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Test: Sennheiser Evolution Wireless 100 G4, Drahtlos-System

25. September 2018

Unendliche Freiheit?

 Sennheiser Evolution Wireless titel

Wireless verspricht die große Freiheit auf der Bühne. Ungebundenes Umherlaufen, Posen und Stagediving, all das wird mit der unerbittlichen Fessel des Kabels erschwert. Also muss ein Sender her. Mit der Sennheiser Evolution Wireless 100 G4 Serie soll das alles kein Problem sein. Der Hersteller verspricht Flexibilität, Vielseitigkeit, Sendepower und „einfache Integration“. In Zeiten immer rarer werdender Frequenzen und Funkstreckenchaos auf so mancher Bühne sicherlich eine Herausforderung.

Sennheiser Evolution Wireless 100 G4

Zum Test steht uns das Sennheiser Evolution Wireless 100 G4 als Instrumentenset zur Verfügung, das Set beinhaltet den Empfänger EM 100 G4 und den Taschensender SK 100 G4. Im Lieferumfang des Sets enthalten sind neben diesen beiden Basisteilen noch das Ci1 Instrumentenkabel, ein RJ10-Datenkabel, ein GA3-Rackmount-System sowie das Netzteil für den Empfänger und ein Satz AA-Batterien für den Sender. Der zur Verfügung stehende Testkandidat arbeitet im E-Band, das ist der für Deutschland derzeit frei nutzbare Frequenzbereich von 830 bis 838 MHz. Hoffentlich bleibt das noch lange so!

Sennheiser Evolution Wireless 100 G4 Empfänger

Der Empfänger  des Sennheiser Evolution Wireless 100 G4 kommt im praktischen 9,5″-Format, so dass bei Bedarf auf einer Höheneinheit 2 Geräte untergebracht werden können. Für mich als Gitarristen mit InEar-Fetisch natürlich ideal, denn so kann ich meine eigene InEar-Funke platzsparend neben dem Instrumentenempfänger unterbringen. Dazu werden die beiden Geräte auf der Unterseite mit der beiliegenden Platte verschraubt, rechts und links werden die beiliegenden Rack-Winkel angebracht und schon kann die Empfangsstation auf Sendung gehen. Oder doch nicht? Zu beachten ist, dass die Antennen des Empfängers auf der Rückseite angebracht werden, die Installation ist grundsätzlich ganz simpel. Die Antennen werden aufgesteckt, mit dem Bajonettverschluss arretiert und idealerweise etwas v-förmig zueinander ausgerichtet. Das ist im Standalone-Betrieb kein Problem, bei Rack-Montage müssen die Antennen jedoch irgendwie nach außen.

Bei der Montage eines einzelnen Gerätes kommt dazu die ebenfalls 9,5″ breite Rack-Blende ins Spiel. Aber Achtung, Verbindungskabel liegen dem Set nicht bei! Worüber ich mich zugegebenermaßen zuerst geärgert habe, allerdings ergibt es durchaus Sinn, die Kabel je nach gewünschter Länge separat zu bestellen. Angeboten werden die Kabel in den Längen 1, 5  und 10 Meter. Montiert man zwei Geräte wie oben beschrieben auf eine HE, können die jeweils beiliegenden Lochblenden ebenfalls verbunden werden und z. B. auf der Rückseite des Racks angebracht werden.

Sennheiser Evolution Wireless front

— Sennheiser Evolution Wireless 100 G4 Empfänger EM 100 G4 im 9,5″-Format —

Das Design des Sennheiser Evolution Wireless 100 G4 Empfängers ist übersichtlich, lediglich sechs Gummiknöpfe auf der Vorderseite und ein informatives monochromes Display reichen, um alle nötigen Einstellungen am Gerät vornehmen zu können. Eine Bedienungsanleitung sucht man in der Verpackung allerdings vergeblich, lediglich einen Hinweis auf die Verfügbarkeit im Internet. Die Anleitung kann dann entweder im Webbrowser angesehen werden oder man installiert die angebotene App auf seinem Smartphone oder Tablet.

