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Test: PRS McCarty 594 Hollowbody II, E-Gitarre

Hollowbody-Traum im Tigerkostüm

20. Februar 2024
PRS Mccarty 594 Hollowbody II

PRS Mccarty 594 Hollowbody II

Seit ihrer Präsentation Mitte der 90er-Jahre hat auch die McCarty von PRS schon jede Menge Modifikationen in Farben und Ausstattungen erfahren und ist nun auch im Sortiment der halbakustischen Instrumente des US-Premiumherstellers angekommen. Nur ganz kurz für die Leser, die mit dem Namen „McCarty“ bislang nichts anzufangen wussten: Theodore „Ted“ McCarty war u. a. in den Jahren 1949 bis 1966 CEO bei Gibson und bis zu seinem Tod im Jahr 2001 ein langjähriger Freund und Mentor von Paul Reed Smith, der ihm zu Ehren (und mit dessen Unterstützung) das McCarty-Modell entwickelte. Auf Wunsch von McCarty wurde die Mensur, die bei einer E-Gitarre von PRS in aller Regel 24,5″ beträgt, bei seinem Modell auf 24,594″ verlängert, was die drei Zahlen „594“ in der Produktbezeichnung erklärt.

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Die uns zum Test zur Verfügung gestellte PRS McCarty 594 Hollowbody II erscheint im „Yellow Tiger“ Finish und erneut mit ein paar neuen Spezifikationen, wie etwa überarbeiteten Mechaniken, die auf einen Klemmmechanismus verzichten oder die Violin-Carve-Fräsungen der Deckenränder, die die ohnehin schon filigran gearbeitete Decke noch mehr zum Blickfang macht und mittlerweile standardmäßig auch bei den Solid-Bodys des Herstellers verwendet wird.

PRS Mccarty 594 Hollowbody II

PRS McCarty 594 Hollowbody II – Facts & Features

Die PRS Mccarty 594 Hollowbody II ist in vierzehn verschiedenen Farben erhältlich, unser Testmodell gehört mit seiner intensiv geflammten Ahorndecke und dem kräftigen Yellow-Tiger-Finish ganz sicher zu den auffälligeren Ausführungen der Baureihe. Zwei sauber in die schwungvoll konturierte Decke eingearbeitete F-Löcher bilden den Zugang zu den Resonanzräumen, die einen wesentlichen Teil zum Sound beitragen. Und sie ermöglichen zudem, dass man das Instrument zwischendurch auch mal ohne Amp in Zimmerlautstärke spielen kann – so wie bei jeder guten Semi-Hollow. Natürlicher und nützlicher Nebeneffekt ist natürlich das enorm geringe Gewicht einer halbakustischen Gitarre im Vergleich zu einer Solid-Body, was auch hier wieder „zum Tragen“ kommt und die McCarty 594 Hollowbody II fast kaum spürbar auf dem Schoß ruhen oder ausgewogen am Gurt pendeln lässt.

Nickel Hardware und neue Vintage-Mechaniken

Die Nickel-Hardware bietet mit ihrem goldenen Schimmer eine perfekte optische Ergänzung zum Yellow-Tiger-Finish der Decke. Ein Tailpiece sowie eine ToM-Brücke führen die Saiten hinauf zu den sechs PRS Vintage-Style Non-Locking Mechaniken, die wie der Name es schon erahnen lässt, ganz ohne Klemmmechanismus auskommen. PRS ersetzt die Mechaniken viele seiner 2024er-Modelle mit diesen neuen Typen, zum einen aus ästhetischen Gründen und zum anderen aus praktischen, denn so wird zusätzlich Gewicht gespart und über den Sinn oder Unsinn, eine E-Gitarre ohne Vibrato dennoch mit Klemmmechaniken auszurüsten, darf man ohnehin streiten. Vor allem dann, wenn es sich um Instrumente dieser Preisklasse mit entsprechend hochwertiger Hardware handelt. Ein bisschen Hokuspokus darf es dann aber doch noch sein im Bezug auf die neu entwickelten Mechaniken mit ihren „Wing-Buttons“. So erhofft man sich bei PRS durch ein Verzicht auf Metallknöpfe, ein mehr an Sustain sowie ein insgesamt verbessertes Resonanzverhalten der Instrumente zu erreichen. Klingt zumindest gut!

