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Feature: Legendäre Delay-Pedale

Welche Delay-Klassiker prägen unseren Sound bis heute?

14. März 2023

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Heute begeben wir uns mal auf eine kleine Zeitreise durch die Geschichte und betrachten mal legendäre Delay-Pedale. Also angeschnallt, los geht’s.

Legendäre Delay Pedale: Electro Harmonix Deluxe Memory Man

Wenn man von legendären Delay-Pedalen spricht, führt kein Weg am Electro Harmonix Deluxe Memory Man vorbei. Er ist eines der legendärsten Delay-Pedale, die es je gab und er wird immer noch hergestellt. In dem ursprünglichen recht klobigen, aber dennoch anmutigen Gehäuse aus gebogenem Blech nahm und nimmt sich die Big-Box-Version ihren Platz auf dem Pedalboard und ist dabei mit seinen vier Potis und einem Schalter ein echtes Statement. Dieses Pedal kreiert klanglich einen Raum, der so markant ist, dass man ihn sofort wiedererkennt. Die für analoge Delays sehr höhenreichen Repeats, der Boost des Preamps und die Modulation haben viele berühmte Songs geprägt. Die Modulation, die erst mit der Deluxe-Variante des Memory Boys möglich war, erscheint zunächst recht rudimentär. Der Electro Harmonix Memory Man hatte in seiner Urform bei gleicher Gehäusegröße nur drei Regler. Das wäre heute unvorstellbar. Beim Deluxe Memory Man kann man aber letztlich auch nur zwischen Vibrato und Chorus wählen und sie ist lediglich durch ein Poti regelbar. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb erreicht das Pedal wundervolle schwebende Sounds. Da die Modulation die Delay-Zeit leicht verkürzt und verlängert und dadurch den Chorus- oder Vibrato-Effekt erzeugt, reduziert sich die maximale Delay-Zeit, sobald man das Chorus/Vibrato-Poti  leicht hochregelt.

Legendäre Delay Pedale

Electro Harmonix Deluxe Memory Man

Der Deluxe Memory Man regelt das Delay über die Potis für Delay und Feedback. Ein kleiner Schalter wählt die besagte Vibrato- oder Chorus-Modulation. Sehr schön ist, dass ein Level-Regler eine Einstellung der Laustärke ermöglicht und so ein Boost erzeugt werden kann. Über den Blend-.Regler wird dann das Delay-Signal hinzugemischt. Das Delay kann also auch lauter als das Eingangssignal sein und sogar ein Kill Dry/Full Wet- Effekt lässt sich so einstellen.

Spätere Versionen des Electro Harmonix Deluxe Memory Man haben eine True-Bypass-Schaltung. Das heißt, dass der Preamp im ausgeschalteten Zustand aus dem Signalweg genommen wird. Der Vorteil ist besagter Boost beim Aktivieren des Pedals, wenn man das denn will. Frühere Modelle hatten den Preamp immer im Signalweg. Das finde ich persönlich auch nicht schlecht, da er den Klang sehr schön färbt. Der Power-Switch ist in meinen Augen eigentlich unnötig. Neben dem Eingang findet man sowohl den Echo-Out, der eine Mischung aus dem Eingangssignal und dem Delay-Signal ausgibt und einen Direct-Out. Dieser leitet nur das unverzögerte Gitarrensignal weiter. Wenn man den Blend-Regler also voll aufdreht, kann man das Pedal für ein Wet/Dry-Setup nutzen. Sehr fortschrittlich.

