Test: Dexibell Vivo S7, Stagepiano

6. Juli 2016

Frischer Stagepiano Wind

Dexibell-Vivo-S7 b

Frischer Wind tut immer gut. Wenn ich mir so unsere Tests der Stage- und Digitalpianos anschaue, wird eines schnell klar, dass der Markt wird von den großen Platzhirschen Kawai, Roland und Yamaha beherrscht wird. Ab und an mal eine andere Firma, aber im Prinzip ohne nennenswerte Bedeutung. Jetzt scheint allerdings etwas Fahrt in die ganze Sache zu kommen, denn ein neuer Hersteller namens Dexibell schickt sich an, die eingefahrene Szene aufzumischen. Sowohl im Digital- als auch Stagepiano Bereich hat der Hersteller Produkte im Programm, die spätestens seit der diesjährigen Musikmesse kein Geheimnis mehr sind. Uns interessiert, was der neue Hersteller zu bieten hat, daher haben wir uns das Stagepiano Dexibell Vivo S7 mal genauer angeschaut.

Ausstattung

Das Dexibell Vivo ist in drei unterschiedlichen Varianten erhältlich. Technisch identisch, aber aufgrund der eigenen Lautsprechersysteme klanglich unterschiedlich sind die Varianten Home und Portable, wobei die Home Variante neben den integrierten Lautsprechern auch mit passendem Stativ ausgeliefert wird. Die portable Version bietet ebenfalls ein eigenes Lautsprechersystem und sieht der Stage Version dazu sehr ähnlich, verzichtet aber auf Pitch Bend- und Modulationsrad. Das bekommt man dagegen bei der Stage Variante geboten, dann aber wiederrum ohne Lautsprecher. Also von allem und für alle ist etwas dabei. Unser Testgerät ist das Vivo S7 mit 88 Tasten, dieses ist auch als Vivo S3 erhältlich, bietet dann nur 73 Tasten und keine Ivory Feel Beschichtung.

Die Optik des Vivo S7 ist sehr zurückhaltend gewählt, das dezente Grau fällt nicht sonderlich auf. Das Metallgehäuse ist robust und solide verarbeitet, lediglich die schwarzen Seitenteile sind aus Kunststoff gefertigt. Perfekt für den Bühneneinsatz konzipiert. Die Maße des Stagepianos belaufen sich auf 133,0 x 37,2 x 13,5 cm, das Gewicht beträgt 17,5 kg. Die Bedienoberfläche ist sehr übersichtlich gestaltet, wobei ich die Optik nicht sonderlich frisch finde, das hat etwas vom Charme der 80er Jahre. Ganz rechts befinden sich die Tasten zur Anwahl der internen Sounds und der Registrierungen, aufgeteilt in 9 Kategorien. Ebenso befinden sich hier die Elemente für Split, Layer und Oktavierung.

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Weiter links folgt ein kleines monochromes OLED-Display samt Cursor- und Menü-Tasten. Es folgen die Elemente für den Recorder, Chord- und Assignable-Tasten. Ganz links dann die Effekt-, Equalizer- und Outputsektion. Abgeschlossen wird die Bedienoberfläche mit Pitch Bend- und Modulationsrad. Die Elemente machen allesamt einen guten Eindruck. Die Taster lösen sauber aus, die Potis lassen sich angenehm drehen.

Hinsichtlich der Anschlüsse bietet das Dexibell Vivo S7 einen Stereoausgang (2x Mono-Klinke), Anschlüsse für drei Pedale (Damper, 2x Assign), ein MIDI Trio, USB-to-host und to-device sowie ein Anschluss für ein externe Netzteil, ein internes wäre für den Bühneneinsatz sicherlich praktischer gewesen. Auf der Vorderseite befinden sich zwei Kopfhöreranschlüsse sowie ein 3,5 mm Stereo-Audioeingang. Erster kleiner Kritikpunkt: Das Vivo S7 benötigt für den Start rund 40 Sekunden, das zieht sich leider etwas in die Länge. Laut Hersteller liegt das am offenen Betriebssystem des Vivos, so werden regelmäßige Updates ermöglicht.

Zum Lieferumfang des Vivo S7 gehört ein ansteckbarer Notenständer sowie das zum Betrieb notwendige externe Netzteil. Eine gedruckte Bedienungsanleitung liegt ebenfalls bei.

Klangbeispiele
Forum
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    Spartakus  

    Um festzustellen, ob das Instrument eine Alternative für ein Clavia Stagepiano ist, hätte man auch einige Samples einer Hammond Orgel anfügen sollen. Ich benutze ein StagePiano im Hardrock Bereich.

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    microbug  

    Zur Info: Dexibell ist aus Roland Europe entstanden, die wiederum mal SIEL waren, sind also nicht komplett neu, sondern schon eine Weile im Geschäft. Roland Europe hat nicht nur die Arranger-Keyboards der E- und G-Serie entwickelt und gebaut, sondern auch etliche Digitalpianos.

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    Pippolino

    Hallo Spartakus
    Die Orgeln kannst Du nicht mit Nord vergleichen( besitze auch ein Nord und ein Vivo S3), da ist Nord unschlagbar. Dafür sind die Pianos besser als bei Nord (zu spitz und mittenlastig für mich). Da ist Dexibell super. Leider sind die epianos (Rhodes) auch nicht so toll wie bei Nord. Ich setze Dexibell für alle Pianos ein und der Rest mit Nord

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    Pippolino

    Ich bin’s nochmal, möchte einige Ergänzungen zum Dexibell S3 machen, speziell im Vergleich zu Nord. Also die Pianosounds sind erste Sahne; das German Grand ist ein Bösendorfer Sample, einfach spitze in jeder Beziehung, deutlich besser als alle Nordpianos. Was die restlichen Sounds angeht: Das Wurlitzer und die Hohner Clavs auch spitze und ebenfalls den entsprechenden Nordsounds überlegen. Einzig die Rhodes und Orgel Klänge sind nicht berauschend und den diversen Nord Rhodes und Organs klar unterlegen. Fazit: Für mich das beste portable DigiPIANO (Das S3 hat nur 10.3kg!!) auf dem Markt zur Zeit. Die Tastatur des S7 ist zwar noch besser als beim S3, dafür wird das Piano dann halt 18kg.

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