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Test: LANDR FX Suite, Mix-Plug-ins für die DAW

Ein-Knopf statt Eintopf?

5. Januar 2024
LANDR FX Suite, Mix-Plug-ins für die DAW

LANDR FX Suite, Mix-Plug-ins für die DAW

Die fünf Plug-ins der LANDR FX Suite versprechen mit ihrer 1-Knopf-Bedienung professionelle Ergebnisse im sprichwörtlichen Handumdrehen. Die Plug-ins sind sowohl Teil des LANDR-Abonnements als auch einzeln erhältlich. In diesem Test soll es ausschließlich um die LANDR FX Suite gehen, das Mastering Plug-in von LANDR werden wir zeitnah in einem separaten Artikel vorstellen.

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Installation der LANDR FX Suite

Dazu ist zunächst eine Registrierung auf der LANDR-Website notwendig. Nach dem Kauf werden die Redeem-Codes per E-Mail verschickt. Mit diesen können auf der Website die Plug-ins der LANDR FX Suite freigeschaltet werden. Zu jedem gibt es eine Seriennummer, die beim ersten Start in der DAW eingegeben werden muss.

Dazu ist eine Internet-Anbindung zwingend notwendig, danach allerdings nicht mehr. Erhältlich ist die LANDR FX Suite in AAX, AU und VST3 ab den Betriebsystemen macOS 10.11 und Windows 7 aufwärts. Die Installationspakete sind ca. 25 MB schlank und schnell heruntergeladen.

Die Oberfläche der LANDR FX Suite

Die Oberfläche aller LANDR FX Plug-ins ist identisch aufgebaut, sie unterscheiden sich lediglich in der Farbe. Es gibt je einen Regler für den Input- und für den Output-Gain. Dazu gesellt sich der große Blend-Regler. Rechts befindet sich die Preset-Verwaltung – das war es auch schon. Mehr gibt es hier nicht zu sehen, bitte gehen Sie weiter.

LANDR FX Suite Download
LANDR FX Suite Download
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Die LANDR FX Suite Plug-ins sind nun wirklich das, was man unter einem 1-Knopf-Plug-in versteht. Gut, es sind insgesamt drei, aber die kleinen Regler dienen lediglich der Gain-Anpassung. Und auch eine Art der Übersteuerung ist möglich, wenn der Input-Regler aufgedreht wird.

Die Preset-Verwaltung ist eigentlich keine Verwaltung in dem Sinne, dass eigene Einstellungen abgespeichert werden können. Bei der begrenzten Anzahl an Reglern verständlich. Immerhin können diese aber als Favorit gekennzeichnet und gespeichert werden.

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Trotzdem würde ich auch gerne bei nur drei Reglern, die die LANDR FX Suite bietet, eine solche Preset-Verwaltung sehen. Denn hinter den Presets verstecken sich mehr als nur diese drei Einstellungen. Viel mehr wird hier eine ganze Effektkette ausgewählt, die nicht näher angegeben wird. Und so kann z. B. beim LANDR FX Bass Plug-in eine von drei Kategorien ausgewählt werden: Mix Tools, Amp FX und Modulation FX. Innerhalb dieser Kategorien gibt es dann verschiedene Presets, wie z. B. Compressed Pop und Low-Mid-Boost

Bedienung der LANDR FX Suite Plug-ins

Geht es darum, wie Plug-ins bedient werden, so geht es wohl kaum einfacher als bei der LANDR FX Suite. Zunächst wird die Kategorie gewählt, danach das Preset und dann wird der Gain eingepegelt. Zu hohe Pegel werden über eine Rotfärbung der kleinen VU-Meter dargestellt. Dann bleibt nur noch, den Anteil des Effektes über den Blend-Regler einzustellen.

LANDR FX Suite - Alle FX

Das Problem hierbei ist, dass es teilweise ganz unterschiedliche Effekte auch innerhalb einer Kategorie geben kann. So sind z. B. EQ-Einstellungen neben Kompressoren und sogar einem Octaver innerhalb einer Kategorie. Das Ganze wird etwas abgefedert durch eine eindeutige Benennung der Presets, aber das alles kommt mir etwas willkürlich vor. Auch deshalb hätte ich gerne die Möglichkeit gesehen, eigene Presets zu erstellen bzw. sortieren zu können. So habe ich immer ein wenig das Gefühl, es mit einer Wundertüte zu tun zu haben.

