Test: Modal Argon8 Wavetable-Synthesizer

29. Januar 2020

Modals furioses Comeback: Argon8

Test: Modal Argon8 Wavetable-Synthesizer

Test: Modal Argon8 Wavetable-Synthesizer Familie

Bei dem Argon8 handelt es sich um einen Synthesizer, mit zwei Wavetable-Oszillatoren. Er verfügt über 2 LFOs und ist in der Lage, 3 Effekte gleichzeitig zu nutzen. Natürlich verfügt der Argon8 auch über ein 2-Pol-Filter, mit dem man zwischen verschiedenen Filterarten morphen kann. ADSR-Hüllkurven stehen für das Filter, Amp und Modulation zur Verfügung. Der Synthesizer verfügt außerdem über einen Sequencer und Arpeggiator. Es gibt in ihn in einer 37- bzw. 62-Tasten-Version und als Desktop-Gerät. Dem Test stand die 37-Tasten-Version zur Seite.

Design und Verarbeitung Argon8

Nun ist der da. Der Modal Argon8. Argon gehört zu den Edelgasen. Für Argon gibt es viele Anwendungsbereiche in der Industrie. Glühlampen werden häufig mit Argon-Stickstoff-Gemischen gefüllt, weil eine Gasfüllung die Sublimation des Glühfadens vermindert. Dann hoffen wir mal, dass mir bei der Bedienung des Argon8 auch ein Licht aufgeht, das hell und lange leuchtet.

Wenn man das Instrument aus der Verpackung holt, fällt das angenehm schwere Gewicht des Instruments auf sowie das kühle Metall. Von der Seite sieht man, dass das Metall wirklich sehr dick ist. Tatsächlich besteht das Gehäuse aber aus einer Kombination von Metall und Kunststoff. Trotzdem wirkt hier nichts billig. Der Synthesizer wurde mit hochwertigen Materialien verarbeitet.

Bis auf dem Volume-Regler handelt es sich bei allen Reglern um Endlos-Encoder, die mit einen angenehm leichten Drehwiderstand bestechen. Bei Endlos-Encodern besteht immer das Problem, dass der Wert der entsprechenden Funktion nicht abgelesen werden kann.

Deswegen können die Werte auf dem Display abgelesen werden, die mit dem Encoder korrespondieren. Das schwarz/weiße Display ist nicht sehr groß, leuchtet aber sehr hell, ist hochauflösend und damit hervorragend ablesbar. Das Display dient nicht nur dazu, um Werte abzulesen, sondern es werden auch graphische Darstellungen von Schwingungsformen und Hüllkurven angezeigt. Die Graphiken wurden minimalistisch elegant designt, was in der schwarz/weißen Ästhetik sehr elegant wirkt.

Die Knöpfe verfügen über einen angenehmen festen Druckpunkt und sind beleuchtet. Die Knöpfe und Regler sind doppelt belegt und dankenswerterweise ist die zweite Funktion unter den Knöpfen abgedruckt.

Die Doppelbelegung wird sehr einfach mit einem Druck auf Shift-Knopf erreicht und dieser leuchtet, wenn er aktiv ist. So werden zusätzliche Funktionen sehr einfach erreichbar.

Über ein Pitchwheel verfügt der Argon8 nicht, aber dafür verfügt er über einen Joystick, mit dem er vier Funktionen steuern kann.

Die anschlagdynamischen Full-Size-Tasten des Keyboards fühlen sich gut an und wurden von Fatar hergestellt. Sie fühlt sich ganz klar besser an als eine typische Synthesizer-Plastiktastatur. Es handelt sich jedoch beim Argon8 um einen Synthesizer, dessen Ausdrucksmöglichkeiten mit Spielen der Tastatur noch lange nicht erschöpft sind.

Anschlüsse des Modal Argon8

Anschlussseitig verfügt der Argon8 über große Klinkenstecker, die für folgende Funktionen gedacht sind:

Ein Kopfhörerausgang ist immer hilfreich, wenn es darum geht, seinen Nachbarn und Musikerkollegen auf der Suche nach neuen Sounds und Melodien nicht auf die Nerven zu gehen.

Der Modal Argon8 verfügt über ein Stereoausgangspärchen, dessen linker Kanal auch ein Monosignal ausgibt, was besonders praktisch für Live-Situationen ist oder wenn generell nicht viele Eingänge am Mixer zur Verfügung stehen.

Die Anschlüsse

Audio-In, Sync In/Out liegen als Miniklinke vor. Schön, dass man die Effekt- und Filtersektion mit dem Audioeingang verwenden kann und Anschlussfähigkeit mit modularem Equipment besteht.

MIDI In/Out und der USB-Anschluss runden die Rückseite ab.

Über USB kann der Argon8 Verbindung mit dem Computer und iPad aufnehmen, um Verbindung mit dem Software-Editor aufzunehmen und MIDI-Signale zu empfangen und zu senden.

Der Software-Editior wird von Modal zum kostenlosen Download angeboten.

Der Argon8 wird über ein externes Netzteil betrieben und verfügt über einen Ein- und Ausschalter, der im Jahr 2020 auch nicht immer selbstverständlich zu finden ist.

Die Wavetable-Oszillatoren und einiges mehr

Die Wavetable-Synthese ist spätestens seit der PPG Wave-Serie bekannt und wurde erfolgreich von Waldorf weitergeführt. Schön, dass sich nun auch anderen Firmen sich dieser Syntheseform annehmen und sie auf ein neues Niveau heben.

Modals Argon8 zwei Wavetable-Oszillatoren sind identisch aufgebaut. Sie lassen sich beide stimmen oder verstimmen und es ist auch Fine-Tuning möglich, um den Tonverlauf beider Oszillatoren voneinander zu unterscheiden und anzufetten.

Diese Standardfunktionen funktionieren natürlich hervorragend mit dem Argon8. Zusätzlich kann das Mischverhältnis beider Oszillatoren zueinander bestimmt werden, um einen Oszillator zu betonen oder abzuschwächen.

