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Test: Zynaptiq Design Bundle, Effekt-Plug-ins für die DAW

Drei Plug-ins für das Sound-Design

3. April 2023
zynaptiq design bundle test

Zynaptiq Design Bundle, Effekt-Plug-ins für die DAW

Plug-ins gibt es mittlerweile wie Sand am Meer – und das nicht nur sprichwörtlich. Die gefühlt täglich steigende Rechen-Power moderner Computer macht es möglich, dass wir unbegrenzt Plug-ins in unsere DAW-Projekte laden können, um den Klang nach allen Regeln der Kunst zu verbiegen. Nun haben sich die Spezialisten von Zynaptiq dem Thema Sound-Design angenommen und das Zynaptiq Design Bundle für uns geschnürt. Schauen wir uns mal an, was sich dahinter verbirgt.

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Der Hersteller Zynaptiq

Im Jahr 2011 wurde Zynaptiq von Stephan M. Bernsee und Denis H. Goekdag gegründet. Seinen Firmensitz hat das Unternehmen mit dem seltsam geschriebenen Namen in Hannover. Der Name spielt auf das Schwerpunktthema der Hannoveraner an, nämlich die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz. Letztere ist gerade mit ChatGPT in aller Munde. Zynaptiq arbeitet allerdings weniger an der Sprachkompetenz von Computern, sondern vielmehr im Bereich der digitalen Signalverarbeitung auf Basis von künstlicher Intelligenz. Dazu gehören die Bereiche Audio und Video. Produkte wie Unmix::Drums, Unveil oder Unfilter zeigen, wozu Computer mittlerweile in der Lage sind. Doch auch Effekte gehören zum Programm von Zynaptiq.

Dabei ist Firmengründer Stephan Bernsee vielen Lesern bestimmt aufgrund der Produkte von Prosoniq bekannt. Prosoniq wurde 1990 von Stephan damals noch unter dem Namen Stephan Sprenger gegründet und schon für den Atari 1040ST entwickelte er erste Morphing Algorithmen. Ich erinnere mich noch gerne an sonicWORX für Apple Computer, ein mächtiger Audio-Editor und Mastering-Tool. Bis heute gehört die Software zu den erfolgreichsten Produkten von Stephan Bernsee. Doch auch der Prosoniq Orange Vocoder und TimeFactory waren große Erfolge.

Aufsehen erregte Prosoniq mit dem Pandora-Algorithmus, der in der Lage war, Gesang und Sprache in einem Mix zu unterdrücken oder sogar zu extrahieren. Der Algorithmus wurde später in SonicWORX Isolate integriert. Mein persönliches Highlight war jedoch VuvuX. Die nervigen Geräusche der Vuvuzela bei jeder Übertragung der Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2010 ließen sich mit dem VuvuX AudioUnit Plug-in wirkungsvoll unterdrücken. Im Jahr 2013 gab man die Geschäftsauflösung und die Übergabe aller Produkte an die neue Firma Zynaptiq bekannt, deren CEO Stephan Bernsee ist.

Die Keyboarder unter unseren Lesern interessiert es vielleicht, dass Stephan Bernsee auch im Rahmen von Hartmann Music für die Entwicklung der Klangerzeugung des Neuron Synthesizers verantwortlich war.

Zynaptiq – The Design Bundle

Das Zynaptiq Design Bundle umfasst drei Plug-ins aus dem Hause Zynaptiq: Adaptiverb, Morph 2 und Wormhole. Das Bundle ist dabei auf Sound -Design spezialisiert und verbiegt jegliches Audiomaterial zu aufregenden Drones, Ambient-Sounds, Pads und mehr.