Gemeinsame Eigenschaften der LANDR Plug-ins

Allen LANDR FX Suite ist gemein, dass sie eine Art der Sättigung nutzen, um so zusätzliche Obertöne zu addieren. Allerdings, und das muss man halt einfach wissen, passiert das, sobald ein Plug-in aktiv ist. Und das selbst, wenn der Blend-Regler auf 0 % eingestellt ist. Die Bildfolge zeigt es deutlich. Das erste Bild zeigt den Frequenzganz mit deaktiviertem Plug-in, das zweite mit aktiviertem Plug-in und einer Blend-Einstellung von 0 %, das dritte eine Blend-Einstellung von 100 %.

LANDR FX Suite - bass harmonics 1

LANDR FX Suite - bass harmonics 3

Da hätte ich gerne mehr Kontrolle drüber – allerdings finde ich das noch nicht einmal so schlimm.

Was allerdings eher nicht so gut ist, ist die Tatsache, dass allen LANDR FX Plug-ins eine wichtige Eigenschaft zu fehlen scheint, wenn es um die Addition von Obertönen geht – ich rede von Antialiasing.

Im folgenden Bild seht ihr Sweeps durch einige der Plug-ins, wobei der Input soweit heruntergedreht wurde, dass er nicht übersteuert. Deutlich zu sehen und mal mehr oder weniger auch deutlich zu hören sind die Aliasing-Artefakte. Das ist von Plug-in zu Plug-in und von Preset zu Preset innerhalb eines Plug-ins unterschiedlich.

Da die LANDR FX Plug-ins auf älteren Systemen auch recht ordentlich Ressourcen verbraten, wundert mich das doch ein wenig – sowas offensichtliches wie Antialiasing hätte ich gerade bei einem 1-Knopf-Plug-in doch erwartet. Denn es kann bei Fehlbedienung unweigerlich dazu führen, dass gerade der obere Frequenzbereich zumatscht.

Abhilfe schafft nur ein „manuelles“ Oversampling. Also entweder, das Projekt wird auf der doppelten Sampling-Fequenz abgemischt oder es wird ein Oversampling nur dort aktiviert, wo es notwendig wird. Manche DAWs wie z. B. Cockos Reaper bieten das an. Danach ist das Ergebnis besser, wie im Bild zu erkennen ist.

LANDR FX Suite - bass oversampling reaper

LANDR FX Acoustic Plug-in

LANDR FX Suite - acoustic

Dieses Plug-in soll für alles akustische, also Akustikgitarre, Piano oder Streicher zum Einsatz kommen. Hier finden sich die Kategorien:

  • Creative
  • Reverb
  • Delay
  • FX
  • EQ

Unter der Delay-Kategorie finden sich allerlei synchronisierte Delays, die aber immer einen guten Anteil an Reverb mitbringen. In der Reverb-Sektion findet sich auch ein „Frozen“-Reverb, das hier endlose Hallfahnen von sich gibt. Aber auch hier ist es eine Mischung zwischen Reverb und Delay. „FX“ bietet Sachen wie Chorus und Flanger, aber auch eine parallele Kompression an.

Wie bereits angedeutet, wird hier immer deutlicher, dass die Effekte ziemlich kreuz und quer gehen – es ist daher unabdingbar, sich mit allen Presets vertraut zu machen.

LANDR FX Bass Plug-in

Dieses Plug-in wurde ja bereits angesprochen. Auch hier finden sich Effekte, die auf ein Bass-Signal, ob nun Synthesizer oder E-Bass, abgestimmt wurden. Unter den Phasern und Flangern der Kategorie „Modulation FX“ sind einige dabei, die ziemlich gut klingen.

LANDR FX Beats Plug-in

LANDR FX Suite - beats

Dieses Plug-in der LANDR FX Suite beinhaltet die Kategorien

  • Drumkit
  • Kick
  • Snare
  • Cymbals
  • EQ
  • FX

Bei akustischen Drums fand ich einige der Drumkit-Presets ganz gut. Sie brachten das Schlagzeug nach vorne und wenn es zu aufdringlich wird, kann es ja immer durch den Blend-Regler abgeschwächt werden.

