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Test: Spector NS Ethos 5, Bassgitarre

Fett, druckvoll und tight!

27. Dezember 2022
Test: Spector NS Ethos 5, Bassgitarre

Test: Spector NS Ethos 5, Bassgitarre

Spector Guitars wurde 1976 in Brooklyn, New York, von Stuart Spector und Alan Charney gegründet. Beide waren Mitglieder der Brooklyn Woodworkers Co-op, die sich einen Raum in einem alten Fabrikgebäude teilten. Dort lernte Stuart die maschinelle Holzbearbeitung von Billy Thomas, einem Freund und Gründer der Genossenschaft. Das Geschäft begann 1976 mit dem Verkauf an Gracin Music in der 48th Street in NYC. Sowohl G-1-E-Gitarren als auch SB-1-Bässe, entworfen von Stuart, waren in der ursprünglichen Produktlinie enthalten. Unter den anderen Mitgliedern der Genossenschaft war Ned Steinberger, der kürzlich eine Ausbildung zum Möbeldesigner am Cooper Hewitt Museum abgeschlossen hatte. Er interessierte sich für die Arbeit von Spector und bot an, einen Bass zu entwickeln. Ned folgte der Philosophie „Form follows Function“ und nutzte diese beim Design des NS Bass mit einem eleganten, ergonomisch geschwungenen Design und der Neck-Thru-Korpuskonstruktion, die Spector bereits verwendete. Der erste NS-1 Bass wurde im März 1977 gebaut, 1979 folgte das Modell mit zwei Tonabnehmern, der NS-2.

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Spector NS Ethos 5 Super Faded Black
Spector NS Ethos 5 Super Faded Black Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Bis 1977 hatte Spector eine ganze Etage direkt unter der Genossenschaft gemietet, wobei Vinny Fodera der erste Vollzeitmitarbeiter war, der schließlich seine eigene hochgeschätzte Linie von Fodera-Bässen gründete. Fodera war einer von vielen legendären Gitarrenbauern, die aus dieser Brooklyn-Ära der Instrumente hervorgegangen sind. Der erste Schritt zur Serienproduktion wurde durch einen Vertrag mit der Firma DiMarzio getan. DiMarzio, die heute für ihre Weltklasse-Tonabnehmer bekannt sind, verkaufte Ersatzgitarrenhälse für Spector. Dies führte zur Entwicklung von Geräten, die zum Schleifen der fertigen Form des Halses und zu Fortschritten bei der Montage von Bünden benötigt wurden. Die Beteiligung an OEM-Geschäften wurde Ende 1982 eingeschränkt, um sich auf die Spector-Bassproduktion zu konzentrieren. 1982 kam auch Harold „Hap“ Kuffner als nationaler und internationaler Vertriebsleiter für Spector hinzu, was die Zahl der in- und ausländischen Händler und Distributoren deutlich erhöhte.

Spector Bassgitarren – Geschichte

Zusätzlich zu Spectors wachsender öffentlicher Bekanntheit durch das breitere, weltweite Händlernetz wurde die Marke 1983 in der Popkultur über Nacht berühmt, als ein weißer Spector NS-2 Bass zu Beginn der Synchronicity-Tour von The Police an Sting verkauft wurde. Auf dem Höhepunkt ihrer Popularität stellten The Police und Sting die Marke einem Mainstream-Publikum vor, als der weiße NS-2 für den Rest der weltweiten Tour gespielt, fotografiert und gefilmt wurde. Jahre später wurde dieser Bass dem Museum der Rock ’n’ Roll Hall of Fame in Cleveland, Ohio gespendet, wo er ausgestellt wurde. Irgendwann wurde sie als eines von vier Instrumenten im Welcome Center ausgestellt und stand Schulter an Schulter mit einer der frühesten Gitarren von Leo Fender. Ende 1985 wurde die Marke Spector an Kramer Guitars aus Neptune, New Jersey verkauft und alle Geräte und Produktionen wurden in das neue Kramer-Werk verlegt. Stuart und Alan blieben als Supervisor und Berater. Die Produktion wurde stark ausgeweitet und erreichte ein Maximum von 100 Instrumenten pro Monat. Während dieser Zeit begann die Produktion des NS-2 Modells in Korea. Es sollte ein Spector-Bass für jeden Geldbeutel bereitgestellt werden können und folgerichtig den Eintritt in den Massenmarkt ermöglichen. 1990 musste Kramer jedoch Insolvenz anmelden und die gesamte Spector-Produktion wurde eingestellt.

