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Test: Boss RE-202 Space Echo, Delay/Reverb-Pedal

Der legendäre Klang des Roland RE-201 in Pedalformat

30. Juli 2023

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Das Boss RE-202 Space Echo ist die aktuelle Neuinterpretation des Tape-Echo Klassikers schlechthin: Dem Roland RE-201 Space Echo. Das Roland RE-201 Space Echo ist aufgrund seiner Tonköpfe, dem ganz besonderen Klang und des internen Federhalls legendär und nach wie vor sehr beliebt. Mit einem älteren Tonband gespielt, wird man mit wunderbarer Modulation belohnt. Und auch die Bewegung des Geräts während des Spielens erzeugt ein herrliches musikalisches Eiern. Diesen Klang hat Boss jetzt in dem kompakten RE-202 Space Echo eingefangen und ihn zusätzlich mit einigen Extras versehen.

Gehäuse, Potis und Schalter des Boss RE-202 Space Echo

Schon optisch ist die Verbindung zu seinem historischen Vorbild unverkennbar. Während der analoge Klassiker von Roland aber als Desktop-Echogerät konstruiert wurde, besticht das Boss RE-202 Space Echo durch seine Pedalboard-freundlichen Maße von 19 x 13 x 5 cm. Trotz des Größenunterschieds kommt mir das Design sofort vertraut und sehr ansprechend vor. Das robuste Metallgehäuse des Boss RE-202 ist in schwarzer Hammerschlag-Optik lackiert und ist mit seinen 860 g Gewicht zwar kein Leichtgewicht, aber dennoch deutlich leichter als das Roland RE-201 Space Echo. Das Bedienfeld wurde mit einer ca. 2 mm dicken Metallplatte, die traditionell schwarz und grün lackiert und mit vier Schrauben mit dem Gehäuse verbunden ist, optisch hervorgehoben.
Boss RE-202 Space Echo
Die Achsen der acht Potis und des „Mode Selector“-Drehregler sind mit dem Gehäuse verschraubt und die aufgesteckten schwarzen Kunststoff-Poti-Knöpfe verfügen über eine glänzende silberne Oberfläche mit schwarzer Markierung. Die Potis haben ein sehr angenehmes Regelverhalten und lassen sich aufgrund ihrer geriffelten Oberfläche gut fassen. Die Beschriftung der einzelnen Potis ist durch die weiße Schrift auf grünem, beziehungsweise schwarzem Hintergrund gut ablesbar.
Die Standard-Einstellungsmöglichkeiten des Delays lassen sich über Potis für die Repeat-Rate (Einstellung der Delay-Zeit), Intensity (Einstellung der Wiederholungen) und Echo-Volume (Einstellung der Lautstärke des Delays) justieren. Darüber befinden sich zwei Potis für Bass und Treble, die eine spürbar einrastende Mittelstellung haben. Und zu guter Letzt befindet sich hier auch das Reverb-Volume-Poti zur Einstellung der Lautstärke.

Das Herzstück eines Space Echos ist der „Mode Selector“-Schalter, mit dem die Tonköpfe angewählt werden. Dieser befindet sich prominent in der Mitte des Pedals. Es handelt sich um ein Endlos-Drehschalter, der in jeder der zwölf Stellungen gut einrastet. Über dem „Mode Selector“ befinden sich vier kleine rote LEDs, die die Kombination der ausgewählten virtuellen Tonköpfe anzeigen.


Im linken Bereich des Bedienfelds befindet sich ein Saturation-Poti, das die Verzerrung am Eingang des Pedals einstellt, sowie ein Poti für Wow & Flutter, mit dem die Modulation des virtuellen Tonbands justiert werden kann. Über drei kleine schwarze Drucktaster aus Kunststoff, die einen spür- und hörbaren Druckpunkt haben, kann zwischen dem Gitarren- und dem Line-Signal gewechselt werden. Der jeweilige Status wird mit einer kleinen roten LED angezeigt. Außerdem kann hier auch eingestellt werden, ob man den Klang eines neuen oder den eines älteren Tonbands nutzen und welchen der vier Speicherplätze man mit den eigenen Einstellungen belegen möchte. Die Belegung der Speicherplätze wird ebenfalls per LED angezeigt und im Bereich „Manual“ wird der Ist-Zustand der aktuellen Poti-Stellungen über eine LED dargestellt.

