Test: EastWest PRODrummer, Composer Cloud, Soundlibrary

6. Oktober 2015

Der ProDrummer aus der Konserve

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Wolkig, mit Aussicht auf… Beats!

 

Für den Test des EastWest PRODrummer hab ich lange rumüberlegt an der Überschrift. Ihr kommt gleich drauf, wie ich das meine ;o)

Also: EastWest ist wieder da! Nach Abschluss der Hollywood-Serie, die auf reine Orchesterinstrumente spezialisiert ist, heißt nun das neue Flaggschiff „PRODrummer“. Das sich dieses Mal auf pures Schlagzeug konzentriert.

doug-rogers

Produziert von Doug Rogers (Im Bild) und den beiden Weltklasse-Toningenieuren Joe Ciccarelli und Spike Stent. Zusammen liest sich deren Creditliste wie ein Grammy-Klassentreffen der letzten Dekaden. Wie immer kamen hier die Besten der Besten zusammen.

Schlagzeuger Matt Chamberlain (Pearl Jam, Bruce Springsteen, Peter Gabriel etc.) rundet diese Produktion mit seiner Performance ab.

Das Ergebnis:

Die beiden EastWest PRODrummer-Librarys kommen mit unglaublichen 100GB (60+40GB) daher. Zudem hat EastWest eine eigene „Composer-Cloud“ ins Leben gerufen. Neben den weiterhin üblichen Download-Versionen, kann man hier ein Abonnement abschließen, und hat jederzeit und überall alle EastWest-Produkte zur Verfügung. Das Backup-Problem wird somit langsam zur Vergangenheit.

Ich teste hier beide Volumes, (auf Cubase Pro 8.0.20, Win7/64Bit) die mir in Verbindung mit der Composer-Cloud von EastWest zur Verfügung gestellt wurden. Installation Center downloaden/starten. Dann wird die Play Engine auf evtl. Updates geprüft. Ist diese Vorarbeit geleistet, startet man mit einem Klick auf das Library-Icon seiner Wahl den Download.

Nach dem Download, wird die Library in der Play-Engine mit einem Rechtsklick angewählt und aktiviert. Schon erscheinen in gewohnter Optik alle verfügbaren Folder. In diesem Fall heißen diese Folder nachvollziehbar „Kits“.

GUI:

PD Spike Spent Kits

Das Interface (GUI) ist, wie immer bei EastWest, intuitiv und sehr übersichtlich zu bedienen. Bei PD gibt es zwei bzw. drei Ebenen. Die erste ist die Browser-Ebene. Hier sieht und wählt man sein Kit aus der gesamten Palette der Librarys. Die zweite ist die Player-Ebene.

PD Kit Screen

Diese wiederum unterteilt sich in „Grooves“ und „Drums“. Selbsterklärend, allerdings mit sehr komfortablen Optionen. Aktiviert man „Drums“, erscheinen Felder um das Set (siehe Bild). Hier kann man, je nach geladenem Kit, verschiedene Anspielweisen wählen (z.B. mit Brush statt mit Sticks). Praktisch, da man nicht erst zurück muss in den Browser, um eine Besenversion der Snare zu suchen.

Rechts neben „Drums“ befindet der Button für „Velocity Process“. Eine weitere Möglichkeit, in den Sound vor dem Mix einzugreifen. Ausgeschaltet hört man das neutral aufgenommene Sample. Eingeschaltet und ein bisschen rumgedreht, wird der Sound gleich satter und lauter, sofern man das will. „Velocity Graphic“ gibt bei den Aktionen optische Hilfe im Frequenzbereich.

Kommen wir nun zu der Ebene mit den „Grooves“.

PD Spike Spent Grooves

Einschüchternd. 14.000 MIDI Drum Grooves bietet der EastWest PRODrummer. Es ist eine immense Latte an Stilistiken und Möglichkeiten. Als Liste sieht es aus wie ein Regenwald. Um die Übersicht nicht zu verlieren, kann/sollte man eine Vorabwahl treffen. Hierzu gibt es die Bereiche „Genre“, Subgenre“, „Style“, „Type“ und „Time Signature“. Diese Vorwahl lichtet den Wald ordentlich aus, erspart einem stundenlanges Skippen und Suchen. Denn nach einer Stunde Sucherei vergas ich schon mal, warum ich überhaupt an dem Tag ins Studio ging. Gute Unterstützung für unseren Workflow.

„Sync to host“ aktivieren, Groove doppelklicken oder per Drag & Drop, Play drücken im Host. In der Timeline unten sieht man das eingefügte MIDI-Event. Hier kann man die Länge variieren und nach seinem Gusto zusätzliche, verschiedene Bausteine des Grooves einfügen. Auch hier ist die Programmierung an die Denkweise eines Drummers angelegt. Von Intro, Bridge, Chorus bis hin zu Outro ist alles dabei, was man benötigt. Hat man sich seine Bausteine zusammengelegt, kann man diese MIDI-Events einfach auf eine MIDI-Spur im Projekt reinziehen oder als MIDI-Song exportieren. Was mir an den MIDI-Files auffällt, ist die Humanfeel-Programmierung. Es ist nur annäherungsweise quantisiert, wenn überhaupt. Ich denke, dass die Grooves live gespielt und angetriggert wurden. Daher klingen die Grooves auch sehr realistisch und homogen.

Diese MIDI-Daten lassen sich praktischerweise mit alternativen Sounds ersetzen oder man bleibt auf ProDrummer und arrangiert den Groove individuell für seinen Song um. Besser geht’s nicht. Denn es gibt nichts Nervigeres als einen Audioloop, der zwar über MIDI angesteuert wird, aber aussieht wie ein Güterwaggon über acht Takte, bei dem man weder sieht, was er genau und wann tut und zudem bei jedem Stop immer wieder von vorne beginnt, egal wo man sich im Projekt befindet. Hier hilft zwar eine Umwandlung in Audio, aber was, wenn ich noch einen Break, Fill etc. passend auf das Arrangement phrasieren muss?

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    changeling  AHU

    Das erste Demofile ist aber arg verhallt. Schwer sich darüber ein Urteil zu bilden, der Rest klingt mir zu Elektronik-lastig. Die Dynamik kommt insgesamt zu kurz, sowas bekommt man mit jedem 08/15 Rompler hin, gerade die lebendigere Dynamik macht ja diese GB-Gräber aus.

    • Profilbild
      Selcuk Torun  AHU

      So arg verhallt ist das nicht. Das täuscht wegen der sehr langen Ridebecken-Figur, die durchgeht. Folge dem Link des Herstellers. Dort hörst du auf der Demoseite genug andere Tracks. Prinzipiell hat das ganze hier nichts mit Elektronik zu tun. Und für die Dynamik sorgt letztlich deine eigene Programmierung. Die Librarie ist astrein aufgenommen!

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