PA Basics Teil 2: Inputs & EQs

26. November 2017

Inputs & EQs

Im ersten Teil unserer Workshop-Reihe PA Basics haben wir es mit Mikrofontypen, Richtcharakteristik und Motörhead zu tun gehabt. Mit der Wahl der richtigen Mikros ist ein wichtiger Schritt zum perfekten Mix getan, aber der Weg zum fetten Live-Gig ist lang, und auch aus den besten Mikrofonen kann noch einiges rausgeholt werden. Und dann schnorchelt auch noch der Sänger, die Snare braucht einen Hall, und die Band will Monitore, weil der Drummer wieder so laut ist. Ein gutes Mischpult vereint all diese Aufgaben unter einem großen Deckel mit einem Haufen Knöpfen und Anschlüssen. Grund genug, sich so ein Gerät einmal genauer anzuschauen.

Midas Heritage 4000 - Merke: Selbstmord ist auch kein Auxweg!

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Der Aufbau und der Einsatzbereich ist oft schon im Namen der Pulte erkennbar. Bei vielen Geräten meint die erste Ziffer die Anzahl der Eingangskanäle, die zweite die der Subgruppen (dazu beim nächsten Mal mehr) und die letzte die der Ausgänge. Ein Behringer XENYX 1222 hat also 12 Eingangskanäle (in diesem Fall 4 Mono- und 4 Stereokanäle), 2 Subgruppen und einen Stereoausgang. Man muss also davon ausgehen, dass mit diesem Pult keine allzu üppige Besetzung gemischt werden kann, zumindest wenn alle Instrumente verstärkt werden sollen und das komplette Schlagzeug abgenommen wird.

Signale und Eingangssektion

Ein nettes Mittelklassepult eignet sich bestens, um in die Mixerwelt richtig einzutauchen – in unserem Fall der MixWizard 14:4:2 von Allen & Heath. Dieses 19″-Pult besitzt alles, was für den Anfang nötig ist, ohne Einsteiger gleich völlig zu überfordern. Zu Beginn sollten wir noch klären, mit welchen unterschiedlichen Signalen wir das Pult versorgen dürfen. Grundsätzlich muss zwischen zwei Übertragungsarten und zwei Pegeln unterschieden werden.

Unser Workshop-Pult: Allen & Heath MixWizard 14:4:2

Unser Workshop-Pult: Allen & Heath MixWizard 14:4:2

Um Audiosignale sicher und möglichst ohne Störgeräusche zum Mischpult zu übertragen, sollte immer eine symmetrische Leitung verwendet werden. Ein solches Kabel hat zwei Adern und einen Schirm und besitzt dreipolige XLR-Steckverbinder bzw. 6,3 mm Stereo-Klinkenstecker. Das Signal wird doppelt übertragen – einmal in der Originalversion und einmal an der x-Achse gespiegelt (gedrehte Phasenlage). Dadurch löschen sich Störgeräusche aus, die auf dem Übertragungsweg auf das Nutzsignal einwirken. Lange Leitungswege sind nur mit symmetrischen Kabeln realisierbar. Unsymmetrische Leitungen finden oft bei günstigeren Geräten für den Consumer-Markt Verwendung. Hier wird das Signal nur einfach übertragen, neben Mono-Klinkensteckern kommen hier außerdem eher klapprige Verbinder wie Cinch oder Miniklinke zum Einsatz. Um Consumergeräte professionell in ein Live-Setup einzubinden, wird eine  Direct-Injection-Box (kurz: DI-Box) benötigt. Ein universelles Werkzeug ist zum Beispiel die Palmer PLI-04, die geschickter Weise viele verschiedene Eingangsbuchsen besitzt, so daß lästiges Adaptieren unnötig wird. Theoretisch kann man unsymmetrische Ausgänge auch direkt an symmetrische Eingänge anschließen. Eine DI-Box wandelt aber das unsymmetrische Signal in ein symmetrisches und verfügt in der Regel über XLR-Ausgangsbuchsen, die sich direkt mit dem Pulteingang verbinden lassen.
Ein Audiosignal kann außerdem mit unterschiedlichem Pegel übertragen werden. Gemeint ist damit nicht etwa der Lautstärkeunterschied zwischen einer Blockflöte und einem Marshall-Stack. Vielmehr unterscheidet man zwischen Mikrofonpegel und Line-Pegel, wie er von CD-Playern, Keyboards oder am Summenausgang von Mischpulten ausgegeben wird. Ein Mikrofonsignal besitzt einen sehr geringen Pegel, der von einem Vorverstärker im Pult angehoben werden muss. Ein Line-Signal benötigt nur eine geringe Vorverstärkung. Die Anpassung des Eingangspegels wird mit dem Gain-Regler (auch Trim genannt) vorgenommen. Kondensatormikros und aktive DI-Boxen benötigen für den Betrieb eine Versorgungsspannung. Die Norm für diese Spannung ist die 48V-Phantomspeisung, die bei den meisten kleineren Mischpulten über einen rückwärtigen Schalter für alle XLR-Eingangsbuchsen aktiviert wird. Bei aktivierter Phantomspeisung sollten keine unsymmetrischen Geräte an die XLR-Buchsen angeschlossen werden, da diese sonst beschädigt werden können.

Eingangsbuchsen

Eingangsbuchsen

Eingangssektion

Eingangssektion

 

Die Monoeingänge des Beispielpultes besitzen eine symmetrische XLR-Buchse mit Mikrofonpegel und eine ebenfalls symmetrisch ausgelegte Klinkenbuchse für Line-Signale. Da der Line-Eingang wesentlich unempfindlicher ist, sollten Mikrofone immer über die XLR-Buchse angeschlossen werden. Die XLR-Buchse ist bei diesem Pult intern mit der Line-Buchse verdrahtet, solange diese nicht selbst belegt ist. Daher kann das Line-Signal auch über ein XLR-Kabel angeschlossen werden. Die Eingangswahl erfolgt über den Pad (Line)-Schalter. Außerdem gibt es für jeden Eingang einen Insert-Weg, um Effekte einzuschleifen. Schließlich bietet der MixWizard noch die Möglichkeit, über den Direct Out ein Line-Signal des jeweiligen Kanals etwa für Mehrspuraufnahmen abzugreifen. Unterhalb der Eingangssektion befinden sich im Normalfall EQ- und Aux-Sektion, doch dazu später mehr. Zunächst gehen wir davon aus, dass wir das unbearbeitete Signal einfach nur in die Summe mischen wollen.

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