Auch die Fußtaster passen optisch sehr schön in das gesamte Erscheinungsbild des Pedals. Da das Roland Space Echo bekanntermaßen keine Fußtaster hatte, hat man sich hier optisch am Boss DM-1, beziehungsweise dem Boss CE-1 orientiert. Die Fußtaster arbeiten klick- und knackfrei und sind mit einer Metallplatte hinterlegt, auf denen schwarze Schrift die jeweilige Funktion ausweist. Jeder Taster hat eine Doppelfunktion, die jeweils durch Drücken oder Halten des Tasters aktiviert werden kann. So dienen diese Schalter sowohl dem Ein- beziehungsweise Ausschalten des Pedals und der Aktivierung der Warp-Funktion, aber dem Schalten durch die Speicherplätze, der Aktivierung des Reverbs und der Steuerung von Tap-Tempo und die Twist-Funktion. Durch die abschrägte Kante des Gehäuses sind die Potis gegen Tritte geschützt und die LEDs oberhalb der drei Fußtaster zeigen ihren jeweiligen Status und die Tap-Geschwindigkeit an.

An der Stirnseite befinden fünf 6,3 mm Klinkenbuchsen, die mit dem Gehäuse verschraubt sind und die Klinkenstecker gut fassen. Neben den zwei Monobuchse-Eingängen und zwei Monobuchsen-Ausgängen ist hier noch ein „Control/ Exp“-Anschluss zu finden, an den ein Expression-Pedal oder ein externer Taster angeschlossen werden kann.

Daneben sind zwei kleine 3,5 mm TRS-Buchsen für MIDI In und MIDI Out angeordnet. Eine Micro-USB-Type-Buchse dient der Verbindung mit einem Computer, um Firmware-Updates durchführen zu können. Das Boss RE-202 Space Echo lässt sich über den 9 V Netzteilanschluss betreiben und ein passendes Netzteil ist im Lieferumfang enthalten. Außerdem benötigt das Pedal 140 mA, ein Batteriebetrieb ist nicht möglich.
Boss RE-202 Space Echo
Die Unterseite des Pedals ist flach, die Schrauben sind in der Bodenplatte versenkt und Klettband würde hier bei Bedarf sehr gut halten. Im Lieferumfang befinden sich aber auch vier gummierte Klebefüße, die für einen sicheren Stand sorgen. Das Boss RE-202 Space Echo wird in gut gepolstert in einem schlichten Karton geliefert, der ein bisschen wie die XL-Version der Kartons der kleinen Boss-Pedale anmutet. Eine Kurzanleitung und eine Visitenkarte mit QR-Code zu Tutorials und weiteren Infos liegt ebenfalls bei.

Das Boss RE-202 Space Echo in der Praxis

Schon beim Auspacken steigt meine Vorfreude auf den Klang. Ich bin gespannt, wie dieses stilvoll aussehende Pedal klingen wird und schließe es umgehend an meine zwei Amps an, denn wenn es schon über Stereobuchsen verfügt, sollte man sie auch nutzen.
Einen wichtigen Unterschied zum Roland RE-201 hätte ich aber fast übersehen, denn das Boss RE-202 Space Echo uverfügt über vier virtuelle Tonköpfe an Stelle der drei Tape Heads beim Roland RE-201. Dadurch ändern sich auch die Optionen der einzelnen Wahlschalterstellungen. Sieben Stellungen decken sämtliche Kombinationen der historisch korrekten drei Tape-Heads ab. Fünf weitere fügen dann den vierten Tonkopf hinzu. Ebenfalls anders als beim Vorbild ist, dass das Reverb zu jedem Setting hinzugefügt werden kann, indem man einfach den Volume-Regler des Reverbs aufdreht. Das ist historisch vielleicht nicht korrekt, aber eindeutig praxistauglicher.

