Test: Danelectro, Spring King, Gitarren-Effektgerät

3. Juni 2009

Roaring 60s Reverb!

In Sachen Raumeffekte hat man als praktizierender Künstler gelinde gesagt eine nur sehr rudimentäre Auswahlmöglichkeit. Letztendlich stehen einem nur Reverb und Delay zur Verfügung, wobei der Hall streng genommen auch nur eine Addition von sehr vielen Echos bedeutet. Dennoch gibt es konzeptionelle Unterschiede, die einen Sound klanglich und vor allem Image-technisch in völlig unterschiedliche Bereiche abdriften lässt. Da haben wir zum einen den Digitalhall, der, zuweilen mit hochkomplexen Algorithmen und entsprechender CPU-Auslastung gespickt, den natürlichen Ausklang eines zuvor eingegebenen Raums emulieren soll. Hier trifft man auch auf die Königsklasse des Raumsimulators, bei denen einzelne Produkte mit großer Leichtigkeit die fünfstellige Euro-Summe im Anschaffungspreis überspringen. Ein zweiter Vertreter des Halls war der gerade in den Sechzigern beliebte Plattenhall, bei dem spezielle Metallplatten, die auch gerne schon mal einige Quadratmeter in Anspruch nehmen konnten, zur Schwingung angeregt wurden, um einen räumlichen Nachhall zu erzeugen. Nicht besonders hoch aufgelöst, aber sehr charakteristisch. Aufgrund des riesigen Aufwandes in Sachen Lagerung und Konzeption findet man deren Parameter heute aber nur noch als Algorithmen in den vorgenannten hochwertigen Hallgeräten. Der Urvater allen Halls war aber ein größentechnisch recht übersichtlicher Vertreter, der vor knapp 50 Jahren in vielen Combos eingebaut wurde: der Federhall. Je nach Hersteller und Produkt wurden zwei oder mehr Spiralfedern in einem entsprechenden Gehäuse am Boden des Combos befestigt, bei Bedarf in Schwingung versetzt und mittels eines Tonabnehmers dem ursprünglichen Gitarrensignal hinzugemischt.

Nichts auf der Welt verbindet man so sehr mit dem klassischen Fifties/Sixties-Gitarrensound wie einen bisweilen inflationär eingesetzten Federhall. Die Kombination Strat/Twin Reverb galt als die Referenz schlechthin und ist auf unzähligen Hits dieser Dekade zu hören. Um diesen Klassiker zu reproduzieren, hat Danelectro, die ohnehin als Spezialisten dieser Dekade gelten, mit dem Spring King den Federhall in ein Bodeneffektpedal gepackt. Let’s twäng!
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