Test: Presonus Microstation BT, Monitorcontroller mit Bluetooth

11. Juni 2021

Kompakte Schaltzentrale mit Bluetooth 5.1

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Presonus Microstation BT, Monitorcontroller mit Bluetooth

Seit vielen Jahren bietet Presonus so fast alles an, was man zum Aufbau eines Home- oder Tonstudios benötigt. Egal ob Audiointerfaces, Studiomonitore, Digitalmixer, Mikrofone oder – wie im Falle unseres heutigen Testgeräts – Monitorcontroller, die US-Amerikaner haben allerhand Produkte im Portfolio. Während die Monitor Station V2 bereits seit Langem im Handel erhältlich ist, gehört die Microstation BT erst seit wenigen Wochen zum Repertoire des Unternehmens.

Was bietet die Presonus Microstation BT?

Sehr kompakt und auf das Wesentliche reduziert, so präsentiert sich die mit den Maßen 120 x 120 x 63,5 mm und einem Gewicht von 340 g durchaus als Mini-Monitorcontroller zu bezeichnende Microstation. Die Bedienelemente sowie Anschlüsse erschließt jeder, der in seinem Leben schon einmal einen Monitorcontroller in seinen Händen hielt, schnell und ohne Blick auf das trotz allem mitgelieferte Faltblatt (das dazu auch noch ein Kochrezept enthält), das in fünf Sprachen die wichtigsten Funktionen erklärt.

presonus microstation bt

Anleitung inklusive Rezept

Das Kunststoffgehäuse der Microstation BT macht einen soliden Eindruck. Auf der Oberfläche prangt ein knapp 4 cm großer Lautstärkeregler. Dieser ist umringt von vier Buttons, die mit ihren entsprechenden Funktionen beschriftet sind: Bluetooth, Mute, Sub Bypass und Pair. Die weiße bzw. hellgraue Schrift ist auf dem schwarzen Untergrund sehr gut lesbar.

Die Funktionen sind fast schon selbsterklärend. Während der Mute-Button alle rückseitigen Ausgänge stummschaltet, deaktiviert man mit Hilfe des Sub Bypass-Buttons lediglich den separaten Subwoofer-Ausgang des Monitorcontrollers. Der Bluetooth-Button aktiviert die gleichnamige Schnittstelle zum drahtlosen Koppeln mit Smartphone, Tablet, Computer & Co., die Pairing-Taste benötigt man lediglich beim erstmaligen Verbinden mit einem Endgerät.

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Verarbeitungstechnisch gibt es beim Presonus Monitorcontroller keinen Grund zur Beanstandung. Das Gehäuse besteht aus zwei Teilen, die miteinander verschraubt sind. Die schwarze Oberfläche besteht komplett aus Kunststoff, die Unterplatte ist dagegen aus Metall gefertigt. Vor unschönen Kratzern auf dem Studiotisch bewahren vier aufgeklebte Gummipads.

Das Gewicht von 340 g reicht aus, damit die Microstation BT auch bei Vollbelegung aller Anschlüsse mit Kabeln auf ihrem vorgesehen Platz stehenbleibt. Das Lautstärkerad läuft sauber und mit gleich bleibendem Widerstand, die Taster lösen sauber aus.

Welche Anschlüsse bietet die Presonus Microstation BT?

An die Microstation BT lässt sich zunächst einmal ein Lautsprecherpärchen anschließen. Hierfür steht ein symmetrisches 6,3 mm Klinken-Pärchen bereit. Zusätzlich lässt sich über einen 3,5 mm Klinkenausgang ein Kopfhörer anschließen. Subwoofer-User werden sich darüber freuen, dass sie ihren „Tieftongeber“ wahlweise über einen symmetrischen 6,3 mm Klinkenausgang oder einen unsymmetrischen Cinch-Ausgang ins Setup mit der Microstation einbinden können.

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Eingangsseitig bietet der Monitorcontroller die folgenden Möglichkeiten: Symmetrisches 6,3 Klinken-Pärchen (TRS IN), 3,5 mm Stereoeingang (AUX IN) oder eben drahtlos über Bluetooth. Die Stromversorgung erfolgt über eine USB-C-Buchse, wobei zwar das Kabel (auf USB-A) für den Anschluss beiliegt, aber nicht der ggf. benötigte USB-Stromadapter (wenn man nicht gleich den nächsten USB-Port am Computer belegen möchte).

