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Test: Marshall, JMD:1, Gitarrenverstärker

9. August 2011

Marshall JMD:1

Jim Marshall ist wohl einer der bekanntesten Namen im Bereich der Gitarrenverstärker. Seine Firma Marshall Amplification hat, neben wenigen anderen, Rockgeschichte geschrieben. Richtig los ging es in den 60ern mit dem JTM45 und kurz darauf mit dem Bluesbreaker-Combo. Weg vom Fender Clean-Sound forderten einige Musiker mehr angezerrte Sounds. Gesagt getan, ging es in diese Richtung und natürlich weiter. Der Wunsch nach mehr Lautstärke lies den JTM45/100 entstehen und es folgten mit dem JTM 100 MK V und dem JMP 1959 (auch oft Plexi genannt) zwei weitere 100 Watt-Verstärker. Alle Amps hatten damals nur einen Volume-Regler, man musste sie ziemlich laut aufdrehen, um dem gewünschten Sound zu bekommen. Bis 1975 der Mastervolume-Regler eingeführt wurde, somit konnte man Vor- und Endstufe getrennt laut und leise drehen und eine für diese Zeit „hohe“ Zerre bei geringer Lautstärke bekommen. Die MK II Masters-Serie war geboren und somit vielleicht auch der beliebteste Marshall, das Modell 2203. Dieser wurde fast unverändert ab 1980 als JCM800 weitergebaut. Unzählige bekannte Namen der Gitarrenwelt spielen dieses Modell noch heute.

Zur ungefähr gleichen Zeit erschien das Distortion-Pedal Guv’nor (benannt nach Jim Marshalls Spitznamen), bis es dann, erst Anfang der 90er, zu dem MIDI-gesteuertem JMP-1 19-Zoll Rack-Pre-Amp kam. Doch Marshall ruhte nicht, es folgten der JCM 2000, erstmals mit mehr Gainreserven, laut Produktbeschreibung von „Nashville Clean“ bis „Modern-Scooped“ Metal Sounds, der Mode Four (MF350), die Flagschiff-Serie JVM mit bis zu vier Vollröhren-Kanälen und 2009 die Haze Serie, welche eher für Blues- und Jazz-Spieler konzipiert wurde.

All das und noch etwas mehr wurde nun im Marshall JMD:1, dem neuen Meisterstück von der Insel, vereint. Heute bei AMAZONA.de im Test: Die 50 Watt Combo-Variante. Röhren-Endstufe meets digitale Vorstufe plus Hall, Delay und Modulationseffekteinheit.

-- Der Marshall JMD:1 --

— Der Marshall JMD:1 —

Konstruktion/Lieferumfang

Die Variante JMD501-Combo verlässt die Kiste kurz nach der Anlieferung. Ich hebe einen 22,6 kg schweren Verstärker durch das Zimmer. Trotz ordentlichem Gewicht lässt sich der Marshall gut transportieren, zumal neben dem typischen Topgriff noch zwei Seitengriffe, wie man es von einer Marshall-Box kennt, angebracht sind. Die Verarbeitung und der erste Eindruck sind bestens. Eckschoner, robuster Tolex-Überzug, die Potis typisch im Gehäuse versenkt. Im Ganzen alles sehr durchdacht konzipiert, macht der JMD501 eine qualitativ hochwertigen Eindruck. Die Maße von (B 63,5 cm/H 53 cm/T 25,5c m) sind jetzt nicht unterdimensioniert, aber auch nicht übermäßig groß für einen Verstärker dieser Kategorie.

Neben dem üblichen Dreiband-EQ (Treble/Middle/Bass), dem Gain-Regler, der Vorstufen-Lautstärke, dem Presence- und dem Mastervolume-Regler gibt es einen Hall, vier Delay-Typen und vier Modulationseffekte plus Gate. All das vollprogrammierbar auf Minimum vier per Hand oder Fuß gewählten Kanälen. Mit im Lieferumfang befindet sich noch eine Fußleiste, robust aus lackiertem Metall gefertigt mit sechs Tastern und LEDs mit den Maßen B 40,4cm/T 11,5cm/H 4,5cm inklusive einem fünf Meter langem Klinkenkabel für den Anschluss am Verstärker.

-- Die Rückseite --

— Die Rückseite —

Wie man auf den Bilder ganz gut erkennen kann, gibt es am Verstärker noch diverse, bei Aktivierung beleuchtete Taster. Hier haben wir, wie schon erwähnt, vier Kanal-Taster, einen Manual-Taster. Wie der Name schon sagt, funktionieren die Regler wie bei einem manuellen, nicht programmierbaren Verstärker, wenn dieser aktiviert ist. Weiter findet man drei Taster, um die Effekt-Sektion zu aktivieren: einen für die Modulationseffekte, einen für das Delay und das Taptempo und einen für extern eingeschleifte Effekte. Es gibt noch einen Compare-Taster, um Soundeinstellungen von vorher und nachher zu vergleichen und einen Footswitch/MIDI Program, den benötigt man, um den Fußschalter im Preset-Store-Mode zu programmieren und die MIDI-Funktion zu nutzen.

Der Fußschalter verfügt über zwei Modes, den schon erwähnten Preset Store-Modus, mit dem man vier programmierte Sounds in jeweils sechs Bänken speichern kann. Oder den Switch Store-Modus, mit dem man die Schalter Manual, Channel 1-4, Modulation, Delay, Taptempo, FX Loop und Compare beliebig den sechs Bänken zuweisen kann.

Klangbeispiele
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