Im Normal-Modus verfügt das Boss RE-202 exakt die maximale Delay-Zeit des Roland RE-201 Space Echo. Per Tap-Tempo kann sie jedoch auf eine Sekunde erweitert werden. Es gibt als neues Feature aber auch den „Long Mode“, in dem die maximale Delay-Zeit auf zwei Sekunden per Tap-Tempo und ebenfalls einer längeren Delay-Zeit per „Repeat Rate“-Poti einstellbar ist. Damit schafft das Boss RE-202 Space Echo den eleganten Spagat zwischen Vintage-Feeling und modernen Anforderungen an ein Delay.

Während man beim Vintage-Modell des Roland RE-201 noch auf zufällige Modulation hoffen oder das Band manuell manipulieren musste, ist mit dem „Wow & Flutter“ und den wählbaren „Tape Age Settings“ eine gezielte Modulation sehr viel einfacher. Und sie klingt wirklich organisch und musikalisch. Von einem leichten Bandeiern bis zu starker Pitch-Modulation ist hier alles leicht einzustellen und klingt sehr dreidimensional. Während das virtuell erzeugte neue Tape klarer und direkter klingt, ist der Klang des virtuellen älteren Tonbands etwas dunkler und verwaschener. Je nach Song und Delay-Zeit, beziehungsweise Intensität kann man sich so seinen optimalen Grundsound kreieren. Schön wäre es, wenn man die Intensität oder das Verhältnis von Wow und Flutter zueinander selbst einstellen könnte, denn während ich ein großer Fan von Wow-Modulation bin, ist Flutter für mich bisweilen etwas zu extrem, besonders bei längeren Delay-Zeiten.

Der „Saturation“-Schaltkreis kann wahlweise entweder dann aktiviert werden, wenn auch das Delay aktiviert wird, oder konstant als kolorierender Preamp aktiv sein. Die hier erzeugte Kompression und Verzerrung macht den klanglichen Charakter des Roland RE-201 Space Echo aus und ich finde, dass dementsprechend auch beim Boss RE-202 Space Echo immer eine Priese davon aktiv sein sollte, denn das Delay-Signal erhält dadurch einen besonderen Schmutz. Insbesondere dann, wenn man über „Saturation“ sowohl die Wiederholungen, als auch das unbearbeitet Signal färbt, glänzt das Boss RE-202 in vollem Umfang. Dabei lässt sich der Arbeitspunkt exakt an die eigene Gitarre anpassen und ist es ein Kinderspiel, den Punkt zu finden, an dem der Preamp leicht anfängt zu verzerren. Mehr Vintage-Charme geht nicht.

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Mit den Potis für Bass und Treble der Klangregelung kann das Delay-Signal an den gewünschten Sound angepasst werden. Hier reicht die klangliche Palette von dunkleren und dezenten Wiederholungen, die eher im Hintergrund bleiben, bis zu spritzigen und klaren Repeats, die die gespielten Noten umtanzen und aus dem Lautsprecher perlen. Auf diese Weise kann das Delay den Grundsound ergänzen oder aber als Kontrast, zum Beispiel in Form eines ausgedünnten Sounds mit gekappten Bässen und vielen Höhen, zum Gitarrensound erklingen. Für sich alleine betrachtet wäre der Klang des Delay-Signals in dieser Einstellung vielleicht etwas dünn, aber in Verbindung mit dem unbearbeiteten Signal erhält man eine enorme klangliche Bandbreite.

Der interne Federhall (Reverb)

Der interne Federhall des Space Echo erfreut sich seit jeher einer großen Beliebtheit. Er füllt den Raum und klingt sehr lebendig und organisch. Natürlich wurde im Boss RE-202 Space Echo kein Federhall verbaut, aber eine digitale Emulation erzeugt diesen Effekt mit Bravour. Das typische Scheppern wird realistisch nachgebildet und kombiniert man den Federhall mit dem Delay, so wird das Gesamtsignal klanglich noch räumlicher.

