Report: PLAYdifferently Model 1, DJ-Mixer

5. Mai 2016

Frisch vorgeführt: Der neue Mixer von Richie Hawtin & Andy Rigby-Jones

PLAYdifferently

Die Nummer 1

Da war viel Geheimniskrämerei angesagt, viele Gerüchte und viele Theorien – am Ende mit ebenso viel dahinter.
Die ersten Bilder, Screenshots eines Videos, tauchten bereits Ende des Jahres in einem südamerikanischen Thread auf – Richie Hawtin zeigend vor einem bisher unbekannten Mixer. Selbstverständlich war damit die Gerüchteküche massiv angeworfen: Was ist es? Die Hauptvermutung lag aufgrund der Nähe von Richie Hawtin zu Allen&Heath nahe, dass es sich um einen neuen Mixer aus dem britischen Hause handeln würde.

Step by step nun wurden die Neugierigen angefüttert, mal ein undeutliches Fotos, mal ein kleines Statement, nicht Halbes und nichts Ganzes. Die Neugier wuchs und wurde Anfang des Jahres ein wenig gestillt. PLAYdifferently betrat die Manege und gab dem Ganzen einen Namen, weitere Infos folgten stückchenweise, bis auch wir den Mixer zum ersten Mal auf der Musikmesse zu Gesicht bekamen.
Richie Hawtin lud ein zu einer privaten Präsentation zusammen mit Alex Zinn, dem PLAYdifferently-Produktmanager. Ein Foto gab es mit dem Mixer, allerdings nur von der Unterseite und auch erst, nachdem man eine Art Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet hatte. So gab es trotz Erwähnung im Messereport zur Musikmesse 2016 weder viel zu sagen, noch viel zu sehen.

Am vergangenen Dienstag fand die offizielle Präsentation in der Wahlheimat des Kanadiers statt – in Berlin – ein Tourstopp zwischen der laufenden PLAYdifferently Tour, die die Truppe von Berlin über Amsterdam, Miami und Los Angeles, Florenz, Paris bis nach Toronto bringt.

Berlin war sicher einer der interessantesten Tour-Stops, denn mit diesem wurde das Presse-Embargo aufgehoben und der Mixer, das Model 1, zunächst einem geladenen Kreis von Menschen „in die Hände“ gegeben.

Hands On - zum ersten Mal zum Spielen, Testen, Fachsimplen

Hands On – zum ersten Mal zum Spielen, Testen, Fachsimplen

Eine private Präsentation am Nachmittag mit der Möglichkeit, den Mixer in verschiedenen Setups selbst zu spielen, gefolgt von einem Boiler Room Event in derselben Location, dem Arena Club – so war der Ablauf. Alleine das Line-Up wäre die Reise wert gewesen: Chambray, Chris Liebing, Dubfire, Ellen Allien, Fabio Florida, Hito, Joseph Capriati, La Fleur, Richie Hawtin selbst und Whyt Noyz.

Das Ganze am Abend verpackt in klassischer Boiler Room Manier mit einer kleinen Technik-Schlacht am DJ-Pult inklusive dreier Model 1-Exemplare. Offenbar nahe serienreife Modelle, so ließ zumindest die Beschriftung vermuten.

PlaydifferentlyXModelXBoilerXRoom

Alle stehen rum, drumherum. Wer findet Ellen Allien?

Forum
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      Max Neumann  RED

      In einem Club-orientierten Mixer, der dazu eindeutig für elektronische Musik konzipiert wurde, wäre ein Crossfader einfach nur Platzverschwendung.

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            tomk  AHU

            Zielgruppe sind doch DJ´s oder?! Wenn man sich natürlich dieser Zunft angehörig fühlt weil man zwei Lieder/Loops dumpf ineinander mischen kann, am besten noch mit AutoSync, dabei ein bisschen mit dem EQ/FX rumspielt … bitte. Neben dem Gespür für das Publikum gehört für !MICH! schon etwas mehr an SKILLS dazu. Ein Quickmix mit Vynil z.B. ohne Crossfader ist wahrlich umständlich, um nur ein Beispiel zu nennen.

