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Test: KEELEY KATANA Clean Boost Custom Black Special Edition, Effektpedal

Test: KEELEY KATANA Clean Boost Custom Black Special Edition, Effektpedal

19. Dezember 2021

Die große weite Welt der Effektpedale wächst und wächst und man sieht kein Ende. Sich in dieser unglaublich vielfältigen Umgebung für etwas zu entscheiden, fällt vielen oft schwer. Es wird diskutiert und verglichen. Ob das neueste Distortion-Pedal, alle möglichen Boutique-Amps oder das hippeste Crystal-Delay, es gibt immer etwas zu testen und zum gepflegten „Rum-nerden“. Ein etwas am Rande des Gesprächs sich befindendes Thema sind die Booster-Pedale. Oft unterschätzt, können sie dennoch einen großen Einfluss auf den Sound haben. Ob als „extra Gain“ Pedal vor dem Input des Preamps oder als „zweite“ Sololautstärke zwischen Pre- und Poweramp im FX-Loop, der Booster bleibt ein absolut sinnvoller und nützlicher Gefährte auf jedem Pedalboard. Heute haben wir uns den KATANA Clean Boost von KEELEY ELECTRONICS geschnappt und auf den Prüfstand gestellt.

 

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KATANA Clean Boost_front

Unboxing: KEELEY KATANA, Clean Boost Effektpedal

Geliefert wird das Pedal im klassischen Pappkarton mit beigelegten zweisprachigen (deu/eng), kurzen Bedienungsanleitungen, Firmenaufkleber, Warnhinweisen, Garantiekarte sowie aufklebbaren Plastikfüßen (falls man kein Velcro oder ähnliches nutzen möchte). Beim KEELEY KATANA Clean Boost Custom Black Special Edition handelt es sich übrigens um eine weltweit auf 200 Stück limitierte Sonderedition. Diese wird wohl nicht lange verfügbar sein. Schnell testen sollte sich demnach lohnen! Der nächste Ausflug zum Musikgeschäft deines Vertrauens ist bestimmt schon längst geplant …

KEELEY KATANA, Clean Boost Effektpedal – FACTS & SPECS

Das solide in „Standardgröße“ gebaute Pedal dieser Custom Special Edition kommt komplett in schwarz lackiert mit weiß-roten Schriftenzügen sehr schick daher. Einfach gehalten: Absoluter Purismus, kein Schnickschnack!

Die Anschlüsse sind im gewohnten Standard gehalten (9 V an der Kopfseite, Toggle-Switch auf der Platte unten mittig, sowie Ein-/Ausgänge rechts/links an den Seiten). Intern arbeitet eine Spannungsverdopplung für mehr Headroom. Etwas ungewöhnlicher ist da schon die Anbringung des großen Potis zum Einstellen der Boost-dBs vertikal an der rechten Seite des Gehäuses. Dieses verfügt auch über eine Push-Pull-Funktion für den extra starken 30 (!!!) dB Boost. Hier lässt sich bereits vermuten, dass das nicht ohne Grund so montiert wurde.

 

KATANA Clean Boost_sides

 

KEELEY KATANA Dual FET Class A Clean Boost – Nerd-Alarm

Nun nennt sich das Pedal ja „Dual FET Class A Clean Boost“. Aber was ist das eigentlich?

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Dual erklärt sich von selbst -> zwei. FET ist die Abkürzung für Feldeffekt-Transistor. Ein Bauteil aus der Elektrotechnik, das häufig beim Effektgerätebau seinen Einsatz findet, z .B. in Kompressoren. Class-A ist schließlich die Arbeitsweise der Transistoren. Zusammengefasst kann man also sagen, dass Feldeffekttransistoren im Class-A-Betrieb das eingehende Signal verstärken. Noch etwas genauer gefällig? Kurzer Ausflug in die technischen Details dieses Bauteils:

Ein Feldeffekt-Transistor arbeitet mit Halbleitertechnik und hat drei Anschlüsse: Source, Gate und Drain. Source ist der Input, Gate unser Poti, Drain der Output. Man kann sich das Bauteil wie das Tor einer Staustufe vorstellen. Geschlossen kann kein Strom fließen. Je weiter das Tor geöffnet wird, umso mehr Strom kann fließen. Das Öffnen/Schließen geschieht durch gezieltes Vergrößeren/Verkleinern leitender und nicht-leitender Gebiete im Halbleitermaterial zwischen Source und Drain. Class-A ist die einfachste und am häufigsten verwendete Art von Verstärkeraufbauten. Dabei ist der Transistor immer so vorgespannt, dass er bei minimaler Verzerrung des Eingangssignals, maximale Amplitude des Ausgangssignals erzeugt.

Gut, genug des Exkurses in die Elektrotechnik, zurück zum Pedal:

KEELEY KATANA, Clean Boost Effektpedal – Übersicht

Die Special Edition verwendet die originalen JFET, die den ursprünglichen KATANA so besonders machten. Laut Hersteller ist die neue Version etwas transparenter und klarer im Bassbereich.

Aufs Board geschnallt macht der KATANA einen guten ersten Eindruck. Das große Potirad am Rand ist zwar etwas platzraubend, aber man erkennt sofort: Da kann man vorsichtig mit dem Schuh während des Spielens das Level des Boosts einstellen, ohne sich bücken zu müssen. Praktische Idee! Auf dem Board kann das aber etwas „gefährlich“ für die Einstellungen anderer Pedale werden. Tipp: Den Boost ganz rechts an der Board-Kante montieren.

Im EQ-Test sieht man deutlich, wie der Boost arbeitet:

KATANA Whitenoise Test

In diesem Test wurde White Noise durch das Pedal geschickt und das daraus resultierende Signal in ein UAD Apollo Twin X geschickt und via Cubase Analyzer sichtbar gemacht. Man sieht deutlich zwei erkennbare Veränderungen am EQ-Bild. Während im Bypass-Mode die Wellenform annähernd identisch zum Original ist, fällt bereits im neutralen, aber eingeschalteten Zustand leicht auf, was später eindeutig sichtbar ist. Das Pedal senkt die Bässe ab 100 Hz mit zunehmenden Boost etwas ab. Bei aktiviertem Push/Pull-Poti kommt ein zusätzliches High-Shelf-Filter ab etwa 3 kHz zum Einsatz. Schön, wie gleichmäßig das Pedal arbeitet. Die ersten vier Abbildungen zeigen deutlich, wie sauber das Pedal arbeitet. Die Frequenzkurven bleiben konstant (abgesehen vom Low-Shelf).

KATANA Clean Boost_top

KEELEY KATANA, Clean Boost Effektpedal – PRAXISTEST 1 (analog)

Vor dem Amp tut das Pedal, was es soll. Es kitzelt schön brav an der Vorstufe und gibt dem Signal der Gitarre mehr Pegel. Das Low-Shelf verhindert ein Matschen im tieferen Frequenzspektrum bei steigendem Pegel und (vor einem verzerrten Amp) zunehmender Verzerrung. Sehr angenehm ist auch die Funktion, dass man durch Zurückdrehen des Potis am Effektgeräte das Signal absenken kann. So lassen sich verschiedenste Gain-Stufen aus jedem Röhrenverstärker holen. In den folgenden Klangbeispielen hört man schön, wie das Pedal ein Brunetti Mercury EL34 Topteil befeuert und die verschiedenen Vezerrungsgrade zum Vorschein kommen. Das Signal wurde mit einem AKG C414 und einem SM57 abgenommen, über ein Universal Audiointerface augenommen und mit dem WAVES Scheps Omnichannel bearbeitet.