Die Wavetable-Bänke des Modal Synthesizers

Die Besonderheit der Oszillatoren besteht darin, dass Modal über 20 Wavetable-Bänke mitliefert. Man wählt aber nicht aus einer Wavetable-Bank sein gewünschtes Wavetable aus, sondern man morpht übergangslos zwischen den verschiedenen Wavetables.

Dadurch kann man von reinen Wavetables immer Variationen generieren. Wenn man bei einem MIDI-Controller von 127 Steps ausgeht und jeder Step das Wavetable verändert, sind unglaubliche Variation pro Wavetable-Bank möglich.

Besonders deutlich wird der Effekt, wenn sich eine Sinusschwingungsform langsam in einen Sägezahn verwandelt. Das Runde wird langsam eckig.

Genial ist, dass diese Veränderung auf dem Display dargestellt wird. Für das Morphing stellt Modal selbstverständlich extra Regler zur Verfügung.

Die Bänke sind sehr vielfältig gestaltet und der Synthesizer-Kenner wird mit den Begriffen Retro, VA, Formant, Harmonic etwas anfangen können. Zusätzlich befinden sich in den Bänken Wavetables aus Modals Premium-Synthesizer 002, aber auch Noise, komplexe und mathematische, experimentelle Wavetables.

Der Modal Argon8 im Studiotest

Hier wird der Musiker zur Klangforschung aufgefordert und sofort tut sich mit den schon beschriebenen Möglichkeiten der Oszillatoren ein Blumenstrauß von Möglichkeiten auf. Nie waren Oszillatoren spannender als im Argon8.

Man muss bedenken, dass man in anderen Synthesizern meist zwischen gewöhnlichen Schwingungsformen auswählen darf, die in den wenigsten Fällen gemorpht werden können und ihren Mehrwert nur dadurch beziehen, dass sie mit anderen klangverändernden Maßnahmen beeinflusst werden oder eben miteinander gemischt werden können, wenn der Synthesizer über mehr wie einen Oszillator verfügt.

Meistens überzeugt man sich in einem Test über die Qualität der Oszillatoren, aber beim Argon8 fängt der Spaß schon mit den Oszillatoren an. Modal hat das Prinzip der morphende Oszillatoren schon erfolgreich im Modal Craft Synth 2.0 angewandt, aber dieser verfügte nur über eine Stimme.

Einfach den Patch-Button und den jeweiligen Regler drehen und man kann im Display durch die 32 unterschiedlichen Modelle scrollen, die im Handbuch ausführlich erklärt werden. Hier ist keine komplizierte Menüführung notwendig, danke dafür.

Oszillator-Modifizierung

Aber noch sind wir nicht am Ende, weil sich die Oszillatoren modifizieren lassen. Dazu stellt Modal 8 Modifizierer zur Verfügung, mit denen Phase-Modulation, Ringmodulation, Amp-Modulation, Hard-Sync, Wind-Sync, Shaper, Effect- und Sync-RM betreiben lassen. Genauer gesagt handelt es sich hier um verschiedene Variationen der Cross-Modulation.

Oszillator 1 ist immer der Carrier und Wavetable 2 immer der Modulator. Die verschiedenen Modelle werden im Handbuch ausführlich erklärt. Man stellt diese Funktion mit dem Osc-Modulation-Regler ein, mit dem der Bereich der Cross-Modulation bestimmt werden kann. Bitte nicht mit dem Osc-Mix Regler verwechseln, der nur das Mischverhältnis der Oszillatoren bestimmt.

Wavetable-Modifizierung

But there is one more Thing: Deswegen gibt es noch 32 Möglichkeiten, mit denen die Wavetables nochmals verändert werden können. Es handelt sich dabei um Funktionen, wie die Bitrate der Wavetables zu verändern oder es stehen unterschiedliche Abspielmöglichkeiten für die Wavetables zur Verfügung, verschiedenen Modelle der Amplitudenverstärkung usw.

Im Software-Editor findet man diese Funktion auf den ersten Blick, aber sie lässt sich auch am Gerät direkt einstellen. Hierbei handelt es sich um eine Funktion, bei der ich eine der wenigen Male im Handbuch nachlesen musste, weil man diese Funktion nicht intuitiv aufrufen kann.

Einfach den Patch-Button und den jeweiligen Wave-Regler drehen und man kann im Display durch die 32 unterschiedlichen Modelle scrollen, die im Handbuch ausführlich erklärt werden. Auch hier ist keine komplizierte Menüführung notwendig. Kann man sich sehr schnell merken.

Braucht jemand noch mehr Oszillator?

Das Filter des Modal Argon8

Bei dem Filter handelt es sich um ein digitales 2-Pol-Filter mit verschiedenen Ausprägungen Standard, Standard Notch, Classic, Classic Notch.

Auch die Filter können durch ihre verschiedenen Ausprägungen gemorpht werden. Lowpass wird zu Bandpass/Notch und dieser wird zu Highpass.

Die Flankensteilheit wird im Display angezeigt und damit auch das Morphen in die verschiedenen Filterausprägungen. Dadurch hat man natürlich unglaubliche viele Möglichkeiten der Klanggestaltung.

Test: Modal Argon8 Wavetable-Synthesizer

Filter mit Flankensteilheit

Um ein Filtermodell zu laden, muss man nur den Knopf „Patch“ gedrückt halten und am Cutoff-Regler drehen und schon kann man im Display die verschiedenen Typen ablesen.

Das Filter kann auch mit einer eigenen Hüllkurve moduliert werden. Dazu hat der Argon8 jeweils einen Regler für Attack, Decay, Sustain, Release. Da der Synthesizer aber auch für Amp und Mod eine Hüllkurve besitzt, muss er sich diese mit ihnen teilen. Deswegen finden neben diesen vier Reglern noch 3 Knöpfen, mit denen man Amp-, Mod- und Filter-EG auswählen kann und die je nach Auswahl von einer LED beleuchtet werden. Sehr praktisch und einfach und deswegen vermisst man in der Praxis die Amplituden nicht, weil sie mit einem simplen Knopfdruck ausgewählt werden können.