PRS Mccarty 594 Hollowbody II Tuner

PRS McCarty 594 Hollowbody II Tuner

Kräftiger Mahagonihals mit Pattern Vintage Profil

Die PRS McCarty 594 Hollowbody II ist nicht die erste PRS und auch nicht das erste McCarty-Modell des Herstellers, auf das ich einen genauen Blick werfen konnte bzw. kann. Allen Modellen gemein ist der kräftige Hals, bei dem man eindeutig die Gene von Gibson spürt. Logisch, denn unter McCartys Leitung bei Gibson wurde schließlich die Les Paul eingeführt und das spürt man direkt beim ersten Kontakt mit dem Mahagonihals und seinem mit 22 Bünden bestückten Palisandergriffbrett, das von einem weißen Binding umrandet wird. Als obligatorisch sind die Bird-Inlays auf dem Griffbrett zu erwähnen, hier wieder in einer ganz besonders edlen Ausführung mit tief farbig schimmernden Perlmutt.

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PRS McCarty 594 HB II Yellow Tiger
PRS McCarty 594 HB II Yellow Tiger Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Mit seinem 10″ Radius zeigt sich das Griffbrett als ziemlich „vintage“, dennoch lassen sich auch moderne Spieltechniken weitestgehend mühelos zelebrieren. Und es würde sicher noch viel besser flutschen, wenn die Halsrückseite nicht die Tendenz zum Ankleben zeigen würde. Spielern von Paulas oder anderen Instrumenten mit lackierten Hälsen werden das vielleicht nicht einmal bemerken, für Fans von unbehandelten oder nur leicht behandelten Ahornhälsen wie Strat & Co. hingegen dürfte dieser Punkt schon eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen. Und ich persönlich gehöre dazu.

PRS Mccarty 594 Hollowbody II Back

Schwungvolle Konturen auch auf der getigerten Rückseite der McCarty 594 Hollowbody II

58/15 LT Tonabnehmer mit Singlecoil-Option

Damit die McCarty 594 Hollowbody II möglichst flexibel an den Start geht, wurden in die Decke zwei 58/15 LT Humbucker mit zusätzlicher Singlecoil-Schaltung eingesetzt. Laut Hersteller versprechen die beiden Tonabnehmer mit ihren gebürsteten Nickeloberflächen einen traditionellen Vintage-Sound mit eher weniger Output, dafür aber mit um so mehr Charakter. Für jeden Pickup steht ein Volume- und ein Tone-Poti zur Verfügung, die Auswahl erfolgt über einen 3-Wegeschalter, der ganz im „Les-Paul-Stil“ im oberen Cutaway eingesetzt wurde.

Die Tone-Potis sind Push/Pull-Typen und ermöglichen durch ein Anheben das Schalten des gewählten Pickups vom Doppel- zum Einspuler, was die Klangbreite natürlich noch einmal deutlich erweitert. So lässt sich etwa in mittlerer Stellung des Schalters der 58/15 LT in Halsposition als glasig und warm klingender Singlecoil betreiben, während sein Gegenüber am Steg dazu ein knackiges und präzises Fundament liefert. Das folgende Bild zeigt alle möglichen Kombinationen der Pickups:

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PRS McCarty 594 Hollowbody II Schaltungsdiagramm

PRS McCarty 594 Hollowbody II Schaltungsdiagramm

Über die Qualität der Bedienelemente (Schalter und Regler) muss man nicht viele Worte verlieren – sie entsprechen den Erwartungen an ein Instrument dieser Preisklasse vollkommen: Die Regler laufen wie Sahne und mit gleichmäßigem Signalverlauf über ihren kompletten Regelweg, während der Schalter durch sein kräftiges Einrasten den Fingern eine deutliche Rückmeldung vermittelt. Darüber hinaus ergänzen die vier bernsteinfarbenen Knöpfe der Regler die Optik der McCarty 594 Hollowbody II stimmig.

