Test: Harley Benton HBL400CS, E-Gitarre

27. September 2004

Günstige Elektrische

Unter der Eigenmarke Harley Benton bringt der Musikalienhändler Thomann nun schon seit einigen Jahren erfolgreich preisgünstige Gitarren auf den Markt. Vom Geheimtipp avancierten die Fernostprodukte rasch zum Verkaufsschlager, was nicht zuletzt den kleinen Preisen bei angemessener Qualität zuzuschreiben ist. Die ohne Zwischenhandel direkt aus Korea importierten Instrumente richten sich aufgrund der attraktiven Preisgestaltung vornehmlich an Einsteiger und Hobby-Gitarristen. Auch Musiker, die sich lieber für wenig Geld eine größere Vielfalt an Gitarren zulegen möchten, kommen bei Harley Benton auf ihre Kosten. Doch auch kleines Geld will gut angelegt sein, schließlich soll das gute Stück ja auch den Ohren wohltun und dabei möglichst lange halten. Lohnt es sich also überhaupt, eine HBL400CS sein Eigen zu nennen?

-- Harley Benton HBL400CS --

— Harley Benton HBL400CS —

Facts & Features
Unter dem Motto: „Besser gut kopiert, als schlecht kreiert“ geht die HBL400CS an den Start. Schon auf den ersten Blick kann sie nicht verleugnen, welche bekannte Gitarre beim Design Pate stand. Die äußerliche Ähnlichkeit zur Gibson Les Paul Standard ist so frappierend, dass man auf drei Meter Entfernung schon nicht mehr ganz sicher sein kann, welche der Kandidatinnen man vor sich stehen hat. Abgesehen von Unterschieden im Detail gibt lediglich der Schriftzug auf der Kopfplatte Auskunft über den tatsächlichen Erbauer.

In der Evergreen-Farbe Cherry Sunburst präsentiert sich der Korpus aus Erle, an den sich der geschraubte Hals aus Ahorn anschließt, gekrönt von einem Griffbrett aus Palisander. Die Hardware glänzt durch makellose Verchromung, der man die fernöstliche Herkunft nicht ansieht. Alle 22 Bünde lassen sich durch den Cutaway bequem erreichen, Sattelbreite und Mensur liegen mit 44mm respektive 630mm im angenehmen Mittelfeld.

-- Bridge der Harley Benton --

— Bridge der Harley Benton —

Die Pickups sind als Humbucker ausgeführt, ihr Hersteller ist nicht näher definiert. Jedes der zwei Pickups besitzt einen eigenen Volume- und Treble-Regler, womit man nach Adam Riese auf die vier vorhandenen Plastik-Drehknöpfe kommt. Zwischen Hals- und Stegpickup kann durch einen Kipphebel umgeschaltet werden.

Leider bringt die HBL400CS kein eigenes Case mit, was angesichts des Preises jedoch nicht verwundert. Der Lieferumfang beschränkt sich auf einen Inbusschlüssel, selbst auf eine Bedienungsanleitung wird in der Hoffnung auf einen gebildeten Kundenkreis verzichtet.

-- Griffbrett --

— Griffbrett —


Praxisteil

Gewichtig wie das Original, wenn auch fast noch ein wenig schwerer, liegt die Harley Benton angenehm in der Hand – wer schon einmal eine Les Paul in der Hand hatte, fühlt sich sofort zu Hause. Ohne Gurt neigt die HBL400CS allerdings zur Korpuslastigkeit, was bei längeren Sessions durchaus unangenehm werden kann. Da man ohne den Trageriemen ohnehin nicht auf die Bühne kann, schreibt man ihn am Besten gleich mit auf die Einkaufsliste.

Das Finish ist ebenmäßig und sorgfältig aufgetragen – dem kühlen Charme einer Massengitarre zum Trotz, kann man dem Aussehen der Harley Benton seine Eleganz nicht absprechen. Die deutlich günstigere Materialauswahl der Inlays und des Pickguards sieht man dem Instrument (zumindest auf die ersten Blicke) nicht an. Doch was zählt, sind bekanntlich nicht nur die Äußerlichkeiten, sondern vor allem die inneren Werte. Womit wir sogleich beim Thema wären…

Den „Hands-On“-Test übersteht die Gitarre mit Bravour, ohne Beanstandungen gehen alle konventionellen Spieltechniken gut von der Hand. Alles in allem kann man dem Instrument eine gute Performance bescheinigen, es spielt sich gutmütig und wirkt dabei solide. Die Bünde sind angenehm bespielbar und präzise verarbeitet, überhaupt erforderte das Auslieferungs-Setup überraschend wenig Nachbesserung.