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Spector NS Ethos 5 Interstellar
Spector NS Ethos 5 Interstellar
Kundenbewertung:
(3)

Neben den in Asien hergestellten Performer-Modellen führte ein Beratungsbesuch in der Tschechoslowakei 1987 schließlich zu einer langjährigen Beziehung zu einer dortigen Fabrik, die heute als NBE Corp bekannt ist und die seither die weltweit erfolgreichen Spector-Bässe der Euro-Linie herstellt. Nach einer zweijährigen Pause gründete Stuart ein neues Unternehmen als Stuart Spector Designs Ltd. in der Nähe von Woodstock, New York und stellte den SD-Bass vor, der auf einer NAMM-Show in Atlantic City, New Jersey debütierte. Er mietete einen Arbeitsplatz etwas außerhalb von Woodstock, der noch heute genutzt wird. Mit der Aufnahme des Geschäftspartners PJ Rubal, konnten Stuart und PJ das Instrumentenmodellangebot, der Verkauf und die Künstlerliste des Unternehmens weiter ausgebaut.

1998 konnte Stuart schließlich die Rechte an der Marke Spector zurückkaufen und die Produktion von Bässen in ihrem vollständigen Originalformat wieder aufnehmen. 2015 übernahm KORG, USA den Vertrieb in den USA und Kanada und kaufte schließlich im Jahr 2019 Spector Bass. Heute hat die Marke unter dem Namen Spector Musical Instruments ihren Hauptsitz auf Long Island, NY, wobei die USA-Bässe immer noch damals, wie heute aus Woodstock, NY kommen.

Spector NS Ethos 5 – Aufbau und Verarbeitung

Unser Testbass hört auf den klangvollen Namen „Spector NS Ethos 5“ und wurde in Korea gebaut. Er wird farblich in zwei verschiedenen Ausführungen angeboten, einmal im dem mit vorliegenden Super Faded Black und dann noch in einer Variante mit den Namen Interstellar, die eine Mischung aus Blau, Rot und Pink ist und ziemlich cool aussieht. Aber auch unser Schwarz kommt schick daher, da es viel Platz lässt, um die Maserung der schönen Decke durchscheinen zu lassen. Diese ist aus Maserpappel und einfach nur spektakulär! Das Holz windet sich in Streifen, Punkten, kleinen Wirbeln und gibt dem Instrument einen einzigartigen Look, denn hier sind keine zwei Tops gleich. Insgesamt wirkt der Bass wie eine Mischung aus Schwarz, Braun und Grau und weiß mit seiner Mischung aus Edeloptik und Understatement zu begeistern.

Korpus und Hals bestehen wiederum aus Ahorn und Neck-through, also eingeleimt miteinander verbaut. Das Top ist entsprechend auch non-solid an die beiden Korpusflügel gesetzt und lässt den Hals vorne wie hinten sichtbar werden. Passend zur Farbgebung wurden Pickups und Hardware in Schwarz gehalten. Der Hals aus Palisander macht das Gesamtbild noch stimmiger, das dunkle Braun passt perfekt zum Top aus Maserpappel. Sucht man nach einem optischen Makel, würde mir lediglich die in schwarz gehaltene Kopfplatte einfallen. Hier wäre ein Matched-Headstock der absolute Traum, allerdings ist das in dieser Preisklasse nicht zu erwarten.

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Die Verarbeitung des Spector NS Ethos 5 ist durchweg sehr gut. Man findet nur mit der Lupe die eine oder andere Kleinigkeit wie z. B. eine minimale Lacknase beim seitlichen Übergang zwischen Hals und Korpus. Um das zu entdecken, muss man aber schon sehr genau hinschauen und direkt danach suchen, der Gesamteindruck ist durch die Bank weg hochwertig und edel, hier wusste man genau, was man tut. Kein Wunder, Südkorea ist alles, nur kein Land des Billiglohns mehr, Fachkräfte und Know-how sind vorhanden! Mit billigen Bässen aus Asien hat dieses Instrument absolut nichts zu tun.