Electro Harmonix Deluxe Memory Man
Electro Harmonix Deluxe Memory Man
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(73)

Dabei war die maximale Delay-Zeit ohnehin schon ein heikles Thema. Beworben mit einer maximalen Delay-Zeit von 550 ms lassen sich mit vielen älteren Deluxe Memory Man Pedalen nur Delays bis zu 450 ms erzeugen. Einige von ihnen liefern sogar nur maximal 350 ms. Der Grund dafür ist die Kalibrierung der Pedale; sie ist bauteilbedingt und erfolgt nicht durch Trimmpotis. Dadurch klingt auch jeder Deluxe Memory Man etwas anders und hat seinen ganz eigenen Charakter. Dass die Version mit den MN3005 BBDs nun anders klingt als eine mit MN3008 BBDs, kann also eher durch die Abstimmung der Bauteile zum BBD geschuldet sein. Trotzdem habe ich hier mal einen Vergleich zweier Electro Harmonix Deluxe Memory Man mit unterschiedlichen Chips gewagt.

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Die Delays des Deluxe Memory Man sind wie bereits erwähnt höhenreicher als die anderer analoger Delays. Keinesfalls sind sie aber als kristallklar zu bezeichnen. Mit perkussiven Attacks ist dieses legendäre Delay-Pedal ideal für rhythmische Repeats und die Modulation gibt dem Signal eine besondere Lebendigkeit. Dieses Pedal ist dabei stets gut zu hören, kann aber auch als reines Modulationspedal dezent eingestellt werden.
Nach wie vor gibt es den Deluxe Memory Man, seit einiger Zeit im kompakteren XO-Gehäuse. In der neueren Nano-Variante ist er dank SMD-Technik nochmals geschrumpft worden. Zwei Varianten mit Tap-Tempo heben den Deluxe Memory Man nochmals auf ein neues Level.

Electro Harmonix Nano Deluxe Memory Man
Electro Harmonix Nano Deluxe Memory Man
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(12)

Wer den Klang mag, aber das Rauschen etwas reduziert haben möchte, kann auf eine digitale Emulation zurückgreifen. Viele digitale Multidelays stützen sich bei ihren analogen Delay-Nachbildungen auf den Sound des Deluxe Memory Man. Das Pedal ist halt eine Legende, das auf unterschiedlichsten Pedalboards in sämtlichen Musikrichtungen zu finden ist. Der berühmteste Nutzer ist wahrscheinlich The Edge von U2. Aber auch Eric Johnson hat einen Electro Harmonix Deluxe Memory Man genutzt. Dementsprechend kann das Rauschen dieses legendären Delay-Pedals nicht ganz so schlimm sein.

Ibanez AD-9

In der Serie analoger legendärer Delay-Pedale ist das Gegenstück zum Electro Harmonix Deluxe Memory Man wahrscheinlich das Ibanez AD-9. Es ist wirklich kompakt, hat aber auch nur eine maximale Delay-Zeit von 300 ms und kommt mit drei sparsamen Reglern für Mix, Delay und Repeats daher. Modulation und ein Signal ohne Dry-Anteil sind dementsprechend nicht möglich. Dafür ist das Pedal in Sachen Stromversorgung unkompliziert. Mit einer 9 V Batterie oder einem Standard-Netzteil lässt es sich problemlos betreiben. Ein Input, ein Output, das war’s. Aber der Klang ist einfach klasse. Diese dunklen und perkussiven Delays können das Gitarrensignal andicken und eignen sich sehr gut für Leadlines. Als Slapback ist es eine ideale Wahl und wenn es richtig kalibriert ist, kann es in die schmutzige Welt der Oszillation abdriften und aufschaukeln, bis das Signal in einen wabernden Klangteppich umkippt.

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Seine Ursprünge hat das Ibanez AD-9 im AD-80. Dieses Delay aus der vorherigen Serie, in dem auch der Ibanez TS-808 zuhause war, hat etwas mehr Headroom, was seiner Stromversorgung mit zwei 9V Blöcken zu verdanken ist.