Adaptiverb – Harmonic Tracking Resynthesis Reverb

Anders als herkömmliche Reverb-Algorithmen verzichtet Adaptiverb auf die Erzeugung von Hall durch die Simulation von Reflektionen. Stattdessen analysiert Adaptiverb das Quellmaterial und passt sich diesem anhand von künstlicher Intelligenz an und nutzt Technologien wie Raytracing und Source Separation. Der Nachhall wird wie bei einem Synthesizer und nicht durch Delay-Ketten und Filter oder gar durch die Verrechnung mit Impulsantworten realer Räume erzeugt. Der Vorteil ist, dass die tonale Qualität und auch die Direktheit des Originalsignals erhalten bleibt. Bei Zynaptiq nennt man das laut Bedienungsanleitung „Bionic Sustain Resynth“. Durch Harmonic Contour Filtering (HCF) soll das Verschmieren des Halls beim Wechsel von Harmonien verhindert werden und so auch lange Nachhallfahnen ermöglichen. Über die Freeze- und HCF-Hold-Funktionen soll das Erstellen von Drone- und Pad-Sounds zum Kinderspiel werden oder auch abgedrehte Hallfahnen, die losgelöst vom Originalsignal zu existieren scheinen. Letzteres ist insbesondere beim Sound-Design ein wertvolles Tool. Auch Vocoder-ähnliche Effekte lassen sich mit Adaptiverb erzeugen.

zynaptiq-design-bundle-adaptiverb

Zynaptiq Adaptiverb

Da Adaptiverb auf Basis künstlicher Intelligenz agiert, benötigt es immer einen gewissen Signalanteil als Vorlauf. Ultra kurze Latenzen sind also nicht möglich und ein Buffer von 1.024 Samples wird dringend empfohlen. Da man das Plug-in weniger zum Live-Spielen als im Mix oder dem Sound-Design anwenden wird, stellt das aber kein Problem dar.

So sucht man auch bekannte Parameter anderer Hall-Plug-ins bei Adaptiverb vergeblich. Stattdessen wird der Nutzer von einer futuristischen Oberfläche begrüßt, die auch auf den Displays der Enterprise eine gute Figur gemacht hätte. So beeindruckend das aussieht, so verwirrend ist das für Benutzer, die bislang mit herkömmlichen Hall-Plug-ins gearbeitet haben. Um sich einen Eindruck über die Fähigkeiten von Adaptiverb zu verschaffen, sollte man deshalb mit den Presets beginnen und einfach an den vielen Reglern spielen, um zu schauen, was passiert. Die gut gemachte (englischsprachige) Bedienungsanleitung hilft dann im Anschluss dabei, die Parameter besser zu verstehen und gezielt vorgehen zu können.

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Interessant ist deshalb erst einmal, sich den Signalfluss anzuschauen. Dieser ist in der Bedienungsanleitung skizziert:

adaptiverb-signalflow

Adaptiverb Signalflow

In der Input-Sektion gibt es ein Low-Cut-Filter, ein Pre-Delay und einen High-Frequency-Synthesizer (Air). Per Freezer wird das anliegende Signal „eingefroren“. Es folgt der Bionic-Sustain-Resynthesizer, mit dem Rauschen und Transienten gefiltert und der Sustain erzeugt wird. Die Reverb-Sektion setzt sich aus Raytracing- und All-Pass-Reverb zusammen, gefolgt vom Harmonic Contour Filter, das das bis dahin erzeugte Effektsignal von Dissonanzen zwischen Effekt und Originalsignal bereinigt. In der Output-Sektion finden wir die typischen Dry/Wet-Regler und die Wet-Gain-Funktion, mit der sich der Pegel des Effektsignals anheben lässt.

Der interessante Part ist der Bionic Sustain Resynthesizer. Dieser analysiert das Eingangssignal und filtert alle Rauschanteile und Transienten. Aus dem Resultat wird dann der Nachhall auf Basis von Hunderten Oszillatoren synthetisiert, die sich nur auf die harmonischen Anteile und Tonhöhenanteile des Signals beziehen. Jeder einzelne Oszillator ist dabei mit einem harmonischen Teil des Eingangssignals verknüpft und interagiert mit den anderen Oszillatoren. Das Ergebnis wird mit einer Ausklingphase versehen, die als Sustain bezeichnet wird. Sie erzeugt die Nachhallfahne. Die Zusammensetzung der Oszillatoren bestimmt das spätere Klangergebnis. Über die Freeze-Funktion ist es sogar möglich, im Anschluss ohne anliegendes Eingangssignal zu arbeiten und neue Sounds zu erschaffen, die dann wiederum die Grundlage weiterer kreativer Arbeiten sind.