Klangbeispiele
Forum
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    hallo,

    ich habe euren testbericht über die harley benton les paul aufmerksam gelesen.
    leider fehlt mir ein bischen,dass ihr nicht auf die charakteristik des trockenklangs (also ohne verstärkung)der gitarre eingegangen seid. das die pickups ein bischen dumpf klingen ist ja nicht so schlimm,aber ich weíß jetzt nicht,ob ein neuer satz pickups das problem behebt oder der grundcharakter der gitarre schon von natur aus so dumpf ist, daß eine veränderung der pickupbestückung dann auch nix mehr bringen würde.

    ansonsten:schön, dass es den testbericht gibt..

    gruß ollie,hamburg

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    wirklich eine sehr schöne gitarre. und ertst der preis !!! am sound kann man wirklich noch was machen (neue humbucker reichen bestimmt) aber für einen anfänger die perfekte gitarre.

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    Hallo! Ich habe hier einen sehr interessanten Link, der Autor befasst sich mit unter anderem Tonabnehmer http://www.....ronik.html
    Dort kann man z.B. auch nachlesen, wie man den Klangcharakter einer E-Gitarre ändern kann, ohne gleich neue Tonabnehmer einzubauen (was angeblich allzu oft gar keinen großen klanglichen Unterschied bringt).
    MfG Moritz

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    Hallo, habe ebenfalls eine 400 cs. Klasse Rock-Sound aber auch für Blues sehr gut geeignet. Weniger für Funk oder Country.Meiner Meinung nach klingen die Pickups gar nicht so dumpf. Könnte vielleicht auch an Eurem Verstärker liegen. Ich spiele einen Hughes & Kettner Tube 50.Die Gitarre ist auch sehr zuverlässig, stimmstabil und nebengeräuscharm, für meine Belange jedenfalls ein super Teil,
    Gruß Eric

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    Hi alle zusammen!
    ich will mir auch eine Harley Benton HBS200 E-Gitarre kaufen aber ich weiß jetzt nicht wie die quali ist. stimmt sie sich leicht ein? brauch ne antwor ob es sich lohnt die zu kaufen. bitte!

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    Hallo wegma, habe gerade das günstigste HBS 200BC Set also Gitarre, Übungsamp, Kabel, Gurt, Tasche, 5 Plektren für 99 Euro gekauft. Der erste Eindruck: Tolle Optik. Der Nachteil bei dieser Gitarre ist der geschraubte Hals!! Bei meiner Gitarre ist er verrutscht, (auf dem Transportweg?) weil die Aufnahme im Korpus zu breit gefräst ist. Mit etwas kräftigem Biegen in die richtige Richtung habe ich das zwar wieder hinbekommen und dann die Befestigungsschrauben noch mal nachgezogen, allerdings besteht die Gefahr das sich der Hals aufgrund der fehlenden Führung im Korpus wieder in der Aufnahme dreht. Ansonsten ist die Hardware wie Mechaniken, Brücke, Sattel, wohl die selbe wie bei der oben beschriebenen HBL400 und fällt für den Preis erstaunlich gut aus. Also optisch Top, mechanisch sollte man Glück haben oder einen kennen der sich mit Gitarren auskennt um solche elementaren Mängel nachhaltig zu beseitigen. Sprich den Hals einleimen o.ä. Mfg. Christian

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    Ich habe heute auch meine Harey Benton bekommen. Ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden. Verarbeitung ist soweit gut leider ist mi beim Stimmen die kleine e Saite gerissen. Gleich ins Musikgeschäft und ein Satz 11er Elixir Saiten gekauft. Jetzt sind auch super Saiten drauf und klingen tut sie wirklich gut. Für den Preis echt top!!!

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    Ich habe mir die HBL400CS eigentlich nur als Deko gekauft und an die Wand gehängt, wo sie sich auch optisch sehr gut macht! Natürlich hab ich erstmal die Saiten gestimmt und ein bischen über meinen Roland Cube 30 Verstärker angespielt. Die Höhen klingen für den Preis schon ziemlich gut, nur an den Power-Riffs habe ich dann doch deutliche Unterschiede im Gegensatz zu meiner Ibanez gemerkt aber im Großen und Ganzen is das Presi- Leistungsverhältnis in Ordnung und die Verarbeitung is auch ganz passabel. Für den Anfang sicherlich ganz ok aber wer wirklich spielen möchte, sollte dann doch eher auf richtige Qualität setzen, denn je mehr man ausgibt, desto besser ist der Sound und desto mehr Spaß hat man am Spielen!

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