Ibanez Pedale wurden in den 80ern von der Firma Maxon hergestellt und so gilt das Maxon AD-900 als geheimer großer Bruder des Ibanez AD-9. Es geht klanglich in eine ähnliche Richtung und hat eine doppelt so lange Delay-Zeit von 600 ms. Das Maxon AD9pro, mit ähnlichem Konzept in kleinerem Gehäuse, ist etwas cleaner und dunkler. Die markanten Mitten des AD-9 fehlen hier etwas. Die Nachfolger des AD-900 in Form des AD-999 und AD-999pro, mit dem es sogar möglich ist, eine Art Subdivision zu erzeugen, konnten sich eher nicht durchsetzen, obwohl sie ebenfalls einen tollen Klang haben und aktuell doch eine Art Geheimtipp sind.

Natürlich stellt auch Ibanez selbst noch eine aktuelle Interpretation des Klassikers her und so kann das Ibanez ADmini im super-kompakten Format mit einem ähnlich schmutzigen Charakter überzeugen. Einen ausführlichen Test des Mini Pedals findest du hier.
Auch Boutique-Hersteller wie Analogman zählen das Ibanez AD-9 zu den besten Delays, die je produziert wurden. Daher hat AnalogMike, basierend auf den Zutaten des Ibanez AD-9, sowohl sein Analogman AR20DL, einen stark modifizierten AD-9 Klon, als auch später das ARDX-20 ins Leben gerufen. Quasi die Highend-Variante des alten Klassikers.

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Das Gehäuse der alten Ibanez Pedale ist fast unzerstörbar und so sind diese schönen, pinken Geräte oft auch noch gebraucht zu finden. Das Ibanez AD-99 ist übrigens fast eine exakte Kopie des AD-9 in einem größeren Gehäuse und meist noch günstiger zu bekommen.

Boss DM-2

Auch Boss hat sich in den Anfängen den analogen Delays gewidmet und nach dem klobigen und mittlerweile sehr seltenen DM-1 mit dem Nachfolger DM-2 einen echten Klassiker geschaffen. In gewohnter robuster Qualität kommen die legendären Delay-Pedale von Boss mit einer rudimentären Ausstattung von Echo, Intensity und Repeat Rate daher und liefern eine maximale Delay-Zeit von 300 ms. Mono-Input und Mono-Output, ein 9 V Netzteilanschluss und Batteriefach, das reicht für einen Klassiker.

Obwohl das Boss DM-2 mit den gleichen Zutaten und mit einem MN3205 oder in den ganz frühen Versionen mit einem MN3005 BBD hergestellt wird, klingt es doch etwas anders als sein Kollege von Ibanez. Das Boss DM-2 ist noch etwas dunkler und etwas schmutziger, also ein echter Charakterkopf. Die Attacks können trotzdem richtig klopfen und es ist erstaunlich, wie gut das Delay im Gitarrensignal sitzt. Von kurzen Slapback-Delays über mittellange Repeats, das Pedal macht einfach Spaß. Und wer Oszillation mag, wird ebenfalls hier fündig, sofern niemand an den Trimmpotis gefummelt hat – oder manchmal auch gerade dann.

Obwohl das DM-2 recht dunkel ist, hört man eine leichte Clock-.Noise, wenn man die maximale Delay-Zeit einstellt. Da merkt man, dass aus der damaligen Technik das Maximum herausgeholt wurde. Aber auch diese metallischen Geräusche sind Teil des ganz eigenen Sounds. Das Boss DM-2 ist lange vom Markt verschwunden und war nur noch gebraucht zu finden. Way Huge erwies dem Boss DM-2 seinen Respekt, indem man unter anderem das Aqua Puss herausbrachte. Einen Test von diesem herrlichen Gerät findest du hier, das ich hier für euch getestet habe, https://www.amazona.de/test-way-huge-aqua-puss-analog-delay-mkii-delay-pedal/. Vor einiger Zeit brachte Boss dann das DM-2W Waza auf den Markt.

Boss DM-2W Delay
Boss DM-2W Delay
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(140)

Die Waza Version verzierte den legendären Delay-Pedal-Klassiker mit ein paar neuen Schmankerln. Dieses Pedal kann den klassischen DM-2 Sound erzeugen und mit einem kleinen Schalter einen Custom-Mode anwählen, der beachtliche 800 ms analoges Delay erzeugen kann.

