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Workshop: Musikvideos erstellen – Equipment und Tipps für Musiker

Homebrew-Bandvideo: Was brauche ich dafür?

3. August 2023
Musikvideos erstellen – Equipment und Tipps

Musikvideos erstellen: Wir präsentieren das passende Equipment und geben die richtigen Tipps

Ein Musikvideo zu erstellen, ist nicht einfach, aber auch keine Raketenwissenschaft. Mit etwas Hintergrundwissen und Equipment lässt sich durchaus ein ansprechendes Video drehen, ohne gleich auf teure Spezialisten zurückgreifen zu müssen. In diesem Workshop erfährst du, was du benötigst und wie der Einstieg in den Dreh eines Musikvideos gelingt.

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Musikvideos: Video killed the Radio Star

Der Titel diese Songs von 1979 von der britischen Band The Buggles ist heute erneut Programm. War es damals MTV, dessen Programm am 1. August 1981 um 0:01 Uhr mit diesem Song startete. Seitdem ist viel passiert. Musikvideos wurden durch MTV und andere Ableger zum wichtigsten Marketing-Instrument der Plattenfirmen und selbst Künstler, die sich zu Beginn geweigert hatten, in diese neue Kunstform zu investieren, mussten am Ende dann doch dem Druck der Plattenfirmen nachgeben.

Mittlerweile fokussiert sich der einstige Musikvideosender MTV statt auf Musikvideos auf Reality TV, dennoch bleiben Musikvideos wichtig. YouTube, Instagram, TikTok, Vevo und andere sind die neuen Vertriebsplattformen für Musikvideos. Doch sind Videos tatsächlich wichtig für den Erfolg einer Band?

Musikvideo als Marketing-Instrument

Ein frisch veröffentlichtes Album, und sei es noch so gut produziert, ist keine Garantie für Live-Auftritte oder gar hohe Albumverkäufe. Veranstalter suchen Bands, die eine große Community besitzen und deren Follower Konzertkarten kaufen. Bei typischen Open Air Veranstaltungen ohne Kartenverkauf, wie zum Beispiel Stadtfesten, ist es wichtig, dass das Publikum lange vor den Bühne verweilt und auch der Verzehr an den umliegenden Ständen entsprechend hoch ist. Die Band muss deshalb nicht nur gute Musik machen, sondern auch eine mitreißende Bühnen-Performance liefern.

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Hier haben wir schon zwei wesentliche Punkte angesprochen: Bands müssen sich auf Social Media präsentieren, um eine Community und entsprechend viele Follower zu generieren, sie benötigen aber auch Material, um Veranstalter auf sich aufmerksam zu machen. Dazu benötigst du zwei verschiedene Arten von Videos: Konzeptvideos sind gut für das Schaffen einer Community und zur Verbreitung neuer Songs, während Live-Videos sehr gut geeignet sind, den Veranstalter von der eigenen Bühnen-Show zu überzeugen.

Konzeptvideo und narrative Videos

Das Konzeptvideo ist eine eigene Kunstform und tatsächlich nicht einfach zu erstellen. Oft steht hier die Kunst im Vordergrund und weniger ein Darsteller oder die Band. Sie spiegeln künstlerisch meistens den Zeitgeist ihrer Entstehungszeit wider und wirken oft wie eine Collage. Ein berühmtes Konzeptvideo ist zum Beispiel Peter Gabriel’s Sledgehammer.

Narrative Videos sind mit Konzeptvideos verwandt, aber weitaus weniger abstrakt. Sie erzählen in der Regel eine Geschichte oder deuten den Songtext aus. Die Band kann ein Teil des Videos sein, steht aber nicht im Mittelpunkt des Videos. Eine dritte Form markiert den Übergang zwischen narrativen Videos und Performance-Videos. Sie zeigt die Band, fokussiert sich aber gleichzeitig auf die Geschichte des Songs. Gerade für Singer-Songwriter finde ich diese Videos gut und auch einfach zu produzieren. Die Übergänge zwischen all diesen Formen sind wie immer fließend und man muss hier nicht zwingend in starren Kategorien denken. Wir sind schließlich keine Filmregie-Studenten, sondern Musiker.

