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Vergleich: Modal Argon 8 vs Modal Cobalt 8, Synthesizer

1. Dezember 2021

Zweimal Modal im Soundvergleich

Für diesen Report bat mich Chefredakteur Tyrell, die Unterschiede und klanglichen Möglichkeiten der Modal Synthesizer Argon 8 und Cobalt 8 aufzuzeigen

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Meine Modal-Geschichte fing mit dem virtuell-analogen Taschenformat Synthesizer Skulpt an. Als er vor ein paar Jahren herauskam, habe ich zugeschlagen, weil ich dachte, das wäre der richtige Synth für lange Abende im Hotelzimmer auf Dienstreisen. Am Ende sind wir keine Freunde geworden. Klang und Haptik haben mir nicht so zugesagt. Kurzum, ich habe den Modal Skulpt seinerzeit wieder zurückgeschickt. Mehr Freude hat ich dann an dem kleinen Modal Wavetable-Synthesizer Craft.

Modal Craft Synthesizer

Einige Zeit später kam Modal Electronics schließlich mit einem weiteren neuen Synthesizer auf den Markt, wieder einem Wavetable-Synthesizer, den Argon 8. Aber statt alles wieder in ein kleines Plastikschächtelchen zu packen, hatten die Entwickler aus Bristol anscheinend auf das Kunden-Feedback reagiert und einen richtigen Synth vorgelegt, der auch Profis begeistern konnte. Ein solide wirkendes Metallgehäuse, Fatar Fullsize-Tasten, jede Menge Modulationsmöglichkeiten, eingebaute Effekte. Und dazu eine passende App.

Das zugrunde liegende Konzept ist richtig gut und wurde auch gut angenommen. Und als Modal Electronics den Wavetable-Synthesizer Argon 8 dann noch in zwei weiteren Varianten, als 8M (Modul ohne Tastatur) und 8X (mit 61 Tasten) herausbrachte, konnte auch ich nicht länger widerstehen. Für den Argon 8M reichten Budget und Platz gerade so.

Modal Argon 8 Synthesizer

Der Wavetable Synthesizer Modal Argon 8

Das Bedienkonzept des Argon 8M, sowohl über die Bedienoberfläche mit einem kleinen Display sowie über eine App (die bei mir auf dem iPad läuft), stellte sich als besser heraus als ursprünglich angenommen (beim Skulpt). Im Studio funktioniert das sehr gut und die App ist so klar strukturiert, dass man selbst komplexe Modulationen schnell und einfach erstellen kann. Und das Beste an der App ist, dass mehrere mit dem Gerät verbundene Synthesizer von Modal Electronics in einzelnen Tabs dargestellt werden, so dass man einfach zwischen den Instrumenten hin- und herspringen kann.

Die Bedienoberfläche des Argon 8M ist etwas kleiner als die des Originals mit Tasten. Dafür wurden einige Bedienelemente eingespart und durch Tastenkombinationen ersetzt. Das erschwert bestimmte Einstellungen ein wenig, ist aber verkraftbar.

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Meine ersten Erfahrungen mit dem Modal Electronics Argon 8 Wavetable-Synthesizer waren positiv, weil sich mit dem Gerät schöne Flächen und komplexe Klänge erstellen lassen, die ich mit keinem anderen meiner meist analogen Synthies hinbekommen konnte, auch schöne Stabs und Chords fanden sich unter den Presets.

Der große virtuell-analoge Synthesizer Modal Cobalt 8

Und dann kündigte Modal Electronics schon wieder ein neues Instrument an, den virtuell-analogen Synthesizer Cobalt 8. Mit dem aus dem Argon 8 bekannten Formfaktor und Bedienkonzept sah der Cobalt aus wie ein perfekter Bruder zum Argon 8. Eine gute Ergänzung. Aber Moment.

Die Modal Familie mit französischen und deutschen Mitspielern

Während der achtstimmige Wavetable-Synthesizer Argon 8 von Modal eine deutlich andere Nummer als der kleine monophone Craft Synth 2.0 war, wie verhielt sich nun der achtstimmige virtuell-analoge Synthesizer Cobalt 8 zu seinem kleinen Bruder, den vierstimmigen virtuell-analogen Skulpt?

