leider auch keinen knackfreien in dieser Größe. Das war wahrscheinlich dann auch der Grund, warum EHX diesen verbaut hat. Hier wäre ein kleiner Taster auf einer Platine wohl die bessere Lösung gewesen.

      • Profilbild
        harrymudd AHU

        @DelayDude Wie leise spielt ihr Gitarre, dass euch das Knacken des Fußschalters stört? Ich bin immer wieder erstaunt über dieses Thema.
        Taster auf einer Platine ist etwas unglücklich, da die Kräfte so auch immer auf die Platine einwirken und was das über die Zeit mit den SMDs macht, ist nicht gut.
        Findet euch damit ab: unsere Treter werden nun mal getreten🙂

        • Profilbild
          DelayDude RED

          @harrymudd Da Musik auch von der Dynamik lebt gibt es wohl auch immer mal wieder ruhige Passagen. Ich stelle mir gerade eine Band mit zwei Gitarristen und einem Bass vor, bei dem in der Spielpause alle drei auf ihrem Pedalboard für den nächsten Song zwei bis drei Pedale mit knackenden Schaltern umstellen:
          KNACK, KNACK, KLACK … der nächste Song heißt KNACK, KNACK. 😁 Das ist technisch überholt und definitiv nicht mehr zeitgemäß.
          Kleine Drucktaster auf einer Platine, die mit einer Feder über einen Betätiger aktiviert werden oder Lösungen wie der „Lehle Switch BTN“ sind da viel besser. Auch weil mechanische True Bypass Knacker mit der Zeit aufgrund verdreckter Kontakte ausfallen.

          • Profilbild
            harrymudd AHU

            @DelayDude Also ich habe noch nie mechanisch knackende Fußschalter auf einer Bühne gehört in meinem > 40jährigen Musikerdasein.
            Ja Lehle hat es drauf aber viele andere Firmen nicht und da machen sich die Federn schon mal selbstständig und brücken Kontakte dauerhaft.
            Die TrueBypass Knacker sind meist garnicht verdreckt sondern die Kontaktbeschichtung ist hinüber -> Oxidation. Bei guten Schaltern passiert das aber nicht.
            Mit dem Begriff ‚zeitgemäß‘ wäre ich im Falle von Musik vorsichtig – der nächste Vintage-Hype kann wieder alles ändern…😎

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