Natürlich macht das Filter, was man von ihm erwartet. Feinste gefilterte Signale entspringen ihm, die von ultradünn bis ultrafett reichen. Es kommt auf das gewählte Filter und seiner Ausprägung an.

Die LFOs

Der Argon 8 verfügt über 2 LFOs, die sich selbstverständlich über MIDI und analogen Steuerungssignalen zum Tempo einer DAW oder eines anderen Klangerzeugers synchronisieren lassen. Der Anteil der Modulationsstärke auf das Signal lässt sich bestimmen und das ist auch gut so, denn manchmal möchte man sein Signal mit mehr oder weniger rhythmischen Schwingungen versehen.

Auch die Schwingungsformen des Modal 8 lassen sich morphen. Es ist aber nicht möglich, die vielfältigen Schwingungsformen der Wavetables zu nutzen. Der LFO beginnt mit einem Sinus-, die sich in eine Dreieck-, Sägezahn-, Rechteck- und Sample & Hold-Schwingungsform mit verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten verändert.

Am spannendsten sind natürlich die Mischformen der Schwingungsformen, die durch das Morphen entstehen. Wie wär’s z. B. mit einer Sinusschwingungsform mit Ecken, die durch die Dreieckschwingungsform erzeugt wird? Kein Problem.

Selbstverständlich sind 2 LFOs immer besser als einer und somit sind durch verschiedene rhythmische Einstellungen verrückte polyrhythmische Sounds überhaupt kein Problem.

Am Gerät befinden sich 2 Regler für den LFO, die doppelbelegt sind. Aber auch hier muss man sich keine Sorgen machen, sich in irgendwelchen Menüs zu verlieren, um die zusätzlichen Funktionen aufzurufen, denn mit jeweils einem Knopf für beide LFOs kann man ohne Probleme die zweite Belegung aufrufen.

Modal will offensichtlich, dass das Display hauptsächlich die Funktionen des Synthesizers darstellen soll, wenn man einen Regler oder Knopf bedient. Selbstverständlich ist es auch Möglich, durch das Menu zu surfen, aber warum sollte man sich das antun, wenn die Bedienung so schön durchdacht ist wie beim Modal Argon8?

Das soll aber nicht bedeuten, dass die Menüführung kompliziert ist, im Gegenteil. Es ist sehr schnell möglich, zu seinem gewünschten Parameter zu gelangen. Dank der Regler und Knöpfe ist es aber viel einfacher und schneller, eine Funktion einzustellen.

Die Modulationsmatrix

Gerade ging es um die LFOs und da stellt sich natürlich die Frage, welche Parameter des Argon8 mit ihm gesteuert werden können. Hierfür verfügt der Argon 8 über eine Modulationsmatrix, mit der 8 Parameter von verschiedensten Quellen gesteuert werden können.

Als Quelle stehen die beiden LFOs zur Verfügung, aber auch der Modulations-EG, Note, Velocity, Expression und die Achsen des Joysticks und Aftertouch. Nun sollte eigentlich ein Raunen durch die Reihen der passionierten Keyboarder gehen, weil sie gerade mit Aftertouch, Velocity und Note ihre Ausdrucksmöglichkeiten auf ein neues Niveau gehoben werden können.

Die Quellen sind nun beschrieben, aber die größte Frage ist doch, welche Ziele mit diesen angesteuert werden können. Nun, so wie ich das verstanden habe, kann man mit diesen Quellen nahezu jeden Parameter des Synthesizers ansteuern und das betrifft nicht nur die Klangerzeugung, sondern schließt die Effektsektion mit ein.

Wie wäre es also mal mit Aftertouch das Verhalten eines Reverb-Parameters zu beeinflussen? Der Phantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt und ich bin wirklich gespannt, was ein Keyboard-Virtuose auf diese Art und Weise aus dem Argon8 zaubert.

Aber auch die Sounddesigner-Fraktion werden so viele unglaubliche Möglichkeiten in die Hand gegeben, um neue unerhörte und ungehörte Sounds zu erzeugen. Ich habe zum Beispiel noch nie mit dem LFO einen Reverb-Parameter gesteuert. Wie sich das wohl anhört?

Die Effekte der Argon8 Synthesizer-Familie

Argon8 bietet dem Musiker 3 Effekt-Slots, die gleichzeitig genutzt werden können.

Es stehen pro Slot Chorus, Phaser, 2 Flanger, Tremolo, LoFi, Rotary, Stereo-Delay, Ping-Pong Delay, X-Over Delay und Reverb zur Verfügung. Da kann man schon mal den Ausdruck „üppig“ verwenden.

Die meisten Effekte, über die Synthesizer verfügen, scheinen mir immer aus Verlegenheit beigesteuert zu werden. Bestätigung erfährt dieser Eindruck dadurch, dass man an den meisten Synthesizern nur ein bis zwei Parameter einstellen kann. Außerdem tendieren diese Effekte dazu, wie Ketchup und Mayonnaise zu agieren, also die Geschmacksnerven zuzukleistern.

Nicht aber im Argon8: Hier stehen für jeden Effekt bis zu 6 Parameter zur Verfügung und damit lassen sich natürlich Einstellungen im Detail vornehmen.

Um die Wichtigkeit der Effekte zu unterstreichen, hat Modal dem Musiker drei Regler auf der Oberfläche zur Verfügung gestellt.

Die Unterschiedlichen Effekt-Slots können mit drei dazugehörigen Knöpfen aufgerufen werden. Ich habe von bis zu 6 Parametern pro Effekt geschrieben und bei 3 Reglern bedeutet dies natürlich, dass diese natürlich auch doppelt belegt sind. Aber auch wie bei den anderen Doppelbelegungen des Argon 8 lassen sich diese Funktionen mit einem kleinen Druck auf Shift aktivieren.