Ich weiß nicht, ob ich der Einzige war, dem diese Frage durch den Kopf gegangen ist. Bei mir sagte auf jeden Fall die Finanzabteilung, dass der Unterschied ja nicht so groß sein könnten und auf keinen Fall den dreifachen Preis für den Cobalt 8 wert sei. Platz wäre ohnehin allenfalls für das Cobalt 8 M Modul gewesen.

Also habe ich den Skulpt bestellt, ein zweites Mal. Und dieses Mal fand ich das, was mich vorher gestört hat, die Kombination aus Bedienoberfläche (die beim Skulpt ziemlich missraten ist) und App gar nicht mehr problematisch, auch weil ich ohnehin nicht vorhatte, ihn mit auf Reisen zu nehmen. Und der Skulpt allein schien sich irgendwie besser in meine meist improvisierte Musik einzufügen als der Argon 8M.

Modal Cobalt 8 VA-Synthesizer

Kann man den Modal Argon 8 und den Cobalt 8 vergleichen?

Aber wie es halt so ist, dann sieht man wieder ein YouTube Video oder Testberichte schwärmen von den Qualitäten des Cobalt 8 (und insbesondere dessen Fatar Tasten) und man denkt sich: Mist, hätte ich mal gewartet und den Cobalt 8 gekauft. Oder soll ich den Argon 8M wieder verkaufen und das Geld dann in den Cobalt 8 investieren?

Zum Glück gibt es Chefredakteure, die auf interessante Ideen kommen. Weil Modal Electronics den Argon 8 und den Cobalt 8 für eine Verlosung zur Verfügung gestellt hatten, fragte er provokant, ob es denn eigentlich diese beiden Modelle überhaupt bräuchte – denn der Argon 8 sei zwar zuerst ein Wavetable-Synthesizer, er könne doch aber auch virtuell-analog. Wozu dann also den Cobalt 8?

Nun, nach eineinhalb Wochen mit dem Cobalt 8 kann ich guten Gewissens sagen, dass es nicht ganz so einfach ist.

Der Modal Argon 8M im Kreis der Familie

Wenn man die beiden Synthesizer von Modal Electronics miteinander vergleicht und dabei allein auf die Oszillatoren schaut, könnte man natürlich darauf kommen, dass der Argon 8 mit seinen Wavetable- und VA-Oszillatoren besser aufgestellt sei als der Cobalt 8, der “nur” VA-Oszillatoren zur Verfügung stellt.

Dabei gehen die Unterschiede durchaus weiter. Das fängt bei den LFOs an (zwei beim Argon 8, drei beim Cobalt 8) und geht weiter bei Unterschieden wie einer Distortion-Funktion beim Argon 8, die man im Cobalt vergeblich sucht.

Und, was am wichtigsten ist – ja, sie klingen unterschiedlich. Ob das alleine am unterschiedlichen Design der Klangerzeugung liegt oder am Umstand, dass der Output der Synthesizer unterschiedlich laut ist, kann ich nicht wirklich beurteilen. Der Cobalt 8 erscheint mir deutlich lauter, was auch den ursprünglichen Tests entspricht, die dem Argon 8 einen zu geringen Output bescheinigten, das von Modal Electronics dann per Firmware-Update zumindest adressiert, aber nicht ganz gelöst wurde.

Der Modal Cobalt 8

Wenn ich mich nach ein paar Tagen zwischen den beiden Synthesizern von Modal Electronics entscheiden müsste, ich täte mich schwer damit. Sehr schwer. Auf der einen Seite der Argon 8, der schöne Atmosphären erschaffen kann, die sich gut für Science-Fiction-Filme eignen würde. Natürlich kann er auch anders, aber die Pads und Drones kann er halt schon sehr gut. Auf der anderen Seite der Cobalt 8, der fetter rüberkommt. Aber auch fragil klingen kann.

Was ich mir für beide Synthesizer wünschen würde? Dass Modal Electronics mit einem der nächsten Firmware-Updates auch einen oder zwei neue oder zusätzliche Effekte mitliefern würde. Mir persönlich zum Beispiel fehlt eine Möglichkeit, den Ton mit einer Bandsättigung anzureichern. Ideal wäre wohl eine Lösung wie beim Korg Minilogue XD, wo man Custom-Oszillatoren oder Effekte dazuladen kann. Aber diese Möglichkeit hat Modal Electronics wohl nicht vorgesehen.