Für diese Videoformen benötigst du jedoch nicht nur das passende Equipment, sondern vor allem eine Regie, schauspielerisches Geschick, Erfahrung in Beleuchtung und vor allem auch später im Schnitt, damit das Ergebnis überzeugend wird, und eine künstlerische Ader. Das bedeutet aber nicht, dass eine Eigenproduktion ausgeschlossen ist. Man sollte nur die Messlatte nicht zu hoch legen. Videos wie das berühmte „Brothers in Arms“ Video von den Dire Straits lassen sich heutzutage durch die vielen Effekte in Schnittprogrammen und selbst auf Smartphones viel leichter erstellen als in den 1980er Jahren und so manches TikTok-Video mit vorgefertigten Filtern und Effekten sieht heute beeindruckender aus als das, was noch vor 20 oder 30 Jahren als Highend-Produktion galt.

Drehbuch

Für ein Konzeptvideo oder narratives Video benötigst du zwingend ein Drehbuch. Das muss jetzt nicht irgendeinem Hollywood-Standard genügen, sondern sollte folgende Punkte beinhalten:

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Welche Szenen gibt es? Wer ist in einer Szene zu sehen? Was ist in der Szene zu sehen (Ort, Kulisse, Tageszeit)? Was geschieht in der Szene (Handlung)? Welcher Stelle im Song ist die Szene zugeordnet (Zeitangabe)? Vorschläge für Kamerapositionen gehören auch hier hin.

Das sind einige wichtige Fragen, die man vorher festhalten sollte. Halte deine Gedanken fest und mache dir vorab ein Bild davon, wie die Szene aussehen könnte. Das bedeutet aber nicht, dass du spontan keinerlei Änderungen mehr vornehmen darfst. Gerade die spontanen Ideen sind später vielleicht erfolgreich. Aber komplett planlos wirst du nur Zeit verschwenden (und eventuell auch Geld).

Regie und Kamera

Für den Dreh benötigst du einen Regisseur. Das muss kein ausgebildeter Regisseur sein, sondern in erster Linie jemand, der anhand des Drehbuchs klare Ansagen macht und dafür sorgt, den Musikern den Rücken freizuhalten, wenn sie an einer Szene beteiligt sind. Du kannst als Musiker nicht gleichzeitig vor der Kamera stehen und dahinter. Du benötigst also einige Mitstreiter, die diese Jobs für dich übernehmen. Diese können durchaus aus dem Freundeskreis stammen. Ein Tipp von mir wäre allerdings, einen Filmregie-Studenten für das Projekt zu gewinnen, der es als Projektarbeit im Rahmen seines Studiums einreichen kann. Ein Aushang an Hochschulen oder privaten Institutionen wie der SAE dürfte genügen, um hier Helfer zu finden.

Licht

Gerade bei Konzeptvideos ist die Beleuchtung extrem wichtig. Beleuchtung ist ein Handwerk und auch eine Kunstform. Schlecht beleuchtete Fotos und Video wirken wenig ansprechend und zu viel oder falsch positioniertes Licht ist genauso schädlich wie zu wenig Licht. Konzentriere dich bei der Beleuchtung auf die Gesichter. Ein Gesicht im Halbschatten kann interessant wirken, wenn es zur Stimmung der Szene passt und der Halbschatten gewollt ist, ansonsten wirkt es eher verstörend. Für Videos in Innenräumen können auch Lichtanlagen aus dem Privatbesitz der Band genutzt werden, wenn diese ausreichend hell sind. Außen wird es aufgrund fehlender Stromanschüsse schon schwieriger, zumal gegebenenfalls noch das Sonnenlicht mit hinzu kommt. Akkulampen und Reflektoren für das Sonnenlicht sind hier angesagt. Erneut bietet es sich für diesen Punkt an, auf Studenten zurückzugreifen, die sich das Equipment vielleicht von der Uni leihen können und auch wissen, wie man damit umgeht.

Ton

Beim Dreh von Konzeptvideos oder narrativen Videos ist der Ton kein allzu großes Problem. Am Ende wird das Video im Schnitt mit deiner Studioaufnahme unterlegt. Dennoch musst du am Set natürlich den Song hören, um dazu performen zu können. Ein Akkulautsprecher ist vor allem bei Außendreharbeiten ohne Steckdose in der Nähe sinnvoll. Wichtig ist, schnell im Song navigieren zu können. Ein Laptop als Zuspieler oder ein iPad mit einem Audio-Player, der Marker erlaubt, um schnell bestimmte Positionen im Song anzuspringen, sind hilfreich.

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Vergesst nicht, den Ton mit auf Video aufzunehmen, damit später der Studioton dazu synchronisiert werden kann.

