Test: JBL PRX412M Passivbox & PRX418S passiver Subwoofer

1. November 2020

Dauerbrenner seit 6 Jahren

Die passiven JBL PRX412M & PRX418S Subwoofer

Wie könnte ein komplettes Set aussehen, inklusive Endstufen?

Diese PA-Anlage erfüllt professionelle Ansprüche. Die Rede ist von zwei JBL Passivlautsprechern aus der professionellen PRX400-Serie, die nun bereits seit 6 Jahren am Markt sind und in Kombination mit zwei leistungsstarken Crown Endstufen getestet werden.

Mitwirkende: PRX412M Fullrangeboxen, PRX418S Subwoofer und die beiden Leistungslieferanten Crown XTi 2002 und Crown XTi 4002. Für den Griff ins Portemonnaie mal schnell überschlagen macht die Anschaffung dieser Komponenten rund 3.500 Euro. Dazu kommen noch zwei Distanzstangen und ein paar gute Kabel für Pi mal Daumen 250 Euro und schwuppdiwupp sind wir bei ca. 3.800 Euro Straßenpreis – und das ohne Endstufen-Case. Ne ordentliche Stange Geld wird man jetzt sagen, aber lohnt sich diese Investition? Um die knisternde Spannung und das unerträgliche Warten auf die Antwort zu beenden: ja, auf jeden Fall!

Doch halten wir den Ball etwas flacher und reden wir bei diesem Test nur von den Lautsprecherboxen, die inzwischen echte Klassiker sind. Ursprünglich waren sie deutlich kostspieliger, kosten heute aber nur noch ca. 2.000,- Euro. Um die Anlage mit adäquaten Endstufen zu testen, hat mir Audio Pro Heilbronn die besagten Crown Endstufen mitgeschickt. Sie werden hier nicht getestet!

Die Verstärker der XTi 2 Serie haben digitale Signalprozessoren zur Klangoptimierung und neben vielen anderen nützlichen Ausstattungsdetails unter anderem auch eingebaute Frequenzweichen. So versorgt bei diesem Test die XTi 4002 die beiden 8 Ohm Subwoofer mit 2x 650 Watt, während die 8 Ohm Top-Teile an die XTi 2002 angeschlossen sind und mit 2x 475 Watt auch ordentlich Leistung bekommen. Zusammen mit JBL Professional gehört Crown Audio zur Harman Group. Deshalb haben die XTi 2 Endstufen schon passende Presets für den Anschluss der PRX400-Lautsprecher.

So viel zur Vorrede, kommen wir jetzt zu den eigentlichen Helden.

Fullrange Box, auch als Monitor einsetzbar

Die PRX412M ist eine passive Zweiweg-Bassreflexbox mit 12-Zoll Tieftöner und 1-Zoll Kompressionstreiber. Sie ist als Fullrangebox konzipiert und kann durch das asymmetrische Gehäuse auch als Bodenmonitor eingesetzt werden. Bei diesem Test dienen die beiden PRX412M als Satelliten auf den PRX418S Subwoofern. Der Frequenzgang (-10 dB) beträgt 50 Hz bis 20 kHz, die Frequenzweiche trennt bei 2 kHz. Mit 90º x 50º hat das Horn ein gutmütiges Abstrahlverhalten. Als Leistungsangaben spricht JBL von 300 W (Continuous), 600 W (Program) und 1200 W (Peak). Die Empfindlichkeit (1 w @ 1 m) ist mit 95 dB SPL angegeben.

Das Gehäuse aus 18 mm Birkensperrholz ist mit einer Oberfläche versehen, die JBL DuraFlex-Finish nennt – der Name sagt bereits alles aus. Mit 16 kg lässt sich die 574 x 353 x 399 mm (H x B x T) große Box gut tragen. Dafür gibt es eine große, ergonomisch geformte Griffschale. Zwölf M10 Flugpunkte sind ebenso vorhanden wie kleine Boxenfüße an den entsprechenden Seiten, die die Oberfläche wenige Millimeter vom Boden weghalten. Für die Hochständer- oder Distanzstangenmontage sind gleich zwei 35 mm Flansche vorgesehen. Einer hält die Box wie üblich senkrecht, der andere bietet eine 10º Neigung, sodass die Box nach vorn in Richtung Publikum gekippt ist. Leider gibt es an den Flanschen keine Feststeller, sodass sich die Box zumindest bei senkrechter Stellung unter Umständen auf dem Stativ verdrehen könnte.

