Test: Roland TD-17 KVX, E-Drum Set

31. August 2018

Gehobene Mittelklasse mit Spaßfaktor!

roland td-17

Der E-Drum-Sektor ist kein neuer Markt. Einige Hersteller haben sich am Markt etabliert und versuchen mit neuen oder teils nur scheinbar neuen Konzepten, sich ein größeres Stückchen vom Kuchen zu sichern. Roland ist für E-Drummer kein Unbekannter und mit der V-Drum Technologie haben die Japaner ein gut etabliertes und erprobtes System am Markt. Derzeit sind 20 verschiedene V-DRUM-Sets bei Roland fürs Sauerverdiente zu bekommen. Mir steht das ROLAND TD-17 KVX Set zum Test zur Verfügung. Die Sounds stammen aus dem etablierten TD-50 und für das TD-17 wurden neue Pads dazugelegt. Das ist doch eine Ansage.

Die Verpackung macht schon einmal einen guten Eindruck. Ich erhalte zwei große Kartons. In einem ist der MDS-4 KVX Drum-Stand zu Hause, der andere beherbergt den Rest.

Das Rack des Roland TD-17

Die Teile machen einen wertigen Eindruck. Die Anleitungen gibt es gleich in acht Sprachen, sehr gut. Da können sich die Kollegen mal eine Scheibe davon abschneiden. Auch das zugegebenermaßen recht dicke Handbuch des Sound-Moduls TD-17 ist achtsprachig aufgebaut. Jedoch relativiert sich das sofort wieder: Pro Sprache gibt es überschaubare 28 Seiten. Diese sind auch inhaltlich gut gewählt und verständlich geschrieben.

ROLAND TD-17

ROLAND TD-17 KVX Set

Überrascht werde ich von der Situation, dass bei diesem Drum-Set keine Hi-Hat-Maschine und auch keine Fußmaschine für die Bassdrum enthalten ist. Aufgrund der Bezeichnung „Set“ habe ich erwartet, dass alle Komponenten eines normalen Drum-Sets enthalten sind. In kürzester Zeit stellte sich dies jedoch als Vorteil heraus: So kann jeder seine gewohnte Hardware am E-Set einsetzen und fühlt sich in diesen beiden Aspekten bereits schon wie „zu Hause“. Dies ist prima und auf alle Fälle besser als eine Kompromisslösung und ergibt sogleich eine Individualisierung des Sets.

Alle Komponenten des Roland TD-17 können leicht zusammengebaut werden. Eine übersichtlich aufbereitete Anleitung hilft bei möglichen Fragen. Der Kabelbaum trägt eindeutige Beschriftungen und die Längen der Kabel sind passend zu den einzelnen Steckern gewählt. Bei zwei Steckern muss ich allerdings suchen: Beim Kick-Pad und bei der Snare Drum. Die Buchsen sind etwas versteckt, da der Einsteckwinkel schräg gewählt ist. Das hat jedoch den Vorteil, dass beim etwaigen Hinfallen (oder wenn mal wieder einer übers Drum fällt) dies nicht direkt auf die Stecker knallt. Klasse! Die Konstruktion ist leicht, aber dennoch stabil und ermöglicht die gängigste Aufbauform eines Drum-Sets auf einer kompakten Grundfläche, was die Frage nach dem Platz in der Wohnung schon fast erübrigt.

ROLAND TD-17 KVX @Home

ROLAND TD-17 KVX @Home

Roland Tom Pads PDX-8

Glücklicherweise sind die Zeiten von gummierten Kunststoffkreisen oder brettharten Vielecken, die sich vor Jahrzehnten als erste E-Drum-Pads präsentierten, vorbei. Selbst die Kollegen, die bereits damals stolz die Neuerungen nutzten, bemerkten erst später, was sie ihren Handgelenken zumuteten. Die Technik und die Materialien haben sich längst weiterentwickelt. ROLAND ging mit den V-Drum-Pads in die richtige Richtung – weg von den harten Gummi-Pads, hin zur „Fell-Variante“ – den Pads mit Gewebefell. So zeigen sich auch die aktuellen PDX-8 Tom-Pads auf der Höhe der Zeit. Die Mesh-Heads befinden sich in einem flachen Rahmen, der weder Ecken noch Kanten aufweist und somit praktikabel und beim Handling bequem in der Hand liegt. Die Konstruktion bietet einen guten Rebound und eine „geringe Lautstärke“. Ich habe alle Heads zunächst einmal wie geliefert, also ohne weitere Korrektur der Fellspannung, eingesetzt und ich konnte problemlos darauf trommeln. Nachjustierung der Sensitivität des Triggers? Fehlanzeige. Ich habe im Laufe der Zeit lediglich beim Snare-Pad geringe Korrekturen hinsichtlich der Fellspannung vorgenommen.

Roland Snare Pad PDX-12

Gerade bei der PDX-12 Snare Drum dreht es sich für den Schlagwerker ja quasi um das Herzstück seines Sets. Keiner anderen Trommel eines Drum-Sets wird im Regelfall eine größere Aufmerksamkeit zuteil (ok – abgesehen vielleicht noch von der Bassdrum). Insofern ist es geradezu beneidenswert, wie unspektakulär dieses Pad optisch daher kommt. Beim genaueren Hinsehen weicht die Bauweise von den Tom-Pads ab. Es ist nach unten voluminöser aufgebaut. Denke ich bei der Suche nach „meiner“ Snare bei den akustischen „Kollegen“ nur an die unzähligen Überlegungen in puncto Größe, Kessel, Bauart, Material und Ausstattung, so kann ich mich hier fürs Erste entspannt zurücklegen.

Die Ausführung als 12“-Pad setzt sich angenehm optisch von den 8“ großen Tom-Pads ab und kommt dem gewohnten 14“ Durchmesser wesentlich näher als bei 10“ großen Lösungen. Somit habe ich hier gleich das Gefühl, auch wirklich vor einer Snare zu sitzen.

Bereits beim ersten Anspielen des Pads macht sich neben dem tieferen Fellklang auch noch etwas anderes bemerkbar. Das Pad verfügt über ein doppeltes Gewebefell. Somit ist der Rebound besser und die Zuverlässigkeit bei den Ghostnotes hat auch zugenommen. Ich habe den Eindruck, dass die Snare-Aufhängung im Vergleich zu den Aufhängungen der Tom-Pads noch mehr Beweglichkeit beim Trommeln bietet. Dies wirkt lebendig, in etwa so wie das bekannte Gefühl des Nachgebens des Fells beim Auftreffen des Sticks. Das Spielen des Pads gelingt auf Anhieb. Rim-Shots und Cross-Sticking sind ebenso möglich, wobei es für mich jedoch „zu lernen“ gilt, dass beim Cross-Stick (oder auch Rim-Click genannt) die Hand nicht auf dem Fell liegen darf.

Klangbeispiele
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