Schnitt

Wenn das Material im Kasten ist, steht der Schnitt an. Guter Schnitt benötigt gutes Material und vor allem Alternativen für Takes, die vielleicht nicht so gut gelungen sind. Achte darauf, dass der Schnitt zu Musik passt. Schnitte, die dauerhaft dem Rhythmus der Musik widersprechen, wirken eher störend. Bei einer Ballade sind schnelle Schnitte eventuell auch weniger passend, während bei der Heavy-Metal Uptempo-Nummer auch schnelle Cuts verwendet werden können.

Wichtig ist aber, dass gerade beim Dreh einer Szene mit mehreren Kameras oder mit einer Kamera, die mehrfach die Szene aus verschiedenen Winkeln filmt, spätestens jetzt alles im Video-Editor synchron angelegt wird. Ich nutze dazu in der Regel den Ton als Referenz und synchronisiere die Schnippsel anhand des Tons. In den meisten Video-Editoren legt man solche Multikamera-Szenen in einer speziellen Spur ab. Nun kann man bequem zwischen den einzelnen Perspektiven hin und her schalten. Vergiss aber nicht, alles auch zur Studioaufnahme zu synchronisieren, den diese soll später zu hören sein und nicht das, was die Kameras am Drehort aufgezeichnet haben.

Harte Cuts wirken besser als Überblendungen. Als Effekt kann man aber auch mal das Bild einer Kameraeinstellung halbtransparent schalten, während darunter ein anderes Bild zu sehen ist.

Hat man mit verschiedenen Kameras gefilmt (was nicht unbedingt zu empfehlen ist), spielt im Schnitt auch das Color-Grading eine große Rolle, um die einzelnen Bilder so gut es geht aneinander anzugleichen. Doch auch ansonsten ist das Color-Grading nicht unwichtig, denn durch das Color-Grading lassen sich nicht nur Bilder dramatischer gestalten, sondern auch plastischer. Blasse Farben kann man auffrischen und kräftiger machen oder im umgekehrten Fall etwas abschwächen. Oder wie wäre es mit einem Schwarzweiß-Video?

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Ein sehr schönes Beispiel für ein sehr einfach gestaltetes Video, das aber sehr gut zum Song und zu seiner Geschichte passt, ist das Video zu „Brilliant Disguise“ von Bruce Springsteen. Gedreht wurde es mit nur einer Kamera in seiner Küche. Es ist komplett in Schwarzweiß gehalten und die Kamera macht nur einen Zoom zum Ende des Songs hin. Sie fährt immer näher ans Gesicht heran und der extra für das Video aufgenommene sehr trockene und intime Gesangs-Sound trifft die Stimmung perfekt. Mit einer Lampe wird eine Gesichtshälfte seitlich angestrahlt, während die andere Gesichtshälfte im Schatten verbleibt. Das passt perfekt zum Songtext, in dem es um Zweifel in einer Liebesbeziehung geht, am Partner und an sich selbst. Sieht man wirklich den Partner oder nur dessen brillante Verkleidung?

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Live-Video oder Performance-Video

Live-Videos, auch Performance-Videos genannt, sind in der Regel Konzertmitschnitte, können aber auch im Studio aufgenommen werden. Hier steht die Band im Vordergrund und es gibt keine Geschichte, die erzählt wird. Sie sind für Laien wesentlich einfacher zu produzieren als ein Konzeptvideo oder ein narratives Video. Bei bühnenerfahrenen Bands stellt sich die passende Performance wie von selbst ein, denn die Musiker sind hier in ihrem natürlichen Habitat.

Kameras und Licht

Das Licht ist, außer in der schummrigen Kneipe, ohnehin vorhanden und, einen fähigen Lichttechniker vorausgesetzt, auch stimmig zu euren Songs. Hier zählt eher das Konzertlicht als ein geschicktes Spiel aus Licht und Schatten. Dennoch sind helle Gesichter wünschenswert.

Wichtig ist vor allem, dass die Bühnen-Performance und die Publikumsreaktionen gut zu sehen und zu beurteilen sind. Verschiedene Kamerapositionen sind also sehr vorteilhaft. Hier ist gar nicht so wichtig, dass es sich um identische Kameras handelt. Das Bühnenlicht sorgt sowieso für sehr wechselhafte Lichtverhältnisse, mit denen die Kamerasensoren klarkommen müssen. Der Lichttechniker interessiert sich in der Regel nicht für das Video und wird sich kaum beeinflussen lassen. Besprecht dennoch mit ihm euer Vorhaben. Eine dauerhaft im Nebel ertränkte Bühne wird jeden Versuch, ein gutes Live-Video zu drehen, im Keim ersticken.