Wer den Effekt des Federhalls nicht mag, kann beim Boss RE-202 auch andere Optionen wählen. Beim Starten des Geräts können neben der RE-201 Emulation noch Effekte in Form von Hall, Plate, Room oder Ambient-Reverb angewählt werden. Dadurch bietet das Pedal tolle Alternativen und alle Reverb-Effekte klingen wirklich gut. Eine Sache, die mir besonders gefällt ist, dass man sich trotz der etwas umständlichen Einstellmöglichkeit beim Starten des Pedals nicht global für eine Form des Reverb-Effekts entscheiden muss. Pro Speicherplatz kann jeweils ein anderer Reverb-Typ abgespeichert werden. Das bedeutet, dass sich selbst dann, wenn man immer ein ähnliches Delay-Setting bevorzugt, das Nutzen der Speicherplätze lohnt. So schaltet man mit einem Fußtritt von dem klassischen Federhall zu einer Plate-Emulation, die hervorragend zum Space Echo passt. Gerade für Studios oder Synthesizer könnte dieses Feature auch ein interessanter Aspekt sein.

Die Speicherplätze des Boss RE-202

Für den Live-Betrieb reichen die vier Speicherplätze des Boss RE-202 Space Echo in meinen Augen absolut aus, da man diese für die Grundeinstellung nutzen und die jeweilige Delay-Zeit dann per Tap Tempo pro Song anpassen kann. Es ist also Platz für Slapback, unterschiedliche Patterns und klangliche Varianten mit unterschiedlicher EQ-Einstellung und man kann bequem mit dem mittleren Fußschalter zwischen den Speicherplätzen hin- und herschalten. Per MIDI können bis zu 127 Presets abgespeichert werden, damit man im Studio für jede Eventualität und für jeden Song die Presets bis in das letzte Detail einstellen und abspeichern kann. Wer nicht alle Speicherplätze benötigt, kann die Anzahl begrenzen, um ein endloses Durchscrollen per MIDI-Controller zu verhindern. Das Abspeichern ist in gewohnter Boss-Manier sehr einfach und intuitiv.
Boss RE-202 Space Echo
Das Boss RE-202 Space Echo klingt absolut wie ein Vintage-Space Echo und auch, wenn ich aktuell leider kein originales Space Echo für einen direkten A/B-Vergleich im Studio habe, so haben mich bereits die ersten gespielten Töne an den klaren, aber vollen Klang und die Ansprache im Spielgefühl des Roland RE-201 erinnert. Kein anderes Tape Delay kann diese klaren und präzisen Delays erzeugen, die trotzdem über ein derart analoges und volles Klangvolumen verfügen. Mit den Potis für Bass und Treble lässt sich dieser Sound nach Belieben formen und die Auswahl des virtuellen Tonbands, ob alt oder neu, liefert die Grundlage für diesen Sound.

 

Durch diesen Klang wird das Boss RE-202 Space Echo zu einem gut gewarteten und mit Vintage-Flair gefüllten Pedal, das im Nu auch extrem modulieren und verzerren kann, wenn man es möchte. Speichert man allein diese beiden Sounds als Preset ab, so bekommt man den Klang zweier alter Roland RE-201 und erspart sich den Techniker. Vielleicht besteh der einzige Unterschied darin, dass man beim Boss RE-202 nicht diese zufälligen, extremen Laufschwankungen hat, die durch anschließende Beschleunigung für eine intensive Modulation sorgen. Diese treiben einem ohnehin meist die Schweißperlen auf die Stirn und man denkt beim Spielen eher daran, dass man das Tonband vermutlich auswechseln und das gesamte Gerät mal wieder reinigen müsste, als daran, dass man einen wunderbaren Sound hat. Wenn man diesen Effekt aber erzeugen möchte, dann ist auch das mit dem Boss RE-202 Space Echo möglich.