Die Regler sind mit ABC (DEF) gekennzeichnet und ihre tatsächliche Funktion sowie der Name des Effekts kann man auf dem Display ablesen. Auch hier ist die Chance, dass man sich in Parameterwelten verläuft, unglaublich gering.

So macht Klanggestaltung einfach Spaß und man möchte den Argon8 einfach anfassen und schrauben und drücken. Er möchte bedient werden und ich bediene ihn gern.

Sequencer

Der Sequencer verfügt über 30 Presets und kann bis zu 8 Takte aufnehmen. Er verfügt über die üblichen Parameter zur Quantisierung der Noten. Im Software-Editor können die Noten nicht editiert werden.

Dafür hat sich Modal etwas anderes ausgedacht. Es ist möglich, für 4 frei belegbare Parameter Automationskurven einzuzeichnen oder aufzunehmen. Das Ganze funktioniert auch ohne aufgenommene Noten. Das bedeutet, dass Modulations-Sequenzen abgefahren werden. Dadurch ist es möglich, live zu diesen Modulation zu spielen oder den Argon8 mit Noten aus einem externen Sequencer mit Noten zu füttern. Das ist einfach gesagt mega cool, weil der Sound durch die ständige Modulation immer unterschiedlich klingt.

Test: Modal Argon8 Wavetable-Synthesizer

Die LEDs zeige über den Buttons zeigen den aktiven Sequencer an

Es wäre zwar schön, wenn man auch die Noten editieren könnte, aber wenn man mit dem Argon8 spielt, merkt man, dass das eigentlich gar nicht unbedingt notwendig ist. Man arbeitet hier eher intuitiv und ungenügende Ergebnisse werden einfach gelöscht anstatt ewig editiert.

Wenn man den Argon8 von oben betrachtet, sieht man, dass in der ersten Reihen, oberhalb der Tastatur, immer 4x Buttons zu sehen sind, die über ein LED verfügen. Natürlich haben diese Buttons alle unterschiedlichen Funktionen, aber so zeigen sie auch noch die Takte der Sequenzen an. Sehr praktisch in Live-Situationen, wo man evtl. auch mal einzählen muss. Ist natürlich auch ein echter Hingucker.

Eine Sequenz aufzunehmen ist ganz einfach. Rechts befindet sich der Record-Button, drücken, ein Metronom erklingt und schon geht es los. Dank der LEDs weiß man immer, wo man gerade aufnimmt. Mutet man seine aufgenommene Sequenz und spielt sie trotzdem ab, kann man durch Drücken der Tasten diese Sequenz mit neuen Noten generieren. Der Rhythmus und das Feeling bleiben erhalten, aber mit neuen Tönen.

Durch Drücken von Shift kann man Parameter des Synthesizers aufnehmen. Diese 4 Sequenzen findet man auch rechts am Gerät, wo sich auch die Aufnahmetaste befindet und mit Anim(ation)1 bis 4 bezeichnet sind. Durch Berühren einzelner Parameter werden diese automatisch einer Animationsspur zugewiesen.

Während des Aufnahmeprozesses kann man Zuweisungen nicht mehr ändern oder mit einem anderen Parameter überschreiben. Dazu muss der Sequencer gestoppt werden, dann können die Parameter gelöscht und dann neu zuwiesen werden. Funktioniert alles intuitiv und einfach.

Jetzt wäre natürlich schön, wenn man die Modulationen auch im kleinen Display sehen würde, wie sich z. B. die Cutoff-Kurve bewegt oder die Schwingungsformen gemorpht werden. Das geht leider nicht. Vielleicht liefert hier Modal noch nach. Ist kein „must have“, aber wäre ein schönes Detail für das Auge.

Der Joystick

Natürlich ist so ein Joystick bei jedem Gerät ein Hingucker. Modals Argon8 Joystick besteht aus Metall und lässt sich vollkommen geschmeidig steuern. Lässt man ihn los, kehrt er auf seine Startposition zurück.

Selbstverständlich ist der Joystick frei belegbar ist. Leider nimmt der Joystick 4 Plätze in der Modulationsmatrix ein, möchte man ihn voll belegen. Aber dadurch wird er auch zu einem unschlagbaren Livetool. Beim Argon8 dreht sich alles um Morphing und Modulation, nichts soll so bleiben wie es ist.

Der Joystick

Wie kann man diesen Anspruch leichter erfüllen, als mit einem Joystick, dessen 4 Achsen einen unterschiedlichen Parameter modulieren und diese Modulationen gegenseitig überblenden. Neben dem Joystick befinden sich Buttons, mit denen man den Joystick belegen kann.

Test: Modal Argon8 Wavetable-Synthesizer

Joystick-Belegung. Die blaue Schrift deutet die Doppelbelegung an. Blaue Farbe der LEDs zeigt den aktiven Sequencer.

Da die Einstellung sich auf der Doppelbelegung befinden, ist es notwendig, den Shift-Taster zu drücken, um die Achsen zu erreichen. Jede Taste entspricht einem Parameter. Taste drücken, Parameter berühren, Zuweisung abgeschlossen. Diese wird auch im Display angezeigt und natürlich im Software-Editor.

Der Software-Editor

Bei der Software handelt es sich um einen Standalone-Editor, der für Mac, iPad und PC auf der Modal Website zur freien Verfügung steht.

Wie bei Modal üblich, kann man sich ohne Hardware kein Bild von der Software machen, weil diese nur mit einem angeschlossenen Instrument geöffnet wird. Der Editor funktioniert einwandfrei und stürze im Testzeitraum nicht einmal ab.

Normalerweise behandele ich die Software-Editoren von Synthesizern immer etwas ausführlicher, weil sie oftmals neue Funktionen hinzufügen und die Bedienung des Instruments erheblich vereinfachen. Mir ist es ehrlich gesagt ziemlich egal, ob der Argon8 über einen Software-Editor verfügt, weil die Hardware so logisch und klar aufgebaut ist.