Dazu gibt es noch, wie beim Deluxe Memory Man, einen Direct-Out für ein Wet-Dry-Setup sowie einen Anschluss für ein Expression-Pedal. Wirklich klasse, wie diese Neuauflage das Erbe bewahrt und trotzdem in die Moderne ziehen kann. Vom Blues bis zum Metal, es gibt wohl keinen Gitarristen, der noch kein Boss DM-2 auf seinem Pedalboard hatte, ob als Haupt-Delay oder als Zweitpedal für den gewissen Sound.

MXR M-118

Recht unbekannt, aber trotzdem legendär, ist das MXR M-118. MXR war zu der Zeit des M-118 eine recht kleine Firma, aber mit diesem Delay haben sie ein Pedal hergestellt, das meiner Meinung nach viel zu wenig Anerkennung bekommt. Dabei handelt es sich beim M-118 vermutlich um das erste analoge BBD-Delay-Pedal, das jemals hergestellt wurde. Und zwar schon Mitte der 70er-Jahre. Selbst Keith Richards hatte es eine zeitlang in seinem Rig und allein damit müsste es doch schon geadelt worden sein. Dass es so wenig populär war, könnte unter anderem an der Stromversorgung per fest verbautem Stromkabel liegen. Intern arbeitet es mit 12 V und mit seinem dunklen Repeats interagiert es perfekt mit Verzerrern. Es hat Regler für Mix, Delay und Regen und verfügt über eine maximale Delay-Zeit von 300 ms. Die BBDs sind im Gegensatz zu fast allen Konkurrenten Reticon 1024 oder später R5101. Interessant ist die Art der Filterung des Pedals. Bereits mit kurzen Delay-Zeiten und Slapbacks ist es recht dunkel. Je weiter man die Delay-Zeit maximiert, umso dunkler wird das Signal. Vielleicht hat das viele Gitarristen abgeschreckt. Aber dieser dunkle Sound ist wirklich klasse und klingt richtig dick.

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Selbstoszillation bietet das Pedal nicht, dafür ist bei maximiertem Repeats-Regler aber eine fast endlos lange Repeat-Schleife zu hören, die sehr schöne dunkle und weiche Klangteppiche liefert, die einzigartig sind. Das Pedal hat übrigens auch schon einen Wet-Output und ich finde es wirklich spannend, dass das erste Delay-Pedal auf dem Markt ein Feature hat, das später oft nicht mehr übernommen wurde. Eine LED gab es bei dem Pedal übrigens nicht. Man musste halt hinhören, ob das Pedal an ist oder nicht. Und wer mal eines der 40 Jahre alten MXR Pedale aufschraubt, dem fallen Reste des Schaumstoffs entgegen, aber die Verarbeitung des Pedals selbst ist großartig. Das Gehäuse könnte auch heute in der Boutique-Welt noch gut bestehen. MXR bietet dieses Pedal schon lange nicht mehr an und gebraucht ist es recht teuer. Einen Klon gab es meines Wissens auch nie. Falls jemand doch einen kennt, schreibt es gerne in die Kommentare. Aktuell produziert MXR das Carbon Copy und das Carbon Copy Deluxe, zwei großartige analoge Delays. Klanglich sind sie zwar auch sehr dunkel, aber sie klingen definitiv anders als das M-118. Vielleicht ist das auch ein weiterer Grund, warum sich das M-118 nie so richtig durchgesetzt hat. Das Carbon Copy ist heute aufgrund seinen charaktervollen Analogsounds dagegen auf unglaublich vielen Pedalboards zu finden. Dimi war so gut, das Pedal hier mal für euch zu testen.