            Zu gerne kommt dann die Ausrede: ach das will doch im Club keiner hören … NEIN, 98% können es schlicht und ergreifend nicht.

            Hawtin hingegen definiert Dj Skills ja sowieso völlig neu … https://www.youtube.com/watch?v=IDozKCtVzcQ ab 0.40.

            Mein erneutes Fazit: Bei dem Preis gehört da erst recht ein Crossfader rein! P.S. und jetzt alle, die Hände in die Höhe, denn Heute feiern wir.

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              Bolle  RED

              ein guter DJ klatscht dir einen Quickmix nicht nur mit Linefader sondern sogar komplett übern EQ gemixed hin.

              Aber abseits davon: Dieser Mixer IST primär ausgericht auf elektronische Musik, mehrere Kanäle gleichzeitig nutzend, primär für Hybrid- oder Live-Sets? Hier braucht es KEINEN Crossfader!

              Diese Forderung ist genau so am Thema vorbei wie sich im Tech-Rider einen Battlemixer fordern und sich dann beschweren, dass das Teil nur 2 Kanalzüge hat.

              Ein VW-Bus ist kein perfekter Stadt-Wagen und mit einem Smart ziehst du keine Anhänger – denoch sind es beides Autos.
              Was ein Quatsch immer einen Crossfader oder derartiges zu fordern, nur weil es DJ-Mixer ist..mehr noch, er heißt sogar noch PLAY-differently.

              Wer Einheits-Scheisse will kauft bitte Pioneer oder co. Da haste alles was du brauchst und es funktioniert. Innovation aber ist das nicht, maßgeschneidert auch nicht und mehr als 2-3 im Jahre im Club überlebt so ein Mixer auch nicht.

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                tomk  AHU

                QuickMix mit EQ …. ???
                Sorry, absolut NO!!!! NEIN, da muss man sogar zuerst die Frage stellen wie Quickmix definiert wird.

                Standard Techno/House Djs…
                können mit dem Crossfader nicht umgehen. Diese These wird hier folgend doch offenbar … und ist eine SkillLachNummer. Und NEIN Bolle, ich kenne keinen ProTechHouseDj aus meinen Umfeld der den Crossfader nicht nutzt.

                Hybrid/Livesets, schön!
                Dj Mixer?

                Ja, Differently, vielleicht etabliert Hawtin nun auch das „auf Fans“ Monitorboxenweitwerfen?

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              Dacci Pucci  

              99% der Techno/House DJs brauchen und nutzen den Crossfader meiner Erfahrung nach eh nicht. Und er ist eine Fehlerquelle, wann immer er versehentlich aus der Mittelstellung verschoben wird, ist einer der Linekanäle leiser oder stumm. Dadurch hat jeder DJ auf dem DJM schon mehr als einen Mix verbockt.

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                Bolle  RED

                Naja Hip Hop DJs nutzen den halt schon und nun das große „aber“….für die ist der Mixer ja nun einmal nicht konzipiert.

                Ansonsten sollte jeder nicht-Battle-Mixer, der einen Crossfader besitzt, die Möglichkeit besitzten ihn „ausser Gefecht“ zu setzen. Wie ja Xone und DJM bieten. Dann stört er mich nicht, aber klar, den Platz kann man halt auch anderes nutzen..

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                chain  AHU

                wer konnte schon gut Scratchen, wer hat es drauf, dieses EFX einzusetzen, wenn Traktor schon fast alles allein kann? Heute ist es doch eher eine Loop-Fraktion und die Grenzen verschwinden, hin zum Liveact mit einem Sample-Pack.

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              chain  AHU

              Vestax House Mixer hatten sogar nur Poti pro Kanal, Ohne Crosser :) Klar eine DJ ohne Crossfader…aber was sich so alles DJ nennen darf … reicher Papa Sohn mit ner MP3 beatz and portz