Einige Smartphones oder Go Pro Action Cams an den Instrumenten, eine Totale und vielleicht zwei Kameras an den Seiten der Bühne, die das Bühnengeschehen von schräg vorne filmen, sorgen für ordentlich Material. Vergesst nicht, dass die Publikumsreaktionen wichtig sind. Filmt deshalb unbedingt das Publikum von vorne und von hinten. So könnte man zum Beispiel die Kamera für die Totale am FoH-Pult positionieren und eine weitere Kamera auf einem hohen Stativ hinter dem Drummer, die in Richtung Publikum filmt und die hoffentlich ausrastenden ersten Reihen des Publikums zeigt.

Das Publikum einbeziehen

Sagt eurem Publikum unbedingt, dass ihr ein Live-Video erstellen wollt. So provoziert ihr nicht nur ausgelassenere Publikumsreaktionen, sondern könnt auch Menschen aus dem Publikum motivieren, mit ihren Smartphones zu filmen. Um diese Schnippsel könnt ihr eure Fans anschließend bitten und sie in euer Live-Video einbauen. Das generiert später auch ordentlich Traffic auf euren Social-Media-Kanälen, auf denen ihr das fertige Video postet. Jeder Fan möchte natürlich gerne wissen, ob sein Video-Schnippsel den Weg ins Video gefunden hat.

Was für tolle Ergebnisse man nur aus dem Zusammenschnitt von Publikumsvideos erstellen kann, zeigt regelmäßig der YouTuber dvddubbingguy. Vor allem seine Videos zu diversen Bruce Springsteen Tourneen können sich sehen lassen. Hier mal ein Beispiel von der aktuellen Springsteen Tour, das darüber hinaus zeigt, wie kraftvoll schwarzweiße Bilder sein können:

https://www.youtube.com/watch?v=G8pYfq8fTys

Eines der besten Live-Videos aller Zeiten ist und bleibt für mich das offizielle Video zu Bruce Springsteen’s „Born to Run“, das aus Material der Born in the USA Tour besteht:

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Ton

Bei einem Live-Video ist eine Sache viel wichtiger als die Qualität des Videos: der Live-Ton. Ihr benötigt unbedingt einen mehrspurigen Mitschnitt des Konzerts. Mit allen aktuellen Digitalpulten ist das kein Problem. Sprecht es aber unbedingt mit dem Tontechniker ab und sorgt für das benötigte Aufnahmemedium. Ich habe im letzten Jahr mehrfach Konzerte erlebt, bei denen der Künstler im Vorfeld eine Aufnahme gefordert hat, dann über das benötigte Medium informiert wurde, am Auftrittstag dann aber mit einem untauglichen Medium beim Tontechniker aufgeschlagen ist oder gar nichts dabei hatte. USB-Stick ist nicht gleich USB-Stick, SD-Karte nicht gleich SD-Karte und SSD nicht gleich SSD. Sprecht unbedingt mit dem Techniker und lasst euch gegebenenfalls ein Produkt empfehlen. Oder fragt, ob der Techniker die Aufnahme für euch gegen ein Entgelt erstellt und dann die Files per Cloud anliefert.

Qualitätsanforderungen für das Musikvideo

Denkt man an die Zielplattform, nämlich Social Media, darf man hinsichtlich der Qualität des Videos ruhig die Kirche im Dorf lassen. Während Videos, die im Fernsehen gesendet werden, bestimmten Qualitätsanforderungen entsprechen müssen, ist die Zielgruppe auf typischen Social-Media-Kanälen eine ganz andere und wir reihen uns ein in eine riesige Palette an Videos sehr verschiedener Qualitätsstufen – vom wackeligen Handy- oder Action-Cam-Video, Fan-Konzertvideo bis hin zu professionellen Produktionen. Ob ein Video gut ankommt oder nicht, wird nur untergeordnet von dessen technischen Qualitäten bestimmt als vielmehr durch die Emotionen, die es anspricht. Guter Ton wird auch meistens vom Betrachter höher bewertet als ein gutes Bild. Das bedeutet aber nicht, dass du dir deshalb keine Mühe mit deinen Videos geben musst.

