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Test: MFB 522 Drum-Module, Eurorack Module


Das kleine Rote in Schwarz

Die feuerrote Drummachine 522 vom Berliner Hersteller MFB ist mittlerweile schon so etwas wie ein moderner Klassiker. Die kleine und günstige Maschine war zwar durchaus frickelig zu bedienen, konnte jedoch ziemlich überzeugende 808-mäßige Sounds ausspucken. Zwischenzeitlich wurde die alte Drummachine-Riege MFBs durch die etwas raffinierteren Tanzbären und -mäuse ersetzt, dennoch schien es eine gewisse Nachfrage nach den alten Sounds zu geben, so dass der Hersteller die alten MFB 522 Drum-Stimmen nochmal in Modulform neu auflegt.

Hier getestet werden die Bass 522, Snare 522, Clap 522, TomTom/Conga/Clave 522, Cowbell/Rimshot/Maracas 522, das etwas ältere HiHat/Cymbel (sic!) Modul Drum-07 sowie der neue Sequencer Seq-01 Pro.

Ein neues Feature, das all diese Module (bis auf das Drum-07) aufweisen, ist der sogenannte MBus, der es erlaubt, die Module rückseitig seriell zu verbinden, so dass bestimmte Signale nicht mehr gepatcht werden müssen. Damit können Trigger gesendet und Parameter der einzelnen Module kontrolliert werden. Mit dem entsprechenden MFB  MIDI-to-CV-Modul lassen sich die Trigger und Parameter per MIDI steuern, mit dem hier getesteten SEQ-01 Pro direkt über den Sequencer, wobei nur 2 Parameter gesteuert werden können.

Eine Besonderheit bei MFB Drum-Modulen ist, dass sie dynamisch getriggert werden können. Die Stärke der Trigger beeinflusst Lautstärke, Abklingzeit und Tonhöhe. Dies ist besonders interessant, wenn man bedenkt, dass sich die Module auch über Drumpads oder Piezos ansteuern lassen. An den Modulen lässt sich außerdem die Empfindlichkeit des Trigger-Eingangs einstellen. Wenn über MIDI/MBus angesteuert, lässt sich diese Dynamik mit Note-Velocity bewerkstelligen.

Bei den neueren 522-Modulen weisen die Knöpfe eine Besonderheit auf: Wenn ein CV-Signal im entsprechenden Eingang steckt, arbeiten diese als Abschwächer. Das CV-Signal wird also nicht zum Potiwert addiert, sondern vom Poti in der Stärke geregelt. Alle CV-Eingänge reagieren auf Spannungen zwischen 0-5 Volt.

Zu guter Letzt bleibt noch zu sagen, dass die MFB Drum-Module angenehm dünn in ihrer Bauweise sind, so dass sie sich problemlos in ein flaches Gehäuse einbauen lassen. Nun aber zu den einzelnen Modulen.

Bass 522

Das Modul Bass 522 bietet auf 8TE die Schaltung der 522-Bassdrum. Diese klingt eher nach 808 als nach 909, wobei es sich hier nicht um einen direkten Klon handelt. „Tune“ regelt die Tonhöhe zwischen 35 Hz und 60 Hz, während „Pitch“ die Länge einer in der Intensität fest eingestellten Pitch-Hüllkurve regelt. „Noise“ mischt einen kurzen Rauschimpuls hinzu, „Ton“ hingegen ist ein Tiefpassfilter, das den Attack abschwächt. „Decay“ regelt die Abklingzeit der Bassdrum, wobei die längste Zeit ca. eine Sekunde beträgt. Alle Parameter sind mit Steuerspannungen modulierbar, wobei man mit einem Jumper einstellen kann, ob Ton oder Noise moduliert werden.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Synthfreak ••••

    Korrigiert mich ruhig, wenn das nicht stimmt, aber ich meine mich zu erinnern, dass es bei älteren MFB Produkten Probleme mit der Verarbeitung gab. Wie sieht das denn bei diesen Modulen aus?

    • Profilbild
      Son of MooG AHU

      Ich habe die älteren Module VCF und Dual ADSR sowie den neueren Dual LFO 2 (mit One-Shot-Funktion). An der Verarbeitung kann ich keine Unterschiede ausmachen; die allerdings mit dünnen Frontplatten und sehr kleinen Kipp-Schaltern keinen Doepfer-Standerd erreicht. Dennoch funktionieren sie bisher tadellos, was auch auf meine sonstigen MFB-Geräte zutrifft. Kurz: keine Probleme hier…

    • Profilbild
      Edgar Möller RED

      Ich habe auch den Dual LFO von MFB hier, und rein gefühlsmäßig würde ich sagen, dass die hier getesteten Module etwas robuster wirkten. Die Knöpfe sind zwar nicht mit der Frontplatte verschraubt, aber weniger wackelig.

  2. Profilbild
    Baltan444

    Hallo,
    Ich habe seit etwa fünf Jahren den Schlagzwerg als Analog-drummie im Einsatz und kann sagen die Qualität ist gut! Keinerlei Probleme, Wackler oder kratzende Pots.
    @Edgar, den Sound kann ich auch vom Schlagzwerg so bestätigen, finde schön wie Du das beschrieben hast! Auch die eher behutsamen Regelbereiche. Was mir aber gerade im Modularkontext gut gefällt ist, dass ich jedes Drum Modul einzeln ansteuern kann und auch einzeln routen kann. Ich nehme den ei gebauten Sequenzer zB kaum her, der ist mir zu frickelig ;) Statttdessen aber ein paar Trigger aus Beatstep pro oder Grids…oder Pressure points etc… – sehr vielseitig! Das hier vorgestellte Teil scheint mir ja eine Art Neuauflage des Schlagzwergs zu sein, oder??
    Lg Jurgen

    • Profilbild
      Edgar Möller RED

      Soweit ich weiß basiert der Schlagzwerg auf den alten Drummodulen (Drum-0x), die tendenziell eher nach 909 klangen.

      • Profilbild
        Baltan444

        Danke für die Antwort! Hmm..ja, die Kickdrum ist härter, die snare aber sehr spartanisch….irgendwie eher wie 606…eigen halt. Vom Konzept aber ähnlich, ich finde es halt ganz gut, dass diese Teile standalone und modular gut funktionieren. Etwas mehr klangliche Vielfalt hätte ich mir aber auch gewünscht.

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MFB 522 Drummodule

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