Schön anzusehen: der Modulations-Sequencer

Der Software-Editor ist also wie die Kirsche auf der Sahnetorte, schön anzusehen, praktisch aber kein unverzichtbares „must have“. Wenn Modal sich irgendwann entscheidet, die Software nicht mehr zu unterstützen, wird das keiner Katastrophe gleich kommen.

Das Instrument wird auch dann einfach und zuverlässig Musik machen. Am Bildschirm mag alles noch mal ein bisschen übersichtlicher sein, man kommt vielleicht noch ein bisschen schneller an sein Ziel und kann den Synthesizer noch ein bisschen schneller erlernen und verstehen. Im Wesentlichen bildet die Software das Beschriebene ab. Auch das, was ich ausgelassen habe, um dem Leser noch die Möglichkeiten der Entdeckung zu bieten.

Wie klingt der Argon8 Synthesizer?

Das es sich um einen digitalen Wavetable-Synthesizer handelt, macht der Modal8 beim Durchhören der Presets deutlich. Ganz deutlich hört man Wolfgangs Palms PPG und auch der Sound der Waldorf Klassiker klingt an. Man hört sie raus, aber Modal hat dies alles auf ein neues Niveau gehoben und man findet Funktionen, die man bei PPG und Waldorf nicht findet.

Modal hat sich was Neues einfallen lassen, möchte Maßstäbe setzten und das hört man auch. Er verhält sich ätherisch, ist luftig, schwebt, wie ein Gas eben sich so verhält. Er kann aber auch Druck machen und zubeißen.

Durch den Einsatz von Rauschen kann der Argon8 auch sehr schmutzig und erdig klingen. Von dem Distortion-Regler sollte man sich nicht Zuviel erwarten. Offensichtlich waren die Modal Entwickler noch auf keinem Sunn O))) Konzert. Aber darum geht es hier auch nicht.

Das machen auch die Effekte klar, die in diesem Synthesizer nicht nur eine Verlegenheit sind, weil auf Grund der Einstellungen sehr detailreiche Einstellungen möglichen sind. Außerdem sind sie über die Modulationsmatrix Teil der Klangmaschinerie.

Die Waldorf-Synthesizer waren immer bekannt für ihre Bässe und auch diese kann der Argon8, die in Kombination mit Rhythmus, also Arpeggiator und Sequencer, besonderen Spaß machen.

Der Argon8 ist im Vergleich zu aktuellen Synthesizern merkwürdig leise. Hier muss doch öfters nachgeregelt werden, aber ich denke, dies passt ins Konzept. Dieser Synthesizer ist kein randalierender Schreihals, sondern ein bekiffter Hippie, der auf der Wiese liegt und in den Himmel start und sich seine Welt erträumt.

Trotzdem muss die Lautstärke betrachtet werden, weil sie ein Problem sein könnte. Hat Modal etwa auf den letzten Metern Mist gebaut und den Argon8 mit minderwertigen Wandlern ausgestattet? Also die Eingänge des MOTU-Audiointerfaces voll aufgedreht: Wenn es Probleme geben sollte, so sollten sie hörbar werden. Minderwertige Synthesizer würden nun deutlich rauschen und digitale Nebengeräusche hörbar machen. Nicht aber der Argon8, er ist mucksmäuschenstill und gibt die Sounds in hervorragender Audioqualität wieder. Da fällt mir wirklich ein Felsbrocken von Seele. Ich hatte schon Bedenken.

Ich bin der Meinung, dass die vielen Presets die Möglichkeiten des Modal Argon8 absolut nicht gerecht werden. Die Presets bilden eher klassische Wavetable-Synthese ab, dabei macht der Argon8 doch moderne Wavetable-Synthese. Dies hätte man durchaus mehr forcieren dürfen und dem Modulationsmatrix-Wahnsinn mehr Ausdruck geben.

Und sonst so?

Der Argon8 liefert von Haus aus Schlappe 300 Presets mit und bietet dem Musiker noch 200 zusätzliche Plätze an, um seine Kreationen zu speichern.

Es lassen sich aber auch Effekte und Sequenzen extra abspeichern und aufrufen. Das ist sinnvoll, weil die Kombination von drei Effekten mit ihren Feineinstellungen durchaus ein Alleinstellungsmerkmal ausmachen können und einen Signature-Sound erzeugen könnte.

Es lassen sich bezüglich der Steuerung im Gerät unglaublich viele Einstellungen vornehmen, um beispielsweise das richtige MIDI-Signal zu senden und zu empfangen, Einstellungen für die Stimmung oder auch die Helligkeit des Displays lässt sich verändern.

Und da ist ja auch noch der Arpeggiator, der über vielfältige Einstellungen verfügt und mit dem Sequencer gekoppelt werden kann. Der Arpeggiator verfügt außerdem über Swing, eine Einstellung die man immer noch nicht in jedem Arpeggiator findet.

Der Modal Argon8 on YouTube

Fazit

Was für ein Synthesizer. Wavetable-Synthese neu gedacht und das Instrument ist so klug und überlegt designt, dass die Bedienung eine reine Freude ist.

Trotzdem bekommt man noch einen Software-Editor als Sahnehäubchen mitgeliefert, der streng genommen gar nicht nötig ist, aber schön, dass man ihn auch benutzen darf.

Die Möglichkeiten sind einfach der Wahnsinn, die Wavetable-Oszillatoren und ihre Möglichkeiten sind schier unendlich.

Aus dieser Kiste kann man immer ein neues tonales ungehörtes Ereignis rausziehen. Die Effekte sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern echte Effekte mit ausreichender Anzahl von Parameter, die auch Einfluss auf externes Klangmaterial nehmen können.

Die Modulationsmatrix, der Joystick, der Effekt-Sequencer, Endlosregler. Kein Bedienvorgang ist kompliziert und erschließt sich „on the fly“ ohne großes Nachdenken. Das ist einfach perfekt!

Dank des Handbuchs kann man trotzdem tief in die Funktionen des Modal Argon8 einsteigen und auch eine intellektuelle Beziehung zu ihm aufbauen. Das muss aber nicht unbedingt sein, weil die Auswirkungen der Bedienelemente auf den Klang deutlich genug sind. Deswegen kann man das Instrument sehr gut im „learning by doing“ Prozess erlernen.