Spector NS Ethos 5 – Bespielbarkeit der Bassgitarre

Wer einen Spector spielen will, sollte unbedingt im Vorfeld einen anspielen gehen. Design, Handling und Feeling sind speziell und unverkennbar eigen, mit einem klassischen Fender Bass hat das hier nicht mehr viel zu tun! Das Shaping des Bodys auf der Rückseite ist nicht wie bei den meisten Bässen gerade, sondern verläuft mit leichter Rundung in Richtung der Innenseite. Auch die Position der Gurtpins wurde verschoben sowie die Länge des oberen Horns. Dies alles führt zu dem Effekt, dass sich ein Spector nahezu perfekt vor dem Spieler einpendelt und nicht leicht seitlich. Die rechte Hand genießt so ein hohes Maß an Freiheit und kommt an alle Saiten super heran, der übliche Knick des Handgelenks entfällt. Diese auf die Zupfhand ergonomische Auslegung des Form hat seinen Preis, denn die linke Hand muss für die ersten Lagen ziemlich weit raus. Eine Extra-Longscale 35er-Mensur sowie relativ weit im in der Mitte des Body positionierte Bridge tun da ihr Übriges.

Ist das Spielgefühl jetzt besser oder schlechter im Vergleich zu einem klassischen Fender Bass? Meiner Meinung nach weder noch, es ist einfach anders. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit fallen die Eigenheiten nicht mehr auf und der Bass lässt sich wunderbar bespielen. Die Koreaner haben hierfür auch richtig was getan, eine so perfekte Abrichtung der Bünde habe ich selten erlebt, hier kann man die Saiten wirklich super flach und schnarrfrei einstellen. Der Hals hat eine angenehme Dicke und ist auch leicht asymetrisch geformt. Die Rundung des D-Profil ist in den unteren Lagen ausgeprägter Richtung B- und E-Saite, in den hohen Registern verschiebt sich diese dann hin zu D- und G-Saite. Das Ergebnis ist wirklich angenehm und führt zu einer schulbuchmäßigen Haltung.

Das ist der Sound des Spector NS Ethos 5

Die feste Verleimung der Hölzer, der durchgehende Hals mit extra langer Mensur und Ahorn als Holz für Body und Hals – all das lässt einem tighten Sound vermuten. Genau das hört man auch beim ersten Anspielen, der Ton steht sofort im Raum und strahlt eine Ruhe und Erhabenheit aus, wie man es selten hört. Der Attack ist ausgewogen, nicht so zu schnell, aber auch nicht träge, die grundsätzliche Klangfarbe eher dunkel mit Resonanz und Tiefe. Schnell wird klar, warum Bassisten wie Garry Talent von Bruce Springsteen oder Top-Session-Player Nick Beggs auf Bässe dieser Marke vertrauen. Mit solch einem Tonmonster wird man in jeder Band gehört werden, egal wie viele Gitarren, Keyboard oder Sampler noch dabei sein mögen. Mit den beiden Pickups von Aguilar und der rein aktiven Elektronik lässt sich der Sound variieren, allerdings nicht wesentlich ändern. Das kann man gut finden oder nicht, das Konzept passt zumindest. Der Bass brilliert mit einem tiefen, straffen und definierten Sound, der je nach Pickup heller oder dunkler klingen kann und perfekt im Mix sitzt. Bauart und Mensur sorgen natürlich für ein extrem fettes Low-B, welcher beim Spielen ein wenig an einen Donnerschlag erinnert, so knackig kommt sie daher. Überhaupt habe ich den Bass irgendwann für mich als „Thor’s Hammer“ bezeichnet, so tight klingt er über alle Lagen.

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Mehr Informationen

Da der Spector NS Ethos 5 nur aktiv funktioniert, habe ich auf den Beispielen zu Beginn erst einmal ohne EQ gespielt und dann den Sound leicht mit Bässen und Höhen geboostet. Mehr kann man auch nicht machen, mit Volume, Blend, Bässen und Höhen kommt die Elektronik aus dem Hause EMG eher einfach daher. Um den herausragenden Grundsound etwas an die Gegebenheiten der musikalischen Situation anzupassen, ist mehr aber auch nicht nötig. Einzig zu beachten ist der Anstieg des Volume mit zunehmenden Einsatz des EQs. Das ist nicht schlimm, muss man aber wissen, wenn man auf der Bühne schnell den Sound ändern will.

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Fazit

Ein individuelles und durchdachtes Konzept, ein eigenständiger Sound – die Bässe der Firma Spector sind einfach Kult! Der NS Ethos 5 aus Korea führt diese Tradition fort und ist ein perfekter Begleiter für alle Bassisten, die in der Band gehört werden wollen. Die Verarbeitung aus Korea ist großartig und ohne Makel, hier gibt es viel Bass für einen fairen Preis. Wer ein eigenständiges Instrument abseits klassischer Wege und Mainstream sucht, sollte diesen Bass unbedingt auf der Liste haben.

Plus

  • tolle Verarbeitung
  • eigenständiger Sound
  • gute Bespielbarkeit
  • schicke Optik

Preis

  • 1.949,- Euro
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