Test: Ableton MidiVolve, Plug-in

24. September 2017

Die Evolution der Sequenz

Ableton MidiVolve ist ein Tool für Ableton Live, das zum Generieren von Riffs, als Sequencer und als Arpeggiator genutzt werden kann. Spannend dabei ist die Verselbständigung und eigenständige Weiterentwicklung der Sequenzen. Zur Nutzung dieses Tools ist Max for Live als Erweiterung erforderlich.

Entwickelt wurde MidiVolve von Coldcut, jenen legendären britischen Künstlern und Produzenten, die seit den 80er Jahren unter anderem mit Sampling-Technologie Pionierarbeit in der Musikszene geleistet haben.

Zusätzlich erhält der Nutzer eine Library typischer Coldcut Sounds und Effekte.

Ableton MidiVolve ist in der Lage, MIDI-Pattern automatisch zu neuen Riffs, Melodien und Grooves weiterzuentwickeln. Hierzu kann zum Beispiel ein MIDI-Clip in Live eingespielt werden. Das funktioniert per MIDI-Tastatur genauso wie mit dem Controller Push oder mit eingezeichneten Noten. Die Noten erscheinen daraufhin im Sequencer von MidiVolve.

MidiVolve Pitch-Fenster

Zunächst wird zwischen Arp, Riff, Transpose und Thru unterschieden.

Arp – erzeugt Arpeggios aus den vorgegeben Noten

Riff – erzeugt Melodielinien aus den vorgegebenen Noten

Transpose – in diesem Modus kann die bereits vorhandene Melodie/Arpeggio-Linie über eine Tastatur transponiert werden

Thru – leitet eingespielte Noten unbearbeitet an den MIDI-Ausgang weiter. So lässt sich zu einem Riff zusätzlich spielen, jammen, improvisieren.

Auf horizontalen Reitern werden die Parameter der Notenwerte wie zum Beispiel Tonhöhe, Anschlagsdynamik oder Länge eingestellt. Zwei Map-Parameter können zum Modulieren weiterer MIDI- oder interner Parameter in Ableton Live genutzt werden, indem zum Beispiel die Änderung der Pulsbreite eines Synthesizers oder der Effektanteil eines FX-Plug-ins in die Manipulationen mit eingebunden werden. Prima Sache.

MidiVolve Duration-Fenster

Im Reiter Scale wird die Tonskala, die Tonart sowie der Notenbereich der tiefsten und höchsten Töne definiert. Hierdurch lassen sich bereits wesentliche Einflüsse auf die Veränderungsprozesse einbringen.

Und jetzt kommt das eigentliche Herzstück ins Spiel:

Mit der Taste Evolve! ändern sich die Werte in den eben genannten Reitern sowie die Notendichte und die Position auf der Zeitachse. Mit jedem Klick auf die Taste wird eine erneute Änderungen eingeleitet.

Forum
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    Regel 1: Nimm keine fertigen unbearbeiteten Drumloops/Rhythmen, außer Bossa Nova :)
    2: Keine Chordautomatik
    3: Null Midi-Generatoren oder sonstigen Mist, den du nicht wenigstens selbst für deine Bedürfnisse programmiert hast. Arpeggiator und Ratcheting-Tools gehen noch, wer es denn für sein „Genre“ braucht.
    4. Keine Presets!!! ;)
    Wer es trotzdem macht, bitte einmal gaaaanz schlecht fühlen und 100 mal „ich bin ein Looser“ schreiben/denken.
    Beim mir kommt noch 5: Keine Partituren lesen können/dürfen und 6, grundsätzlich keine Ahnung von Harmonien/Musik dazu.
    So gibt es keine Regeln und microtonal ist mir auch ein Cent zu schlecht aufgelöst. Ich hasse meine DAW und manchmal auch meine Synths. In der Küche liegt doch genug zum Lärm machen rum. ;) Coldcut, who the fuck???

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      dilux AHU

      ich stimme dir grundsätzlich zu (obwohl, keine regeln? lies mal das erste wort deines posts ;) ), aber coldcut sollte man schon kennen, zumal sie mit ninja tune eines der wichtigsten indepentlabels der 90er gegründet haben…

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        Die Regels sind die Regels! :)
        Coldcut wurden auch bei VIVA gespielt. Mit MidiVulva hätten die exakt null Tracks so hinbekommen wie die damals.