Das einzige Manko würde ich im leisen Output sehen. Hier hätten ihm an Durchsetzungskraft ein paar Dezibel mehr gut zu Gesicht gestanden. Sound und Bedienung machen unglaublich viel Spaß und der Autor wird sich wohl für die Desktop-Version entscheiden.

Plus

  • morphende Wavetables
  • viele Möglichkeiten der Veränderung der Wavetables und Oszillatoren
  • morphende LFOs
  • morphende Filter
  • Sequencer mit Effekt-Parameter
  • umfangreiche Modulationsmatrix
  • 3 Effekt-Slots
  • Effekte nicht nur Beiwerk
  • Joystick
  • Endlosregler
  • einfach zu erlernendes Bedienkonzept

Minus

  • leiser Output

Preis

  • 649,- Euro mit 37 Tasten
  • 749,- Euro mit 61 Tasten
  • 569,- Euro als Desktop
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Anthony Rother  

    Schöner und sehr ausführlicher Test. Ich finde gut das man auch auf den Output eingeht.

    Die Geschichte von Modal ist ja schon auch mit einigen Patzern behaftet (MODAL 002) und dem Test entnehme ich das es beim Argon anscheinend nichts zu bemängeln gibt, das hoffe ich sehr.

    Die Preisgestaltung für den ARGON ist wirklich ein absoluter KILLER und NEXT LEVEL…

  2. Profilbild
    swift  

    Gibt es eine Möglichkeit das Signal irgendwie lauter zu bekommen, wenn man nur +4dBu Eingänge hat?

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Du könntest ein Vorverstärker nutzen, ein Mischpult etc. Ich habe natülich keine Messungen durchgeführt, aber vieleicht reichen auch +4dBu

      • Profilbild
        swift  

        Ein Mischpult zwischen Synthie und Interface? Na, ich weiß nicht. Vielleicht gibt das Ding nur HiFi Pegel aus. Zumindest bei RME Kann man m.W. zwischen verschiedenen Pegel umschalten.

  3. Profilbild
    syntach  

    Es wäre genial, wenn es noch eine Version gäbe, die zusätzlich die toll klingenden analogen Filter (mit Drive) des 002 hat, kann ja dann auch 500 EUR mehr kosten.

  4. Profilbild
    baselzwei

    Vielen Dank für den Test!. Man merkt dem Autor an, dass er schlichtweg begeistert vom Argon 8 ist :-)
    Ich habe den CraftSynth 2.0 und mag ihn wegen seines besonderen und durchsetzungsstarken Charakters sehr. Obwohl die Engine beim Argon 8 wohl definitiv feiner aufgelöst sein wird, sind sich die Soundarchitekturen sehr sehr ähnlich. Da geht so Einiges! Man muss Modal dazu beglückwünschen, konsequent einen 100% digitalen Wege zu beschreiten – auch wenn man sich damit natürlich sofort den Vergleich mit guten Software-Synths gefallen lassen muss. Modal löst das meiner Meinung nach mit einem guten haptischen Erlebnis und einem sehr musikalischen Zugang zum Instrument, den ich bei Software-Synths – wenn überhaupt – nur durch langwierige Mapping-Orgien an Controllern hinbekomme. Und das Modal hier so ein tolles Instrument abliefert, welches einen frischen Sound bietet mit durchdachter Bedienung und wertiger Hardware – und noch dazu in drei Versionen für jeden Geschmack (Modul für das 19″ Rack… yes!!!) macht Modal für mich sehr sympathisch und ist aller Ehren wert. Jetzt müssen die Dinger nur noch lieferbar sein….

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Oh ja,
      ich bin begeistert. Du wirst sehr viele Gemeinsamkeiten zum Craft Synth 2.0 finden. Aber im Argon8 ist alles größer weiter und schöner…. :-)

  5. Profilbild
    Numitron  AHU

    Gut, dass es in der letzten zeit wieder mehr digitale synths gibt.
    Hat sicher schon jeder hier einige analoge zuhause.
    Den joystick hätte ich gerne bei mehr geräten, war schon toll bei der wavestation a/d.
    Super finde ich auch, dass es 3 verschiedene größen gibt.
    Es sollte hier jeder zufrieden sein.

    • Profilbild
      Ted Raven  AHU

      Numitron: „Den joystick hätte ich gerne bei mehr geräten, war schon toll bei der wavestation a/d.“
      Ich weiß nicht wie es bei der Wavestation war aber der Joystick am Argon8 hat eine Mittenrasterung (wie die Sticks an fast allen Korg-Synths) und ist deshalb als Vector-Stick nicht wirklich zu gebrauchen.

  6. Profilbild
    Ashatur  AHU

    Sehr guter Test Dankeschön.

    Ja laut ist er nicht wirklich was mir aber auch noch aufgefallen ist das der Pegel auch vom Effekt abhängig ist. Je stärker in den Effekt gefahren wird desto leiser wird es am Ausgang.

    Das Filter wird auf jeden Fall polarisieren. Für die einen wird es zu sanft sein für die anderen durch das Morphing ein Geschenk.
    Bei voller Resonance und kurz davor entstehen schöne spacige Sounds beim durchfahren der Filterfrequenz.

    Und halt die Drehregler da hätten sie ruhig ein bisschen mehr investieren können. Und auch der Regler mit Druckfunktion fürs Prestethopping finde ich hätte man besser lösen können.

    AAAAABEER der Sound macht alles wieder vergessen :-)

    • Profilbild
      Green Dino  AHU

      Laut jemandem, der beim deutschen Vertrieb von u.a.Modal arbeitet kommen beim Argon8 hochwertige Bourns Encoder zum Einsatz.

      Die sind sehr leichtgängig, haben kaum Drehwiderstand.

      • Profilbild
        Sven Rosswog  RED

        Ich find die Endlosdrehregler auch super. Kein Grund zur Beschwerde. Eigentlich mag ich festen Widerstand lieber, aber leichtgängig macht bei Endloss-Reglern mehr sinn, finde ich.

