Test: East West Quantum Leap Symph. Orch. XP Pro Gold

17. September 2007

East West Orchestra

Expansions sind immer eine feine Sache! In dem Fall der EastWest Quantum Leap XP Gold Pro handelt es sich um die Erweiterung des von uns bereits vorgestellten East West Quantum Leap Symphonic Orchestra Gold , wobei es sich weniger um neue Instrumente denn um bestimmte neue Spielweisen des bereits vorhandenen Instrumentenparks handelt. Um mich nicht in Bezug auf grundsätzliche Dinge wie Installation und bestimmte Eigenschaften der Silver-, Gold- und Platinum-Editionen zu wiederholen, möchte ich über den obigen Link auf den Test der Grundbibliothek verweisen. Bereits an dieser Stelle sei aber darauf verwiesen, dass die Nutzung der Expansion eine vorhandene Grundbibliothek voraussetzt. Dies bezieht sich aber auf den Umstand, dass in der Auswahl des NI Kompakt Players alle Instrumente, auch die der Grundbibliothek, zur Auswahl gestellt werden.

Dabei haben einige der Grundbibliotheksprogramme, wenn es auch nur wenige sind, ein Update erfahren. Den Player der Grundbibliothek können Sie weiter verwenden, zu berücksichtigen sind hierbei die Vorschläge bei der Installation der Expansion.

-- Die Schachtel --

— Die Schachtel —

Umfang der Bibliothek

Wieder hat es alle großen Bereiche eines Symphonieorchesters erwischt: Streicher, Blechbläser, Holzbläser und Percussion. Die Erweiterung kann technisch natürlich auch für sich allein betrieben werden, da sie mit einer eigenen NI Kompakt Benutzeroberfläche versehen ist. Aber der Sinn liegt wohl eher in der wesentlich größeren Flexibilität des Anwenders, den schon recht zahlreichen „Butter und Brot“- der Grundausgabe Spielweisen (das darf jetzt keinen minderwertigen Eindruck hinterlassen, es geht allein um die Zusammenstellung der gebräuchlichsten Klänge in der Grundversion) noch Einiges an ausgefeilterem Material zur Verfügung zu stellen. Auch hier habe ich wieder das „Problem“, mir in relativ kurzer Zeit einen aussagefähigen Eindruck zu verschaffen, denn 21 (in Worten einundzwanzig) GB an Samples und Multisamples wollen erst einmal durchgehört werden. Ich habe es bis heute nicht ganz geschafft, aber mittlerweile genug gehört, um mir ein vernünftiges Klangbild aufgebaut zu haben.

Praktisch bietet es sich eigentlich an, die einzelnen Variationen eines Instruments in dem Moment zu ergründen, wenn Sie z.B. ein Cello für eine Passage benötigen. Das Angebot ist einfach zu groß, um sich merken zu können, welches Hörerlebnis mit welchem Programm in Verbindung zu bringen ist. Für de/die Musiker(in) vom Fach dürften die Kürzel der Instrumentenbezeichnungen allerdings schon eine ausreichende Hilfestellung bieten.

Ich erinnere noch einmal an die Option, bei bestimmten Programmen eine Veränderung der Spielart im selben Programm vornehmen zu können, indem man eine vorgegebene Taste spielt, um dem Gebotenen noch mehr Ausdruck an Lebendigkeit zu verleihen.

Die Programme wirken sehr praxisorientiert und sind schnell einzusetzen.

-- Die Oberfläche --

— Die Oberfläche —

Das NI Kompakt-GUI

Im Zuge dieses Reviews komme ich kurz auf das leidige Thema der Weiterentwicklung und -verwendung zu sprechen, auch wenn eine solche wie im Falle der oft eingesetzten GUIs NI Kompakt und NI Intakt NICHT stattfindet. Es gibt zwei Möglichkeiten, diesem Problem zukünftig aus dem Wege zu gehen. Die erst heißt NI Kontakt 2, denn mit diesem Werkzeug lassen sich glücklicherweise alle Klangbibliotheken einlesen, die bisher mit den Kompakt- und Intakt-Runtime-Versionen ausgeliefert wurden. Die andere Möglichkeit will East West für ihre eigenen Produkte zur Verfügung stellen, und zwar in Form des eigenen GUI, mit dem neue Pakete wie Voices Of Passion und Stormdrum 2 schon jetzt ausgestattet sein werden. Wann und für welche Tools das der Fall sein soll, steht leider noch nicht einmal in den Sternen. Wie es dann mit der Registrierung ausschaut, kann auch noch nicht gesagt werden, denn bisher waren die Sachen immer über Native Instruments freizuschalten. Bei den neuen East West-Tools wird ein iLok-Key zum Zwang werden. Der Vorteil von NI Kontakt 2 ist zurzeit der, dass dieses Werkzeug wirklich schon existiert!

Anmerkung des Verfassers: Inzwis

chen steht fest, dass EastWest ein Update für alle Tools anbieten wird, dass die Nutzung der Libraries auf den neuesten Stand hieven wird. Näheres erfahren Sie auf der Website des Herstellers!