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Boss RE-202 Space Echo Delay/Reverb
Boss RE-202 Space Echo Delay/Reverb
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Warp und Twist beim Boss RE-202 Space Echo

Der Twist-Effekt bildet den Sound nach, der entsteht, wenn man die Stellung des Potis für die „Repeat Rate“, also die Delay-Zeit, verändert. Durch die emulierte Beschleunigung oder Verlangsamung des Tonbands hört man die veränderte Laufgeschwindigkeit, die sich wie bei dem alten Original nach und nach bei der gewünschten Geschwindigkeit einpendelt. Mit dem Warp-Taster erhöht man die Intensity, also die Anzahl der Wiederholungen. So können einzelne Töne oder Akkorde gehalten werden, um sie beim Loslassen des Tasters wieder in den Hintergrund abklingen zu lassen.

Wer mit beiden Füßen gleichzeitig Warp und Twist drücken kann, kann das Pedal perfekt für Passagen der Steigerung eines Songs nutzen und mit Delay-Zeiten und nahender Oszillation spielen, um sein Gitarrenspiel dynamisch zu unterstützen. Das Boss RE-202 Space Echo wird so zu einem verlängerten Arm des Instruments und es macht Spaß, es immer wieder voranzutreiben und zu bremsen. Nur zu oft ist man verleitet, mit dem Pedal zu experimentieren und abgefahrene Klänge hervorzulocken. Aber es empfiehlt sich, mit dem Warp- und Twist-Taster etwas dezenter umgehen, damit man nicht seekrank wird. Für experimentelle Sounds sind diese beiden Taster aber ideal.

Steuerung über das Expression-Pedal

Mit einem extern angeschlossenen Expression-Pedal können mehrere Parameter gleichzeitig gesteuert werden. Hiermit lassen sich auch Warp und Twist, also die Delay-Zeit und die Wiederholungen, noch besser handhaben und gezielter einsetzen. Ein schnelles Überblenden zwischen zwei Delays ist hier ebenfalls wunderbar möglich. Dadurch verleiht das Expression-Pedal dem Spieler die volle Kontrolle über das Tonbandgerät.

Die Tape-Heads des Boss RE-202 Space Echo

Bei kurzen Delay-Zeiten wird man mit dem Klang eines herrlichen Slapback-Delays belohnt. Die Delays verschmelzen mit dem Gitarrenspiel und man möchte das Pedal gar nicht mehr ausschalten. Auch die unterschiedlichen Patterns machen richtig Spaß und inspirieren zu neuen rhythmischen Songparts. Sie tanzen um das Signal herum und verwaschen langsam, um sodann im Hintergrund zu verschwinden.

Der vierte Tape-Head kann in keinem Setting alleine genutzt werden, er ist immer in Kombination mit anderen Tonköpfen aktiv. Da die Köpfe 2, 3 und 4 die doppelte, dreifache und vierfache Delay-Zeit im Vergleich zum ersten Tonkopf haben und der erste Tonkopf dem Tap-Tempo entspricht, ist der Umstand, dass man den 4. Tonkopf nicht alleine nutzen kann aber nicht weiter störend. Letztlich kann man einfach den ersten Tape-Head wählen und die entsprechende Delay-Zeit einstellen. Richtig lebendig wird es eh mit einer Kombination.

Die Bonusrunde geht an den vierten Tonkopf des Boss RE-202, da sich mit ihm Patterns erzeugen lassen, von denen das Roland RE-201 nur träumen kann und mit der längeren Delay-Zeit wird das Boss RE-202 ohnehin noch praxistauglicher. Aktiviert man alle Tonköpfe gleichzeitig und stellt die Delay-Zeit entsprechend ein, macht das Space Echo seinen Namen alle Ehre. Dies ist in Mode 12 möglich, der extra dafür in den Abständen der Tonköpfe optimiert wurde. Es entsteht ein dichter und voller Ambient-Sound mit flächigen Klängen, der insbesondere für für Synthesizer oder für getragene Akkorde einer Gitarre ein Traum ist.