      • Profilbild
        Ashatur  AHU

        Ja leichtgängig und sensibel sind sie, den großen Filter Regler kann man schon mit der Fingerkuppe bewegen aber es scheint sie sind nicht mit dem Gehäuse verschraubt und daher finde ich sie schon recht wabbelig.

  7. Profilbild
    xaez  

    @Sven Rosswog in welchem Frequenzbereich
    (min, max in Hz) liegt die LFO-Rate der beiden LFOs?,

    VG
    TSt

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      @xaez

      Leider ist der Argon schon unterwegs zum nächsten Tester und im Handbuch findet sich diese Information nicht. Liest jemand von Modal mit und weiss es?

  8. Profilbild
    Quantenakustiker

    Danke für den Test! Wenn der Argon8 eine externe MIDI-Clock bekommt, dann läuft der interne Sequenzer ja vermutlich synchron dazu. Was passiert nun, wenn über MIDI einen Program Change Befehl an den Argon8 gesendet wird? Laufen Sequenzer (ggf. mit neuer Sequenz) und das neue Preset weiterhin synchron zur Clock – so wie bei den Geräten von Elektron? Wie schnell lädt denn ein neues Preset beim Argon8?

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Hui,

      sehr spezielle Frage. Gefühlt sind die Presets sofort da. Bitte habe verständnis dafür, dass ich den Argon8 in einem solchen speziellen Setup nicht getest habe. Aber es sollte doch funktionieren, alles andere wäre ein Schande.

  9. Profilbild
    Soundreverend  AHU

    Sehr schöner Synth, wo bei mir manche Klänge ein wenig zu scharf und grell vorkommen, aber das kann man ja selbst ändern. Werde ich mir bald in einem Store anhören. Das für den Preis eine Fatar Tastatur eingebaut ist finde ich echt krass. TP/9S, ähnlich oder gleich der in meinem Access Virus TI Polar. Und die ist klasse.

    Kommt auf meine Wunschliste für 2020, unter dem Wavestate, der spricht mich momentan mehr an, aber auch hier erst mal im Laden antesten sobald verfügbar.

    Ach ja: Hat der Argon denn nun Kunstoff oder wirklich Bambus Seitenteile?

  10. Profilbild
    smoo

    Der Autor vergleicht den Argon sowohl bei den Oszillatoren und beim Klang mit Waldorf/Palm. Und da sagt er zweimal: Der Argon ist „auf einem neuen Niveau“.
    Das finde ich gelinde gesagt eine gewagte Aussage. Es wäre gut wenn Autoren einen echten Vergleich zur Konkurrenz ziehen könnten, so wie Moogulator das immer macht. Ich habe trotz Microwave 1 erst mit dem Quantum meine Liebe zu Waldorf gefunden. Wo ist nun der Argon gegenüber dem Quantum oder Blofeld (den mag ich auch nicht so) klanglich nun „auf einem neuen Niveau“? Interessanter fände ich einen Vergleich zu Synths gleicher Preisklasse. Ich bin sicher der Modal schneidet hier überragend gut ab.

    Wirklich, ich verstehe nicht warum solche Pauschalaussagen nicht vom Chefredaktor gestrichen werden.

    Es ist ja schön dass der Tester keine Nachteile findet. Kein Wort zu den leichtgangigen Pots und kein Wort über Fehlbedienungen mit Shift. Leichtgängige Pots sind mir persönlich egal, ungewollte Parameterdreher wg. Shift Lock gar nicht.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 13

      „ch verstehe nicht warum solche Pauschalaussagen nicht vom Chefredaktor gestrichen werden.“
      .
      Weil der Chefredakteur den Autoren absolute Freiheit bei der Beurteilung zugesteht. Das zeichnet AMAZONA.de aus. Wir bringen lieber eine zweite Meinung, bevor wir die Beurteilung des Autors verfälschen. Wenn Sven meint das ist so, dann ist das seine subjektive Meinung. Und genau die wollen wir.
      btw
      Sven ist das, was man einen Synth-Nerd nennt. Wenn er also von einem neuen Nivea spricht, tut er das nicht grundlos – schon gar nicht, wenn er einen Vergleich zieht. Aber selbstverständlich kann das jeder anders sehen.

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      Sven Rosswog  RED

      Niemals käme es mir in den Sinn das Werk von Wolfgang Palm und Waldorf schmälern zu wollen, im Gegenteil. Ohne Wolfgang Palm gäb es kein Waldorf und auch kein Argon8. Ausserdem habe ich ganz klar geschrieben, dass man in den Presets deutlich PPG und Waldorf raushört. Aber diese Kiste kann noch viel mehr. Genauso wie ein Waldorf eine Weiterentwicklung des Konzept von Palm ist, ist das eben nun auch bei bei Argon8 der Fall. Schau dir mal an, was mit den Oszilatoren abgeht, mit der Modulationsmatrix. Wo geht sowas?
      Die von dir beschriebenen Fehler sind in meinem Testgerät, ein Serienmodel, nicht vorgekommen. Die Potis wurden im Test sehr wohl erwähnt und auch das Wort Doppelbelegung und deswegen Shift drücken kam mindestens 270000 mal in diesem Text vor. Keine Ungewollten Paramtersprünge oder sonst was festzustellen.

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        smoo

        ich bin extrem gespannt auf die Phasenmodulation der Wavetables. Hier hätte ich am liebsten Beispiele gehört. Phasenmodulation und Wavetables finde ich eine perfekte Kombi. Und das Quantum – FM Update lässt ja auf sich warten.

        Einziges Beispiel für Phasenmodulation und Wavetable ist der Erica Graphic Oszillator. Echt genial. Und das stimmt, sowas gabs bei Waldorf und PPG nicht.

        Sorry übrigens, das nächste Mal lese ich genauer bevor ich schreibe.