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Fazit

Mit den beiden neuen Synthesizer-Modellen Argon 8 und Cobalt 8 (in all ihren Varianten) hat Modal Electronics zwei schöne Instrumente auf den Markt gebracht, die sicher ihre Anhänger finden werden. Wer sich für welches Modell entscheiden wird, hängt wie so oft von persönlichen Präferenzen ab. Zum Frickeln mit den verschiedenen Oszillatoren, den Modulationsmöglichkeiten und der exzellenten Bedienung (auch über die dazugehörige App) laden beide gleichermaßen ein.

Im Rückblick hätte ich mich wohl relativ sicher für ein Modell mit 37 Tasten entschieden, mit einer Tendenz zum Cobalt 8, auch wenn mir dessen kobaltblaues Gehäuse einen Ticken weniger gut gefällt als dieses wunderschön elegante, seidenmatt schwarzblau schimmernde Gehäuse des Argon 8. Natürlich würde auch eine Modulvariante reichen, aber mit Tasten macht es einfach mehr Spaß.

Preis

  • Modal Argon 8: 599,- Euro
  • Modal Cobalt 8: 649,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Henrik Fisch AHU

    Ich finde das toll, was Modal da geschaffen hat. Der Argon8 ist ein Synthesizer, der mich auch interessieren würde. Er stünde schon längst hier … wenn ich

    a) noch Platz hätte
    b) nicht so viele anderer völlig ungenutzte Staub ansetzende Geräte hier herum stehen hätte

    Übrigens: Schönes Video und auch ein spannender Gerätepark im Hintergrund. 😋

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      Der Platz, wirklich eines der Probleme im Business neben den Nachbarn bzw. angrenzende Mieter. Geht mir genauso! Ich hatte ebenfalls schon die Idee eines Vergleichs, hätte ich es doch mal angesprochen. Der Vergleich hätte für meine Begriffe sogar noch detaillierter ausfallen können. Für den Bau der Geräte wurden mehrere Millimeter Metall verwendet. Nur zur Info für Interessierte. Hätte schon längst einen, wenn Platz vorhanden wäre.

      • Profilbild
        Henrik Fisch AHU

        … und einen

        — Minilogue XD
        — Dreadbox Typhon
        — Soma Lyra-8
        — Korg Volca Drum (gut, der würde hier noch hin passen)
        — Dave Smith Tempest (ist im Moment aber wegen Sugar Bytes DrumComputer nicht so GASig)
        — Arturia MicroFreak

        … moment, ach Du meine Güte! Letzteren habe ich ja schon! Und der wird auch schon nicht so richtig genutzt, der Arme! Oh Mann, oh weh! 😉😁

  2. Profilbild
    lunatic AHU

    Im Moment stehen beide hier und ich denke der Cobalt wird wieder gehen. Virtuell-Analog brauche ich nicht und der Argon klingt einfach eine ganze Spur eigenständiger. Ich bilde mir ein, den Argon aus einem Mix heraushören zu können. Bei dem Cobalt bin ich mir da nicht so sicher.
    Aber er klingt für einen VA schon ganz geil. Und doch kann er weg……
    Eigentlich. Obwohl, wenn er schonmal hier ist..;) ach verdammt…

  3. Profilbild
    dAS hEIKO AHU

    Schock schwere Not. Beim runterscrollen dacht ich grade „waaaas? 8.599?“ Aber die 8 gehört gottseidank doch noch zur Modellbezeichnung. ^^

  4. Profilbild
    Kingfisher

    Ich habe beide und behalte beide. Zudem bin ich ein Fan von diesem 37-Tasten-Format. Ich hoffe, dass da noch anderes von Modal kommt.

    • Profilbild
      gaffer AHU

      Klar, da verliert man sich nicht so. 🤣 Für mich käme da höchstens einer in Frage (mit 37 Tasten), diese Kisten brauchen immerhin einiges an Platz. Und ich will auch nicht Musik machen wie Rick Wakeman für Arme.

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