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Test: MXR Carbon Copy Deluxe, Analog-Delay

6. März 2018

Analoge Echos im Deluxe-Format

Seit seiner Einführung vor fast 10 Jahren ist das MXR Carbon Copy Delay eines der meistverkauften Delay-Pedale auf dem Markt. Mit seinem analogem BBD-Design, 600 Millisekunden Verzögerungszeit mit texturierter Modulation und einem günstigen Preis hat die kleine grüne Kiste zurecht viele unserer Pedalboards erobert. Nun ist es im Hause MXR an der Zeit, die nächste analoge Stufe zu zünden: Mit einer längeren Verzögerungszeit, Tap-Tempo-Funktion und noch weiteren netten Annehmlichkeiten soll das MXR Carbon Copy Deluxe den Echo-Freak nun auf ein neues Level heben, ohne jedoch dabei den so beliebten, düsteren und organischen Grundsound zu verlieren, den das Pedal bei uns so beliebt gemacht hat. Mal schauen, ob und wie das gelungen ist!

MXR Carbon Copy Deluxe – Facts & Features

Das MXR Carbon Copy Deluxe erscheint in einem robusten, 124 x 92 x 54 mm großen und 700 Gramm schweren Alugehäuse, das in einem poppigen Dunkelgrünmetallic lackiert wurde. Mit diesem Farbton scheint man genau den Mittelwert zwischen dem schwarzen, originalen Carbon Copy und der grün lackierten, weit neueren „Bright-Version“ gefunden zu haben, die ja ein höhenreicheres Signal liefert und von MXR vor etwas mehr als zwei Jahren vorgestellt wurde. Zur Freude der Ergonomie befinden sich alle Anschlüsse an der Stirnseite, dazu gehören neben der Netzbuchse natürlich der Ein- und der Ausgang sowie der Anschluss für ein Expressionpedal oder aber auch einfach nur ein Schalter. Die Funktionalität hinter dieser Buchse ist recht vielseitig, denn mit diesen beiden Zusatzgeräten kann man dem Carbon Copy Deluxe zwei echte Settings entlocken und sogar dauerhaft abspeichern. Ein echter Luxus im Vergleich zu den Vorgängern. Weiterhin ist es auch möglich, nur einzelne Optionen, wie z.B. den Brightschalter zum An- und Ausschalten zu bewegen oder etwa die Tap-Divide-Funktion zu steuern.

MXR Carbon Copy Deluxe – Regler, Schalter und Möglichkeiten

MXR Carbon Copy Deluxe front

Geblieben ist die nach wie vor hohe Qualität der verwendeten Bauteile, so könnten die fünf fest mit dem Gehäuse verschraubten Regler auch aus irgendeiner Boutiquepedal-Schmiede stammen, so sahnig und weich lassen sie sich drehen. Auch die zwei Metallschalter im unteren Bereich dürften Zigtausende von Schaltvorgängen ohne großes Murren wegstecken. Leider ist nur der linke (Tap-Tempo) eine relaisgesteuerte Variante, der eigentliche Powerschalter rechts lässt es dagegen beim Schalten ordentlich krachen.

Mit einer Verzögerungszeit von bis zu 1200 ms bietet das Carbon Copy Deluxe genau die doppelte Verzögerungszeit der regulären Carbon Copy Pedale, einzustellen mit dem Delay-Poti, das sich in zentraler Position befindet. Direkt daneben wird die Anzahl der Wiederholungen bestimmt und wie es sich für ein gutes Analog-Delay gehört, sind selbstverständlich auch hier kreischende Selbstoszillationen möglich.

Der Modulationssektion gebühren die Regler Speed und Width, der direkt darunter sitzende Taster MOD aktiviert diese gern genommene Zusatzfunktion und signalisiert durch ein Pulsieren die aktuelle Geschwindigkeit des LFOs. Eine weitere Neuerung ist die Tap-Divide-Funktion, also die rhythmische Unterteilung der Echos. Dem Carbon Copy Deluxe hat der Hersteller hier vier verschiedene Optionen mit auf den Weg gegeben (Achtel, punktierte Achtel, Triolen und Sechzehntel), die in einem kleinen Display angezeigt werden. Die Anzeige ist zwar nicht sehr groß, dafür aber leuchtstark genug, um auch im Fußraum noch etwas erkennen zu können.

Der letzte Schalter auf der Oberseite mit der Bezeichnung Bright schaltet das Carbon Copy Deluxe in einen höhenreicheren Modus, wie man es wiederum vom Carbon Copy Bright kennt und was ich in der Einführung zu diesem Artikel schon erwähnt habe.

Doch das war es noch nicht ganz, denn auch im Innern der grünen Kiste befinden sich noch zwei weitere DIP-Schalter, von denen einer vor allem die Kollegen aus der Tastenwelt interessieren dürfte. Mit ihm lässt sich das Eingangssignal nämlich von Instrument-Level auf Line-Level ändern, von daher dürfte sich die Gefahr einer Verzerrung des Signals deutlich verringern. Ein Problem, das Synthesizerspieler und Keyboarder beim Einsatz von Gitarreneffekten immer wieder vorbringen.

— Tap-Divide-Display —

Ein rundherum gelungenes Design, bis auf eine kleine Ausnahme – und das betrifft die Unterseite des Pedals. Dort befindet sich das Batteriefach, mit dem man das Carbon Copy Deluxe und einer 9-Volt-Blockbatterie auch ohne Stromnetz betrieben werden kann. Eine feine Sache, wenn das Batteriefach nicht gut und gerne 3 mm aus dem Deckel herausragen würde und das Ganze somit zu einer rutschigen Angelegenheit werden lässt. Zumindest so lange, bis man die mitgelieferten Gummifüßchen oder eben eine Lage Velcro aufklebt, um den Höhenunterschied gerade so auszugleichen. Bei dem ansonsten stimmigen Design der Kiste kommt das doch etwas überraschend. Na ja, aber zu raten sei auch hier ohnehin wieder zum Betrieb mit einem Netzteil, das dem gewohnten IBZ/BOSS-Standard entspricht, sich aber leider nicht im Lieferumfang befindet. Eine Batterie übrigens auch nicht.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    earl75  

    Danke für den tollen Test!
    Zum „einfachen“ Carbon Copy liest man, dass es (gerade) für Anfänger einfach zu bedienen sei. Ist das hier auch der Fall, oder ist zu empfehlen erst einmal mit der Standardversion zu „üben“?

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