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Test: Creamware Power Sampler

Der Sample Editor bietet die Grundfunktionen, die man von einem solchen Werkzeug erwartet. Hier kann man in das Sample zoomen, es schneiden oder Loops setzen. Außerdem lassen sich im Sample Editor auch eigene Samples aufnehmen. Natürlich finden Sie nicht alle Optionen wie Sie sie von ausgewachsenen Sample Editoren á la WaveLab oder SoundForge kennen, anderseits kann man natürlich seine WAV-Samples immer noch mit derartigen Programmen bearbeiten, wenn man deren spezielle Optionen einmal benötigt.

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Verglichen mit den Editier-Funktionen anderer Samples wird der Sample Editor des PowerSamplers aber seinen Aufgaben in allen Bereichen gerecht und ist für schnelle, einfache Eingriffe an den Sampledaten, die den Großteil der anfallenden Arbeiten abdecken, ein praktisches und schnelles Werkzeug.

Mischer

Über das Control Panel lässt sich ein einfaches Mischpult mit 24 Kanälen öffnen. Hier kann man für jeden Kanalzug eine Eingangsquelle auswählen – etwa einen der Hardware-I/Os, einen Samplerausgang oder einen Kanal eines Audiotreibers – und auf die Summe oder auf einen Einzelausgang des Mischpults legen. Letzteres ist recht praktisch, da man so leicht Signale über individuelle Treiberkanäle in den Sequenzer schicken kann, um diese dort aufzuzeichnen.

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Neben den obligatorischen Reglern für Lautstärke und Panorama finden sich hier zwei Effektwege, über welche die enthaltenen Effekte Chorus und Delay zugemischt werden können. Equalizer und Halleffekte fehlen leider. Bedenkt man jedoch, dass der PowerSampler schließlich ein Sampler ist und kein komplettes virtuelles Studio wie etwa CreamWares Pulsar, so sollte man die enthaltenen Effekte als weiteres Bonbon sehen, zumal sie auf den DSPs der Karte laufen und daher den Prozessor des Computers nicht belasten.
Ein ganz wichtiger Vorteil der DSPs wird bei der Arbeit mit dem Mischpult offensichtlich: Signale von den Hardware-I/Os können ganz ohne Latenz in die Mischung integriert werden. So lassen sich externe Klangquellen wie Synthesizer oder Effektgeräte in den Endmix integrieren.

Recording
Der PowerSampler entpuppt sich bei näherem Hinsehen als erstaunlich vielseitig nutzbare Recording-Karte. Es finden sich Treiber für so ziemlich jede Anwendung: ASIO2, EASI, DirectSound, MME, Gigasampler und tripleDAT bzw. noch Sound-Manager und OMS in der MAC-Version. So kann man etwa über MME oderASIO bis zu 16 getrennte Spuren des Sequenzers in das PowerSampler-Mischpult einspeisen und dort zusätzlich zu den Sampler-Stimmen abmischen. Das Timing des Samplers kommt auch bei vielen zusätzlichen Audiospuren nicht aus dem Tritt, sodass man mit dem PowerSampler und einem Audio-Sequenzer wie Cubase VST, Logic oder Cakewalk sehr komplexe Arrangements fahren kann.
Die Latenz der ASIO-Treiber lässt sich einstellen, wobei Werte bis herunter zum ausgezeichneten Wert von 3 ms bei 44,1 kHz möglich sind. Eine derart geringe Latenz beansprucht zwar den Rechner stark, sodass es bei Recording mit vielen Spuren je nach Rechner zu Knacksern oder Aussetzern kommen kann, dafür kann man aber für andere Anwendungen wie das Live-Spielen von VST-Instrumenten selbst die kleinsten Werte gut nutzen. In dieser Hinsicht kann ich dem PowerSampler einen Platz in der allerobersten Reihe zusprechen.
Der PowerSampler lässt sich insgesamt optimal in jedes System integrieren, wodurch er ganz nebenbei eine eigene Karte für HD-Recording überflüssig werden lässt.

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Pulsar-Integration
Wie bereits erwähnt lässt sich der PowerSampler auch zum Ausbau eines Pulsar-System einsetzen. Man verbindet beide Karten über die STDM-Stecker und schon stehen in Pulsar drei weitere DSPs zur Verfügung. Zudem finden sich dann in Pulsar die üblichen Module, mit denen man sämtliche Ein- und Ausgänge der Karte ansprechen kann. Der Sampler STS3000 und das PowerSampler-Mischpult lässt sich als „normales“ Pulsar-Modul laden und verkabeln. Diese Form der Integration ist für mich überzeugend und über jeden Zweifel erhaben! Noch ein besonderes Bonbon: Steckt man einen PowerSampler hinzu, so hat auch bei Verwendung einer älteren Pulsar-1-Karte das Gesamtsystem die geringe ASIO-Latenz des PowerSamplers, wodurch das gesamte System aufgewertet wird.
Das Pulsar-System gewinnt durch den Sampler und die zusätzliche DSP-Power noch etliche Funktionalität dazu und kommt so dem Traum des kompletten virtuellen Studios schon verblüffend nahe.
Übrigens kann man umgekehrt auch als PowerSampler-User sein System später ausbauen. Es ist möglich, einen zweiten PowerSampler hinzuzustecken, wodurch man nicht nur in den Genuss der doppelten Zahl an I/Os und gar 64 Stereostimmen kommt, sondern zudem zu 14 statt der 6 Einzelausgänge. Außerdem ist die Pulsar-Software auch einzeln erhältlich. So kann man auf der PowerSampler-Karte Pulsar fahren und später bei Bedarf jede beliebige DSP-Karte von CreamWare hinzunehmen, falls man mehr DSP-Power oder I/Os benötigt. Sehr verlockend!

Fazit
Der PowerSampler ist ein Produkt, das mich überraschte. Er verrichtet seine Aufgabe als Sampler ausgezeichnet, klingt einwandfrei und lief während des ganzen Tests sehr stabil. Er vereint tatsächlich die Vorteile zweier Welten: Durch die DSPs und die damit verbundene garantierte Performance und Latenzfreiheit der I/Os stößt er in einen Bereich vor, in dem bisher Hardware-Sampler konkurrenzlos waren. Gleichzeitig hat er die Vorteile von Softwaresamplern auf seiner Seite, beansprucht aber dank der DSPs im Gegensatz zu diesen nicht die Host-CPU.
Bedenkt man, dass man eine hochwertige Audiokarte mit DSPs und Recording-Funktionalität neben dem eigentlichen Sampling quasi als Zugabe bekommt und das alles zu einem Preis, den man schon manchmal für eine gute Audiokarte allein hinlegt, so wird verständlich, dass ich den PowerSampler nur empfehlen kann.

 

 

 

 

 

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