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Test: LD Systems ICOA 12 A Aktivbox als Monitor

PA Lautsprecher als Bodenmonitor - eine gute Lösung

16. September 2022
Test: LD Systems ICOA 12 A Aktivbox als Monitor

LD Systems ICOA 12 A bei einem Einsatz als Bühnenmonitor

Sich selbst und seine Mitmusiker beim Monitoring auf der Bühne optimal zu hören, ist entscheidend für die Qualität der Performance und den Wohlfühlfaktor beim Auftritt oder bei der Bandprobe. Bei der Auswahl der passenden Technik gibt es unterschiedliche Ansätze. Wenn es der klassische Weg mit Bühnenmonitoren ist, sollte man durchaus einmal genauer hinsehen, was man vor den Füßen stehen hat. LD Systems ICOA Lautsprecherboxen sind so konstruiert, dass sie auch die Disziplin als Bühnenmonitor perfekt meistern können. Woran das liegt, möchte ich in diesem speziellen Testbericht aufzeigen. Also der Reihe nach.

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Der klassische PA Lautsprecher als Monitor

Häufig sehe ich bei Liveauftritten von Bands oder anderen Künstlern konventionelle 2-Wege PA Lautsprecher am Bühnenrand stehen, die dann als sogenannte Wedges für das Monitoring eingesetzt werden. Sind keine echten Bodenmonitore im Einsatz, die schließlich nur für diesen einen speziellen Zweck konstruiert worden sind, kann man sich durchaus die Frage zu stellen, warum zu normalen PA Lautsprechern gegriffen wird. Unter ungünstigen Umständen könnten an dieser Stelle Probleme lauern, die Auswirkungen auf die Performance des Künstlers haben können.

So, oder so ähnlich, sieht die Schallwand einer normalen PA Lautsprecherbox aus. Das fest montierte Horn sitzt oberhalb des Woofers

Die Hersteller spendieren typischen 2-Wege-Lautsprechern häufig sogenannte Multifunktionsgehäuse, die, wie die Bezeichnung schon ausdrückt, unterschiedliche Disziplinen abdecken können. Und das beinhaltet auch die Funktion als Bühnenmonitor. Im Normalfall liefern dieser Lautsprecher auch brauchbare Ergebnisse, aber Generalisten sind nun einmal keine Spezialisten. Der typische 2-Wege-Lautsprecher hat in der Regel ein fest eingebautes akustisches Horn im oberen Gehäusebereich mit klar definiertem Abstrahlverhalten. Und das ist für den üblichen Einsatz bei senkrechter Position des Gehäuses optimiert. Dementsprechend ist die Dispersion (Schallverteilung) des Horns auf die Breite ausgelegt und weniger in der Höhe (häufig 90° horizontal und 60° vertikal), was bei der konventionellen Beschallung auf einem Hochständer auch sinnvoll ist.

Geändertes Abstrahlverhalten

Liegt dieser Lautsprecher nun für das Monitoring quer auf der Bühne, ändert sich das Abstrahlverhalten des Hochtonhorns nicht. Aber die Schallverteilung findet in dieser Position dann nicht mehr in der Breite statt, sondern in einem größeren Abstrahlwinkel nach oben und unten. Um bei den eben genannten Standardwerten zu bleiben, dann mit 90° in der Vertikalen und mit lediglich 60° in der Horizontalen.

Die Konsequenzen könnten sein, dass in geschlossenen Räumen zu viel Schallenergie die Decke des Raumes und natürlich den Boden erreicht und damit die Gefahr von indifferentem Klang oder gar Rückkopplungen steigt. Auch macht es durchaus einen Unterschied, ob der Hochtöner im liegenden Zustand an der linken oder an der rechten Seite der „Monitorbox“ zu finden ist. In Kombination mit dem dann geringen Abstrahlwinkel in der Breite kann sich der Anwender nur noch in einem eng begrenzten Winkel vor dem Lautsprecher bewegen, weil wichtige Frequenzbereiche seitlich nicht mehr optimal zu hören sind. Das alles ist natürlich kein Beinbruch und die Auftritte fallen deshalb nicht ins Wasser, aber es gibt clevere Lösungen.

LD Systems ICOA – ein Multitalent?