DOD 680

DOD 680 Analog Delay

Ähnlich verhält es sich mit dem DOD 680 Analog Delay. Im blauen Gehäuse im Querformat mit fest verbautem Stromsteckeranschluss ist es auch recht selten zu finden. Dabei hatte es neben seinem iluminierten An/Aus-Schalter sogar eine LED. In früheren Modellen war statt der LED ein kleiner Schalter verbaut, mit dem man die Impedanz anpassen konnte. Und eine weitere Besonderheit, neben den üblichen Reglern für Repeats und Delay-Zeit, auch hier waren es maximal 300 ms, hatte es zwei Mix-Regler. Einer wurde Remote und einer Local genannt. Diese schickten ihr Signal an jeweils unterschiedliche Ausgänge und so konnte man neben dem Wet-Dry-.Setting auch unterschiedliche Laustärkemischungen auf zwei Amps schicken. Aus heutiger Sicht hätte man wohl eher zwei Delay-Zeiten anstelle von zwei Lautstärken gewählt. Local war dafür gedacht, in den eigenen Amp gestöpselt zu werden und via Remote hätte man das Signal an ein Mischpult schicken können.
Auch hier steckt im Pedal ein Reticon BBD in Form des SAD4096. Damit konnte es ebenfalls bis zu 300 ms Delay-Zeit erzeugen. Wer dunkle Delays mag, wird das 680 lieben. Es gibt, glaube ich, kein dunkleres Delay auf dem Markt.

Daher war es seiner Zeit für Dub-Sounds sehr gesucht. Dieser dunkle Sound lag an der besonderen Filterung, die aufgrund der verfügbaren Technik notwendig war. Die Töne schmelzen ineinander und es klingt anders als jedes andere Delay.
DOD hat das 680 Analog Delay längst vom Markt genommen, hat aber vor einiger Zeit wieder ein sehr dunkles Analog-Delay in einem ähnlichen Gehäuseformat auf den Markt gebracht. Das DOD Rubberneck. Dieses Delay kann richtig schön schmutzige und dunkle Vintage-Delays erzeugen und versucht, kein Schönfärber zu sein. Mit Modulation, Gain und Tap-Tempo bietet es aber viele moderne Features und hat sich als Neo-Klassiker bewiesen.

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Aktuell bekommt man auch das Rubberneck noch nicht wieder. Es wird aber vermutlich in Kürze wieder erhältlich sein, da DOD gerade eine Reunion zu planen scheint. Bis dahin könnt ihr hier schon mal einen Test von Stephan lesen.

Legendäre digitale Delay-Pedale: Boss DD-2

Um uns auf unserer Zeitreise von den dunklen Gefilden der analogen Klassiker etwas zu erholen, kommt als Kontrast jetzt das Boss DD-2. Das Boss DD-2 kam 1983 auf den Markt und war das erste digitale Delay-Pedal. Es wurde mit dem Chip entwickelt, der sich auch im Roland SDE-3000 findet. Dieser Chip ist so groß, dass er quer gelegt gerade noch so in das Gehäuse passt. Man muss dabei bedenken, dass neben diesem großen Chip auch noch sämtliche andere Komponenten in das Pedal passen mussten und das alles noch in Zeiten vor der SMD-Technik. Das ist wirklich beeindruckend.
Konstruktionsbedingt ist das DD-2 heller und klarer im Klang als legendäre analoge Delay-Pedale. Trotzdem reduziert es die Höhen oberhalb von 7 kHz und klingt damit alles andere als kalt und steril.

Das Boss DD-2 klang wirklich gut und hat zurecht seinen Fingerabdruck auf die Zeitleiste der legendären Delay-Pedale gepresst. Das nachfolgende Boss DD-3 behauste zunächst die gleiche Platine, diese wurde erst später durch eine Schaltung mit einem kleineren Chip ersetzt.
Mit Effekt-Level, also einem Mix-Regler, Feedback und Delay-Zeit war auch dieses digitale Delay eher rudimentär aufgebaut. Über einen Mode-Mehrfachschalter konnte die Delay-Zeit in seinem Einstellungsbereich voreingestellt werden und neben einer Hold-Funktion bietet das DD-2 noch einen zweiten Stereoausgang. Über das Boss DD-5 bis zum aktuellen DD-8, das Dimi hier für euch getestet hat, wurde das Erbe des ersten digitalen Delays fortgeführt.

