Test: ADAM, A77x, Studiomonitore

11. März 2013

Doppelte Basspower

Für den ambitionierten Heimmusiker oder auch im professionellen Einsatz reichen einfache kleine Nahfeldmonitore manchmal einfach nicht aus. Vor allem dann, wenn großzügigere Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, als nur eine Ecke im Schlafzimmer. Ist ein größerer Raum vorhanden, kann man sich auch den Luxus eines größeren Stereodreiecks gönnen. Für diesen Bereich sind die ADAM A77x gedacht.A77X_gallery

A77x
Wer kennt sie nicht, die ADAM P11a oder die X-Serie? Die A77x sind die derzeit größten Modelle der aktuellen ADAM Midrange-Linie. Sie sind mit der gleichen Technik wie die übrigen Modelle bestückt, verfügen aber gleich über zwei 7″-Woofer. Einer der beiden kümmert sich ausschließlich um Bässe unter 400 Hz, während der andere Woofer Bässe und Mitten wiedergibt. Der Vorteil ist, dass sich ein Woofer ausschließlich tiefe Frequenzen wiedergibt und sich so Intermodulationen zu den Mitten verringern. Hierdurch entsteht an der Box allerdings prinzipbedingt keine eindimensionale akustische Achse. Um trotzdem eine korrekte Stereowahrnehmung zu erreichen, gibt es somit eine Box A und eine Box B, die symmetrisch aufgestellt auf horizontaler Ebene wieder ein gutes Stereobild erzeugen können. Je nachdem, ob man den Mitten-Woofer nach innen oder außen aufstellt, ergibt sich ein leicht gespreiztes oder gestauchtes Mittenpanorama. Ab einer Entfernung von ca. zwei Meter Abhörabstand fällt dies allerdings kaum mehr ins Gewicht.

Der ADAM-typische X-ART Hochtöner setzt ab 3 kHz ein und wird von einem 50 Watt AB-Verstärker betrieben. Den beiden Woofern steht jeweils eine 100 Watt PWM-Endstufe zur Verfügung. Die Bassreflexrohre stehlen nach vorne ab.

Die frontseitige Anordnung der übrigen Bedienelemente finde ich im Übrigen sehr gelungen, so muss man nicht aufwendig hinter der Box herumturnen, um eine Einstellung vorzunehmen.A77X_rearside

Klang
Ich habe die beiden A77x gegen die A7x, die HS80M und ein Paar KH O300 hören können. Gegenüber der A7x ist klanglich für mich ein klarer Fortschritt im Mitten- und Bassbereich zu erkennen und auch die Höhen sind meiner Meinung nach besser in den Gesamtklang integriert. Die höhere mögliche Lautstärke fällt hingegen nicht so ins Gewicht, da auch die A7x schon gehörig Schalldruck erzeugen können. Die HS80M sind vom Preis-Leistungs-Verhältnis zwar die Sieger, können aber mit der A77x nicht mithalten, was die Detailauflösung angeht. Aufgrund des X-ART Hochtöners ist die Klangcharakteristik zu den HS80M und O300 etwas anders.
Der Klang der A77x konnte mich, vor allem zu dem Preis, voll überzeugen. Es gibt eigentlich keine Negativpunkte, die erwähnenswert wären. Tiefbässe und hohe Höhen sind ganz minimal präsent, so dass sie Box eher „groß“ klingt, aber von Schönfärberei glücklicherweise weit entfernt ist. Ich möchte damit sagen, dass die A77x wirklich Spaß macht. Tiefenstaffelung, Räumlichkeit und Phantomschallquellen sind allesamt als sehr gut zu bezeichnen. Die Abstimmung der Box ist sehr gut gelungen. Die O300 erreichen für meinen Geschmack dennoch hörbar mehr Dimension und Natürlichkeit.

Natürlich kann ein Studiomonitor nur so gut klingen wie der Raum, in dem er steht. Gerade bei Monitoren, die, wie die A77x, nicht für den ganz nahen Nahfeldbereich konstruiert wurden, ist der Einfluss der Raumakustik noch wichtiger. Bevor also in bessere Monitore inverstiert wird, sollte zunächst die Akustik überprüft werden. Denn stimmt diese nicht, wird auch der beste Studiomonitor keine guten Ergebnisse liefern.

Fazit

Darf’s etwas mehr sein? Die ADAM A77x sind Nah/Mittelfeld-Monitore zu einem sehr attraktiven Kurs. Klanglich leisten sie im Bassbereich einiges mehr als ihre kleineren Geschwister und erreichen durch die Doppelbestückung gerade in den Mitten eine höhere Auflösung. Preislich sind sie, was sich dementsprechend auch im Klang widerspiegelt, sehr gut einsortiert und von meiner Seite eine klare Kaufempfehlung.

Plus

  • Klang
  • gute Abstimmung der Komponenten
  • Verarbeitung

Minus

  • -

Preis

  • UVP: 1100,- Euro
  • Straßenpreis: 748,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    IUnknown  

    Habe die A77x seit neuestem. Ich kann nur sagen die klingen saugeil!
    So differenzierte Mitten habe ich noch nie gehört.
    Ich habe dazu noch meinen Yamaha HS-10 Subwoofer auf minimaler Lautstärker und ich muss sagen, der Sound ist so fett, dass mit fast die Tränen kommen! :-)

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