Test: Line6, Spider Valve Mk II 212, Gitarrenverstärker

Aufbau/Verarbeitung

Mit den Maßen von (BxHxT) 76,2 x 63,5 x 38,1 cm und einem Gewicht von rund 27 kg hat man es hier definitiv nicht mehr mit einem Übungscombo zu tun. Schwerpunkt (im wahrsten Sinne des Wortes) bilden natürlich die Röhrenschaltung mit ihren nicht weg zu revidierenden Bauteilen wie den Trafos und selbstverständlich auch die Anwesenheit von zwei Celestion Vintage 30-Speakern im Innern des robust verarbeiteten und mit Kunststoff überzogenen Gehäuses. Vier große Gummifüße auf der Unterseite und ein Tragegriff auf der Oberseite sorgen für einen stabilen Stand bzw. Transport. Weiterhin sind im Lieferumfang auch vier Rollen enthalten, die bei Bedarf einfach in die Gummifüße eingesetzt werden können. Eine wahre Hilfe, schnauf!

Der Blick auf das Bedienpanel des Spider Valve zeigt als erstes die INPUT-Buchse für das Instrument, gefolgt vom Herzstück des Amps, dem Regler zur Auswahl der emulierten Verstärkermodelle. Es stehen sechzehn verschiedene Amps auf der Speisekarte:

• Clean Amber: Emulation eines Marshall JCM 900 im Clean-Kanal

Clean Blue: emuliert einen 73er Hiwatt Custom 100

• Twang Amber: Abbildung eines 1965er Fender TwinReverb

• Twang Blue: Emulation eines Fender Blackface Deluxe Reverb

Class A Amber: Emulation des Klassikers VOX AC 30

Class A Blue: Simulation der EL84-Schaltung eines Divided By 9/15- Amps

• Blues Amber: virtuelle Abbildung eines 1953er Fender Wide Panel Deluxe 

• Blues Blue: emuliert einen Gretsch 6156 1×10″ Combo

Crunch Amber: Emulation eines 1968er Marshall Plexi 50 Watt

Crunch Blue: Abbildung eines 2005er Orange AD-30TC

Hi Gain Amber: emuliert einen getunten 1968er Marshall Plexi mit 100 Watt

Hi Gain Blue: inspiriert vom 180 Watt starken Diezel Herbert

Metal Amber: Abbildung eines Mesa/Boogie Dual Rectifier

Metal Blue: eine Line6 High-Gain Eigenkreation

Insane Amber: Line6-eigenes Preset auf Basis des Boogie Dual Rectifiers

Insane Blue: eine weitere Line6 High-Gain Eigenkreation

Die Auswahl der einzelnen Ampmodelle wird durch eine jeweilige LED angezeigt, wobei die Farben entweder in orange oder eben blau leuchten, durch geringfügiges Drehen des Potis lässt sich so zwischen den beiden Verstärker-Grundmodellen wählen.

Der Signalkette des Spiders von links nach rechts folgend findet sich als nächstes der DRIVE-Regler zur Auswahl des Verzerrungsgrades, sowie die 3-Band Klangregelung mit den Potis für BASS, MID und TREBLE. Abschließend für die Vorstufensektion sorgt ein CHANNEL VOLUME-Poti zur individuellen Lautstärkeanpassung der einzelnen Presets. Die Potis lassen sich gut bedienen und laufen nicht zu leicht auf ihren Achsen, was somit ein ungewolltes verdrehen im Stress „on stage“ verhindert.

Ein Taster im oberen Teil des Bedienfeldes mit der Bezeichnung MANUAL dient zur manuellen Bedienung des gewählten Presets, d.h. die Positionen der Potis und Taster zeigen in diesem Modus deren „echte“ Position bzw. Aktivität. Weiter geht’s mit den Tastern für die vier Bänken (A bis D), in denen jeweils 9, also insgesamt 36 Sounds gespeichert werden können.

Direktzugriff auf die Effektsektion erhält man über 3 Drehregler, die nach kurzem Betätigen den entsprechenden Effekt aufrufen. Dieser lässt sich dann mit Hilfe des LC-Displays am rechten Rand des Spider-Panels weiter editieren. Es handelt sich hierbei um die üblichen Verdächtigen wie Reverb, Chorus, Phaser, Flanger etc., wobei man aber am Nutzwert des Tremolo-Effektes oder dem Line6-typischen und unglücklich geratenen Sweep- und Tape-Echos Zweifel haben darf. Weitaus höheren Nutzwert stellt der eingebaute Looper-Effekt dar. Mit ihm ist es möglich, bis zu vierzehn Sekunden das eigene Gitarrenspiel aufzunehmen und so zum eigenen Playback zu jammen.

Es können vier Effekte simultan verwendet und bis zu sechs Effektparameter gleichzeitig genutzt werden.

-- Blick auf die Effektsektion des Spider Valve 212 Mk II --

— Blick auf die Effektsektion des Spider Valve 212 Mk II —

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Wer diesen Amp besitzt wird KEINE Wünsche mehr haben

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