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Test: Mackie MP-20 TWS, True-Wireless-In-Ears mit ANC und Dual-Driver

AirPods-Alternative mit zwei Wegen?

16. Juni 2023
mackie mp 20 tws test

Mackie MP-20 TWS, True-Wireless-In-Ears mit ANC und Dual-Driver

Mackie ist inzwischen nicht nur bekannt für Mischpulte und Beschallungsequipment, sondern richtet sich mit seinen Kopfhörern und In-Ear-Monitoring-Systemen auch an den Consumer-Markt. Nach den drei Bluetooth-Kopfhörern MC-40BT, MC-50BT und MC-60BT bietet der US-amerikanische Hersteller mit dem Mackie MP-20 TWS auch ein Bluetooth-IEM-System an, das sich im Gegensatz zum Rest der MP-Serie primär an Consumer richtet. Das liegt schon daran, dass man Bluetooth nicht wirklich zum professionellen Arbeiten mit Audiomaterial einsetzen kann und im professionellen Umfeld eher als Notlösung angesehen werden sollte. Da viele unserer Leser solche In-Ear-Kopfhörer auch zum reinen Musikgenuss nutzen, haben wir uns die MP-20 TWS einmal näher angeschaut.

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Um was geht es bei den Mackie MP-20 TWS?

Die Mackie MP-20 TWS sind nicht die ersten drahtlosen Bluetooth-In-Ears des Herstellers, denn mit dem Mackie MP-BTA gibt es bereits ein Bluetooth-Modul als Option für die Monitoring-Systeme MP-120, MP-220, MP-240, MP-320, MP-340 und MP-460. Über ANC verfügt dieses System zwar nicht, aber kann klanglich mit aptX und 10 Stunden Akkulaufzeit überzeugen. So richtig komfortabel ist das Zusammenspiel zwischen Mackie MP-BTA und IEMs aufgrund der kurzen Kabelstrecken zwischen Akku und Ohrteilen nicht, wer die Apple AirPods trotz der klanglichen Kompromisse zu schätzen gelernt hat, wird sich vermutlich wieder für so genannte TWS-In-Ears entscheiden.

TWS steht für „true wireless stereo“ und bedeutet einfach komplett kabellos. Seit Bluetooth 5.0 ist dies möglich und erlaubt sogar die einzelne Verbindung zwischen den Ohrhörern zum Smartphone. War dies zu Anfang mitunter etwas hakelig, vor allem wenn ein Smartphone noch keinen moderneren Bluetooth-Stack nutzte, klappt dies inzwischen reibungslos und erlaubt auch zuverlässig die einseitige Benutzung.

Von Nachteil ist eher das Akkusystem. Wie auch die AirPods nutzen die Mackie MP-20 TWS insgesamt drei Akkus, wobei die Aufbewahrungsbox als Ladestation dient. Nicht alle kabellosen In-Ears sind übrigens TWS-Systeme, bei der ersten AirPods-Generation wurde der Sound vom einen zum anderen übertragen. Bei echtem TWS koppelt man einen Ohrhörer mit dem Smartphone und der andere wird automatisch als zweiter Ohrhörer hinzugefügt, wobei beide zu einem Stereopaar verschmelzen. Interessant dabei waren meine Beobachtungen mit den Fostex TM2. Hier musste man nach einem Reset sogar die Kanäle zuweisen bzw. konnte sie vertauschen. Mit Bluetooth 5.2 scheint man das nun verbessert zu haben. Das Handling der Mackie MP-20 TWS ist spielend einfach und klappt problemlos.

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Die Äußerlichkeiten der Mackie MP-20 TWS

Mackie MP-20 TWS Box

In der quadratischen, schwarzen Schachtel befindet sich die ebenfalls schwarze Box mit den eingelegten In-Ears. Als Hygieneartikel klebt ein Siegel auf der Vorderseite der Box und zwei Plastikplättchen in den In-Ears sichern die Akkus. Die schwarze Schachtel ist kompakt und kaum größer als die IEMs selbst. Der Platz für die Ohrteile ist ausreichend groß.

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Mackie MP-20 TWS ZubehörMackie MP-20 TWS Zubehör

Insgesamt drei Größen Silikon-Ohrpassstücke und ein USB-Ladekabel mit Type-C-Stecker für das Case sind neben der Kurzanleitung im Lieferumfang enthalten. Diese sind in einer seitlichen Schachtel im Karton verpackt. Geladen wird das Case über den rückseitigen Type-C-Anschluss, das wiederum die Ohrteile auflädt. Alles selbsterklärend und benutzerfreundlich. Die Aufnahmen der Ohrteile sind stiftförmig, so passen auch die Ersatzteile der Mackie MP-Serie drauf.