In den folgenden Klangbeispielen ist das Pedal jeweils in diesen drei Einstellungen zu hören:

1. Bypassed (wie klingt der Amp ohne Boost)

2. Pedal aktiv; Push/Pull aktiv; Level: 85 %

3. Pedal aktiv; Push/Pull deaktiviert; Level 100 %

Es ist eine Fender AM Perf MN Stratocaster in den Pickup-Positionen 5 & 1 im Einsatz.

KEELEY KATANA, Clean Boost Effektpedal – PRAXISTEST 2 (digital)

Nun leben wir aber mittlerweile im 21. Jahrhundert und viele Gitarristen arbeiten und spielen nicht mehr nur mit analogen Amps, sondern nutzen digitale Verstärker, wie beispielsweise Kemper Profiler, Line6 HELIX oder NeuralDSP Quad Cortext sowie Plug-in Amp-Simulationen, wie z. B. von Universal Audio. Auch hier lässt sich das Boostpedal problemlos einsetzen. Achtung ist allerdings beim Einstellen des Inputs digitaler Geräte geboten, da hier schnell digitale Verzerrung entstehen kann, die nicht mehr so schön klingt und den Klang des Pedals extrem verändert (logisch). Für die nachfolgenden Audiodemos kamen Universal Audio Plug-in Versionen eines Marshall und Fender Verstärkers zum Einsatz. Es gab keine weitere Nachbearbeitung.

In den folgenden Klangbeispielen ist das Pedal auch jeweils in diesen drei Einstellungen zu hören:

1. Bypassed (wie klingt der Amp ohne Boost)

2. Pedal aktiv; Push/Pull aktiv; Level: 85 %

3. Pedal aktiv; Push/Pull deaktiviert; Level 100 %

Es ist eine auch hier die Fender AM Perf MN Stratocaster in den Pickup-Positionen 5 & 1 im Einsatz.

In den Klangbeispielen 1 – 4 wurde der Booster vor einem MARSHALL Plexi Plug-in verkabelt, in den letzten beiden Audios vor einem FENDER ’55 Tweed Deluxe Comboverstärker Plug-in von UAD. Das Signal der Gitarre ging in den Hi-Z Eingang eines Universal Audio Apollo Twin X.

Auch hier hört man schön, wie das Pedal seinen Dienst hervorragend verrichtet. Es reagiert sehr dynamisch auf die Anschlagsstärke des Spielers, boostet das Signal der doch recht ausgangsschwachen Strat und lässt des Amp singen.

 

 

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Fazit

Ob als always-on Pedal für die permanente Klangfärbung oder gezielt gesetzte Akzente, der KATANA tut seinen Job hervorragend. Schön zu hören, wie Altbewährtes eben seinen Sinn und Zweck erfüllt und vom Hersteller so toll ergänzt wird, wie bei dieser limitierten Special-Edition. Das in so weitem Dynamik-Rahmen regelbare Boost-Pedal ist auf jeden Fall sehr testenswert. Der Treter ist gut verarbeitet und arbeitet sowohl vor dem analogen Original-Amp als auch der digitalen Emulation einwandfrei und bringt den Verstärker zum Singen. Durch die Bassabsenkung bleibt der Sound transparent. Der große Dynamikumfang des Pedals schafft Raum für viel(e) Sound(s) und das „Schmankerl“, dass man das Poti (mehr oder weniger bequem) per Fuß regeln kann, ist auf jeden Fall ein nettes Gimmick. Wie einem der Sound gefällt, liegt wie so oft im Auge (oder besser Ohr) des Betrachters (Hörers) und bleibt eben Geschmackssache.

Plus

  • sehr klarer Frequenzgang
  • Transparenz auch im Bassbereich
  • große Dynamikrange und Boost bis +30 dB
  • Möglichkeit des Einstellens des Boostlevels per Fuß
  • sehr robust gebaut
  • schickes Design

Minus

  • recht teuer
  • großes Poti raubt Platz auf dem Board (aber dann nimmt man halt ein größeres Brett)

Preis

  • 239,- Euro
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