Test: Roland FP-30, Stagepiano

Auch bei den E-Pianos trifft die Bezeichnung der Kategorie nicht zu 100% zu, darin enthalten sind nämlich auch zwei Mallets-Sounds. Ansonsten findet man hier jedoch wirklich gute Pendants von Rhodes, FM E-Piano, Wurlitzer und Clavinet. Die Samples gehen ok, auch wenn sie an vielen Stellen ausdrucksstarke Dynamik vermissen lassen, auch etwas mehr Schmutz/Dreck hätte den Sounds gut zu Gesicht gestanden. Da kann auch nicht die interne Effektsektion des Roland FP-30 abhelfen, die mit den Effekten Ambience und Brilliance (beide in 3 bzw. 4 Stufen einstellbar) dafür zu klein ausfällt. Im Bereich der Piano-Sounds bietet das Stagepiano allerdings die Möglichkeit, String Resonance, Damper Resonance und Key Off Resonance an- und auszuschalten. So bleibt es bei den E-Pianos leider bei einem guten, aber doch sehr braven Klangeindruck.

Die Other-Sounds komplettieren die Klangpalette des Roland FP-30 gut. Hier findet man alles, was man zum Splitten und Layern benötigt. Die Klangqualität ist befriedigend bis gut. Maximal zwei Sounds kann man maximal layern, d.h. übereinanderschichten, allerdings geht dies nur bei Sounds, die nicht aus der gleichen Kategorie stammen. Die Tastatur lässt sich auch in zwei Bereich splitten, der Splitpunkt ist dabei frei wählbar. Zu guter Letzt gibt es noch einen Twin Modus, bei dem die Tastatur in zwei gleiche Teile aufgeteilt ist, dieser eignet sich zum vierhändigen Spiel.

Tastatur und Lautsprecher

Hinsichtlich des Tastatur kommt beim Roland FP-30 die PHA-4 Standard zum Einsatz. Diese bietet ein gutes Spielgefühl und ist qualitativ deutlich besser als die gängigen No-Name-Stagepianos. Für Anfänger vollkommen okay, Fortgeschrittene werden aber sicherlich das etwas behäbige Repetitionsverhalten und den recht leichten Anschlag monieren.

roland-fp-30-8

Das Lautsprechersystem des FP-30 bietet eine Leistung von 2x 11 Watt, das reicht sowohl für den Heimgebrauch als auch die Probe/kleine Bühne vollkommen aus. Die beiden Lautsprecher strahlen nach unten ab, so dass man das FP-30 nicht auf einem Tisch platzieren sollte. Der Klang ist sehr ausgewogen und entgegen so manchem Konkurrenten übersteuert das System auch nicht bei voller Lautstärke.

Auch in weiß ist das Roland FP-30 erhältlich

Auch in Weiß ist das Roland FP-30 erhältlich

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    cubemusic

    Prima Test – danke sehr. Zwei Anmerkungen vielleicht noch: Aus meiner Sicht braucht ein Stagepiano einen Pitchbender und ein Modulationsrad (siehe die RD-Serie von Roland und auch viele ‚echte‘ Stagepianos anderer Hersteller), und der Modus, die Tastatatur in zwei gleiche Bereiche aufzuteilen, ist imho ein Lehrer-Schüler-Modus und nicht für das klassische, vierhändige Spiel gedacht.

    • Profilbild
      Felix Thoma  RED

      Hi Cubemusic,
      über Pitch Bend und ein Modulationsrad kann man sich sicherlich streiten, die meisten Anfänger wollen ja einfach nur Klavier spielen.

  2. Profilbild
    Amazone

    Ein Lautstärke-Schieberegler wie vom Yamaha P-115 ist sicher nicht genauer als die Lautstärketaster vom FP-30.
    Am FP-30 lassen sich 100 verschiedene Lautstärken einstellen.
    Wenn man mitzählt, kann man die Lautstärke auch immer wieder exakt einstellen über die Tasten mithilfe der 5 LEDs.

    Das kriegt man so genau mit einem Schieber oder Drehknopf sicher nicht so fein abgestuft hin.
    Außerdem speichert das FP-30 die Lautstärke getrennt für Lautsprecher und Kopfhörer.
    Das geht mit einem Schieberegler auch nicht.

    Darüber hinaus ist die Tastatur die festeste in diesem Preisbereich von 600€-700€.
    In jedem Fall fester als ein Yamaha P-115 oder ein Kawai ES-100.
    Auch ein Casio ist in dieser Preisregion nicht fester.

    Verstehe also die Aussage in diesem Test nicht so ganz, dass sich die Tastatur des FP-30 eher leicht spielen würde.

    Desweiteren ist sie nicht nur qualitativ besser als die NoName Geräte, sondern auch besser als ein P-115 und ES-100, da sie als einzige in diesem Preisbereich über einen 3-fach Sensor und Druckpunktsimulation verfügt.

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    Tom

    Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen. Für den Preis ist das FP-30 hinsichtlich Tastatur und Piano-Sound das beste Einsteigergerät, dass ich kenne. Auch die eingebauten Lautsprecher, die bei diesen Geräten eigentlich immer einen Schwachpunkt darstellen, sind ganz gut brauchbar und besser als beim Yamaha oder Kawei Einsteigermodellen.

  4. Profilbild
    ed

    Meines Erachtens ist das FP 30 ist mit einer sehr guten und rel. präzisen Tastatur ausgetattet, die in diesem Preissegment erst mal gefunden werden muß; bis ca. € 1100 hab ich keine bessere gefunden. Sogar das hochgelobte Kawai MP 7 hat eine bedeutend leichtgängigere, keyboardartige Tastatur die hier nicht mithalten kann und mich erst mal abgeschreckt hat. Die Lautsprecher sind für mich okay, das Gerät macht alles in allem einen guten Eindruck. Hier will man nicht meckern und ich mag das Gerät!
    Über die Lautstärkeregelung läßt sich dikutieren.
    ABER…:
    Ich habe nun schon das dritte !!! FP 30 bekommen und keines ist bei energischer Ansprache in der dritten Cis-Taste tonstabil, d.h. es ist keine klare, harte Tonansprache sondern nur ein ` gezogener Ton ´ möglich (Gitarrensprache: Bending).
    Bei längerem Gebrauch fällt dann auch ein
    `weicherwerden der Nachbartöne´ auf, besonders krass wird´s dann bei bestimmten Akkorden/Tastenkombinationen.
    Außerdem beschleicht mich das Gefühl, daß diese Phänomen bei zunehmender Spieldauer zunimmt, oder ich werde dafür einfach sensibler.
    Vielleicht kann jemand etwas zur Klärung beitragen.

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