Grundsätzlich begrüße ich es, wenn Hersteller aus Gründen des Umweltschutzes auf mehrseitige, wegen der Mehrsprachigkeit oftmals Telefonbuch-Dimensionen annehmende Bedienungsanleitungen verzichten. Für nicht so geübte „Internetrookies“ ist der Weg zur deutschen Anleitung allerdings erst mal steinig. Ein beigelegter Flyer im DIN-A4-Format mit einer Übersicht der Menüstruktur wäre aus meiner Sicht sinnvoll gewesen. Und wenn schon Umweltschutz, dann bitte auch konsequent, da war reichlich Plastikmüll im Karton. Oder ist es wieder einmal die Wirtschaftlichkeit, die den Druck einer Anleitung verhindert? Bei knapp 550,- Euro Verkaufspreis kann das kein Argument sein.

Hat man aber erst mal das Dokument aufgerufen oder die App installiert und die Spracheinstellung gefunden, erfreut man sich an der Übersichtlichkeit des Designs. Durch zahlreiche Links in der Beschreibung gelangt man schnell in andere relevante Bereiche der Anleitung. Das ist wohl die Zukunft, also gewöhnen wir uns dran.

Die Rückseite des Sennheiser Evolution 100 G4 Empfängers ist schnell erklärt. Links finden wir die Netzbuchse für das mitgelieferte Netzteil nebst Zugentlastungslasche, einen XLR-Ausgang (symmetrisch) und einen Klinkenausgang (unsymmetrisch). Die beiden folgenden mit „DATA“ beschrifteten RJ10-Buchsen dienen der Kommunikation mehrerer Empfängermodule. Dann kommen rechts noch die beiden Antennenbuchsen, das war’s.

Sennheiser Evolution Wireless rear

— Die Rückseite des Sennheiser Evolution 100 G4 Empfängers —

Die Bedienung des Evolution 100 G4 Empfängers

Im alltäglichen Betrieb des Sennheiser Evolution 100 G4 Empfängers gibt es drei mögliche Standardanzeigen des Homescreens, von denen man eine beim Einschalten des Gerätes auswählen kann. Zum Ersten kann das Display die Empfängerparameter darstellen, dies wird wohl auch die häufigste Nutzungsoption sein. Auf einen Blick sehen wir hier die Verbindungsqualität zwischen Sender und Empfänger (RF I & II), den Audiopegel (AF) sowie weitere, für den sicheren Betrieb relevante Informationen wie die eingestellte Frequenz, Kanalbank und Kanal, Batteriestatus des Senders, Stummschaltung des Senders bei ausgeschaltetem Sender sowie den frei einstellbaren Namen des Gerätes, der auch auf dem zugehörigen Sender angezeigt wird. Ob die Tastensperre eingeschaltet ist und der mögliche „Pilotton“ aktiv ist, sehen wir ebenfalls.

Mit der Pfeiltaste nach unten gelangt man in den zweiten Homescreen mit der Bezeichnung „Soundcheck“. Hier reduziert sich die Anzeige auf die wichtigen Parameter Empfangsleistung, Audiosignal und Frequenz, in diesem Modus kann die Empfangsleistung optimiert werden.

Noch mal auf die Pfeiltaste gedrückt erscheint tatsächlich ein Stimmgerät, wenn man dies im Menüpunkt „Advanced -> Guitar Tuner“ aktiviert hat. Der Tuner arbeitet zuverlässig und erinnert vom Design ein wenig an ein frühes Computerspiel. In diesem Fall mit dem Ziel, die sich bewegende Box mit möglichst höchster Präzision in den mittigen Kasten zu bugsieren. Der „Gamecontroller“ ist hierbei die Mechanik der Saite. Macht Spaß und ist tatsächlich ein ernstzunehmendes Tool im Alltag. Man kann im Tuner-Menü sogar eine Stummschaltung des Audiosignals veranlassen, wenn der Empfänger sich im Stimmmodus befindet.

Sennheiser Evolution Wireless tuner

— Die Guitartuner-Funktion des Sennheiser Evolution 100 G4 Empfängers —

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