Das an den Rändern abgeschrägte Frontgitter macht einen stabilen Eindruck und bietet den T

reibern guten Schutz. So kann der Lautsprecher sogar als Fußstütze dienen (oft gesehen, aber keine Empfehlung der Redaktion!). Besonders dann, wenn er im Monitorbetrieb auf dem Boden liegt. Der Monitorwinkel ist recht steil und die PRX412M bietet sich bei derartigem Einsatz für die Nahbeschallung an. Auf der Rückseite sitzen in einer Vertiefung zwei Neutrik Speakon-Buchsen zum Anschließen und Durchschleifen.

Subwoofer mit Satellit

Der PRX418S Subwoofer (Bassreflex) ähnelt vom Design mit seinem abgeschrägten Frontgitter dem Topteil. So bildet diese Kombination mit Subwoofer und Satellit auch optisch eine ansprechende Einheit. Der Frequenzgang (-10 dB) der passiven Tieftonbox beträgt 35 Hz bis 250 Hz. Wie die Treiber beim Satelliten kommt natürlich auch der Basslautsprecher aus eigener JBL-Fertigung. Es ist ein großer 18-Zoll Treiber, der entsprechende Leistung bringt: 800 W (Continuous), 1600 W (Program), 3200 W (Peak). Die Empfindlichkeit (1w @ 1m) beträgt 95 dB SPL. Das Gehäuse mit seinen Abmessungen von 678 x 536 x 615 mm (H x B x T) ist durchaus als kompakt zu bezeichnen. Immerhin braucht der 18-Zoll Basslautsprecher eine Mindestfläche, um eingebaut werden zu können. Bei Ansicht der Box ohne Schutzgitter ist gut zu erkennen, dass JBL hier keinen Platz verschenkt.

Das Gehäuse aus 18 mm Birkensperrholz mit DuraFlex-Beschichtung bringt 36 kg auf die Waage. Zum Tragen gibt es zwei große Griffschalen, die ebenfalls ergonomisch gut geformt sind (identisch mit Topteil). Auf der Oberseite sitzt die Fassung mit 10 mm Gewinde für die Distanzstange. Die Anschlüsse sitzen vertieft auf der Rückseite. Es sind zwei Neutrik Speakon-Buchsen.

Aktiv oder Passiv, Endstufe oder Powermixer?

Letztendlich ist es eine Frage des Geschmacks, ob man eine Aktivanlage bevorzugt oder die Anlage passiv fahren möchte. Letztere braucht neben den Lautsprecherboxen natürlich die passende Verstärkung. Was bringt ein luxuriös ausgestattetes Auto, wenn der Motor nicht ausreicht und kein Fahrspaß aufkommt? Beim Betrieb der JBL-Passivlautsprecher hat man in unserem Beispiel mit zwei Topteilen und zwei Subwoofern direkt mehrere Optionen, zum Beispiel:

  • Powermixer
  • Endstufe in Kombination mit Frequenzweiche oder Lautsprecher Management-System
  • verschiedene Endstufen mit eingebauten Frequenzweichen (hier eingesetzt)

Letztendlich sollte die Qualitätskette stimmig sein. Und dazu gehören (Hand aufs Herz) auch noch die passenden Lautsprecherkabel.

Audiotest mit Crown Endstufen

Nun komme ich in den Genuss, die neuen JBL-Lautsprecher mit den bereits erwähnten Crown Endstufen zu testen. Durch die Voreinstellungen in den Endstufen (Subwoofer und Topteile getrennt) ist das Anschlussprozedere eine Kleinigkeit. Stecker rein, Presets auswählen, fertig.