Bei verschiedenen Auftritten bekam ich in diesem Sommer die Gelegenheiten, die aktiven 12-Zoll Lautsprecherboxen der ICOA Serie von LD Systems als Bodenmonitore zu testen. Die aktiven und passiven PA Lautsprecher dieser Serie sind zwar ebenfalls als 2-Wege Multifunktionsboxen konstruiert, aber in ihnen schlummern auf den ersten Blick nicht sichtbare Talente. Das fängt schon beim Aufbau an. Denn die koaxiale Konstruktion unterscheidet sich grundsätzlich vom Aufbau konventioneller Schallwände.

Test: LD Systems ICOA 12 A Aktivbox als Monitor

Nach Abnahme des Schutzgitters ist der koaxiale Aufbau der LD Systems ICOA 12 A gut zu erkennen. Auch die vier großen Bassreflexöffnungen springen direkt ins Auge

Die Hochton -und Tieftonwandler sind bei den ICOA Bassreflexboxen koaxial angeordnet, das heißt, sie sind auf einer akustischen Achse (umgangssprachlich hintereinander) montiert. Diese spezielle Anordnung der Chassis kommt beim Abstrahlverhalten dem Idealbild einer Punktschallquelle näher. Dabei werden sogenannte Gruppenlaufzeitdifferenzen der einzelnen Treiber minimiert. Die räumliche Abbildung wird bei der Punktschallquelle verbessert, weil die Signale nicht von unterschiedlich weit auseinander liegenden Treibern zu den Ohren kommen. Laufzeitdifferenzen werden minimiert bedeutet, die Schallwellen kommen sozusagen fast gleichzeitig an den Ohren an. Zudem ist bei ICOA der Basslautsprecher horngeladen, was den Wirkungsgrad des Woofers steigert. Das Ergebnis dieses koaxialen Aufbaus ist ein transparentes und sauberes Klangbild mit konturierten und satten Bässen.

Test: LD Systems ICOA 12 A Aktivbox als Monitor

Vier Schrauben entfernen und das Horn lässt sich ganz einfach drehen

Test: LD Systems ICOA 12 A Aktivbox als Monitor

Hier ist das nach hinten komplett gekapselte Gehäuse des Hochtonhorns deutlich zu erkennen

Nach Abnahme des Frontgitters lässt sich das BEM-optimierte CD-Horn (Abstrahlwinkel 90° x 50°) mit seinem 1-Zoll Treiber um 90 Grad drehen. Und damit komme ich auch wieder zum Thema Monitoring, denn auch der DynX DSP mit seinen vier Presets bietet eigens für diese Anwendung eine Einstellung, die den Sound der ICOA 12 A für den Einsatz als Bühnenmonitor optimiert. Natürlich lässt der 3-Band-EQ noch weitere Individualisierungen zu, aber das Preset Monitor ist bereits eine gute Basis, mit der sich auf der Bühne prima arbeiten lässt. Ist jetzt noch das Horn der ICOA 12 A für den speziellen Einsatz als Wedge um 90 Grad gedreht, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Der trotz des liegenden Gehäuses nun wieder größere Abstrahlwinkel von 90° in der Breite ermöglicht jetzt auch seitlich vom Monitor optimale Kontrolle mit präzisem Sound und damit eine deutliche Steigerung der Bewegungsfreiheit des Anwenders.

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Test: LD Systems ICOA 12 A Aktivbox als Monitor

Das gekapselte Horn ist in dieser Position für den speziellen Einsatz als Bühnenmonitor montiert (nur die Schrauben fehlen noch)

Doch nicht nur der Sound ist für den Monitorbetrieb jetzt optimiert, die Optik sollte ebenfalls stimmen. Deshalb kann ich das Logo im Frontgitter um 90 Grad drehen, was die LD Systems ICOA 12 A auch optisch in einem richtigen Bühnenmonitor verwandelt.

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Der Treiber mit dem montierten Hochtonhorn

Wenn ich das Multitalent ICOA dann wieder als klassische PA Aktivbox mit 0° oder 5° Winkel auf dem Stativ zum Einsatz bringen möchte, lässt sich das nach hinten vollkommen gekapselte Hochtonhorn nach dem Lösen von nur vier Schreiben schnell wieder für die Beschallungsaufgabe als Fullrange- oder Satellitenlautsprecher konfigurieren. Und ganz nebenbei bemerkt. Das Handling dieser ICOA 12-Zoll Lautsprecherbox wird durch die vier massiven Griffe nicht nur beim Einsatz als Monitor deutlich erleichtert.