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    Maximilian  

    Beim CraftSynth und Skulpt die softwareseitig fast gleich dem Argon sind fand ich die ADSR Kurve gewöhnungsbedürftig.

    Am auffälligsten ist, dass das Release relativ kurz ist und dann klingt Release auch nicht komplett aus sondern hört nach einer Weile einfach auf.

    Mit dem Decay konnte ich mich auch nicht richtig anfreunden. Gerade bei kürzeren Decays gibt es nicht genügend Zwischenstufen um es einzustellen.

    Ist das beim Argon auch so?

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    Hectorpascal  AHU

    Bis jetzt konnte ich noch keine Kritikpunkte lesen die schwerwiegend sind. Der scheint echt Fun zu machen und ist wohl eher was für Leute die gerne frische Klänge basteln. Die Klangbeispiele find ich klasse und habe da auch keine warme Juno-Flächen mit dick Chorus erwartet. Was für mich? Auf jeden Fall! Neugierig wäre ich auch mal einen Quantum direkt mit dem Argon zu vergleichen. Ehrlicherweise warte ich immer noch auf den UDO. Zum Thema leise Pegel: Letztens noch im Netz gelesen. Da lautete eine Empfehlung bei Synths den Pegel nur zur Hälfte aufzudrehen, weil die meist mittelklassige Verstärkung bei steigendem Pegel selten gut klingt. Insofern eher ein Feature und kein Bug? :)

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      Ashatur  AHU

      Also es sind wirklich nur Kleinigkeiten.
      Ich könnte Stundenlang vor dem Argon sitzen und dem Klang lauschen.
      Wenn man Digital mag ein must have.
      Ich gebe ihn nicht mehr her :-D

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    phil_dr110  

    Ist ja wirklich ein netter Synthesizer. Aber neue Klangwelten eröffnen sich in den Demos für mich nicht.
    Ich sollte den Blofeld mal wieder häufiger benutzen; mit dem ist auch noch nicht alles gesagt worden.

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      Cavestudioschweiz  

      Kann ich mich nur anschließen. Habe auch einen Blofeld (mit Editor) rumstehen und seit ich den Waldorf microWave 1 habe programmiere und spiele ich lieber mit dem. Andere Liga – klanglich und im Vergleich zu dem hier gehörten auch.
      Die Bedienung Des Modal sieht aber besser aus. Und der Preis ist auch günstig. Da kann man ja dann auch keinen Quantum erwarten.

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      Sven Rosswog  RED

      Die Klangbeispiele sind Presets aus dem Argon8 und wie ich bereits geschrieben habe, zeigen die leider nicht so wirklich was die Kiste kann. Da geht viel mehr.

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    TobyB  RED

    Seht guter Test, Beim Preis musste ich mir erstmal die Augen reiben, für die 61er Version 749€. Da möchte man Modal noch einen Kasten Bier drauflegen. Stabs, Sweeps und Pads gehen absolut in Ordnung.

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    justme  

    Es scheint inzwischen so zu sein, daß Kritik nicht mehr erlaubt ist, sofern das vorgestellte Instrument nur günstig genug ist… Trotzdem bleibt für mich die Frage, warum auf die tollen Aftertouchoptionen hingewiesen wird, jedoch nicht darauf, daß die Tastatur keinen Aftertouch bietet ? Oder habe ich etwas überlesen ?
    Ich find´s einfach ein Trauerspiel, daß die Hersteller mittlerweile offensichtlich damit durchkommen am Markt, ein Feature, daß vor 30 Jahre Standard war nun auszuklammern !
    Womit ich die Qualität und auch Preiswertverhältnis des Argon keinesfalls schlecht reden will. Aber warum kann nicht jeweils zusätzlich eine, vielleicht 2-300Euro teurere, Aftertouchvariante angeboten werden ?

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      baselzwei

      Nach meiner Kenntnis und diversen Youtube-Videos und Infos im Netz ist die eingebaute Tastatur zu monophonem Aftertouch in der Lage und bietet mMn in der Preisklasse fast ein Alleinstellungsmerkmal.

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      justme  

      Dann habe ich mich neulich verlesen… So ein Synth mit vollwertiger Tastatur zu dem Preis, das ist der Wahnsinn !!!

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    midilation  

    Wärmsten zu empfehlen. Ich besitze den Argon 8 und schraube damit seit 4 Wochen rum. Integration mit der Modal App ist einfach nur super. Schade das die App nur als ext. Instrument in die DAW integriert werden kann (zu mindestens in Ableton Live ist es so) Aber ansonsten mege Synth für wenig Geld und wie vom Autor schon als Minus, ist der Output zu leise.

  17. Profilbild
    GiantFeet

    Ich habe mir das gute Stück (kleine Tastatur) Anfang des Jahres gegönnt – als Gegenpol zu meiner Bass Station 2. Zugegeben, ich bin eher noch Anfänger, aber das Teil erschließt sich mir relativ gut und die Sounds gefallen mir auch sehr gut. Auch der Eingang ist super, da ich so die Sounds von der BSII durch die Effekte schleifen kann. Aber ich muss offen sagen, dass ich das Gefühl habe ständig an der Lautstärke drehen zu müssen. Sobald ich am Argon8 schraube und gleichzeitig den ARP mit hold von der BSII laufen lasse, ist der Sound mal zu laut und mal zu leise, dann wieder zu laut, etc. Denke immer ich mache irgendwas falsch… Das Teil macht aber trotzdem sehr viel Spaß und habe auch schon Sounds in bestehende Tracks super integrierte können… Würde auf jeden Fall wieder zuschlagen…

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      index  

      ..das mit der Lautstärke kann ich bestätigen, besonders beim Hochregeln des Effektlevels scheint es dann noch leiser zu werden….ich habe den Input noch nicht benutzt, scheinbar kann man aber nur die Effektsektion über den Eingang mitbenutzen, nicht den Signalpfad vorher, wie Filter etc…das finde ich sehr schade…..oder irre ich mich da? Bin noch nicht dazu gekommen es auszuprobieren, habe das Teil erst seit ein paar Tagen.

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