Mackie MP-20 TWS Paar

Die technische Daten der Mackie MP-20 TWS

Während ein dynamischer Treiber für die Tieftonwiedergabe zuständig ist, sorgt ein Balanced-Armature-Treiber für die Mitten und Höhen (10 Hz bis 20 kHz). Knowles als Spezialist in diesem Bereich steuerte diese auch zur MP-Serie bei und die jeweils drei SiSonic-Mikrofone für die Geräuschunterdrückung der Mackie MP-20 TWS sorgen auch für eine gute Sprachqualität beim Telefonieren.

mackie mp 20 tws

Wie bei den Kopfhörern Mackie MC-50BT und MC-60BT, sorgt das MIS Hybrid Active Noise Cancelling für eine gute Dämpfung von Außengeräuschen mittels Antischall. Mackie verspricht eine besonders gute Absorption aufgrund des weiten Frequenzbereichs.

Die Bedienung der Mackie MP-20 TWS erfolgt über seitliche Touch-Felder unter dem „Running Man“-Logo, wobei kurzes und langes Drücken für die unterschiedlichen Funktionen zuständig sind, dazu gehören die obligatorischen Funktionen Play/Pause, Lautstärke, ANC ein und aus bzw. Ambient-Modus zum Durchlassen von Umgebungsgeräuschen und Aktivierung der Sprachsteuerung. Die Bedienung gelingt recht zuverlässig, eine Umbelegung der Funktionen ist aktuell nicht möglich. Etwas Übung ist zwar erforderlich, aber die Gesten sind sehr intuitiv und schnell erlernbar.

Mackie MP-20 TWS rechts

Bis zu 13 Stunden Musikhören am Stück ist mit den Mackie MP-20 TWS mit je 85 mAh pro Ohrteil möglich, wobei das Ladecase mit 500 mAh noch Saft für über drei komplette Ladezyklen liefert. Von Nachteil ist, dass man die Akkus vermutlich eher selten im optimalen Arbeitsbereich halten wird und diese nicht austauschbar sind. Bequemlichkeit ist daher nicht immer nachhaltig.

Welche Codecs unterstützen die Mackie MP-20 TWS?

Als zweiter Nachteil kann gelten, dass als Codecs nur SBC und AAC trotz Bluetooth-Version 5.2 zum Einsatz kommen. Das wird iPhone-Nutzer kaum stören, denn sie können den besseren aptX-Codec ohnehin nicht verwenden, außerdem ist die Bandbreite auch bei SBC in den letzten Versionen etwas angestiegen. Bei Android kann man in den Bluetooth-Einstellungen immerhin nachschauen, ob HD-Audio mit AAC genutzt wird, das erlaubt eine etwas detailreichere und gute Hochtonwiedergabe. Vier LEDs am Case informieren über den Ladezustand, der Ladevorgang erfolgt beim Einlegen automatisch. Übrigens gelten die Laufzeiten für abgeschaltetes ANC und ohne Telefonie, andernfalls verkürzt sich die Laufzeit, was Mackie in der Anleitung auch ordentlich dokumentiert hat.

Mackie MP-20 TWS Case

Wichtiger Punkt für sportlich aktive Nutzer dürfte auch die IPX4-Zertifizierung sein, welche die Hörer gegenüber Staub und Feuchtigkeit schützt und abwaschbar machen. Da bleibt einzig zu hoffen, dass die Akkus möglichst lange halten mögen, ansonsten droht ihnen wie den AirPods eine Zuführung zum Elektronik-Schrotthaufen. Das ist wirklich der einzige Punkt, der mich deutlich mehr stört als fehlendes aptX, aber wie sollte man das anders lösen?

Hervorzuheben bei den Mackie MP-20 TWS ist auch der Tragekomfort. Die Form der Ohrteile sorgt dafür, dass sie sich im Außenohr quasi selbst verkeilen und somit auch bei heftigen Kopfbewegungen an Ort und Stelle bleiben.

Wie klingen die Mackie MP-20 TWS?