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Einsatz der LD Systems ICOA 12 A auf einem Benefizkonzert

ICOA 12 A: Messungen in einem normalen Raum

Meine Messungen finden nicht in einem speziellen Messraum unter klinischen Bedingungen statt, sondern in ganz gewöhnlichen Räumen. Also dort, wo Lautsprecherboxen üblicherweise eingesetzt werden. Neben meinen durch die Bank bisher positiven Erfahrungen mit den zwei LD Systems ICOA 12 A als Monitore auf verschiedenen Bühnen, sollen Messungen weitere Aufschlüsse zu den klanglichen Eigenschaften dieser Aktivbox liefern.

Das Messmikrofon befindet sich in rund 30 cm Entfernung vom Zentrum des Frontgitters, mittig auf das Gehäuse gerichtet. Der Lautsprecher steht nicht auf dem Boden, die Entfernung des Mikrofons wird durch die Analysesoftware herausgerechnet und die Messungen sind gefenstert, um Raummoden weitgehend auszuschließen.

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DSP Einstellung Flat

Test: LD Systems ICOA 12 A Aktivbox als Monitor

Die grüne Kurve zeigt die DSP Einstellung Monitor im Vergleich zur DSP Einstellung Flat

Der DSP der ICOA steht zunächst auf Flat und ein Sweep von 20 Hz bis 20 kHz zeigt das Ergebnis, das in der ersten Grafik sichtbar ist. Die Glättung der Kurve ist psychoakustisch, also in etwa so, wie sie dem Hörempfinden der menschlichen Ohren entspricht. Der Frequenzgang bei immerhin rund 100 SPL zeigt eine kleinen Senke bei 1 kHz.

Die zweite Messung (grüne Kurve) mit identischem Aufbau zeigt die DSP Einstellung Monitor. In den speziell für den Gesang wichtigen Bereichen zwischen 1,5 kHz und 5 kHz gibt es keine Abweichungen. Darüber und darunter sind Roll Offs zu erkennen. Diese Messung bestätigt meine subjektiven Eindrücke beim Einsatz der ICOA 12 A als Monitor bei den Auftritten. Das Klangbild ist, besonders was die Stimme betrifft, durchsetzungsfähig und transparent.

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In der Einstellung Fullrange (blaue Kurve) ist die Betonung der Bässe und Höhen deutlich zu erkennen

Die blaue Messkurve zeigt am Ende das Ergebnis der DSP Einstellung Fullrange. Nicht zu übersehen ist die starke Überhöhung in den Bässen und in den Höhen, bei einem minimal reduzierten Bereich zwischen 1,5 und 4 kHz. Diese Abstimmung entspricht den aktuellen Hörgewohnheiten moderner Soundwiedergabe. Erinnern möchte ich an dieser Stelle noch einmal an den integrierten 3-Band-EQ, mit dem sich der Klang der ICOA 12 A selbstverständlich noch individuell formen lässt.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Bühnenmonitoren gemacht? Egal, ob Multifunktionsbox oder echter Monitor. Schreibt es in die Kommentare.

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Fazit

Die LD Systems ICOA 12 A ist beim Einsatz als Bodenmonitor keine Kompromisslösung. Das haben meine Live-Einsätze gezeigt. Die besondere Bauart als Koaxialsystem und das drehbare Horn schaffen nicht nur beim Monitoring klangliche Vorteile. Mit dem DSP-Preset Monitor gibt es bereits eine gute Basis für diese Spezialdisziplin. Klanglich liefert die leistungsfähige Aktivbox knackige Bässe und kristallklare Höhen. Wenn es um die Anschaffung einer Multifunktionsbox für ganz unterschiedliche Einsatzzwecke geht, macht man mit der LD Systems ICOA 12 A alles richtig, denn auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier stimmig.

Plus

  • Koaxialsystem
  • drehbares Hochtonhorn
  • transparenter Klang
  • knackige Bässe
  • vier Griffe
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • 375,- Euro
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