Die Zweitfunktionen der Fußtaster sind gut umgesetzt und einfach zu bedienen. So kann zu jedem Preset und Setting der Reverb-Effekt einfach hinzugeschaltet werden. Das ist sehr viel intuitiver als beim Boss RE-20, das ja vor einigen Jahren die Emulation des Space Echos übernommen hatte. Und alleine durch die vielen Zusatz-Features, wie einem vierten Tonkopf und dem Saturation-Schaltkreis, hebt das Boss RE-202 die großartigen Möglichkeiten des kompakteren Boss RE-2 nochmals auf ein ganz neues Level.

Verschiedene Routing-Optionen des unbearbeiteten Signals, wie ein Kill-Dry ist ebenfalls einstellbar und für das Arbeiten im Studio ein absolutes Muss. Auch einen Carryover-Effekt, sprich das Ausklingen nach dem Deaktivieren des Pedals, ist einstellbar und funktioniert einwandfrei.

Auch wenn das RE-202 Stereoausgänge hat, so verfügt es nicht über Ping-Pong-Effekte oder extra Stereo-Settings. An dieser Stelle hat man sich strikt an die Vorgaben des Vintage-Vorbilds gehalten. Vielleicht ist dies eine leichte Einschränkung, aber die Klangbreite dieser Space Echo-Emulation ist wirklich beispiellos gut und das Roland RE-201 ist für eben diese Klangfülle bekannt. Mir persönlich fehlt ein Ping-Pong-Setting dementsprechend nicht, aber eventuell gibt es bei ausreichender Nachfrage ja bei Zeiten ein entsprechendes Update von Boss.

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Fazit

Mit dem Boss RE-202 Space Echo wurde der Vintage-Charakter des Roland RE-201 perfekt eingefangen, in ein kompaktes und wartungsfreies Pedal verpackt, das bereits optisch viel Vintage-Charme ausstrahlt und mit nützlichen Zusatz-Features, wie zusätzlichen Reverb-Typen, virtuellem Tonbandalter, zusätzlichem Tonkopf und natürlich einer Steuerung per MIDI, punktet. Die Modulation ist gut gelungen und einfacher einzustellen als beim Vintage-Vorbild. Mit längerer Delay-Zeit und Speicherplätzen hat man daher viele klassische und erweiterte Sounds dieser Klanglegende auf dem Pedalboard. Ein wirklich rundum tolles Pedal. Aber dieses Space Echo ist nicht nur etwas für Vintage-Enthusiasten, sondern auch für Sound-Tüftler, die gerne mit verschiedenen Delay-Varianten und Rhythmen spielen und neben einer extremen Modulation auch gerne mal mit Warp und Twist abheben oder mit dem EQ die Wiederholungen formen wollen, perfekt geeignet.

 

Plus

  • authentische Roland RE-201 Space Echo Sounds
  • großartiger Klang
  • mehrere Reverb-Varianten
  • Speicherplätze für eigene Presets
  • MIDI-Steuerung
  • zusätzlicher Tonkopf
  • „Saturation“-Schaltkreis
  • gebaut für die Ewigkeit

Minus

  • Wow- und Flutter-Effekte sind nicht separat regelbar

Preis

  • 363,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    tenderboy

    Ich hatte das Vorgängermodell. Super Sound aber leider laute Schaltgeräusche, die sich auf das Signal gelegt haben.
    Sogar nur den Fuß auf das Pedal stellen ohne einen Schalter zu drücken, hat eine Klopfgeräusch auf den Ausgang gegeben.

    Hoffe, die neue Version hat das nicht mehr.

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @tenderboy Hi tenderboy,

      laute Schaltgeräusche sind passé😁Hier gibt es keine Klopfgeräusche mehr (außer die vom Nachbarn🤟)

      • Profilbild
        tenderboy

        @DelayDude Oh super!

        Inzwischen hab ich aber eh mein Pedalboard verkauft und nutze ausschließlich den Kemper. Das hat zum Glück sowohl mein Amp-G.A.S. ala auch das G.A.S. für Pedale beendet.

