Test: DPA d:vote CORE 4099, Mikrofon

2. Juli 2018

Schweizer Taschenmesser im Mini-Format

dpa microphones 4099

Heute präsentieren wir euch das neue d:vote CORE 4099 von DPA Microphones. Ein winziges Mikrofon, das sich anschickt, eine Art Schweizer Taschenmesser für die Abnahme unzähliger Instrumente zu sein. Das originale DPA d:vote 4099 kam bereits 2008 auf den Markt und erfreut sich seither auch im Studiobereich immer größerer Beliebtheit. Jetzt ist die „CORE“-Version erschienen und die bringt einige Neuerungen mit sich. Welche das sind und wie das DPA d:vote CORE 4099 im Test mit Gitarre, Kontrabass, Piano und Schlagzeug abschneidet, lest ihr in diesem Test.

Das Minifliegengewicht DPA d:vote CORE 4099

Die Box des DPA d:vote CORE 4099

Ich hatte gerade das sE Electronics RNT mit seinen beachtlichen 13 kg Lebendgewicht zum Test bei mir im Studio, da klingelt der Postmann und übergibt mir ein Päckchen, das ganz klar Gewichtsklasse „Minifliegengewicht“ ist.

Die Kartonschachtel des DPA d:vote CORE 4099 beherbergt eine hochwertige Schatulle, in der sich das Mikrofon samt Adapter und Kabel befindet.


DPA hat mir für den Test die Version für Gitarre geschickt, aber freundlicherweise auch Adapter für Kontrabass und Piano mit beigelegt. Neben dem Mikro und den Adaptern befindet sich noch ein XLR-Adapter mit Microdot-Anschluss, ein Microdot-Kabel, ein Aufkleber und ein kleines Faltblatt mit technischen Daten im Lieferumfang.

Die Verarbeitungsqualität ist in allen Belangen absolute Spitze. Mikrofon, Adapter, Kabel, Stecker und Case – alles ist sehr hochwertig und man spürt sofort das Prädikat „Made in Denmark“. Wer mehr über den Hersteller DPA Microphones erfahren möchte, sollte sich unbedingt unseren Report zu diesem Hersteller anschauen. Wir hatten die Möglichkeit, den Hersteller in Dänemark zu besuchen.

 

Von DPA Microphones gibt es für (fast) jede Instrumentengattung eine Version des d:vote CORE 4099 mit dem passenden Zubehör.

Aufgrund der geringen Größe und des geringen Gewichts lässt sich das DPA d:vote CORE 4099 unauffällig montieren und der Musiker hat beim Spielen „freie Hand“. Inklusive Schwanenhals bringt das Mikrofon nur 27 Gramm auf die Waage – dafür muss die Gewichtsklasse eigentlich erst noch erfunden werden.

Das neue Herz des DPA d:vote CORE 4099

Im Kern geht es bei CORE um ein neues Schaltungsdesign in der Kapsel, die das Signal der kleinen Membran für den Mikrofon-Preamp vorbereitet. Durch fortschreitende Miniaturisierung und technische Weiterentwicklungen ist es möglich geworden, die Audiowerte stark zu verbessern. Das DPA d:vote CORE 4099 kommt sozusagen mit einem neuen Herz, das direkt in die 5 mm kleine Kapsel verbaut wurde.

Die Unterschiede zum alten System liegen in einem verbessertem Dynamikumfang und verringerten Verzerrungen bei hohen Lautstärken.

Der Dynamikumfang konnte mit CORE um bis zu 14 dB vergrößert werden. Dadurch wird der Sound noch klarer und offener, es ist auch egal, ob man ins Mikrofon flüstert oder schreit. Der maximale Schalldruck liegt bei 142 dB. 1% THD „Total Harmonic Distortion“ wird bei in der neuen CORE-Version, statt wie früher bei 123 dB SPL, erst bei 131dB SPL erreicht.

Hier findet ihr ein Video zum CORE:

Der Frequenzgang des DPA d:vote CORE 4099 ist mit der Vorgängerversion identisch und zwischen 20 Hz und 4 kHz extrem linear. Ab 4 kHz gibt es einen sehr leichten Anstieg um maximal 2 dB bei 10-12 kHz.

Auf eine neutrale Off-Axis-Response, also dem Signal, das seitlich außerhalb der Achse eintrifft, wird bei DPA ein großer Wert gelegt. Laut Frequenzgang ist das beim DPA d:vote CORE 4099 auch absolut vorbildhaft. Die sogenannte Off-Axis-Response fällt vor allem dann ins Gewicht, wenn mehrere Mikrofone gleichzeitig für die Abnahme eines Signals wie bei einem Schlagzeug oder einer Band verwendet werden. Ist diese neutral, wird das Klangbild homogener.

Durch die Supernierencharakteristik des DPA 4099 gibt es bei 180 Grad, also dem Schall, der von hinten einwirkt, eine sehr große Dämpfung. Damit ist das DPA d:vote CORE 4099 auf der Bühne extrem Feedback-resistent. Im Studio dämpft es das Signal der anderen Mitspieler.

Das Eigenrauschen des DPA d:vote CORE 4099 liegt bei 23 dB. Das ist etwas höher, als wir es von anderen Studiomikrofonen gewohnt sind, aber bei der Entwicklung ihrer Miniaturmikrofone muss DPA ständig gegen die Gesetze der Physik ankämpfen. Je kleiner die Membranfläche ist, desto weniger Ausgangssignal liefert ein Mikrofon. Bei einem Großmembranmikrofon schwingt die Membran zum Beispiel sehr ordentlich und liefert daher auch eine ordentliche Spannung für den Preamp ab. Bei einem Miniaturmikrofon bewegt sich die Membran kaum.

Ein interessanter Größenvergleich ist hier die Geschichte mit dem Fußballfeld, die mir ein DPA-Techniker erzählt hat: Würde man die Größe eines Miniaturmikrofons auf ein Fußballfeld hochrechnen, würde sich die Membran bei einem startendem Flugzeug nur um ganze 4 mm (!) bewegen.

Das DPA d:vote CORE 4099 gibt es übrigens für Bläser und Schlagzeug auch mit etwas verringerter Empfindlichkeit, damit es durch die hohe Lautstärke nicht zu Übersteuerungen kommt. Diese Version erkennt man an einen gelben Ring am Ende des Schwanenhalses. Hier noch ein Blick in den XLR auf Microdot Adapter, der eine eigene Platine beherbergt:

Klangbeispiele
Forum

Es sind momentan noch keine Kommentare für diesen Artikel vorhanden.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.