Ein interessantes Detail aus der Bedienungsanleitung: Das Netzwerk aus Oszillatoren ist laut Zynaptiq vom gleichen Ansatz abgeleitet, der genutzt wird, um der KI für autonomes Autofahren das Vermeiden von Hindernissen beizubringen.

Nach dem Bionic Sustain Resynthesizer durchläuft das Signal eine klassische Reverb-Sektion beziehungsweise das Raytracing Reverb, bei dem das Signal die Simulation eines Raumes durchläuft und errechnet wird, welchen Weg die Schallwellen von der Quelle zum Hörer nehmen würden. Auch das Raytracing Reverb ist auf Basis von KI implementiert und simuliert bis zu 16.000 verschiedene Wege von einer virtuellen Stereoschallquelle zum Hörer.

Das Harmonic Contour Filter ist eine der letzten Instanzen und entfernt alle Tonhöheninformationen aus der Hallfahne, die sich mit dem Eingangssignal „beißen“ könnten. Relevant wird das zum Beispiel bei Akkordwechseln. Ist die Tonhöheninformation des vorangegangenen Akkords noch in der Hallfahne enthalten, wenn bereits der nächste Akkord erklingt, würde dies zu Dissonanzen führen. Hier greift das Harmonic Contour Filter ein, sodass länger Hallfahnen und auch ein höherer Hallanteil im Mix möglich wird als bei klassischen algorithmischen Hall-Plug-ins. Über die Hold-Funktion ist es möglich, die tonale Charakteristik einer Quelle mit dem Hall einer anderen zu mischen. Auch das Anpassen der Nachhallfahne an eine definierte Tonhöhe ist möglich.

Alle Parameter und Funktionen des Plug-ins im Rahmen dieses Tests zu erläutern, würde den Rahmen bei weitem sprengen. Ich empfehle deshalb den Download der Testversion und das Studium der Bedienungsanleitung.

Wormhole

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Zynaptiq Wormhole

Wenn ein Plug-in den Namen „Wurmloch“ trägt, denkt man unweigerlich an StarTrek und erneut fühle ich mich bei der Oberfläche an diverse Raumschiffbrücken der Serie erinnert. Und in der Tat erzeugt das Plug-in auch Sounds, die eher nicht von dieser Welt zu sein scheinen.

Der Signalfluss von Wormhole sieht folgendermaßen aus:

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Wormhole Signalflow

Nach dem Eingangs-Delay durchläuft das Signal die Warp-Sektion. Hier findet etwas statt, das Zynaptiq als Frequency Warping bezeichnt. Der Effekt ist laut Bedienungsanleitung einem Ringmodulator ähnlich und erzeugt metallische, nicht-harmonische Spektren. Allerdings gehen diese Sounds über das, was per Ringmodulation erreicht werden kann, hinaus.

Die Shift-Sektion kombiniert Pitch-Shift und Frequency-Shift, gefolgt von der Reverb-Sektion und schließlich der Blend-Sektion. Blend ersetzt das klassische Wet/Dry durch FX-Blend, welches eher einem Morphing-Effekt entspricht und das Eingangssignal graduell in das Effektsignal überführt. Dafür stehen zwei Morph-Modi zur Auswahl: Morph A erzeugt einen Hybridklang aus dem trockenen und dem Effektsignal und benutzt dabei die Eigenschaften des Effektsignals als Grundlage. Morph B hingegen nutzt die Eigenschaften des trockenen Eingangssignals als Basis für den Morphing-Effekt. Der X-Fade Parameter entspricht hingegen dem klassischen Dry/Wet-Regler anderer Effekt-Plug-ins.

Die Delay-Sektion verfügt über einige interessante Features: So verzögern positive Werte den Effekt, während negative Werte das trockene Signal verzögern. Auf diese Weise ist es möglich, den Effekt vor dem trockenen Signal erklingen zu lassen.