Die McCarty 594 Hollowbody II in der Praxis

Akustischer Grundklang

Den Klang einer Gitarre mit Worten zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Vor allem dann nicht, wenn es sich um einen dermaßen edlen Sound handelt, wie ihn die McCarty 594 Hollowbody II produziert. Ihr akustischer Grundklang ist geprägt von  warmen und trotzdem nie schwammig klingenden Bässen, einem nicht zu überbetontem Höhenbild, aber vor allem mit einem unglaublich farbigen, lebendigen und gerade zu „kehligen“ Mittenspektrum, das jede noch so kleine Nuance aus den Fingern an die Ohren bringt. Die Tonansprache (Attack) ist erwartungsgemäß etwas zurückhaltend: Aber das Warten lohnt sich, denn auf jeder Position des Halses wartet ein dicker und sustainreicher Ton auf den Spieler. Wie bereits weiter oben erwähnt, könnte die Nitrolackierung der Halsrückseite zusammen mit dem doch recht kräftigen Halsprofil für den einen oder anderen unangenehm wirken, die Einflüsse von McCarty und seiner Zeit bei Gibson sind hier einfach unverkennbar.

Elektrischer Sound

Die beiden 58/15 Pickups sind der Abnahme des akustischen Grundsounds mühelos gewachsen und fügen dem warmen (und typischen Grundklang) einer Semi-Hollow ihren ganz eigenen Charakter hinzu. Ihr Klangspektrum ist sehr breit aufgestellt und reicht von warmen Clean-Sounds bei aktivierter Singlecoil-Schaltung bis hin zum kräftigen Distortion/Overdrive, stets ausgestattet mit einer unglaublich breiten Dynamik und einem faktisch nicht vorhandenen Rauschen. Ihr Vintage-Charakter ist dabei stets präsent und macht sie damit ideal für alles, was mit Blues und Rock’n’Roll zu tun hat. Nur richtig viel Verzerrung im Metal-Style mögen sie nicht so, aber dafür gibt es ja jede Menge andere Modelle aus dem Hause PRS.

Klangbeispiele der PRS McCarty 594 Hollowbody II

Für die folgenden Klangbeispiele wurde die McCarty 594 Hollowbody II zusammen mit einem Mesa/Boogie Studio 22+ verwendet und mit einem AKG C3000 Mikrofon ohne Effekte aufgenommen.

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Fazit

Premium-Sound, Premium-Optik und Premium-Verarbeitung: Was könnte man sich mehr wünschen? Nun, einen günstigeren Preis vielleicht, obwohl die PRS McCarty 594 Hollowbody II jeden Cent wert ist. Hier trifft handwerkliche Perfektion und Liebe zum Detail auf einen Klang, der sich neben seiner Flexibilität vor allem mit einem echten Charakter präsentiert. Ein Traum!

Plus

  • flexibler Klang
  • monströses Sustain
  • Verarbeitung auf allerhöchstem Niveau
  • verwendete Hölzer/Hardware
  • Optik
  • Exotenstatus

Minus

  • Halsrückseite neigt zum Ankleben
  • nicht ganz billig

Preis

  • 5.649,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    zm33

    ’nen anderen Teppich oder ’ne andere Gitarre hattet ihr nicht zu Verfügung?
    sorry der Nachfrage.

  2. Profilbild
    Jazzheini

    Von den Soundbeispielen her habe ich den Eindurck, das sie etwas „komprimierter“ klingt als eine klassische Semi wie meine DAngelico, die ich als etwas perkussiver und „weicher“ höre.
    Aber das mag auch viel an den Saiten und dem Amp (Fender GB HRD) liegen.
    Die PRS kann da vielleicht ihre konstruktive Herkunft einer Solidbody nicht ganz verheimlichen.

    Trotzdem eine Schönheit, keine Frage. (-:

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