Test: Roland TD-17 KVX, E-Drum Set

Das Drum-Modul des Roland TD-17

Die Übernahme der Soundlibrary des TD-50 ist ein eindeutiger Vorteil, denn die Sounds des TD-50 sind einfach amtlich. Das Gehäuse des Drum-Sound-Module TD-17 ist kompakt und lässt sich gut bedienen. Die Anzeige wird weiß auf schwarzem Hintergrund dargestellt und kann in der Helligkeit angepasst werden. Mir gefällt es sogar besser als die mehrfarbigen Modelle – aber das ist sicher Geschmackssache. In der Praxis ergaben sich weder in heller noch in dunkler Umgebung Einschränkungen bei der Lesbarkeit.

roland td-17

Das Gehäuse des Sound-Moduls hat sich weiter entwickelt. So gibt es oberhalb des Bedienfeldes einen abgesetzten Bereich, auf dem ein Smartphone platziert und angeschlossen werden kann. Dem 3,5 mm Miniklinkeneingang mitsamt eigenem Regler sei Dank, steht jetzt dem Trommeln zu den aktuellen Charts oder zur eigenen Playback-Mucke also nichts mehr im Wege. Und ganz zeitgemäß geht das sogar via Bluetooth.

An Vielfalt mangelt es dem TD-17 wirklich nicht. Von Pop-, Rock-, Jazz-, Metal- und Percussion-Sounds bis hin zu FXs reicht die Klangpalette der 310 Instrumente. Der Drum-Mix kann hinsichtlich des Halleffekts, eines Multieffekts sowie der tiefen und hohen Frequenzen angepasst werden. Darüber hinaus können alle Sounds in puncto Tonhöhe und Dämpfung editiert werden. Allerdings vermisse ich beim Modul die individuelle Lautstärkenanpassung der einzelnen Pads mittels Schieberegler. Das behält sich Roland für die Top-Modelle TD-30 und TD-50 vor.

Ein cleveres Feature sind die eingebauten Trainingsfunktionen: Neben dem Spiel zum Klick können auch gezielte Einheiten wie etwa Time-Check (wie gut ist mein Timing?) oder Quiet-Count (wie gut halte ich das Timing in Takten ohne Click?) ausgewählt werden. Die Warm-Up-Funktion kombiniert gleich 3 verschiedene Übungen nacheinander – ohne jegliches Umschalten.

Ebenso ist die Aufnahme des Drummings in Realtime möglich – hierzu wird am besten eine SD-Card verwendet. Der interne Speicher ist auf 3 Minuten begrenzt. Ups? Das ist aber überschaubar. Ok, auf der SD-Karte ist die Speicherung bis maximal 60 Minuten möglich. Über diesen Weg können auch Samples gesichert oder User-Samples eingelesen werden.

roland td-17

Ich starte mit dem „Kit 22 – Heavy Dry“: Dieses Kit bietet bei den Drum-Sounds einen vollen und voluminösen Klang. Die Nuancen der Schlagstärke werden gut von den Pads abgebildet, so dass gerade die Tom-Sounds Spaß bereiten. Die Rims bieten noch einmal eine deutliche Verstärkung des Tom-Sounds – klasse. Die Crash-Becken bieten eine direkte Ansprache und ebenso gute Nuancierungen des Klangs analog zur Anschlagstärke. Das Ride kommt klar daher, für meinen Geschmack jedoch etwas dünn im Vergleich zu den restlichen Becken-Sounds. Hier brachte das Anheben der Lautstärke im Mix eine sofortige Verbesserung. Daher habe ich mir einfach ein etwas kräftigeres Ride ausgewählt. Als weiteres Set traf das „Funk Kit“ meinen Geschmack – aber hört selbst.

Meine Sound-Safari geht weiter und ich bin begeistert: Die weiteren Sound-Kits stehen der Qualität in nichts nach. Neben den Drum-Kits gibt es genügend „Percussion Accessoires“ für den Schlagzeuger-Alltag. Wird mal eine Kuhglocke oder ein Tamburin benötigt – kein Thema. Ein Splash, China-Becken oder ein Gong? Bitte sehr. Eine Side-Snare, TR-808-Sounds oder moderne Jingle-Stacks oder Lo-Fi Compress-Sounds? Auch hierzu wird man fündig.

roland td-17

Sowohl bei den Kits als auch bei den Instruments (Soundfiles) steht beim ROLAND TD-17 jeweils die Hälfte des internen Speicherplatzes für eigene Kreationen zur Verfügung. Aus meiner Sicht sind das alles in allem praktikable Bedingungen.

Fazit

Das Drumming mit dem Roland TD-17 KVX macht Spaß. Die Tom- und Becken-Pads sprechen gut an und vor allem das 12“ Snare-Pad macht einen positiven Eindruck. Die Sounds klingen prima und die Auswahlpalette ist gut. Die Hardware ist wertig und stabil. Das Sound-Modul bietet Editiermöglichkeiten der Sounds und Klangeinstellungen bei den Kits. Weitere Features wie internes Recording, Bluetooth, Audio-Mix In sowie die Coach-Funktionen offenbaren eine Vielzahl an Möglichkeiten. Meine Empfehlung: unbedingt antesten!

Plus

  • amtliche Sounds des TD-50
  • die eigene Hi-Hat- und Fußmaschine können integriert werden
  • kompakte, wertige und durchdachte Bauweise
  • intelligente Pads mit sensitiver Ansprache
  • 12“ Snare-Pad
  • Trainingsfunktionen

Minus

  • Hi-Hat-Maschine und Fußmaschine sind gesondert notwendig
  • beim Cross-Stick auf der Snare darf die Hand nicht auf dem Fell liegen
  • keine separaten Lautstärkeregler für die einzelnen Pads

Preis

  • Ladenpreis: 1.499.- Euro
Klangbeispiele
Forum

Es sind momentan noch keine Kommentare für diesen Artikel vorhanden.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.