Oberhalb der USB-Buchse hat Presonus einen kleinen Schiebeschalter untergebracht. Dieser entscheidet darüber, ob bei Betätigung des Mute-Knopfs alle Ausgänge oder nur Main-Out und Subwoofer stummgeschaltet werden. Der AUX-Ausgang (Kopfhörer) gibt in der Stellung „ON“ aber weiterhin Signale aus. Beim Wechsel von Lautsprechern zu Kopfhörern ist das praktisch, allerdings hätte ich den Schiebeschalter eher auf der Bedienoberfläche gesehen. So muss man stets blind auf die Rückseite greifen, das geht auch eleganter.

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Praxiseinsatz der Presonus Microstation BT

Wie eingangs bereits erwähnt, wird jeder Nutzer, der in seinem Leben schon einmal einen Monitorcontroller in den Händen hielt, keine Probleme haben, die Microstation BT passend zu verkabeln und ins eigene Setup einzubinden. Die Bluetooth-Verbindung steht den analogen Pendants da in nichts nach, so dass sich der Monitorcontroller ohne größeres Zutun mit Mac-Computer, Smartphone oder Tablet verbindet, unabhängig vom Betriebssystem. Das geht alles einwandfrei über die Bühne. Die Microstation BT ist mit Bluetooth 5.1 ausgestattet, genauere Hinweise, welche Codecs unterstützt werden, gibt es leider nicht.

Das Klangverhalten der Presonus Microstation BT würde ich mit „gut“ bezeichnen. Relativ schnell wird zwar klar, dass die Microstation in einer höherwertigen Signalkette, bestehend aus RME Interface und Neumann KH310, zumindest nicht für die nächsten paar Prozent Klangqualität sorgen kann. Dafür ist sie mir einem Preis von 129,- Euro aber auch nicht konzipiert. Im direkten Vergleich zu meinem Drawmer Monitorcontroller fehlt es dem Klang der Microstation einfach an Detailreichtum und Druck, das Signal klingt insgesamt nicht so dynamisch und lebendig über die Microstation.

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Das sollte nicht als Kritik verstanden werden, denn im voraussichtlichen Einsatzgebiet im Rahmen kleinerer Home- oder Multimedia-Studios macht die Microstation BT definitiv eine gute Figur. Wer hierfür einen kompakten Monitorcontroller inklusive Bluetooth-Schnittstelle benötigt, sollte sich die Microstation BT ruhig einmal näher anschauen. Denn die Arbeit geht hiermit gut von der Hand. Von der beschriebenen unkomplizierten Einrichtung bis hin zur die intuitiven Bedienung und dem guten Überblick, welche Funktion gerade aktiv ist (den LEDs sei Dank), kann die Microstation BT im genannten Einsatzgebiet ein treuer Begleiter werden. Alle Bedienvorgänge geschehen dabei völlig frei von Knack- und Störgeräuschen, ganz so wie es sein soll.

Ein Kritikpunkt gibt es allerdings: Die Microstation BT ist mit einer Höhe von 5 cm (Höhe der Bedienoberfläche) für meinen Geschmack zu hoch. Wer wie ich seine Hand gerne mal auf dem Monitorcontroller liegen hat, wird sich das bei der Microstation BT vermutlich schnell abgewöhnen. Denn dafür ist sie einfach zu hoch. Kompakt in Länge und Breite ja, in der Höhe eher nicht.

Fazit

Mit der Microstation BT hat Presonus einen kompakten Monitorcontroller entwickelt, der sich vor allem für kleine Home- und Multimedia-Studios anbietet. Die Klangqualität ist gut und der Monitorcontroller verrichtet all seine Funktionen zur vollen Zufriedenheit.

Dank der integrierten Bluetooth-Schnittstelle lässt sich ohne Weiteres auch ein Signal vom Smartphone, Tablet oder Computer einspeisen. Dazu bietet er mit einem separaten Subwoofer-Ausgang auch die notwendige Voraussetzung für bestehende bzw. zukünftige 2.1-Setups.

Alles in allem ein guter Monitorcontroller zum fairen Preis.

Plus

  • einfache Bedienung
  • einfache Einbindung/Inbetriebnahme
  • Subwoofer-Ausgang

Minus

  • hohes Gehäuse
  • keine DIM-Funktion

Preis

  • 129,- Euro
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