Musikvideos: Equipment-Empfehlungen

Um das Thema Kamera müsst ihr euch in der Regel gar nicht allzu viele Gedanken machen. Fast jedes Top-Smartphone besitzt eine gute bis sehr gute Kamera. Die aktuelleren iPhones sind sogar so gut, dass in Tests die iPhones selbst mit teureren spezialisierten Kameras mithalten konnten. Möglich machen das die zahlreichen Spezialalgorithmen, die aus den Sensordaten sprichwörtlich jedes Bit herauskitzeln. Für die Bühne eignen sich Action-Cams wie die beliebten Go Pro-Modelle. Durch zahlreiches Zubehör lassen sich die Go Pros fast überall schnell und sicher befestigen. Aufgrund der geringen Größe fallen sie dabei kaum auf.

Für den Videoschnitt muss es nicht immer Final Cut Pro oder Adobe Premiere sein. Mit der kostenlosen Version von Blackmagic Design DaVinci Resolve lassen sich selbst größere Projekte stemmen. Ich nutze seit 2020 die kostenpflichtige Version von DaVinci Resolve samt dem DaVinci Resolve Speed Editor und bin mit der Leistung und dem Funktionsumfang sehr glücklich.

Musikvideos erstellen – Equipment und Tipps

Blackmagic Design DaVinci Resolve ist ein hervorragender Video-Editor, der selbst in der kostenlosen Version selbst größeren Projekten gewachsen ist

Final Cut Pro X gibt es seit kurzer Zeit auch in einer Version für das iPad Pro und iPad Air der 5. Generation. Du kannst es 30 Tage lang kostenlos ausprobieren und dann entweder für 4,99 Euro im Monat oder 49,- Euro im Jahr mieten.

Tipps für euer Musikvideo

Filmt beim Konzeptvideo oder einem narrativen Video stets mehr Material als ihr später benötigt. Es gibt immer unvorhergesehene Dinge, die dann erst im Schnitt auffallen und vielleicht eine Szene unbrauchbar machen. Ist nun kein Ersatzmaterial vorhanden, ruht der Schnitt und es muss erst ein weiterer Dreh anberaumt werden. Das kostet Zeit, Nerven und vielleicht sogar Geld.

Denkt bei Dreharbeiten außerhalb eurer eigenen vier Wände oder des eigenen Proberaums unbedingt an eventuell notwendige Drehgenehmigungen. Sind im Video später urheberrechtlich geschützte Kunstwerke zu sehen (selbst so manche Gebäudefassade gehört dazu), könnte es weitere Probleme geben und vielleicht sogar dazu führen, dass ihr das Video nicht weiter veröffentlichen dürft und eine teure Abmahnung kassiert.

Beraumt bei einem Live-Videodreh unbedingt mehrere Mitschnitte an verschiedenen Konzerttagen an. Auch hier kommt es immer mal zu unvorhergesehenen Dingen: Entweder hat technisch etwas nicht funktioniert (zum Beispiel der Mitschnitt des Tons), eine wichtige Kamera war nicht eingeschaltet oder aber die Performance der Band oder einzelner Musiker stimmte nicht.

Du hast beim Live-Konzert tolle Bilder gefilmt, aber keinen guten Ton? Dann macht daraus doch einfach ein Pseudo Live-Video wie es in den 80ern und 90ern von so ziemlich jeder Band gedreht wurde. Legt den Studioton unter die Live-Videos und zeigt so, wie die Fans bei euren Konzerten ausrasten, wie die Bühnen-Performance aussieht und vieles mehr.

Achtet bei der Aufnahme von Ton und Video darauf, dass als Sampling-Rate 48 kHz eingestellt sind. Kameras zeichnen in der Regel ihren Ton mit 48 kHz auf, deshalb sollte auch der später dazu zu synchronisierte Studioton mit 48 kHz ausgespielt werden. Alle Videos sollten zudem im gleichen Format aufgezeichnet werden. Es kostet Zeit und Nerven, wenn einige Kameras mit HD1080 aufzeichnen, andere mit 4K oder anderen Auflösungen. Auch sollte die Bildwiederholrate überall gleich sein, also zum Beispiel 30 Hz oder 60 Hz. Videos, die mit einer höheren Auflösung aufgezeichnet wurden als später ausgespielt werden soll (zum Beispiel 4K Aufzeichnung und HD1080 Ausspielung), lassen sich im Video-Editor zoomen, ohne dass die Qualität des Endprodukts sichtbar leidet.

