Test: Rockboard Power Pit, Multinetzteil

6. Oktober 2017

Power to the People

Das RockBoard Power Pit ist ein Multinetzteil. Unschwer zu erkennen aus dem Warwick Vertrieb/Markneukirchen. Schon eine geraume Zeit auf dem Markt hat es letztlich doch noch mal auf der Untersuchungsbank von Amazona.de Platz genommen.

Multinetzteile finden sich, spätestens seit Beginn des Pedalboard-Hypes, zunehmend als Stromversorger unter den Pedaltrains, Pedalbays, Spaceships, Rockboards etc. oder Custom Made Boards wieder. Zum einen ist es durchaus sinnvoll, den Verschleiß von 9 Volt Block Batterien zu minimieren, die Umwelt dankt es. Zum anderen verschafft man sich im Idealfall ein verlässliches System. Vorausgesetzt, es funktioniert ohne Brummschleifen, ist flexibel, wartungsfrei und kostet natürlich nicht die Welt.

Facts & Features

Flexibel sein bedeutet, bei den Stromversorgern in erster Linie nicht nur 9-Volt-Bodentreter zu bespeisen. Wenn auch nur selten trifft man, vor allem bei den alten Schätzchen, immer mal wieder auf Kandidaten, die nach 12, 15 oder 18 Volt verlangen und genau hier sollte die Flexibilität eines Multinetzteils greifen. Das und weitere Features hat das RockBoard Power Pit schon mal mit im Programm. 

Wenn es um Netzteile geht, hat man, wie bei den meisten anderen Produkten auch, eine relativ große Preisspanne für ähnliche Konzepte. Diese bewegt sich in der relevanten Produktsparte zwischen ca. 10 und 400 Euro, da sollte man schon mal überlegen, was einem wichtig ist.

Da ich mich vor ein paar Jahren nach langem Ausprobieren für eine ziemlich günstige Variante entschieden habe, mit der ich bis heute sehr zufrieden bin, gebe ich natürlich auch den günstigeren gerne eine Chance.

Das RockBoard Power Pit ist mit seinen 99,- Euro im oberen Bereich des günstigsten Preissegments. Hier mit derartigen Angeboten an Bord aufzutreten ist auf jeden Fall eine Ansage und verspricht schon mal einiges an Interesse. Den Standard allerdings auch qualitativ zu halten, stelle ich mir eher schwierig vor.

Was hat das Rockboard Power Pit zu bieten?

Anstatt wie so oft verschiedene Aufsätze, gibt es vier unterschiedliche Kaltgerätestecker im Lieferumfang, die passend sind für die Euro-Norm, England, die USA und Australien. Acht Stromverbindungskabel für Effektpedale, 2,1-mm-Hohlstecker, mit geradem und 90° Winkelstecker an den Enden. Die Kabel sind ca. 20 cm lang, somit etwas knapp bemessen, ob das reicht, erfahren wir im Praxistest. Einen kleinen Innensechskant-Schlüssel (2 mm) und Ersatzsicherungen (4 x 500 mA 250 V).

Rockboard-Power-Pit-Zubehör

— Rockboard-Power-Pit-Zubehör —

Das Netzteil an sich verfügt über einen Spannungswahlschalter von 110 auf 220 Volt und wie schon zu vermuten, hat es acht Standardausgänge mit der Polarität Minus innen und Plus außen. Die Abmessungen liegen bei 170 x 90 x 50 mm (inkl. geschraubter Gummifüße), auf die Waage bringt das Teil 910 Gramm. Wie schon erwähnt, erfolgt die Stromzufuhr über einen Kaltgerätestecker. Hier gibt es, neben dem Eingang (110/220 V AC IEC (männlich)) sogar noch einen Ausgang 110/220 V AC IEC (weiblich), leider wird hierfür kein Kabel mitgeliefert.

Die maximale Stromversorgung liegt bei 1280 mA und teilt sich wie folgt auf:

Erster Ausgang: 9 V – 18 V DC, 150 mA max. isoliert. Hier schließt man Effektpedale an, die 9, 12, 15 oder 18 Volt DC benötigen. Die entsprechende Spannung wird über einen Schieberegler eingestellt.

Ausgang drei bis vier: 9 V DC, jeweils 210 mA max. isoliert mit LDV (Load Dependent Voltage). Hier kann man einzeln die Ausgangsspannungen zwischen 7, 9 bis 9,4 Volt DC variieren. Das Ganze simuliert quasi eine Batterie. Die Ausgänge fünf bis acht sind nicht isoliert und verfügen über 9 Volt, max. 500 mA total. Die einzelnen Spannungsvarianten werden über ein beleuchtetes Display visualisiert.

Praxis mit dem Rockboard Power Pit

Für den Praxistest verkabele ich das Rockboard Power Pit unter meinem Pedalboard, was auch tadellos funktioniert. Selbst die relativ kurzen Kabel genügen, um alle acht Bodentreter zu versorgen. Im Programm ist ein Standard Set-Up: Booster-Kompressor-OD-Fuzz-Delay-Phaser und ein Stimmgerät. Zu Beginn funktioniert auch alles gut und ich nutze es im Dauerbetrieb.

Daraufhin schwenke ich kurz auf mein System zurück und muss leider feststellen, dass das Rockboard Power Pit ein leichtes Netzbrummen produziert, was mir bei Zimmerlautstärke nicht gleich auffiel. Ich möchte auch behaupten, man kann damit umgehen, aber wenn man eine Option hat, die das Problem sogar günstiger löst, fällt das Power Pit für mich durch das Raster. Als beim LDV-Check das Display noch kurzzeitig ausfiel, war für mich der Test leider gelaufen. Das Gerät war zwar immer noch funktionsfähig, was die Hauptaufgabe betraf, aber als Zuverlässig kann man das nicht wirklich bezeichnen.

-- Rockboard Powerpit Front --

— Rockboard Powerpit Front —

Fazit

Leider springt für das Rockboard Power Pit nur ein Befriedigend raus. Ich hätte mir tatsächlich etwas mehr gewünscht, denn die Idee und Möglichkeiten, die es bietet, haben durchaus Potenzial. Aber bei einem Netzbrummen, wenn auch nur dezent und leichten Ausfällen im Testbetrieb ist es wohl kein zuverlässiger Partner auf der Bühne oder im Proberaum. Vielleicht war unser Testgerät auch nur die klassische „Montagsproduktion“ und in der Serie treten diese Probleme nicht auf.

Plus

  • Konzept
  • Batteriesimulation
  • Anschluss für einen Kaltgerätestecker

Minus

  • leichtes, aber konstantes Netzbrummen
  • Verarbeitung
  • Fehlfunktionen

Preis

  • Ladenpreis: 99,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    DSL-man  RED

    Schade.
    Kann bitte jemand so etwas für Synthesizer, Drumcomputer entwickeln..
    Innen bitte plus Pol und gern auch 500mA/12V
    Dann können wir Synthesizer Freunde nämlich auf die 10 fach Steckdosenleisten verzichten ;)

    • Profilbild
      Muddy

      Hallo Patrick,
      z.B. bei ebay gibt es Kabel die die Polarität drehen:
      „SC-1R Hohlstecker Anschlußkabel, Reversed, gedrehte Polarität“.
      Damit lassen sich auch die Synthi-Effekte zentral verstromen.
      Ich verwende das oben vorgestellte „RockBoard Power Pit“;
      bei mir schlägt kein Netzrauschen/-brummen durch.

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