Die Tunings für die Crown XTi-Endstufen können übrigens als „Crown_XTi2_PRX400_series.zip“ von der jblpro.com Website heruntergeladen werden. In diesem Paket sind zahlreiche Presets enthalten, beispielsweise Fullrange, Subwoofer, Subwoofer Bridged, Monitor oder Highpass Filter.

Audiotest mit CD-Beschallung

Draußen ist es grau in grau. Vielleicht bin ich deshalb etwas nostalgisch aufgelegt. So krame ich ein paar alte CDs hervor.

Der erste Silberling dreht sich im CD Player. Es ist der Titel „Mensch“ von Herbert Grönemeyer. Neben Herbies unverwechselbarer Stimme ist dieses Arrangement in den Bässen offen und akzentuiert gehalten und bekommt seinen Drive durch betonte Gitarrenphrasen. Was aus den Boxen kommt ist überwältigend. Der Klang ist unglaublich transparent und klar, mit abgrundtiefen Bässen. Es macht richtig Spaß, mal wieder diesen „Oldie“ zu hören.

Als nächste ist Annett Louisan beim Vorsingen an der Reihe. Jawoll, Annett Louisan! Ihr Titel heißt „Das Spiel“. Eine intime Gesangstimme, untermalt mit feinen Klavier- und Gitarrenklängen, macht auch hier die Qualität der JBL-Boxen und die gute Zusammenarbeit mit den beiden Crown Endstufen deutlich. Die Stimme ist hautnah, fast gehaucht, und setzt sich im Klangbild sehr gut durch.

Kann auch als Monitor verwendet werden

Jetzt bekommt Stefanie Kloß von Silbermond das Mikrofon. Der bekannte Song „Durch die Nacht“ ist in der Strophe recht verhalten gespielt. Als Kontrast dazu geht es beim Refrain richtig zur Sache. Ein kleines „Gitarren- und Bassfeuerwerk“ macht sich breit, um in der Strophe wieder heruntergefahren zu werden. Der Sound steht wie eine Eins!

Die abwechslungsreichen Klänge von Klaus Doldinger bei der Titelmusik zu dem Film „Das Boot“ machen die Bandbreite des klanglichen Spektrums von Subwoofern und Satelliten deutlich. Die Unterwasseratmosphäre am Anfang des Titels wirkt schon fast bedrückend und ruft bei mir sofort die Bilder aus dem bekannten Wolfgang Petersen Film hervor.

Diese Anlagen-Kombination klingt richtig gut – und bei den Leistungswerten der angeschlossenen Endstufen brauchen wir über Lautstärkereserven ohnehin an dieser Stelle nicht diskutieren.

Fazit

„Not A Toy“ lautet schlicht und ergreifend meine Zusammenfassung. Die JBL-Boxen PRX412M als Topteile in Kombination mit den PRX418S Subwoofern bieten erstklassigen Sound für professionellen Anspruch. Die Verarbeitung ist erstklassig. Zudem ist JBL keine unbekannte Marke und schafft Markenvertrauen. In Monitorposition ist der Abstrahlwinkel der PRX412M recht steil, was für den Einsatz im Nahbereich spricht. Der Anschaffungspreis der vier getesteten Kandidaten steht im Verhältnis zur Qualität der Lautsprecherboxen. Durch Produktion der Boxen in Mexiko wird der Endpreis erträglich gehalten. Zu beachten ist, dass passende Verstärkung und Frequenzweichen ebenfalls zu Buche schlagen – und vor allem auf identischem Qualitätsniveau liegen sollten.

Plus

  • Sound (Gesamtsystem)
  • Leistungsdaten
  • Verarbeitung
  • PRX412M zwei Winkel möglich (Hochständer)
  • PRX418S Gewinde für Distanzstange

Minus

  • PRX412M kein Feststeller (Flansch)

Preis

  • JBL PRX412M: 427,- Euro
  • JBL PRX418S: 584,- Euro
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