Eigene Musikvideo Beispiele

Erster Versuch

Ich bin Musiker und Fachautor und weder Kameramann, noch Beleuchter, noch Regisseur oder Cutter. Dennoch wurden meine Frau Bianca und ich in den ersten Tagen der Pandemie und des Lockdowns als Chorleiter zweier Chöre plötzlich zu all dem. Chorproben waren verboten und so mussten wir die Chöre irgendwie am Leben erhalten. So haben wie viele andere Chöre auch wir uns 2020 an die Arbeit gemacht und mit dem ersten Chorvideo gestartet. Während die Chormitglieder sich zuhause selbst mit ihren Smartphones filmen und ihren Gesang aufnehmen mussten, hat meine Familie in der Kirche nebenan gedreht. Dort haben wir die fest installierte Beleuchtung genutzt und Aufnahmen von uns mit Instrumenten gemacht, die dann später zusammen mit den Aufnahmen der Chormitglieder zu einem Gesamtvideo montiert werden sollten. Ich würde ein solches Video in den Bereich der Performance-Videos einordnen.

Wie oben beschrieben, sahen wir uns mit den typischen Problemen konfrontiert: Wie richtet man das Licht ein? Wie erzeugt man ein stimmungsvolles Ambiente? Wie synchronisieren wir Bild und Ton? Wie schneiden wir das später alles zusammen?

Wir haben uns im Vorfeld einige Gedanken gemacht. Da es kein Konzeptvideo werden sollte, benötigten wir kein komplettes Drehbuch, sondern eher eine Ideensammlung. Dachten wir zumindest. Dass eventuell eine Art Drehbuch doch besser gewesen wäre, haben wir am Drehtag dann gemerkt. Und auch eine Performance zum Playback (ich habe alle Instrumente zuvor in Logic aufgenommen) war dann doch schwerer für mich als gedacht. Wie performt man in einer komplett leeren Kirche und bei blendendem Licht von vorne vor mehreren Kameras?

Auf die Videos der Chormitglieder hatten wir keinen Einfluss und mussten deshalb mit dem leben, was uns angeliefert wurde. Insbesondere die Tatsache, dass sich nur wenige Sängerinnen und Sänger an die Anweisung gehalten haben, die Videoaufnahme bis zum Ende des Songs laufen zu lassen und auch schon vor dem ersten Choreinsatz zu starten, hat uns später Kopfzerbrechen bereitet. Ich habe dann aus der Not eine Tugend gemacht und die Videos unabhängig von ihrer tatsächlichen Länge nacheinander eingeblendet und am Ende des Songs auch wieder ausgeblendet, sodass es beabsichtigt aussieht. Das große, in der Kirche gefilmte Video mit dem Dirigat wurde in der Mitte des Bildschirms positioniert und alle Videos der Chormitglieder klein darum herum. Dazwischen wurden Sequenzen mit Instrumenten geschnitten, mal als harter Cut, mal als sanfte Überblendung. Am Schluss wurden für das Outro zwei Videos ineinander übergeblendet, während sich die Chormitglieder nach und nach „ausklinken“.

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Zweiter Versuch

Für das zweite Video mit drei Chören gemeinsam haben wir dazugelernt. Mittlerweile durften sich wieder etwas größere Gruppen treffen, aber noch keine Chorproben stattfinden. Normalerweise hätten wir im Advent 2021 ein großes Gemeinschaftskonzert mit allen Gruppen veranstaltet. Das Video sollte das verdeutlichen. Wir haben die Chöre in kleinen Gruppen gefilmt. Der Ton stammte wieder von Einzel-Gesangsaufnahmen der Chormitglieder mit ihren Smartphones. Die Musik habe ich vom letzten Live-Konzert mit Band genommen, bei dem ich einen Multitrack-Mitschnitt angefertigt hatte, sodass unsere damalige Live-Band, die auch 2021 eigentlich wieder das Konzert spielen sollte, ebenfalls Teil des Videos war.