Fazit

Ohne die Grundversion macht diese Ausgabe meines Erachtens nicht so viel Sinn, da hier schon speziellerer Gebrauch des Instrumentariums angeboten wird. Was ich allerdings zur Beurteilung der Grundversion geschrieben habe, gilt gleichermaßen für diese Ausgabe. Ansprechen dürfte es zuerst all diejenigen, die sich noch tiefer in die Verwendung klassischen Instrumentariums begeben möchten und einfach ausgesuchtere Instrumentierungen und dabei entsprechend ausgefeiltere Spielweisen in ihrem Arrangement unterbringen wollen. Da wird der eine oder andere Musiker schon mehr Auswahl benötigen und wird hier noch einen reichen Fundus an Tönen und Klängen vorfinden. Weitere Argumente zur Anschaffung dieser Sammlung dürften deren Zeitlosigkeit und die nahezu unbegrenzten Einsatzgebiete sein.

Auf jeden Fall weiß diese Ausgabe klanglich zu gefallen, an der Arbeit gibt es nach meinem Ohr auch dieses Mal nichts auszusetzen. Meine Begeisterung über das Grundpaket wurde durch einfache Addition zur Doppelbegeisterung, weil ich meinem Orchester nun noch mehr als zuvor abverlangen kann und das alles in durchgehend guter Qualität. Es lohnt sich, diese Palette an virtuellen Klangkörpern auf der Festplatte zu lagern und bei Bedarf einzusetzen. Vielleicht brandet auch hier wie schon beim Review der Grundversion eine kleine Diskussion bezüglich des vorhandenen Hallanteils auf, der hier genau so präsent ist, aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass er nicht hinderlich ist, zumal er meiner Auffassung nach nur in einem natürlichen Maß vorhanden ist. Wer es gern auch klanglich teuer hat, dem sei die Platinum Edition angeraten, die nun wirklich alle Aufnahmen aus allen drei Positionen (Closed, Full und Surround) anbietet, was aber auch den Bedarf an Hardware erheblich steigern dürfte. Das Angenehme an dieser Edition ist nach wie vor, dass wirklich für jeden Geldbeutel und Bedarf ein Paket mit einem äußerst preis-/leistungsgerechten Umfang vorhanden ist! Meine Sternebewertung bezieht sich daher auf die eigentliche Arbeit des Herstellers und lässt den Umstand außen vor, dass die Expansion einfach eine empfehlenswerte Erweiterung der Grundversion ist.

Plus

++++ gute Erweiterung der Grundversion

+++ Klangqualität

+++ ausführliche Dokumentation*

+++ unterschiedliche Pakete je nach Bedarf und Geldbeutel

Minus

– auch hier gilt der Hinweis auf die Performance-Last bei allzu heftigem Einsatz größeren Instrumentariums

* die deutsche Dokumentation, geltend für Grundversion UND zum großen Teil auch für die Expansion, ist nach Registrierung bei Best Service ohne weitere Kosten als pdf-Datei per Download zu bekommen

Hersteller

EastWest QuantumLeap

www.soundsonline.com

Vertrieb

Best Service

www.bestservice.com

Systemvoraussetzungen

Platzbedarf

Silver 2,4 /5,4 GB incl. Expansion

Gold 15,0 /36,0 GB incl. Expansion

Platinum 65,0/138,0 GB incl. Expansion

Hardware

WinXP

Minimum: Pentium III/Athlon 1 GHz, 512 MB RAM, DVD-Laufwerk

Empfohlen: Pentium IV/Athlon 3 GHz, 1 GB RAM, DVD-Laufwerk

Mac

Minimum: Mac OS X 10.2.6, G4 800 MHz, 512 MB RAM, DVD-Laufwerk

Empfohlen: Mac OSX 10.3 oder höher, G5 1,8 GHz, 2 GB RAM, DVD-Laufwerk

Unterstützte Schnittstellen:

Windows: VST™, RTAS™, DXi™, DirectSound™

Mac: VST™, Audio Units™, Core Audio™, Core MIDI™, RTAS™

Preise:

Da z.Zt. häufiger Aktionen in Form von Bundles und Rabatten anstehen, möchte ich Sie bitten, auf die Seite des Vertriebs zu gehen und sich dort nach den aktuellen Preisen umzusehen. Es ist keine Bequemlichkeit meinerseits. Danke!

 

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    El Blindo

    Ich habe hier noch das Symphonic Orchestra Platinum, als Kompaktversion und frage mich, ob es reicht, wenn ich die NKS Dateien der alten Library in den Ordner der neuen Library verschiebe. Reicht das, dass die Samples erkannt werden?
    Lg

    • Profilbild
      a.jungkunst  AHU

      Die Software „weiß“ eigentlich genau, nach welchen Samples sie suchen muss, also welche Instrumente zu ihrem Bestand gehören, sonst könnte man ja beliebige *.nks-Dateien wie z.B. Word-Dokumente von Ordner X in Ordner Y verschieben. Es dürfte also eher nicht funktionieren. Aber bevor ich das ausprobiere, machen Sie das doch bitte lieber selbst :-)

      • Profilbild
        El Blindo

        Tja, da geht wohl kein Weg dran vorbei.
        Ich habe nämlich auch die pro xp ERweiterung und betreibe sie momentan noch mit zwei Kompaktplayern. Dachte es würde reichen die alten nks Samples in den Ordner der pro xp Version zu verschieben, da die nki und nkm der alten Library ja auch in der pro xp enthalten sind.

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