Test: API Audio 512v, Vorverstärker

17. September 2018

Vintage API Sound

Api audio 512v

Mit dem API Audio 512v erfüllt der berühmte amerikanische Mischpulthersteller API Audio endlich den langgehegten Wunsch vieler Anwender nach einem Vorverstärker, der den legendären API Sound der 70er Jahre reproduziert. Die seit den 2000er Jahren wieder von API erhältlichen Preamps sind klanglich sauberer, offener und moderner als früher, so dass sich zahlreiche Hersteller, wie zum Beispiel Shadow Hills, BAE oder zuletzt Warm Audio, schon einige Zeit auf Nachbauten alter API Vorverstärker spezialisiert haben.

Ähnlich wie bei Rupert Neve Designs hat es lange gedauert, sich seiner Wurzeln zu besinnen, während andere mit den eigenen Erfindungen Geld verdienten. Als Resultat bietet API Audio nun den 512v an, bei dem es sich weitestgehend um einen 512c mit erweiterten Features handelt.

API 512v

API 512v – Front

Der API Audio 512v auf den ersten Blick

Der API Audio 512v ist als 3 HE Modul für den Einbau in das von API eingeführte und inzwischen als Studiostandard etablierte 500er Rack-System bestimmt. Als diskret konzipierter Mikrofonvorverstärker bietet er, genau wie der 512c, eine maximale Verstärkung von 65 dB, während für Line- und Instrumentensignale bis zu 45 dB vorgesehen sind. Die Bedieneroberfläche ist mit zwei charakteristisch geformten API-Knöpfen versehen, die leider unverändert sehr klein ausfallen.

Mittels des Gain-Reglers wird beim API Audio 512v die Vorverstärkung eingestellt und mit dem neuen, gerasterten Trim-Poti lässt sich endlich der Ausgangspegel – losgelöst vom Sättigungs- und Verzerrungsgrad – absenken, um nicht die Wandler des Audiointerfaces zu übersteuern. Eine aus sieben LEDs bestehende Aussteuerungsanzeige gibt Auskunft über das Maß der Verstärkung in einer Spanne von -12 bis +18 dBVU.

API 512v

512v als Line-Preamp

Obwohl sich wie gewohnt die Anschlüsse auf der Rückseite des jeweils verwendeten 500er Racks mit dem 512v nutzen lassen, ist die Bedieneroberfläche zusätzlich mit einer praktischen Neutrik Kombibuchse für XLR und 6,3 mm Klinkenstecker bestückt.

Die fünf gummierten und beleuchteten Taster fallen wesentlich größer und hochwertiger aus als die kleinen, wackeligen Plastikschalter des 512c. Sie dienen zum Aktivieren der 48 Volt Phantomspeisung, zum Drehen der Phase und zum Absenken des Mikrofon-, Line- und Instrumenteneingangssignals um 20 dB. Auch die wohl wichtigste Neuerung neben dem Trimpoti, die 3:1 Output Transformer Tap Selection, wird hier eingeschaltet.

API Audio 512v – technische Neuerungen

Der Signalpfad besteht beim API Audio 512v zunächst einmal aus einem Cinemag Eingangsübertrager gefolgt – wie bei dem 512c – von dem klassischen API 2520 Op-Amp und dem 2503 Ausgangstransformator. Zusätzlich ist der 512v mit einem zweiten 2520 Op-Amp ausgestattet, der hinter dem Trimpoti sitzt und als Output-Booster dient.

2520 Operationsverstärker

Der 3:1 Schalter verändert das Übersetzungsverhältnis des Ausgangstransformators und sorgt somit für eine weitere Abschwächung des Pegels um rund 12 dB. Dadurch entsteht abermals ein größerer Headroom am Ausgang, so dass mehr Sättigung und Verzerrung aus dem Preamp herausgeholt werden kann.

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