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Ein DD-4 gab es übrigens nie, da die 4 in Japan Unglück bringt. Mit jeder Neuerung gab es Verbesserungen in der Funktion wie Tap-Tempo und Tape oder analog Emulationen. Aber auch ohne diese Features bleibt das DD-2 ein Klassiker.

Strymon El Capistan

Enden wir mit unserer Zeitreise durch die Welt der legendären Delay-Pedale in einer recht aktuellen Zeit, denn auch wenn der El Capistan noch nicht so alt ist, hat er Maßstäbe im Sound einer Tape-Emulation gesetzt. Richtige Tape-Delays in Pedalform sind ja recht selten und so hat Strymon den Vibe dieser Geräte perfekt eingefangen. Aktuell gibt es ihn in einer V2 mit MIDI und zusätzlichem Poti. Der El Capistan kam 2010 auf den Markt. Das ist auch schon wieder eine ganze Weile her, aber er kann sich bis heute gut behaupten. Mit seiner liebevollen Nachbildung von Tape-Echo-Geräten, der wunderbaren Modulation und nicht zuletzt wegen seiner Sound-on-Sound Looping-Option ist er auf vielen Pedalboards nicht mehr wegzudenken. Seine Wurzeln liegen aber auch irgendwie im Line6 DL4, dem Line6 Tonecore EchoPark sowie dem Damage Control Timeline. Denn bei all diesen Pedalen waren die Entwickler des El Capistan beteiligt, haben ihre Erfahrungen mit eingebracht und neue Erfahrungen gesammelt. Das Meisterwerk war dann der El Capistan. Und dabei ist der EchoPark, als kleiner Bruder der Legende, auch ein sehr gutes Pedal.

Legendäre Delay Pedale

Strymon El Capistan

Mit dem Wow und Flutter, das individuell justiert werden kann, und den Toneshaping-Möglichkeiten hat Strymon hier den Maßstab für Tape-Emulationen gesetzt und der El Capistan gehört zu den Besten. Er klingt lebendig, bildet drei verschiedene Tape-Echo-Modelle nach und hat Tap-Tempo und Reverb mit an Bord. Die Doppelfunktion der Potis ist manchmal etwas umständlich, aber wer sich die wichtigsten Optionen merkt oder markiert, hat dadurch mit wenigen Potis sehr viele Einstellmöglichkeiten.

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Fazit

Von den Pedalen, die zu legendären Delay-Pedalen wurden, bis zu den heutigen Super-Multi-Delays, war es ein langer Weg und es gab viele tolle Meilensteine, die diesen Weg vorgegeben und geprägt haben. Einige sind in Vergessenheit geraten, andere sind immer noch aktuell verfügbar und beliebt. Ob die Neuauflagen genau so klingen wie die alten Originale, sei nun mal dahingestellt, aber eins ist sicher: Ohne all diese Pedale wären die heutigen Sound-Optionen der Delays nicht auf dem Stand, auf dem sie jetzt sind. Daher ein großes Dankeschön all diese wunderbaren legendären Delay-Pedale.

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Forum
  1. Profilbild
    Tomtom AHU

    Ich hab vor ein paar Jahren so ein billiges Pedal für Acid genutzt: Caline Ghost Rain! Das hat so einen riesen Spaß gemacht! Es muss also nicht immer ein teures Kultgerät sein!

  2. Profilbild
    moinho AHU

    Vielleicht nicht legendär genug (?), aber mir wären noch eingefallen:
    – EHX 16 second delay, auch wenn das eher von komischen (sprich: nicht so massenpublikumswirksamen) Leuten wie Cline und Frisell genutzt wurde/wird,
    – Line6 DL4. Wie lange wurde das hergestellt? Eben.

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