  2. Profilbild
    dflt

    kann die redaktion delaydude mal bitte nen kleinen synth oder drumcomputer zukommen lassen? oder nen drumloop den man auf dem handy/computer abspielen kann?
    ich finds wirklich sehr schade, dass sämtliche delay-effekte egal in welcher form (selbst wenn sie midi haben) nur noch mit gitarren-beispielen stattfinden…

    • Profilbild
      Basicnoise AHU 112

      @dflt Sehe ich auch so. Ein guter Test, so oder so, aber die dennoch würde ich gerne mal ein paar Synth -Stabs hören. Auch um die feinen Unterschiede zu anderen Emulationen und dem Original besser wahrnehmen zu können. Mit Gitarre kann ich da nur eine kleine Ahnung bekommen. Bis dahin klingt es super.

      Sehr schade, dass man die Tonköpfe nicht im Panorama verschieben kann. An der Stelle, hat Roland meiner Meinung nach echt eine Chance verpasst. Hier hat das Volante klar die Nase vorn.

  3. Profilbild
    mofateam

    Guter Test ! Ich hatte das Vorgängerpedal und fand es nicht gut, stattdessen verrichtet hier jetzt ein Volante seinen Dienst. Bei den aktuellen Pedalen (vor allem dem Analogecho) hat BOSS aber sowohl klanglich als auch optisch Volltreffer gelandet.
    Auch ich hätte mich über Synth- oder Drum-Klangbeispiele gefreut.

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @mofateam Hey,ho!
      Der Test ist ja in der Kategorie Guitar & Bass erschienen. Daher hab ich das Pedal auch nur mit der Gitarre getestet. Aber wenn Interesse an Synth-Sounds mit dem Boss RE-202 besteht, schieben wir so einen Test bei Zeiten gerne noch nach😉

      • Profilbild
        dflt

        @DelayDude unbedingt! effekt-geräte gibt es ja leider nur noch in pedal-form, aber dass heißt ja nicht, dass sie nur für gitarristen interessant sind 😉

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        @DelayDude Es wäre echt auch super, wenn ihr ein paar Standard files erstellt und die bei jedem Test verwendet, damit man testübergreifend Pedale etc vergleichen kann. Soundkarte ist dabei wahrscheinlich sogar vernächlässigbar. Irgendein US shop (finde ich grade nicht mehr) bietet das seit langem für high end outboard an, immer die selben audio files für verschiedene Geräte und das ist mega nützlich.

        Und der Wunsch nach synth und drum machine audios im Test ist ja jetzt nicht gerade neu ;) Dabei könnte aber immer gecheckt werden, wie gut die inputs damit klarkommen.

        Was ich auch noch hilfreich fände, wäre in Blick ins Innere. Also, wie viel Mühe hat sich der Hersteller innen gegeben, wie aufwendig ist das gemacht. Es gibt doch bei/für amazona Fachleute, die das immer kurz kommentieren können.

      • Profilbild
        a.jungkunst AHU

        @DelayDude Eigentlich sollte redaktionell schon seit einiger Zeit das Gefühl aufgekommen sein, Effektgeräten einen eigenen Zweig zu gönnen, „Effekte“ wie eben „Gitarre & Bass“ u.v.a.!
        Dafür sind sie einfach zu übergreifend.
        Innerhalb des Tests kann man dann die Bereiche angeben, für die sie besonders geeignet sind.
        Die oben beschriebene Idee, Standardaudioaufnahmen zur Effektbearbeitung zu verwenden, halte ich auch für sehr gut, da so gewährleistet ist, dass ein Tester unabhängig von seinen eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten instrumentenübergreifend agieren kann.
        Bei Geräten wie DM-101 und RE-202, stellvertretend für viele andere, ist es wirklich angebracht, sie auch mit anderem Eingangsmaterial vorzustellen.
        Hier darf ich aus äußerst angenehmer Erfahrung sprechen.

    • Profilbild
      rio AHU

      @mofateam Nur eine Erinnerung, damit kein falscher Eindruck bezüglich dieses Artikels entsteht: Der Boss RE-202 ist nicht analog.