Bei allen technischen Finessen und Unzulänglichkeiten entscheidet neben der Ergonomie primär der Klang. Ganz ehrlich, ob In-Ears jetzt mit einem, zwei oder drei Treibern bestückt sind, höre ich zumindest nicht heraus, schon gar nicht über Bluetooth. In meinem Test dürfen sich die Mackie MP-20 TWS klanglich den Mackie MP-240 mit MP-BTA und MP-460 stellen, auch dürfen die Apple AirPods Pro der 1. Generation nicht fehlen. Alles verglichen an einem iPad der 9. Generation mit AAC. Kleiner Fun-Fact: Die MP-460 sind für Bluetooth zu gut und offenbaren jede kleinste Ungereimtheit.

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Kundenbewertung:
(1)

Eine Sache fällt beim ersten Antesten der Mackie MP-20 TWS sofort neben dem guten Sitz in den Ohren auf: kein harscher oder schriller Klang, recht ausgewogen und mit guter Basswiedergabe. Da kommen die AirPods Pro nicht dran, auch wenn in der Präzision die MP-240 mit MP-BTA noch eine Schippe drauf legen. Die Mackie MP-460 am Kabel klingen zwar noch deutlich detailreicher, aber weitaus weniger, als es der preisliche Abstand vermuten lässt.

Im Vergleich zum MP-BTA als drahtloses Pendant würde ich persönlich den Mackie MP-20 TWS den Vorzug geben. Alles wirkt direkt und knackig, kein Bereich wird überbetont oder zu leise dargestellt. Selbst in den tiefsten Fußlagen können die Mackie MP-20 TWS überzeugen, sie rauschen kein Stück. Das haben sie gegenüber dem MP-BTA zum Vorteil, auch wirkt der Hochtonbereich etwas homogener und unangestrengter. Grund dafür dürfte das Dual-Driver-System sein, das überdies gut abgestimmt wurde. Moderne Musik klingt direkt und wird mit der nötigen, aber nicht zu extremen Prise an HiFi-Sound versehen. Auch die maximale Lautstärke ist okay und selbst da klingen die Mackie MP-20 TWS sauber und akkurat. Im Gegensatz zu den AirPods (bei den AirPods Pro 2 ist das glaube anders), lässt sich die Lautstärke auch direkt an den Mackie MP-20 TWS regeln.

Klanglich kann ich behaupten, wer die Mackie MP-20 TWS gehört hat, wird keine AirPods Pro vermissen, außer vielleicht den 3D-Modus von Apple, aber hier sind alle Bluetooth-Hörer im Nachteil, weil es derzeit keine Bluetooth-Standards für immersiven Sound gibt. Demnach vermitteln die Mackie MP-20 TWS ohne W2-Chip keine Bewegungsinformationen, so dass sich der Sound auch nicht mitdrehen kann.

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Fazit

Mit den Mackie MP-20 TWS hat der amerikanische Hersteller nach meiner Erfahrung eine regelrechte Punktlandung geschafft. Okay, das Konzept mit drei Akkus ist wie bei fast allen TWS-IEMs ein Kompromiss, aber dafür punkten sie klanglich auf ganzer Linie. Die Bedienung geht nach kurzer Eingewöhnung schnell von der Hand, einzig könnte man fehlendes aptX/aptX-HD den Mackie MP-20 TWS ankreiden. Wem AirPods Pro zu teuer sind und relativ günstige IEMS mit gutem Sound sucht, hat mit den Mackie MP-20 TWS eine interessante Alternative.

Plus

  • einfache Handhabung
  • sehr guter Tragekomfort
  • exzellente Klangeigenschaften

Minus

  • kein aptX/aptX-HD
  • Technik mit drei Akkus nicht sehr nachhaltig

Preis

  • 179,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    teofilo

    Stichwort Werthaltigkeit und Sekundärkreislaufeignung, nach meiner Erfahrung ist die Lebensdauer von „Akkus im Ohr“ derart kurz, dass man diese (nicht nur die im Artikel beschriebenen – tut mir leid, dass die das abbekommen) als Wegwerfartikel bezeichnen muss

    • Profilbild
      Stephan Merk RED

      @teofilo Ja, das ist wohl so. Allerdings zeigt meine Erfahrung, dass die AirPods der 1. Generation selbst bei geringer Nutzung nach rund zwei Jahren fertig waren, während die AirPods Pro der ersten Generation zumindest deutlich länger halten. Ja, hier würde im Mackie-Portfolio der MP-BTA mehr Sinn ergeben, weil nur ein Akku. Aber die EU ist ja soweit ich weiß dran, die Geräte müssten künftig so konzipiert sein, dass man den Akku selbst wechseln kann. Allerdings vermute ich, dass es für Kleinstgeräte sicher Ausnahmen geben dürfte.

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