Erneut ist es die Fülle an seltsamen Parametern, die den Benutzer geradezu „erschlägt“. Ich empfehle das Durchhören der Presets mit verschiedenem Quellmaterial und das Spielen mit den Parametern, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Morph

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Zynaptiq Morph Plugin

Das Plug-in, das für den Benutzer noch am einfachsten auf Anhieb zu verstehen ist, ist Morph. Morph überführt ein Signal stufenlos in ein anderes Signal. Dafür nutzt Morph verschiedene Algorithmen, die sich auswählen lassen. So lassen sich zum Beispiel aus einem Flächen-Sound durch das Morphing mit einem Drum Loop „zerhackte“ Flächen erzeugen. Anders als bei der Nutzung eines Kompressors samt Sidechain, wird bei Morph aber nicht nur der Rhythmus des Loops auf die Quelle übertragen, sondern auch dessen tonale Qualität oder dessen Hüllkurve. Das führt zu ganz neuen Sounds. Auch die typischen Alien- und Roboterstimmen lassen sich erzeugen, die aber interessanter klingen als ein klassischer Vocoder-Effekt. Oder wie wäre es, aus zwei Instrumenten ein neues, bislang unerhörtes Instrument zu erzeugen? Auch das Überführen von zwei fertig gemischten Tracks von einem Track in einen anderen, zum Beispiel beim Szenenwechsel in einem Film oder bei einem Computerspiel, ist möglich.

Für das Einspielen zweier Signalquellen ist das Vorgehen je nach DAW unterschiedlich: Für AU, AAX und RTAS Hosts, die Side-Chains unterstützen, wird MORPH SC auf zwei Tracks angelegt. Der Ausgang des zweiten Tracks wird auf „No Output“ gesetzt und stattdessen Track 2 als Side-Chain Quelle für das MORPH SC Plug-in auf Track 1 ausgewählt. Nun kann man mit dem Morphing der beiden Sounds auf diesen beiden Tracks beginnen.

Bei allen anderen DAWs ohne Unterstützung von Side-Chains oder Multichannel-Bussen schleift man das MORPH Plug-in in einen Stereo-Kanal ein. Die beiden Source-Tracks mit den zu morphenden Signalen werden nun auf diesen Kanal geroutet und der erste Source-Track komplett nach links und der zweite Source-Track komplett nach rechts gepannt. Das war’s. Für Hosts, die zwar Mulichannel-Busse, aber keine Side-Chains unterstützen, gibt es einen weiteren Weg, der in der Anleitung beschrieben ist.

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Morph Algorithmen

Morph greift dabei auf die gleichen Technologien zurück, die bereits in Prosoniq sonicWORX und im Hartmann Neuron Synth zur Anwendung kamen. Es stehen fünf Algorithmen zur Auswahl:

Classic geht auf den Prosoniq Morphing-Algorithmus zurück, nutzt aber eine höhere Auflösung. Dieser Algorithmus eignet sich immer dann sehr gut, wenn es um die Klangfarbe geht, also für Klangtexturen in Ambient-Sounds zum Beispiel. Generell eignet sich der Algorithmus für alle Sounds, die über eine längere Sustain-Phase verfügen.

Interweave ist komplexer als Classic und überführt eine Fülle verschiedener Klangparameter des Ausgangsmaterials in das Morph-Signal. Daraus resultiert die recht hohe Latenz von 2.048 Samples.

Tight ist prima für Drums und Percussion geeignet oder für alle Signale mit starken Transienten. Die Latenz beträgt 512 Samples.

Die letzten zwei Algorithmen sind Low-Latency-Varianten von Classic und Interweave mit verringerter Auflösung. Die Latenz beträgt hier 512 Samples.

Zentrales Element von Morph ist das X/Y-Feld, mit dem sich zwei Parameter gleichzeitig steuern lassen. Erneut bietet es sich an, zwei Signalquellen mit Morph zu verbinden und dann zunächst mit den Presets und dem X/Y-Feld zu spielen.