  4. Profilbild
    martin stimming

    ich brauche für Pedale auch elektronische Klangbeispiele, daher mein Vorschlag: ich erstelle vier oder fünf „Standard“ Loops (ein Tanzbär-Groove, ein Chordpattern, eine Acidbassline, ein DFAM/Edge gerumpel) die die Autoren bei Bedarf nutzen können. @Peter, gute Idee?

    • Profilbild
      Basicnoise AHU 112

      @martin stimming Sehr gute Idee! Delay (und alle möglichen anderen) Pedale müssen unbedingt auch in die Synthabteilung :)

    • Profilbild
      dflt

      @martin stimming ich bin nicht peter, aber ich sage trotzdem, sehr gute idee!

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      @martin stimming Danke, super! Die müssen auch nicht so dicht sein, damit man Delay Taps, Hallfahnen etc gut hört – aber wem sage ich das 😁 Und wenn bei den Pedalen dann auch immer verschiedene input level berücksichtigt werden könnten…

      Bei der Glght hätte ich noch eine Bitte an die Testenden: man kann bei Reverbs tatsächlich auch kurze Decays einstellen, ich weiß, dass das seit dem BigSky angeblich verboten ist und alles in langen Halls ertrinken muss – aber dem ist gar nicht so, kurzer Hall darf immer noch straffrei verwendet werden🙂

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    ich kann mit dem Gitarrenbeispielen gar nix anfangen. 🤷🏻‍♂️
    ich brauch synthetischen sound um abschätzen zu können was ich da höre. oder wenigstens mal n drumloop oder sowas.
    das sowieso mittige Gitarrensignal könnte nicht nichtssagender sein. 🤷🏻‍♂️

    • Profilbild
      Basicnoise AHU 112

      @Organist007 Das Volante klingt hervorragend, aber nicht 100%ig nach RE-201. Wenn man ein Space Echo ersetzen will und genau diesen Sound will, kommt vermutlich mit dem hier näher dran. Allerdings bietet das Volante noch viel mehr. (Head panning, neben der Tape auch eine Echorec Emulation und so weiter.) Ich bin sehr happy mit meinem. Es klingt wirklich toll. Dennoch würde ich gerne mehr vom 202 hören.

      • Profilbild
        Organist007 AHU

        @Basicnoise Danke !

        Mir gefallen sowohl Echorec als auch Space echo sehr gut ( für keys)
        Ich habe betreffend echorec simulation schon einiges probiert, von catalinbread bis boonar etc.für Space echo hatt e ich das „alte“ digitale Modell von Boss.
        boonar ist leider nur mono und auch der echorec nachbau von T. Rex (mit magnettrommel) ist leider auch nur mono.
        Für keyboards verwende ich nun den deutlich billigeren Alter Ego von T.C. electronics
        der mit Orgel und Rhodes super harmoniert. Einzig und allein das „Aufschaukeln“ des Echos ist hier nicht möglich. Im Mix klingt das aber trotzdem durchaus ok.

  6. Profilbild
    Anjin Sun

    Vielen Dank D-Dude!
    Ich möchte mich der Bitte für Synthbeispiele anschließen, und finde die Idee der Standardpresets für jeden Test super. Zu erwähnen wären vielleicht die benötigten Boss-Midikabel, die anscheinend in Gold aufgewogen werden? Wobei Boss nicht der Unsitte des fehlenden Netzteils verfällt.
    Doch die Frage aller Fragen bleibt: Volante oder RE-202? 😩

  7. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich habe endlich wiedergefunden, woher ich das mit den Standardfiles hatte:

    CLIPOLATOR von ZenProAudio
    https://www.zenproaudio.com/clipalator

    echt genial, wenn man Gear vergleichen will

    es wäre natürlich super, wenn es sowas für Pedale gäbe knickknack

  8. Profilbild
    Slowdive

    Bin glücklicher Besitzer des RE-202. Ein schon erwähnter Vergleich mit dem Volante wäre optional super gewesen.
    Und wie schon mehrfach erwähnt: 50% Synth- bzw. Drummachine Bsp. wären exzellent ;-)
    Ansonsten tadelloser Bericht und sehr hilfreich.

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