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        Jetzt weißt du es. ;) Mal ehrlich, Metronom, Sequencer, Quantisierung, Sampling, Presets…… Midi-Generatoren. Braucht es dich da noch?

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          grasshopper

          Wenn ich damit schneller und ohne Umwege zum MEINEM Ziel komme, ja!
          Ich sage nichts gegen Regeln, aber die kann ja jeder für sich selbst aufstellen.
          Warum soll ich mich z.B. so einschränken, keine Presets nutzen zu dürfen, wenn das Preset in den Song passt? Hmm?
          Es zählt ja das was dann letztendlich als Musik rauskommt und diese kann auch dann wenn man nur Presets nutzt durchaus individuell und einzigartig sein.
          Insofern lasse ich solche Argumente nicht stehen.
          Es spielen bei der Komposition von Musik zu viele Faktoren eine Rolle und Qualität lässt sich schlicht nicht auf die Auswahl oder nicht Auswahl von Presets oder Werkzeugen beschränken btw. festmachen.
          Diese Diskussion führt auch zu absolut nichts. Dann kannst Du über Multieffekte vs. individuelle Bodentreter vs. Akustikgitarre vs. Analog, Röhre, Digital und den ganzen Scheiss diskutieren. All dies sagt nix aber rein garnix über die Musik als solches aus.
          Insofern ist erstmal alles erlaubt und die Regeln muss jeder für sich aufstellen, darin liegt die Kunst.

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          Wellenstrom AHU

          Erinnert mich an die Aufregung der Filmorchester in den USA während der 50er als Bebe und Louis Barron den ersten elektronischen Soundtrack für ’nen Sci-Fi Film machten. Da befürchteten sie auch den Untergang des Abendlandes in musikalischer Hinsicht. NICHTS wird sich verändern, weil zum Produkt Musik auch immer Gesichter und Images gehören, wenn man es verkaufen will.

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    Wellenstrom AHU

    Jut, entspräche zwar nicht meinen Bedürfnissen und meiner Auffassung von kreativer Sound- und Songgestaltung, brauche so’n Tool nicht, aber warum sollte man den Midivolve nicht nutzen?! Wie oft liest man in Foren von kreativem Stillstand oder Ideenlosigkeit, kereativem Loch oder was weiß ich. Zumindest für die, die das beträfe, wäre das doch schomma ’ne ordentliche Alternative.

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    tonvibration

    Cooles Teil! Und wer jetzt kommt „ne, brauch ich nicht, ich mache meine Variationen selbst“, dem sag ich nur: „dann geh doch Gitarre spielen“ ;)
    Wir Elektroniker müssen nunmal nicht die Line perfekt einspielen, sondern können sie später editieren. Ein Problem in der elektronischen Musik ist aber die ständige Wiederholung des perfekt Gleichen. Von daher ist es super, subtile Variationen einzubringen. Wenn das automatisiert geschieht, warum nicht, ich kann ja Ausmaß und Ausprägung kontrollieren (und muss es ja auch nicht auf allen Spuren verwenden). Eine Sache stört mich aber an dem Teil: Ich kann zwar aussuchen, was ich variiere und in welchem Ausmaß – z.B. die velocity nur ganz leicht – aber es betrifft wohl immer alle Noten des Patterns. Besser wäre doch, ich könnte sagen: variiere die velocity der Snare auf der 4 zwischen 67-89 und die Länge des Highhats auf Step 3 zwischen 1-3 steps. Dann hätte man wirklich „controlled random“. Und random wäre eine zusätzliche Funktion des Programmings (so wie velocity beim einspielen), also eine bewusste Leistung des Künstlers, statt „hat der Computer gemacht“. Sowas geht nicht? Doch. Hab ich vor Jahren in meinem Sequencomat umgesetzt: http://www.....matV3.html macht echt ne Menge Laune und bringt die Sequencen zum Leben. Soundbeispiele: https://soundcloud.com/tonvibration/sets/pattern_00

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