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    tomk  AHU

    Als erstes kommt die Kompetenz das Publikum zu fühlen & folgend zu fesseln, dies stundenlang!
    Folgend kommen die Skills etwas zu performen, erst das setzt den DJ von der Masse ab. Auch im House/Club Kontext ist dies möglich! Warum denn bitte nicht?
    https://www.youtube.com/watch?v=GjZdg7cPDMs
    Bitte diese Performance ohne Crossfader ausführen = Unmöglich!
    Solch eine Performance sollte jeder Profi DJ in seinem Set vorweisen können, ist wie das Schlagzeug oder Gitarrensolo bei einem Konzert.
    Denn … die Skills werden auch durch den 3,5K (Profi) Mixer nicht besser.
    Quickmix: https://www.youtube.com/watch?v=chPja9gXshA

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      Joghurt  AHU

      Wenn du schon den Bezug zur Gitarre bemühst: ein Jazz-Gitarrist braucht eine andere Gitarre und eine anderr Spieltechnik wie ein Metal-Gitarrist. Darum gibt es auch dort verschiedene Modelle. Und somit kann man da auch nicht sagen, was jeder guter Gitarrist und jede gute Gitarre können muss. Und so ist es auch bei den DJ-Mixern…

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    CLRS

    Kurze Frage: was bringt mir beim Lowcut Filter eine Grenzfrequenz von 320kHz? Ist das nicht etwas sehr hoch?

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      chain  AHU

      nicht wirklich, wenn Du es Cutten willst, feines Feature. Ein EQ an einem Mixer ist eben das A und O. Musikalisch muss er sein und nicht zu seltsam in den Frequencen gewählt

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        Bolle  RED

        Ja..warum genau die 320 Hz habe ich auch nicht verstanden, werde ich aber noch einmal erfragen.

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          CLRS

          Also, warum die das machen, ist mir schon klar: die Grenzfrequenz ist ja die Frequenz, an der das Filter die größte Wirksamkeit erreicht, ergo – im Normalfall – 24dB abgesenkt hat. Wenn dein Filter eine Flankensteilheit von 6dB/Okt. hat, musst du die Cutoff-Frequenz (max 20kHz?) 4x verdoppeln (Okt. entspricht einer Frequenzverdoppelung) und voila: 320kHz. Der Punkt ist ein ganz anderer: du hörst das nicht. Erstmal wage ich (als Hörakustiker) mal die steile These aufzustellen, dass hier im Forum keiner mehr 20kHz hört und zweitens werden – gerade bei Vinyl – Master bei ca 15-20kHz gecutted, also ist schon auf der Quelle gar nichts vorhanden, was gefiltert werden kann.

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    hijack  

    Was ich mich frage ist warum all diese DJ-Pulte so teuer sind wenn man fürs gleiche Geld Studio-Mischpulte bekommt, die zwar Mono ausgelegt sind dafür aber bei doppelter Kanalzahl auch doppelt so viele Bedienelemente haben müssen. Wenn uns die Industrie immer weismachen möchte, dass dies die Kostentreiber sind.
    In meinen Augen ist dies ein völlig überteuertes Segment.

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      AMAZONA Archiv

      Verkaufszahlen ;) Geringere Auflage = Höherer Preis. Steigen die Verkäufe sinkt der Preis. Schau Dir mal die Preise der Studiomixer von vor 15 Jahren an und schau, was die Modelle heute kosten. Und das trotz Inflation…

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        hijack  

        Das ist ein Ammenmärchen, dass Verkaufszahlen den Preis bestimmen. Folgt ja auch keine Logik, denn der Preis wird vor dem ersten Verkauf bestimmt und je günstiger ein Produkt ist umso eher wird es gekaut. Somit kann das nicht der Preisgeber sein.
        Das kann man an Apple sehr gut sehen und wenn man im entsprechenden Produktsegment bleibt, so sind die Pioneer-Mixer auch nicht günstig.
        Es ist viel mehr Image und Marketing und sicher auch in gewisser Weise Verarbeitungs-Qualität bzw. Wertigkeit der Materialien. Entwicklung spielt sich auch noch einen Faktor.

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    AMAZONA Archiv

    Interessantes Teil. Da ich selbst aber einen großen Bogen um Ableton Live mache, frage ich mich, welche DJ-Software denn derzeit in der Lage wäre 6 Decks zeitgleich abzuspielen, um die 6 Kanale dann auch voll zu nutzen. Und bitte nicht Virtual-DJ nennen, das ist meiner Meinung nach totaler Murks :D

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