Praxis und Klangbeispiele zum Zynaptiq Design Bundle

Ich gebe es zu: Ich habe selten eine so komplexe Software getestet. Während Morph bis auf das Routing selbsterklärend ist, sind die Parameter von Wormhole und Adaptiverb fremd und sie sind schwer in eine Beziehung zu dem zu bringen, was man von anderen zeitbasierten Plug-ins gewohnt ist. Man merkt auch, dass sich der Hersteller mit den Erklärungen in der Bedienungsanleitung schwertut und zu allerhand Allegorien greift. Am Ende hilft nur das Ausprobieren und das kommt vielleicht sogar der Arbeitsweise vieler Sound-Designer entgegen: Nicht immer wird gezielt nach einem Sound gesucht, sondern es werden Klänge erzeugt und interessante Texturen für die spätere Verwendung gespeichert und kategorisiert. Für das gezielte Design von Klängen empfinde ich die Plug-ins als zu komplex und die KI dahinter zu schwer zu durchschauen.

Ein guter Startpunkt sind die Presets. Spielt man dann mit den einzelnen Parametern, kommt man schnell zu erstaunlichen Ergebnissen, auch wenn diese meistens zufallsbasiert sind. Gut finde ich, dass sich die Plug-ins des Design-Bundles deutlich von allem unterscheiden, was die DAW in der Regel mitliefert, sodass sich nur wenige Schnittmengen ergeben. So bieten sie einen deutlichen Mehrwert.

Die ersten Klamgbeispiele befassen sich mit Adaptiverb. Das Klangbeispiel 1 besteht aus einem kurzen Piano-Lick, aus dem von Adaptiverb ein Pad erzeugt wird. Währenddessen spiele ich mit den Parametern.

Das zweite und dritte Klangbeispiel zeigt die Fähigkeit von Adaptiverb, sich an die Harmonik des Originalsignals anzupassen. Erneut wird eine Fläche erzeugt, diese folgt jedoch der Akkordfolge des Originals beziehungsweise bleibt ihre Textur stets harmonisch und wird nicht dissonant. Das dritte Klangbeispiel zeigt zudem die Möglichkeit, einen sehr langen Nachhall zu verwenden, ohne dass das Originalsignal zu sehr in den Hintergrund rutscht. Erneut ist der Nachhall eher wie eine Fläche, die hinter das Klavier gelegt wurde, dem Originalklang aber harmonisch folgt. Zum Vergleich zeigt Beispiel 4 die gleiche Pianosequenz mit einem Eventide Blackhole Reverb.

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Zynaptiq Design Bundle Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Die Klangbeispiele zum Wormhole Plug-in zeigen zunächst das Ursprungsmaterial und dann das bearbeitete Signal. Beispiel 5 demonstriert bereits einen der Ringmodulation ähnlichen Klang. Gleiches gilt für Beispiel 6, das aber schon tiefer in die Klangstruktur eingreift und diesen noch metallischer erscheinen lässt. Beispiel 7 hingegen erzeugt einen tiefen Drone-Sound. Beispiel 8 enthält erneut dasselbe Ursprungsmaterial, erschafft daraus aber eine Art Industrial-Loop. Auch Beispiel 9 erinnert etwas an das Geräusch einer Maschine. In den Beispielen 10 und 11 habe ich je einen Drum-Loop bearbeitet. In Beispiel 11 klingt dieser fast so, als hätte man die Samples rückwärts abgespielt.

Für das Klangbeispiel 12 zum Morph Plug-in habe ich zunächst einen Streicherteppich mit einem Drum-Loop kombiniert und die verschiedenen Parameter in Logic automatisiert. Man hört schön, wie sich die einzelnen Bestandteile der Sounds mal vermischen, mal neu kombiniert werden. Noch eindrucksvoller demonstriert das das Klangbeispiel 13, dieses Mal wurde ein E-Gitarren Riff mit dem Drum-Loop kombiniert.