Musikvideos erstellen – Equipment und Tipps

Die vielen von den Chorsängern aufgenommenen Stimmen mussten noch in Logic gemischt und das Gesamtergebnis aus Live-Band und Gesang für das Video ausgespielt werden

Für dieses Video haben wir uns vorher ein Konzept überlegt, die Kamera-Positionen festgelegt und die Beleuchtung in der Herner und der Dortmunder Kirche. Der Song wurde mit jeder Gruppe mehrfach aufgenommen, jeweils mit wechselnden Kamerapositionen. Es gab auch noch bewegte Kameras, die wir allerdings am Ende nicht genutzt haben. Der Schnitt erfolgte in DaVinci Resolve. Im Vergleich zum vorangegangenen Video, was das Erstlingswerk war, ist die Beleuchtung deutlich besser gelungen (mit gleichen Mitteln). Durch die zuvor festgelegten Kamerapositionen (für alle Gruppen gleich) konnte zudem ein stimmiges Bild erreicht werden.

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Live-Video

Ein letztes Beispiel zeigt ein schon älteres Live-Video. Das Video wurde von einem Hobbyfilmer mit mehreren Kameras erstellt und anschließend geschnitten. Es wurde dann mit dem von mir angefertigten Multitrack-Mitschnitt versehen.

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Hier zeigt sich schön die Interaktion mit dem Publikum, die Wirkung von Kamerafahrten, die Kamera hinter dem Chor, die das Publikum zeigt und somit erst für die Live-Atmosphäre sorgt. Solche Videos lassen sich ohne viel Aufwand erstellen und mit heutigen iPhones oder Go Pro Kameras mit 4K und mehr sogar in deutlich besserer Qualität.

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Fazit

Bandvideos zu erstellen, egal ob Konzept- oder Live-Video, gelingt auch mit geringem Budget oder sogar als No-Budget-Produktion. Konzeptvideos sind dabei deutlich aufwändiger zu erstellen als Live-Videos. Gerade letztere sind wichtig, um Veranstalter dazu zu bewegen, eine ihnen noch unbekannte Band zu buchen. Konzeptvideos dienen hingegen zur Vergrößerung der Community und helfen neuen Songs dabei, ein größeres Publikum zu erreichen als ausschließlich bei Spotify, Apple Music und Co. Auch ein solches Video muss nicht immer aufwändig sein, wie einige der genannten Beispiele zeigen. Es muss ja nicht gleich eine Produktion wie Pink Floyds The Wall sein. Habt ihr mit eurer Band oder als Solokünstler schon Videos in Eigenregie produziert? Dann schreibt eure Erfahrungen doch in die Kommentare.

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Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Super Artikel ! und Deine Videobeispiele zeigen mir sehr gut, wie professionell Ergebnisse ausfallen können, mit Software, die nichts kostet und dennoch Industrie-Standards unterstützt. Lediglich das Erlernen der immer komplexer werdenden SW wird einem nicht erspart bleiben. Wenn auch über kurz oder lang AI gestützte Bedienungs- und Ausführungdialoge weiterhelfen werden.
    Ich nutze übrigens auch das im Artikel erwähnte DaVinci Resolve. Kostet nichts, sieht gut aus, ist performant aus und bietet alles, was notwendig ist, um prof. Editing zu betreiben.
    Herrliche Zeiten also für alle Kreativen, die mit Bild und Ton arbeiten und aufs Geld achten müssen.

  2. Profilbild
    MidiDino AHU

    Lieber Markus, ich bin Musiker (Komponist), kein Videodesigner. Zudem bin ich nicht Teil einer Band, sondern produziere meine Musik digital am Recher. Zuletzt entstand die Kammeroper ‚Meer‘: https://helge-bol.bandcamp.com/album/meer

    Zwar gibt es in der Oper so etwas wie eine Geschichte, doch um diese bebildern zu können, wäre ich auf jemanden angewiesen, der die Tätigkeit nicht allein aus Jux und Dollerei betreibt.

    Mir fehlt ein geeigneter Zugang.

  3. Profilbild
    Filterpad AHU

    Wenn man hier auf meinem Profil blättert, findet man auch ein Video. Bislang das einzigste. Als ich einen Song plante mit einer Sängerin meinte sie: „lass uns doch ein Video dazu machen!“ Zuerst dachte ich an einen Scherz, aber das Ergebnis könnt ihr hier sehen. Vielleicht nicht High-End, aber für’s erste alle Achtung! Die schlechten Aufnahmen im Clip sind von mir, die guten von ihr. Das war aber teils so gewollt. Da die Energie bei mir schon für das musikmachen heiß beansprucht wird, weiß ich bis heute nicht wie man ein Video dreht und rendert.

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