Test: ESI, Phonorama, USB Phono-Interface

Die Installation des Interfaces funktioniert denkbar einfach. Passende Treiber liegen sowohl für Windows XP als auch Windows 7 vor. Alle Apple User schließen einfach nur das Phonorama an, und der Mac (mit OSX ab 10.5) erkennt das neue Gerät ohne Meckern. Auf der beiliegenden DVD befindet sich auch ein kleines Control Panel Programm, mit dem man die wichtigsten Funktionen des Phonorama fernsteuern kann. Der linke Fader bestimmt den Eingangspegel des aktiven Inputs, wahlweise kann dieser entweder stereo arbeiten oder aber mono für jeden separaten Kanal. Abhängig von der Aufnahmequelle lässt sich der Input auf Line, MC oder MM einstellen. Line bedeutet in diesem Fall, dass kein Plattenspieler angeschlossen ist, sondern eben ein Gerät mit Line-Ausgangspegeln wie Kassettendeck oder ähnliches. MC und MM stehen für Moving Coil bzw. Moving Magnet. Beides sind unterschiedliche Bauformen von Plattenspielern. Ohne ins Detail gehen zu wollen, sei an dieser Stelle nur gesagt, dass bei Moving Coil Geräten die Abtastnadel fest mit den Spulen verbunden sind. Im Gegensatz dazu, sind Moving Magnet Plattenspieler so gebaut, dass die Abtastnadel hier mit den Magneten fest verbunden ist. Die Spulen sind hierbei fest im Tonabnehmer-Gehäuse montiert. Je nach vorhandenem Plattenspieler muss man hier also die entsprechende Art des Plattenspielers einstellen.

Der Output-Bereich erklärt sich aufgrund des einzelnen Faders von selbst. Oberhalb der beiden Fader lässt sich noch einstellen, ob denn das Aufnahmesignal der Inputs direkt mitgehört werden soll, d.h. dieses liegt bei aktiviertem Schalter direkt am Ausgang wieder an. Das Phonorama arbeitet wahlweise mit 44,1 kHz oder 48 kHz.

Control Panel

Control Panel

Die Aufnahme- und Wiedergabequalität des Phonorama ist gut, allerdings merkt man dem Interface durchaus an, dass es nicht in die höchste Qualitätsstufe gehört. Die Phonoaufnahmen von einem Schallplattenspieler sind sehr gelungen, aber insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Originalaufnahmen etwas dynamischer sind als nach der Wandlung. Als Vergleichsgerät für Line Aufnahmen und Wiedergabe habe ich ein Saffire Pro 40 genommen, und die Aufnahmen des Saffires besaßen hier eine deutlich höhere Qualität. Der Klang war sowohl bei Aufnahme als auch Wiedergabe viel höhenpräsenter und druckreicher. Insgesamt einfach etwas flach. Grade musikalische Details, die im Mix nicht super präsent sind aber dennoch auf guten Monitoren und Aufnahmen zu hören sind, gingen beim Phonorama leider unter.

Allerdings muss man hier natürlich auf dem Boden der Tatsachen bleiben, denn das Phonorama wird von ESI nicht als High-End Interface vertrieben, sondern als Teil der Unterhaltungselektronik. Ziel sind also Kunden, die alte Aufnahmen besitzen und diese in Zukunft auch auf dem MP3-Player unterwegs hören wollen oder einfach für die Zukunft abgespeichert sein sollen. Und in diesem Bereich zählen ja bekanntlich nicht die Qualitätsmerkmale eines audiophilen Hörers, der auch gerne mal Tausend oder mehr Euro für seine HiFi-Anlage hinlegt. Außerdem bekommt man das Interface bereits für unter 100 Euro, das oben genannte Saffire ist rund vier Mal so teuer. Bezieht man den Preis mit in die Bewertung ein und sieht den Markt der Unterhaltungselektronik als Zielbereich, schlägt sich das Phonorama wirklich erstaunlich gut. Für unter 100 Euro ist das ein richtig gutes Teil.

Rückseite

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Forum
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    a.e.neumann  

    BIAS Sound Saver Express? Bleiben wir doch, wie Sie schreiben, auf dem „boden der tatsachen“: BIAS gibt es nicht mehr. Demnach auch die vollversion nicht mehr. Die SW-zugabe ist eine sackgasse. Ahnungslose käufer stossen bei der suche der BIAS-website auf das berüchtigte „404“. Wie lange hat dieser testbericht eigentlich schon auf eis gelegen?

    Ausserdem: In genau dieser preiskategorie gibt es einige phono-preamps mit ADC, bei denen zumindest der phono-part viel fürs geld bietet: so von Rega, NAD oder Pro-Ject. Diese bieten zumindest die möglichkeit einer weiteren, adäquaten nutzung als phono-preamp, wenn die qualität des wandlers sich als unzureichend erwiesen hat. Denn, hand aufs herz, gerade beim digitalisieren sind 16 bit nicht mehr zeitgemäss. Wer nach wie vor unbedingt Red Book hören will, möchte doch zumindest 24 bit / 88.2 kHz digitalisieren, nachbearbeiten und mit einem ordentlichen noise-shaping dither auf 16 bit / 44.1 kHz downsamplen.

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      sat-ing

      Hi,

      Du scheinst den Artikel nicht richtig gelesen zu haben, die 16-bit beziehne sich lediglich auf die Bias Sound Saver Express Version das ESI Phonorama hat 24-bit A/D und D/A Wandler.

      Ich habe mich in der letzten Zeit sehr viel mit USB Phono Vorverstärker beschäftigt, so weiß ich, dass die von Dir erwähnten Rega (Fono mini) oder NAD (PP 3 Digital) Phono Vorverstärker so grade mal 30-40% mehr das ESI Gerät (Straße 79,00) kosten. In den günstigen mit dem ESI Phonorama vergleichbaren Pro-Ject Geräten und im Rega Fono mini sind sogar nur 16-bit A/D Wandler verbaut.

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    microbug  

    Moving Coil und Moving Magnet sind keine Merkmale des Plattenspielers, sondern von dessen verbautem Tonabnehmersystem, und das ist bei fast allen Geräten wechselbar – bitte im Text oben korrigieren, das sorgt nur für Verwirrung sonst.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Guter Testbericht! Da dort aber auch erwähnt wurde, das klanglich, noch oben hin, viel Luft ist, frage ich mich nun, welches Interface besser wäre. Da ich beabsichtige, alle meine Vinyle zu digitalisieren, um sie in Traktor nutzen zu können, würde mich eine Antwort brennend interessieren. Irgendwelche Ideen?

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