Auf geschäftigen Drum-Loops, wie z. B. Drum’n’Bass, fand ich es dagegen nicht so toll, es nahm hier doch einiges an Dynamik und hatte die Tendenz zum Überkomprimieren.

LANDR FX Electric Plug-in

LANDR FX Suite - Electric

Von elektrischer Gitarre bis hin zu Rhodes oder Synthesizern, soll dieses Plug-in alles richten. Die angebotenen Kategorien sind:

  • Creative
  • Reverb
  • Delay
  • FX
  • EQ

Dieses Plug-in hat einige schräge Presets, wie z. B. Funky Flange oder Warble. Auch hier wieder sehr gemischte Presets in den einzelnen Sektionen, als ob sich das Plug-in nicht entscheiden kann, ob es nun FX oder Mix-Tool sein möchte.

LANDR FX Voice Plug-in

LANDR FX Suite - voice 2

Bei diesem Plug-in zeigt sich für mich die eindeutigste Schwäche solch einer 1-Knopf-Philosophie. Manche Presets klingen recht gut in Sachen EQ und Kompression, haben dann aber einen Delay- oder Reverb-Effekt darunter, der eben nicht entfernt werden kann.

Die Kategorien:

  • Volcals
  • EQ
  • Reverb
  • Delay
  • Compression
  • Saturation
  • FX

Wie klingen die LANDR FX Suite Plug-ins?

Bei dem Gemischtwarenladen fiel es mir extrem schwer, aussagekräftige Klangbeispiele zu erstellen, da alle Plug-ins irgendwie auch alles können. Lediglich der Einsatzbereich ist spezialisiert. Generell empfinde ich den Klang aber als durchaus gut, wenn die Klippe des Aliasing entsprechend umschifft wird.

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Fazit

Die LANDR FX Suite Plug-ins sollen schnell zugänglich sein und beim Mixdown Zeit sparen. Das Problem aber ist die Zusammenstellung der Kategorien und der Presets bei jedem einzelnen Plug-in. Diese sind teilweise so unterschiedlich, dass das Repertoire schon sehr genau mental präsent sein muss, um schnell und effizient arbeiten zu können. Damit relativiert sich der Zeitgewinn wieder.

Die LANDR FX Suite Plug-ins klingen beileibe nicht schlecht, aber die im Prinzip nicht vorhandene Preset-Verwaltung erschwert den Zugang, bei den doch so offensichtlich einfachen 1-Knopf-Plug-ins. Ein weiteres Problem ist der Eingriff ins Klanggeschehen, auch wenn der Blend-Regler auf 0 % steht.

Für 99,- Euro gibt es dennoch ein vernünftiges Mix- und FX-Paket für alle Lebenslagen mit dem Problem, dass jemand schon einiges an Erfahrung haben muss, um die LANDR FX Suite effizient einsetzen zu können – also irgendwie paradox.

Plus

  • gut klingende Effekte
  • brauchbare Presets für alle möglichen Klänge
  • aussagekräftige Preset-Namen

Minus

  • keine eigenen Presets speicherbar, nur über DAW-Funktion
  • Art der Effekte variiert irritierend innerhalb eines Plug-ins und innerhalb der Kategorien

Preis

  • 99,- Euro (bis zum 08.01.24 für 59,- Euro im Angebot)
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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Der User möchte mit einfacher Handhabung schnelle, hörbare Ergebnisse. Sicherlich eine gute Idee, aber anscheinend noch nicht ganz fertig, was eine sinnvolle bzw. nutzerfreundliche Sortierung anbelangt. Aber was nicht ist kann ja noch werden. „Aussagekräftige Presetnamen“ gefällt mir sehr! Oftmals ist genau das ein echter Murks und auch meistens viel zu grob eingestellt.

  2. Profilbild
    Tai AHU

    Bin ein großer Anhänger von One/wenig Knob PlugIns. Denn da können ⅔ der Anwender wenig falsch machen. Der Rest weiss, wie’s geht. Aber dann muss das Plug sorgfältig programmiert sein. Sonst habe ich nur ein paar hübsche Farben am Schirm.

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