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Fazit

Das Zynaptiq Design Bundle ist ein mächtiges Tool und für alle interessant, die aus einfachen Ausgangsklängen eine Fülle von neuem Klangmaterial kreieren wollen. Die drei Plug-ins Adaptiverb, Wormhole und Morph machen dabei aus jedem Material aufregende Klangtexturen. Adaptiverb ist aber auch als Produktionshall einsetzbar. Konkurrenz kommt von Eventide mit Produkten wie Blackhole, das ebenfalls schöne Effekttexturen zaubern kann.

Die Plug-ins sind sehr komplex und erfordern eine längere Einarbeitung. Doch schon das Spielen mit den Parametern macht Spaß und zaubert das eine oder andere Lächeln auf das Gesicht. Das Bundle kostet 499,- Euro und ist damit die günstigste Variante, die Plug-ins sind auf Wunsch aber auch einzeln erhältlich.

Plus

  • Klang
  • vielfältig für das Sound-Design einsetzbar
  • Bundle-Preis

Minus

  • sehr komplex

Preis

  • Bundle: 499,- Euro
  • Adaptiverb: 169,- Euro
  • Morph 2: 189,- Euro
  • Wormhole: 189,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ollo AHU

    Was mich beim Adaptiverb immer stört, dass man den Hall zwar mit dem Filter auf Noten festlegen kann und sogar mit den Snapshots zwischen verschiedenen Notensettings umschalten kann, es sich aber nicht per Midi steuern lässt. Das würde das Feature nochmal meilenweit interessanter machen, wenn man es direkt mit Midi spielen könnte.

    Morph2 hat mich immer schon sehr interessiert aber die Konkurrenz MMorph von melda war dann wesentlich günstiger und hat mehr Einstellungsmöglichkeiten. Wobei ich das durchaus immer noch sehr gerne hätte, weil es wohl nochmal anders klingt, aber weil ich schon was ähnliches habe, ist es mir einfach zu teuer für ein zweites Plugin in dieser Kategorie.

  2. Profilbild
    paolostylo

    Zynaptiq ist wirklich eine absolute Creativ-Firma.
    Die Plugins sind nicht günstig, machen aber Spaß und sind einfach anders als andere.
    Das einzige, was ich sehr schmerzlich vermisse,
    ist der Orange Vocoder für den PC als VST.
    Ich hatte ihn im August 2019 per Lizenzübetragung erworben, aber ich übersah völlig, dass er nur als AU-Version angeboten wird.
    Allerdings kündigte Zynaptiq seinerzeit schon an, dass der (neue!) Orange Vocoder IV bald kommen würde.
    Also fragte ich im gleichen Monat nach und bekam die Antwort,
    dass man „mit Volldampf“ dran sei… Yes!! Vorfreude kam auf. :-)
    Ein Jahr später fragte ich erneut und erhielt die Aussage, man sei „weiterhin dran“ und „der kommt noch!“.
    Ich hab‘ den Orange Vocoder dann erst im Januar 2022 (!) mal wieder in einer Mail erwähnt, weil ich Fragen zu Subspace hatte.
    Diesbezüglich kam leider keine Antwort mehr.
    Seit meiner ersten Anfrage sind nun fast 4 (!) Jahre vergangen und mittlerweile hat man auch alle Texte bezüglich des Orange Vocoder IV und dessen Ankündigung auf deren Homepage entfernt.
    Schade…

  3. Profilbild
    harrymudd AHU

    Erwähnenswert ist noch das nachträgliche Upgrade auf das Bundle, wenn man schon 1 oder 2 Plugins besitzt.

  4. Profilbild
    matty menck

    Zynaptiq kreiert tatsächlich super interessante Tools und ist mit einigen Konzepten bereits seit Jahren am Markt, welche erst jetzt auch von anderen Herstellern aufgegriffen werden. So kann man hier wirklich von einer innovativen Vorreiter Company sprechen.
    Adaptiverb, Unfilter und der neue Orange Vocoder sind mächtige Tools, welche ich gern nutze.
    Weiter so !

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