Test: Proel V15 Plus, Aktivlautsprecher

24. März 2019

Einfach druckvoll

Proel V15 Plus

Proel V15 Plus

Proel V15 Plus im AMAZONA.de Test. Die italienische Firma Proel war mir bis zu diesem Testbericht ehrlich gesagt vollkommen unbekannt, doch es gibt sie bereits seit 1992. Unter der Dachmarke Proel vereinen sich aktuell 16 weitere Marken, die angefangen bei professionellen Beschallungsanlagen, über Mikrofon- und Lichttechnik bis hin zu elektronischen und akustischen Instrumenten ein breites Produktportfolio abdecken. Einige dieser Marken wie Dexibell, Axiom und Vox Meister sind mir zumindest nicht gänzlich unbekannt. Zum Test ist heute erschienen der Proel V15 Plus, ein 2-Wege PA-Lautsprecher mit 15 Zoll Tieftöner und guten Leistungsdaten bei gleichsam moderatem Preis von unter 300,- Euro. Wie gut der Proel V15 Plus in der Praxis tönt, wird der Test zeigen.

Voll analog ohne Schnick-Schnack

Das Konzept der V Plus-Serie ist eher puristischer Natur. Auf moderne Nebensächlichkeiten wie integrierte Bluetooth-Anbindung, DSP-Effekte oder Netzwerkanschlüsse wurde konsequenterweise verzichtet. Denn seien wir doch mal ehrlich, der Musiker im Proberaum braucht diesen Schnick-Schnack genauso wenig wie der DJ auf einer Hochzeit oder die Top 40 Band in der Kneipe nebenan. Hier zählt nur maximale Lautstärke bei gleichzeitig gutem Klang und möglichst niedrigen Anschaffungskosten – Reduktion auf das Wesentliche. Ich bin ganz klar ein Freund dieser Philosophie, da es auf der einen Seite die Bedienung vereinfacht und potenzielle Fehlerquellen minimiert und der Hersteller auf der anderen Seite mehr Augenmerk auf die Qualität der verbauten Komponenten legen kann. Für diejenigen, die ihre Technik allein nach der Länge der Feature-Liste auswählen, ist das natürlich nichts.

Äußerlichkeiten

Proel V15 Plus

Frisch ausgepackt, der Proel V15 Plus in der Frontansicht

Das Gehäuse des größten Lautsprechers der V Plus-Serie von Proel besteht ebenso wie die beiden kleineren Geschwister V10 und V12 aus schwarzem Polypropylen, sprich Kunststoff. Mit 18 kg Gewicht lassen sich auch zwei der Lautsprecher noch gleichzeitig tragen, wenn es denn sein muss. Das Gehäuse besitzt dafür an der Oberseite sowie an beiden Seiten großzügig dimensionierte Griffe, die sehr gut zu erreichen sind und keine scharfen Kanten aufweisen. Das Design würde ich ganz wertfrei als eher futuristisch bezeichnen. Die Verarbeitungsqualität ist gut, die eine oder andere kleine Unregelmäßigkeit im Gehäusematerial tut dem keinen Abbruch. Alle Schalter, Drehregler und Buchsen sind stabil verarbeitet, nichts wackelt oder knarzt. Hier gibt es also nichts zu meckern.

 

Proel V15 Plus

Unterseite mit Stativflansch und M10-Schraubpunkten

An der Unterseite besitzt das Gehäuse einen fixierbaren Stativflansch. Zur Festinstallation gibt es auf der Ober- und Unterseite jeweils zwei M10-Schraubpunkte, ein entsprechender Haltebügel kann als Zubehör optional erworben werden. Die Lautsprechermembranen werden frontseitig von einem stabilen Lochblech geschützt, die beiden Bassreflexöffnungen liegen ebenfalls frontseitig.

Proel V15 Plus

Stabile Seitenlage

Das Gehäuse ist an beiden Seiten angeschrägt, sodass der Lautsprecher auch problemlos auf der Seite liegend als Bühnenmonitor betrieben werden kann. Auf der Rückseite liegt das Verstärker-Modul mitsamt Anschlüssen und Bedienelementen.

Verstärker und Bedienelemente

Proel V15 Plus

Rückseitiges Verstärkermodul mit Bedienelementen und Anschlüssen

Der Proel V15 besitzt auf der Rückseite eine Kombobuchse als Eingang. So hat der Nutzer die freie Wahl zwischen XLR- und Klinkenkabeln als Verbindung. Auch ein Mikrofon kann direkt angeschlossen werden. Zu diesem Zweck lässt sich die Eingangsempfindlichkeit zwischen Line- und Mikrofonpegel umschalten. Gleich daneben sitzt die Link-Buchse im XLR-Format, mittels derer sich ein weiterer aktiver Lautsprecher koppeln lässt. Falls im Betrieb mit anderen Geräten Brummen auftritt, bringt der Schalter zur Trennung der Masseverbindung Abhilfe. Zur Klanganpassung steht ein analoger Zweiband-EQ mit einem Regelbereich von +/-6 dB bereit. Der Gesamtpegel wird mit dem nebenliegenden Drehregler eingestellt. Sollte man den Lautsprecher ausnahmsweise jenseits des großen Teiches einsetzen wollen, kann die Leitungsspannung auf der Rückseite auch auf 110 Volt herabgesetzt werden.

Proel V15 Plus

Abschaltbare Front-LED

Der Lautsprecher besitzt auf der Front hinter dem Lochblech eine LED, die den Betriebszustand anzeigt. Falls diese optisch stören sollte, lässt sie sich einfach per Druckknopf auf der Rückseite abschalten. Der Betriebszustand kann in dem Fall aber weiterhin auf der Rückseite anhand von zwei LEDs abgelesen werden. Die linke LED leuchtet im Betrieb grün, die rechte LED nur, wenn ein Eingangssignal detektiert wird. Sobald der interne Limiter aufgrund zu hohen Pegels aktiv wird, leuchtet diese LED rot. Der Lautsprecher wird per Bi-Amping betrieben. Für den Tieftonbereich wird eine 250 Watt (RMS) Class-D Endstufe verwendet, während der Hochton über eine 50 Watt (RMS) Class-A/B Endstufe betrieben wird. Class-D Endstufen besitzen einen sehr hohen Wirkungsgrad bis zu über 90 Prozent bei Vollaussteuerung, weshalb sie trotz hoher Leistungsabgabe vergleichsweise kompakt und leicht gebaut werden können. Nachteilig sind eventuell erhöhte Verzerrungswerte durch die zugrundeliegende Pulsbreitenmodulation sowie ein erhöhtes Rauschen im Vergleich zu Class-A/B Verstärkern. Da sich diese Nebenwirkungen im Hochtonbereich stärker auswirken, setzt Proel hier konsequenterweise auf einen Class-A/B Verstärker. Der Frequenzbereich des V15 Plus wird mit 45 Hz bis 20 kHz angegeben, die Trennfrequenz der beiden Treiber liegt bei 2000 Hz. Dann schauen wir uns das Ganze doch mal aus der Nähe an.

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